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Eine runde Sache: Die WM-Bälle im Überblick

 

Von der Lederpille, die bei Regen ihr Gewicht verdoppelte, bis zum Hightech-Spielgerät mit unvorhersehbaren Flugeigenschaften war es ein langer Weg. Seit der WM 1970 wurden alle offiziellen Spielbälle bei den Weltmeisterschaften von Adidas hergestellt. Hier die Modelle im Überblick.

Mexiko 1970: Telstar
Der Telstar war komplett aus Leder und aus 32 handgenähten Panels gefertigt. Damit galt er – so absurd es sich erst einmal liest – als der „rundeste“ Ball seiner Zeit (haben die damals noch mit Eiern gespielt?). Da diese Fußball-WM die erste war, die im Fernsehen live übertragen wurde, wurde der Ball in schwarz-weiss designt. Damit war der Telstar – dessen Name von „Star of Television“ abgeleitet wurde – gegenüber braunen Bällen im Schwarzweißfernsehen deutlich besser zu erkennen. Bis heute gilt der Telstar als der „Vater des Designs“ aller modernen Fußbälle. In Deutschland ist dieser Typus Ball auch als „Fernsehball“ bekannt.

Deutschland 1974: Telstar-Chile
Eine Fußball-WM, bei der zwei Spielbälle eingesetzt wurden. Der Telstar feierte sein Comeback mit einer schwarzen statt einer goldfarbenen Beschriftung wie in Mexiko. Zusätzlich setzte man nach dem Erfolg des Telstar mit dem Chile ein ganz weißes neues Modell ein. Dieser Ball war nach dem rundum weißen Ball benannt, mit dem die WM 1962 in Chile bestritten wurde.

Argentinien 1978: Tango
Im Fußballdesign gab es 1978 mit der Einführung des Tango eine entscheidende Weiterentwicklung. Das klassische Wabenmuster wurde abgelöst und bestand aus 32 Einzelteilen. der Tango tanzte auch bei der Olympiade 1980 und im Europacup.

Spanien 1982: Tango España
Wenig einfallsreich bei der Namensgebung geht es weiter. Gegenüber dem Tango von 1978 wurde das Design nur geringfügig modifiziert. Allerdings war der Tango España eine echte technische Innovation: Er hatte erstmals wasserdicht versiegelte Nähte. Dadurch wurde die Wasseraufnahme des Balls bei feuchtem Spielwetter drastisch reduziert und man hatte bei Kopfbällen keine Kopfschmerzen mehr.

 Mexiko 1986: Azteca
Der erste vollsynthetische Spielball bei einer Fußball-WM. Der Einsatz von synthetischen Materialien brachte mehr Strapazierfähigkeit (steckte also die gewaltigen Abschläge des spanischen Keepers Zubizzareta locker weg) und reduzierte die Wasseraufnahme weiter. Es erklärt sich von selbst, das der Name von der kulturellen Vergangenheit des Landes abgeleitet wurde. Klar, oder?

Italien 1990: Etrusco Unico
Der erste Spielball mit einer inneren Schicht aus schwarzem Polyurethan-Schaum, die ihn vollständig wasserabweisend machte. Der Ball ließ sich besser spielen und wurde für Torhüter eine Wundertüte, da er höhere Schussgeschwindigkeiten erreichte.

USA 1994: Questra
Der Questra war recht eigenwillig:  Er löste sich aber auch deutlich schneller vom Fuß, was sich in höheren Schussgeschwindigkeiten bemerkbar machte. Der Name und das Design stehen unter dem amerikanischen Motto „Quest for the stars“ (dt. Griff nach den Sternen).

Frankreich 1998: Tricolore
Der erste mehrfarbige WM-Spielball. „Inspiriert“ – wenn man davon wirklich sprechen kann, denn das fällt einem ja noch nnch dem fünften Glas Bordeaux ein –  wurden Name und Design durch die französische Flagge (Trikolore) und dem „gallischen Hahn“. Der Tricolore besaß eine neu entwickelte Schicht aus „syntaktischem Schaum“ – eine dichte, regelmäßig angeordnete Matrix aus mit Gas gefüllten, einzeln verschlossenen und besonders strapazierfähigen Mikrobällen. Dank dieses Schaums war der Ball noch strapazierfähiger und überzeugte mit verbesserter Energierückgabe und Formbeständigkeit. Sowas kann wohl nur ein Techniker behaupten.

Südkorea und Japan 2002: Fevernova
Der Fevernova war in seinem asiatisch bunten Design seit 1978 der erste Spielball für eine Fußball-WM mit einer anderen Gestaltung als dem Tango-Design. Die verbesserte syntaktische Schaumschicht des Fevernova verlieh dem Ball in Kombination mit dem dreilagigen Gewebe eine noch präzisere und besser berechenbare Flugbahn.

Deutschland 2006: +Teamgeist
Beim +Teamgeist  wurde durch die neuartige Anordnung von 14 Panels in Form von sechs „Propellern“ und acht „Turbinen“ eine insgesamt rundere Struktur erreicht.  Unglaublich, dass man den ball noch „runder“ machen kann. Jetzt gibt es nur noch eine maximale Abweichung von 0,1 Prozent von der perfekten Kugel. Eine deutliche Verbesserung der Ballkontrolle war die positive Folge. Die einzelnen Panels sind miteinander verschweißt (nicht vernäht). Erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft wurden alle Spielbälle mit den Namen der beiden spielenden Mannschaften sowie dem Datum, der Uhrzeit und mit dem Spielort beschriftet. Beim Finale wurde eine goldfarbene Version des Balls mit dem Namen +Teamgeist Berlin eingesetzt.

Südafrika 2010: Jabulani
Jabulani bedeutet in der Sprache der Zulu so viel wie „Feiern“. Die elf verwendeten Farben stehen für die elf Stämme Südafrikas und ihre Sprachen sowie für die elf Spieler jeder Mannschaft. Im Finale wird ein spezieller Ball namens Jo-Bulani  verwendet.

Brasilien 2014: Brazuca
Wir sind der Ball! Das aktuelle Spielgerät ist das erste, dessen Namen basisdemokratisch ermittelt wurde. Im Sommer 2012 stimmten über eine Million Brasilianer ab (ohne zu wissen, wie der Ball aussieht) und 70% entschieden sich für „Brazuca“, was frei übersetzt „Emotionen, Stolz und Herzlichkeit“ bedeutet. Die alternative Namen wären übrigens Bossa Nova und Carnevalesca gewesen.

(Quelle: Wikipedia)

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