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Unsere 11 Highlights der Hinrunde 2015

Was wäre das Jahr ohne die Flut entsprechender Rückblicke? Auch wir schauen zurück: mit elf ganz persönlichen, kaum mehrheitsfähigen Highlights, die viele wahrscheinlich nicht auf dem Zettel haben.

Das neue Trikot des VfB
Es blieb das einzige Highlight des VfB in der Hinrunde. Wenn man von einem gegen Ende der Hinserie überzeugenden Lukas Rupp absieht.

Sven Ulreich
Ja, ja, Rente mit 26. Aber betrachten wir es doch mal nüchtern. Er spielt zum ersten Mal seit Jahren nicht gegen den Abstieg. Es wird nicht über ihn diskutiert. Er trainiert mit dem besten Keeper der Welt. Er hatte einen überragenden Auftritt in der Champions League. Er wird sicher deutscher Meister, wahrscheinlich Pokalsieger und vielleicht Champions League Gewinner. Triple-Ulle: Haters gonna hate.

Pep Guardiolas Abschied
Ganz ehrlich: Wir sind froh, dass er bald wieder weg ist. Guardiola hat dafür gesorgt, dass die Bayern die Liga absolut beherrschen, aber international keinen Blumentopf gewinnen. Dazu diese variablen Systeme, die nervige Dauerrotation und ein Fußball, den außer ihm nur Philip Lahm und Oli Fritsch verstehen (siehe hier und hier). Wir Fußball-Neandertaler zählen schon die Tage bis zum Dienstantritt vom Bauernsohn und gelernten Elektriker Carlo Ancelotti.

Mario Gomez
Ja, Sebastian hat gesagt: „Die Süper Lig ist mit dem fußballerischen Vorruhestand gleichzusetzen und dazu stehe ich auch. Und, ja, auch ich habe Mario Gomez seinen Wechsel damals zu den Bayern übel genommen. Aber was ihm danach widerfahren ist, hatte er einfach nicht verdient. Umso schöner ist es zu sehen, dass er seine vermutlich letzte Chance bei Besiktas nutzt und nach 17 Spielen die Torschützenliste anführt (übrigens gemeinsam mit Samuel Eto’o; so viel zum Thema Vorruhestand). Wenn er so weitermacht, ist vielleicht ein echter Vorruhestand beim VfB Stuttgart denkbar!“

SG Sonnenhof-Großaspach
Rüdiger Rehm führte den Dorfclub (darf in keinem Text über Großaspach fehlen) mit einem taktisch variablem Ball auf einen Aufstiegsplatz und damit ins Herz von Edel-Fan Andrea Berg (darf in keinem Text über Großaspach fehlen). So wird er bald auch ein Kandidat für die Bundesliga.

Robert Huth
Wir haben ihn schon immer geliebt (siehe hier), jetzt ist er mit dem Liliput-Verein Leicester Tabellenführer. Er ist ein altmodischer Innenverteidiger, der nicht elegant wirken will wie Mats Hummels, sondern Zweikämpfe gewinnen will, sich furchtlos in jedes Kopfballduell wirft und den Ball lieber in die Themse schießt, statt einen aufsehenerregenden Vertikalpass zu spielen. Mittlerweile ist er deutscher Rekord-Spieler mit den meisten Einsätzen in der Premier League.

SV Darmstadt 98
Der Aufsteiger unternimmt alles, um ein Spiel zu gewinnen; macht alles, damit der Gegner keinen Spaß hat. Dazu gehören nicht nur starke Standards, sondern auch Zeitspiel, Fallsucht und Trash Talking. Aber so schafft man es, sich mit einer Elf der Verstoßenen in der Liga zu behaupten. Das will keiner sehen, ist aber irgendwie auch geil.

SC Paderborn
Die Ostwestfalen sind ein echtes Highlight 2015 gewesen. Nicht nur, weil sie mit ihrer 1:2 Niederlage am letzten Spieltag für den Klassenerhalt des VfB mitverantwortlich sind, sondern weil sie mutig genug waren, Stefan Effenberg als Trainer zu holen. Auch, wenn es mittlerweile leider so aussieht, dass der Mut nicht belohnt wird. Die Frage bleibt: Wer traut sich, Lothar Matthäus auf die Bank zu setzen?

Christian Tiffert
Spielt nochmal in der dritten Liga. Das Beste an ihm ist nicht sein Schnauzbart, auch wenn er dafür abgefeiert wird. Die Stil-Ikone ist das ein-Mann-Darmstadt von Aue: rennen, kämpfen, blutgrätschen, reklamieren, provozieren.

Felipe (Hannover 96)
Ist einer von zwei Spielern (neben Tomas Pekhart), der nach der Hinrunde die Kicker-Durchschnittsnote von 6 hat. Gegen Dortmund zwei Elfmeter verursacht, ein Eigentor geschossen, das hat noch nicht mal Schorsch Niedermeier bei seinem Comeback in Dortmund geschafft.

DFB & FIFA
Die Fussball-Verbände sind in Wirklichkeit eine Ansammlung betagter und halbwegs begabter Comedians. Das wurde auch dem Letzten klar nach Wolfgang Niersbachs skuriler Pressekonferenz. Bis vor kurzem sind die Führungspersonen von FIFA und DFB mit ihren zweitklassigen Witzen durchgekommen. Doch klar ist: Auch ohne Niersbach, Platini und Blatter wird sich vermutlich wenig ändern. Fußball ist, wenn man trotzdem lacht.

Titelbild: Abel Tumik / Shutterstock.com

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