Alle Artikel mit dem Schlagwort: VfB

Lässt sich der VfB von 10 guten Minuten täuschen?

Ja, es waren ganze 10 Minuten, die mitreißend waren. Und, ja, falls Schiri Tobias Stieber den Handelfmeter pfeift, ist sogar ein Remis drin. Aber davor? 80 Minuten Trostlosigkeit! Am Ende heißt es 2:3 statt 0:3. Ein Ergebnis, nach dem es lange Zeit aussah. Die Frustration hat man auch den Zuschauern angemerkt, die merklich die Geduld verloren haben. Wobei die „Dietrich raus“-Rufe den Präsidenten eher bestärken werden. Pfiffe gegen seine Person wird er vermutlich als Qualitätsmerkmal interpretieren, schließlich hat der legendäre Gerhard Mayer-Vorfelder das auch aushalten müssen. Die viel zitierte „Achse“, die Sport-Vorstand Michael Reschke geholt hat und auf die Trainer Markus Weinzierl jetzt setzt, scheint bereits nach 90 Minuten in der Rückrunde völlig ungeeignet zu sein. Mit ihr wird es der VfB Stuttgart im Abstiegskampf schwer haben: – Mario Gomez ist ohne jegliche Wirkung, weder spielerisch noch von der Mentalität her. – Kapitän Christian Gentner wie immer stets bemüht, aber fahrig und ohne dem Spiel Struktur zu geben. – Dennis Aogo als Libero vor der Abwehr ist keiner, der mitreißt und ein Spiel lenkt. – …

Captain Fantastic?

I said „Captain!“ He said „What? Rewind selecta. Saisonanfang 2017/2018. Pokalspiel in Cottbus. Trainer Hannes Wolf greift zu einer drastischen Maßnahme: Er setzt Kapitän Christian Gentner auf die Bank. Doch soweit kommt es nicht, da sich Timo Baumgartl kurzfristig verletzt. Das VfB-Urgestein rutscht wieder in die Startelf. In der Retrospektive fragt man sich: War das bereits der Anfang vom Ende für Hannes Wolf, weil er in so einem verdienten wie auch mächtigen Spieler nicht mehr den unantastbaren Stammspieler sah? Denn der Wind drehte sich schnell: Erst lobte der neue Sportvorstand Michael Reschke den Kapitän oft und auffällig über den grünen Klee, dann musste Wolf gehen, weil er Teile der Mannschaft nicht mehr erreichte. Nicht wenige meinen, dass Christian Gentner zu diesen Teilen gehörte. „Gentner ist derjenige, der das Sagen hat, und derjenige, der sich auch nicht scheut, den eigenwilligen Holger Badstuber in der Kabine zurechtzuweisen, wenn dieser Gefahr läuft, mit seiner Ich-kann’s-und-ihr-nicht-Attitüde dem Team mehr zu schaden als zu helfen.“ #VfB — Francesco1893 (@jusfra1893) 22. April 2018 Fast forward. Heute ist Christian Gentner wichtiger denn je …

Langweilig ist das neue aufregend.

Herrliches Wetter, der VfB Stuttgart seit sieben Spielen ungeschlagen. Zu Gast: der Tabellenletzte. Laien fragten: Was soll da noch schief gehen? Leidgeprüfte Fans ahnten schon, was vermutlich auf sie zukommen würde: Ein bisschen weniger laufen würde schon nicht schaden. Und, was sollte schon passieren, wenn man den fehlerhaften HSV ein wenig kombinieren lässt? Die spielten mit Waldschmidt im Sturm (mit Waldschmidt!), mit einem gewissen Gouaida, einem Debütanten namens Ambrosius und mit Kostic auf rechts, wie sollten die je ein Tor schießen? Fast hatte man den Eindruck, die Spieler des VfB wollten diese vermeintlich letzte Tour durch den Jurassic Park nochmal in aller Konsequenz genießen. Es wurde viel zugeschaut, aber wenig gekämpft. Den unbedingten Siegeswillen, den Tayfun Korkut bei seinem Team gesehen haben wollte, suchten die 60.000 im Stadion jedenfalls vergebens. Das Spiel gegen des HSV war das erste unter Tayfun Korkut, das die Bissigkeit und Konsequenz vermissen ließ, die wir mal als die „Darmstadtisierung des VfB“ bezeichnet haben. Ob es ein Ausrutscher war oder richtungsweisend für die restliche Saison, wird sich zeigen. Im Hinspiel in …

Die neuen Abenteuer des Captain Kork

Die Bundesliga, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2018. Dies sind die neuen Abenteuer des Captain Kork, der mit dem VfB 1893 unterwegs ist, um fremde Bundesligastadien zu erforschen und neue Taktiken und Herausforderungen zu entdecken. Er ist den anderen Trainerkollegen dabei Lichtjahre voraus und übernimmt auch Missionen, die nie zuvor ein Bundesligatrainer angenommen hat. Captain Kork zeichnet sich durch großen Mut und edlen Charakter aus, er ist der Erfinder der außerirdischen Sternenflotte Gomez-Ginczek-Thommy. Er gilt als Anti-Guardiola, als der neue Trapattoni, sein Matchplan lässt die Gegner aussehen wie Flasche leer, zuletzt Köln. Nirgendwo lag so viel Leere als im Blick von Keeper Timo Horn. Captain Kork, den manche schon Korky nennen, hat die Teamdynamik und Hierarchie im Kader messerscharf analysiert und erkannt, dass er nur mit den Routiniers gewinnen kann. Sie sind es, die die Statik im Team verändern können, im Guten wie im Schlechten. Seine oberste Direktive: Keine Rotation. Das Ergebnis: 4 Siege, 1 Unentschieden, eine astronomische Bilanz. Nicht mal ein Weltklasse-Trainer hätte das geschafft. So wie er viel zu früh kritisiert wurde, …

Bist du noch Mitglied oder schon Kunde?

Thomas Hitzlsperger wird mit fast schon nordkoreanischer Mehrheit zum Präsidiumsmitglied berufen, die Satzungsänderung zur Online-Abstimmung wird abgelehnt, der Präsident reagiert auf kritische Fragen unwirsch und gewählt wird ein Vereinsbeirat, der die Interessen aller Mitglieder vertreten und sie repräsentieren soll. Demnach sind die Mitglieder im Schnitt über 40 Jahre alt, entweder Führungskraft, Unternehmer oder Professor und fast ausschließlich männlich. Keine großen Überraschungen also bei der Mitgliederversammlung. Interessant ist allerdings, dass zur letzten außerordentlichen Versammlung ca. 14.000 Personen kamen. Am ersten Advent verloren sich rund 1.500 Anwesende in der Messehalle. Und dabei steigen die Mitgliederzahlen kontinuierlich, so kann Präsident Wolfgang Dietrich bald das 60.000ste Mitglied begrüßen. Woran liegt das? Dass es mit der Mitbestimmung zumindest gefühlt nicht weit her ist? Dass viele nur kommen, wenn es G’schenkle gibt? Oder hat sich im Verhältnis Verein/Mitglieder grundsätzlich etwas verändert? Wahrscheinlich alles zusammen. Denn die Mitglieder werden zu Kunden bzw. werden vom VfB als Kundschaft und „Zielgruppe“ betrachtet, die mit entsprechenden Angeboten getriggert werden soll: zum Beispiel mit fast täglichen Newslettern („Wer ist dein +1?“), mit Bierdeckel- und Member-get-Member-Aktionen, wie …

Die Saisonspende

Fußballfans sind unangenehme Menschen: Meist treten sie in Rudeln auf, oft trinken sie Alkohol, fast immer sind sie laut. Und das ist nur der Anfang! Denn manche von ihnen erklären dem größten Sport-Fach-Verband der Welt den Krieg und andere wollen den DFB gleich ficken. Unangenehme Zeitgenossen also. Doch, was will man machen? Schließlich sind sie es auch, die die Stimmung in die Stadien bringen. Und wenn die Fans und Ultras gerade mal nicht singen, jubeln oder den DFB ficken, haben sie ganz wunderbare Ideen. Wie die Saisonspende. Angefangen hat offenbar alles in Köln. Mit Sarah, einem Fan von Leonardo Bittencourt. Für jedes Tor, das @lbittencourt32 diese Saison erzielt, spende ich 21€ an die @kindernothilfe. #saisonspende #effzeh — Sarah.👑 (@S_tothearah) 20. August 2017 Das Ganze wurde nicht nur von Bittencourt himself und dem 1. FC Köln geteilt, sondern auch von Social Media Legende Lukas Podolski. Kein Wunder, dass zahlreiche Köln-Fans auf den Zug aufsprangen und ebenfalls Spendenziele formulierten. Da die Fußballwelt auf Twitter ein Dorf ist, dauerte es nicht lange, bis die karitative Welle nach Stuttgart …

Der Liga teure Kleider: Der große Bundesliga-Trikot-Check

Heute ist alles anders: Denn wir waren nicht nur investigativ unterwegs, sondern schenken euch auch noch ein Trikot! Mehr dazu am Ende des Textes. Eigentlich könnte mir es ja egal sein, wie das Heimtrikot vom VfB Stuttgart aussieht, denn ich kaufe es mir ohnehin nicht. Jedenfalls nicht für 79,95 Euro – ohne Beflockung. Als gebürtiger Ostwestfale und eingebürgerter Schwabe geht das einfach nicht. 80 Euro für ein Stück Textil, das man nur selten anziehen kann und das in 12 Monaten schon wieder aus der Mode ist? Nicht mir mir. Und damit war die Sache auch abgehakt. Eigentlich … Denn der VfB ist natürlich keine Ausnahme, sondern die Regel. Und auch in der zweiten Liga geht es nicht anders zu: Sag mal, haben die Trikothersteller jetzt komplett ’nen Schuss weg? 85 Euro OHNE Beflockung? https://t.co/f1ndENBl8d — Konni Winkler (@Konni) 14. Juli 2017 Doch ist es wirklich überall so teuer? Oder gibt es Vereine, die ihre Fans nicht so schröpfen? Ist der Preis abhängig vom sportlichen Stellenwert des Teams? Oder vom Ausrüster? Diese Fragen haben uns so …

Steht auf, wenn Ihr erstklassig seid!

Es ist vollbracht: Der VfB Stuttgart steht wieder da, wo er hingehört: In der Bundesliga. Das kurzweilige Intermezzo in Liga zwo dauerte zum Glück nur eine Saison. Und auch, wenn wir der Meinung sind, dass der direkte Wiederaufstieg mit diesem Kader die Pflicht war: Selbstverständlich war er nicht. Denn, wer glaubt, dass namhafte Spieler und hohe Etats automatisch Erfolg bedeuten, sollte mal in Wolfsburg anrufen. Den Erfolg muss man wollen und alles dafür tun. Und genau das haben alle im Verein und in seinem Umfeld (fast) immer getan. Und heute ist der perfekte Zeitpunkt, um uns bei allen zu bedanken: Danke Mitch Langerak – für die vielen Paraden, die uns „glucklitsch“ gemacht haben. Danke Jens Grahl – dass Stuttgart jetzt eine Shopping Queen hat. Danke Benjamin Uphoff – dafür, dass wir nie eine Torwartdiskussion hatten.  Danke Timo Baumgartl – dass Stuttgart wieder einen jungen (nicht ganz so) Wilden hat! Danke Emiliano Insua – für die vielen Flanken auf Terodde und die Kabinenselfies. Danke Marcin Kaminski – für das Last-Minute-Tor in München. So muss man sich …

Die Aufstiegsversicherungen im Vergleich

Stuttgart, Braunschweig, Hannover. Diese drei Teams streiten sich bekanntlich um die zwei Plätze, die den direkten Aufstieg bedeuten. Warum Eintracht Braunschweig immer noch dort oben steht und für viele sogar die vermeintlich besten Chancen auf den Aufstieg hat, weiß niemand so recht. Bei Stuttgart und Hannover ist es klar: Weil sie eine Aufstiegsversicherung abgeschlossen haben. Die Absteiger gingen mit einem für Ligaverhältnisse unanständig großem Budget in die Saison und sind zum Aufstieg verdammt. Kein Wunder also, dass sich beide abgesichert haben. In Cannstatt entschied man sich für den Vollkasko-Terodde-Tarif, der bereits in Bochum einwandfrei funktionierte. Der Versicherungsbeitrag: 3 Millionen Euro. Auf den ersten Blick kein Schnäppchen, aber langfristig eine mehr als sinnvolle Investition. Hannover-Boss Martin Kind gab hingegen dem Martin-Modell den Vorzug: Eine Risiko-Lebensversicherung mit Selbstbehalt in Form von vergebenen Torchancen und verlorenen Nerven. Also genau die Versicherung, die die Stuttgarter mehrere Jahre genutzt hatten bis schließlich Harniks Torfreiheitsrabatt aufgebraucht war. Der VfB ließ den Vertrag auslaufen, Hannover nutzte die Chance und griff zu. Doch welche ist nun die bessere Variante? Wir machen den Versicherungsvergleich! Simon Terodde ist der …

Auf Level.

„Auf Level.“ Das ist die Formulierung, die Hannes Wolf wählt, um das Spiel gegen Erzgebirge Aue zu beschreiben. Und wie so oft findet er genau die richtigen Worte. Denn „auf Level“ ist Neusprech für das, zu dem wir alten Säcke immer sagten: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss.“ Das Spiel gegen Aue ist seltsam. Nach drei Heimspielen bei Kaiserwetter ist es grau und nieselt. Einer dieser Tage, an denen man gerne mal Spiele verliert, die man eigentlich gewinnen sollte. Doch zum Glück ist der VfB nicht so schlafmützig wie gegen Nürnberg. Ganz im Gegenteil: Das Team hat die Partie von Anfang an im Griff. Aue ist anzumerken, dass es eben nicht jede zweite Woche vor 60.000 Fans spielt, sondern auf einer Baustelle mit knapp 10.000 Zuschauern. Und ganz ehrlich, wenn du mich fragst, wer Meister wird, dann sage ich dir: Der, der seine Heimspiele gegen die Aufsteiger gewinnt. Tedesco hin, Wundertrainer her: Aue ist am 32. Spieltag kein Gegner, gegen den man als Aufstiegskandidat Nr. 1 verlieren darf. Der 19-Tore-Sturm Köpke/Nazarov ist …