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Die Partycrasher

VfB VIER. Bayern NULL. Und das ist auch GUT SO! Der Mannschaft war einiges zuzutrauen. Ein schönes Spiel, eine letzte Partie zum Genießen. Ein Bonusspiel, ganz ohne Druck, ein paar nice Spielzüge, die Bayern ein bisschen ärgern. Aber ihnen die Meisterfeier versauen, die mia-san-mia-Münchener, den FC Arroganz mit 4:1 aus dem Stadion schießen? Nicht mal der kühnste Optimist, nicht mal der besoffenste Frühlingsfest-Besucher hatte sich sowas ausgerechnet. Feels like Halbfinale Brasilien 2014 Nee, geiler. — Kessel.TV (@kesseltv) May 12, 2018 Tayfun Korkut: der Trainer des Jahres. Der VfB Stuttgart: die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Tassos Donis: Man of the Match, with a touch of Messi. Franz Beckenbauer hat in Benjamin Pavard seinen legitimen Nachfolger gesehen. Comeback von Zimbo Zimmermann. Orel Mangala mit einer Zweikampfquote von 92 Prozent. Daniel Ginczek mit zwei Kisten gegen seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Sven Ulreich. Wer spricht von Manuel Neuer und der WM? Ron-Robert Zieler muss mit! Dieses Team ist außer Rand und Band, warum, warum nur hört die Saison schon auf? Der VfB würde alle schlagen im Moment, Real Madrid, Barcelona, Man City, …

Und jetzt schlagen wir die Bayern!

Ganz ehrlich:  Wer oder was soll den VfB Stuttgart denn jetzt noch stoppen? Nach Bayer Leverkusen wurde mit Hoffenheim auch der nächste Champions League Kandidat rasiert. Drei Siege in Folge. Alle zu null. Drittbestes Team in der Heimtabelle. Sky is the limit! Danke an die Cannstatter Kurve für die Choreo – Danke an unseren #VfB für das geile Spiel #VfBTSG pic.twitter.com/lTrf3J6L3Q — Bodo-Württemberg (@BodoWurttemberg) 5. Mai 2018 Aber der Reihe nach: Wir sind hier ja hier gerne kritisch unterwegs und schreiben nieder, was uns stört. So zum Beispiel das halbherzige Engagement des VfB-Teams im Heimspiel gegen Hamburg. Nach der Partie gegen Hoffenheim kann man nur sagen: Respekt! Obwohl es für den VfB Stuttgart um überhaupt nichts mehr ging, war das ein maximal intensiver Auftritt. Sechs gelbe Karten inklusive der beiden für Santi Ascacibar sprechen Bände. Hoffenheim war über 90 Minuten klar besser. Der VfB Stuttgart klar effizienter. 5:22 Torschüsse spiegeln die Partie gut wider. Aber das Team von Tayfun Korkut hatte richtig Bock. Bock auf das Spiel. Bock auf einen frenetisch gefeierten Heimsieg. Und Bock …

Keiner träumt von Europa

Ein Punkt auf Platz 7, der VfB ist nicht mehr weit entfernt von Partizan Tirana, Pfiffpoff Plovdiv, Flora Tallin und Dinamo Tiflis. Schöne Reisen, keine Frage, gerade auch um seine Lücken in Geographie zu schließen, aber was eine Europa League-Teilnahme zum falschen Zeitpunkt anrichten kann, sehen wir gerade am 1. FC Köln. Den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen, ist selten gut gewesen, eine sehr frühe Vorbereitung mit Qualifizierungsspielen und die dann folgende Doppelbelastung kommen für den VfB definitiv zu früh. Zumal nicht gewährleistet ist, dass der Faktor „Glück“ dem Verein für Bewegungsspielen weiter nicht von der Seite weicht. Das ging schnell, Herr Reschke, von der Arbeitsverweigerung unter Hannes Wolf zum Mentalitätsmonster? Nein, Tayfun Korkut hat seine Mannschaft zu seinem Abbild gemacht: Nüchtern, pragmatisch, unspektakulär. Aber das ist in dieser Bundesliga im Moment erfolgreich. Eine Stufe höher spielt Schalke 04 nach einem ähnlichen Muster und kommt damit in die Champions League. Der VfB jedenfalls ist eklig zu spielen, weil er die einfachen Dinge gut macht und vorne höxxt effizient ist. Eine Chance, ein Tor, …

Captain Fantastic?

I said „Captain!“ He said „What? Rewind selecta. Saisonanfang 2017/2018. Pokalspiel in Cottbus. Trainer Hannes Wolf greift zu einer drastischen Maßnahme: Er setzt Kapitän Christian Gentner auf die Bank. Doch soweit kommt es nicht, da sich Timo Baumgartl kurzfristig verletzt. Das VfB-Urgestein rutscht wieder in die Startelf. In der Retrospektive fragt man sich: War das bereits der Anfang vom Ende für Hannes Wolf, weil er in so einem verdienten wie auch mächtigen Spieler nicht mehr den unantastbaren Stammspieler sah? Denn der Wind drehte sich schnell: Erst lobte der neue Sportvorstand Michael Reschke den Kapitän oft und auffällig über den grünen Klee, dann musste Wolf gehen, weil er Teile der Mannschaft nicht mehr erreichte. Nicht wenige meinen, dass Christian Gentner zu diesen Teilen gehörte. „Gentner ist derjenige, der das Sagen hat, und derjenige, der sich auch nicht scheut, den eigenwilligen Holger Badstuber in der Kabine zurechtzuweisen, wenn dieser Gefahr läuft, mit seiner Ich-kann’s-und-ihr-nicht-Attitüde dem Team mehr zu schaden als zu helfen.“ #VfB — Francesco1893 (@jusfra1893) 22. April 2018 Fast forward. Heute ist Christian Gentner wichtiger denn je …

Verein für Belanglosigkeit

Die Champions League Ambitionen von Holger Badstuber: interessieren mich nicht. Die immer gleichen Aufstellungen und vorhersehbaren (Nicht-)Wechsel von Tayfun Korkut: ermüden mich. Dennis Aogos Aufzugs-Selfies: ringen mir nicht mal mehr ein Lächeln ab. Michael Reschkes Play-off-Phantasien: regen mich nicht mal mehr auf. Die fehlende Konsequenz, ein Spiel einmal mit einem zweiten Tor zuzumachen: nervt mich immer noch. Immerhin. Denn es gibt im Moment wirklich wenig, was mich rund um den VfB Stuttgart überhaupt noch aus dem Sattel holt. Zu langweilig, zu bieder, zu graumäusig ist alles geworden. Der VfB ist ein bisschen zum VfL Bochum der 80er Jahre geworden. Da fühlen sich drei Spiele ohne Sieg auch nicht so viel anders an als sieben Spiele ohne Niederlage. Da ertappt man sich bei Frage, ob man einen herrlichen Samstag Nachmittag wirklich für ein Heimspiel opfern soll. Und immer mehr verfestigt sich aktuell Eindruck, die Spieler sind – bis auf wenige Ausnahmen – am Spiel des VfBs ähnlich uninteressiert wie ich derzeit. Die Luft ist raus. Die Luft ist sogar so raus, dass auch das späte 1:1 von …

Langweilig ist das neue aufregend.

Herrliches Wetter, der VfB Stuttgart seit sieben Spielen ungeschlagen. Zu Gast: der Tabellenletzte. Laien fragten: Was soll da noch schief gehen? Leidgeprüfte Fans ahnten schon, was vermutlich auf sie zukommen würde: Ein bisschen weniger laufen würde schon nicht schaden. Und, was sollte schon passieren, wenn man den fehlerhaften HSV ein wenig kombinieren lässt? Die spielten mit Waldschmidt im Sturm (mit Waldschmidt!), mit einem gewissen Gouaida, einem Debütanten namens Ambrosius und mit Kostic auf rechts, wie sollten die je ein Tor schießen? Fast hatte man den Eindruck, die Spieler des VfB wollten diese vermeintlich letzte Tour durch den Jurassic Park nochmal in aller Konsequenz genießen. Es wurde viel zugeschaut, aber wenig gekämpft. Den unbedingten Siegeswillen, den Tayfun Korkut bei seinem Team gesehen haben wollte, suchten die 60.000 im Stadion jedenfalls vergebens. Das Spiel gegen des HSV war das erste unter Tayfun Korkut, das die Bissigkeit und Konsequenz vermissen ließ, die wir mal als die „Darmstadtisierung des VfB“ bezeichnet haben. Ob es ein Ausrutscher war oder richtungsweisend für die restliche Saison, wird sich zeigen. Im Hinspiel in …

Die unheimlichen Fälle des VfB

Freiburg. Auswärtssieg. Schon wieder. Der dritte in Folge! Insgesamt ist der VfB Stuttgart jetzt sieben Spiele in Folge ungeschlagen. 37 Punkte. Zu 99% den Klassenerhalt in der Tasche. Jetzt mal ehrlich: Bin ich der einzige, dem das merkwürdig vorkommt? Klar, Tayfun Korkut hat an den richtigen Stellschrauben gedreht und generell einen klasse Job gemacht. Er lässt jetzt einfach, hoch und weit spielen, was perfekt funktioniert, weil mit Mario Gomez ein exzellenter Wandspieler vorne drin steht. Sein Kader besteht aus 15 Spielern, der Rest ist außen vor. Wagenburg-Mentalität. Und das klappt hervorragend wie man sieht. Dennoch erklärt das nicht den unheimlichen Erfolg des VfB, seit Korkut hier Trainer ist. Denn eine derartige Serie hätte vermutlich nicht mal Pep Guardiola mit diesem Kader geschafft. Und überhaupt: Wenn das alles auf die Korkut’schen Maßnahmen zurückzuführen wäre, frage ich mich, warum er auf seinen bisherigen Stationen einen Punkteschnitt von 1,0 und nicht von 2,6 hatte. Das ist doch alles nicht mehr normal. Aber vielleicht paranormal? Ehrlich, es muss doch mehr dahinterstecken als eine einfache Taktik, die die Spieler nicht überfordert …

Die Glücksritter

Das Spiel in Köln lief eigentlich genau so ab, wie leidgeprüfte Fans es erwartet hatten: Der VfB spielte mit dem 12. Mann. Sein Name: Schlendrian. Nach drei Siegen in Folge fehlte den Stuttgarter Spielern die nötige Konzentration und Bissigkeit, die sie in den letzten Partien gezeigt hatten. Während Sky-Kommentator Fuss die Versetzung von Holger Badstuber ins defensive Mittelfeld als entscheidende Maßnahme Korkuts lobte, verlor die Nummer 28 einen Ball nach dem anderen und zeigte vermutlich seine schlechteste Leistung im VfB-Trikot. Und er war keine Ausnahme: Da gab es schlampige Spieleröffnungen von Ron-Robert Zieler, die postwendend zurück kamen und eben jenen leichtfertigen Ballverlust von Emiliano Insua, der zum 1:0 führte. Aber nicht nur Einstellung ließ zu wünschen übrig. Es schien, als hätten sich die Kölner perfekt auf das Korkut-Gameplay eingestellt, das sich wenig überraschend nicht von den letzten Wochen unterschied. Warum auch? Dass es zur Halbzeit dann trotzdem 2:1 für den VfB stand, ist nur schwer zu erklären. „Aus dem Nichts“ hat soeben eine neue Bedeutung erhalten #KOEVfB — Tobias Escher (@TobiasEscher) 4. März 2018 Glück …

Das neue TK Maxx-Prinzip beim VfB Stuttgart

Einst hieß es, der VfB sei keine normaler Absteiger. Dann hieß es, er sei kein normaler Aufsteiger. Und vielleicht stimmte das sogar. Doch unter Tayfun Korkut ist das anders: Endlich spielt der VfB so wie ein Aufsteiger nun mal spielt. Spielverzögerungen, taktische Fouls, Spielunterbrechnungen ohne Ende, Diskussionen mit dem Schiri, Standardsituationen ziehen. Der Korkut-VfB ist unangenehm zu spielen, er ist ein ekliger Gegner, manchmal wirkt es fast so, als ob da 11 Santi Ascacibars auf dem Feld stehen. Beim Gegner und seinen Fans löst diese Spielweise jedenfalls Brechreiz aus. Spätestens, wenn der Schiedsrichter zum 27. Mal auf Foul an Gomez entscheidet. Und das ist gut so. Denn aus nur drei Toren hat der VfB so sieben Punkte geholt. Dank der Qualität von Gomez und Daniel Ginczek, vorne aus wenig viel zu machen. Und wenn man sich wünscht, dass nach 65 Minuten Donis oder Akolo zur Entlastung kommen, parkt Korkut den VfB-Bus im Strafraum und macht die Vierer- zur Achterkette. Das ist das neue TK Maxx Prinzip beim VfB. Selten schön, aber aktuell ziemlich erfolgreich. Santiago …

Korkuts Super-G

Ein kölsches Sprichwort sagt: „Mer muss och jünne künne!“. Der VfB hat einen 1:0 Arbeitssieg gegen Gladbach geholt und dieser Sieg in seinem Heimdebüt ist Tayfun Korkut zu gönnen. Er wurde seit seiner Verpflichtung mit reichlich Shit beworfen, wofür er absolut nichts konnte. Er muss sich nicht rechtfertigen, warum er den Job beim VfB angenommen hat. Das muss die Abteilung direkt über ihm machen. Er muss ihn nur bestmöglich erledigen. Und danach sieht es nach vier Punkten aus zwei Spielen aus. Korkut lässt von Beginn mit Doppel-G spielen: Mario Gomez und Daniel Ginczek. Die beiden machen dann auch den Unterschied aus, nachdem im besten Spielzug der Saison fast sowas wie One-touch-Fußball gespielt wird: Ballgewinn Emiliano Insua, Direktspiel von Christian Gentner auf Gomez, der durchsteckt auf Ginczek. Ein goldverdächtiger Spielzug. Gentner. Gomez. Ginczek. 1:0. Das ist für Korkut Poesie, für Gegner Dieter Hecking wohl eher ein Schüttelreim. Bei aller Freude über das Tor und den Sieg ist unübersehbar: Der Fußball, den der VfB spielt, ist derselbe wie unter Hannes Wolf. Nur dass statt den As und …