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Ohne Hoffnung

Dies ist für die Traurigen, die zu Tausenden da draußen sind. Die irgendwo alleine sitzen und einfach nicht mehr weiter wissen. Für die, für die Sonne nie mehr scheint, weil die graue Wolkendecke ewig bleibt. Verlassen und verloren, ausgepowert und am Boden. Nichts sagt dir, dass alles besser wird, wobei die Hoffnung eigentlich als aller Letztes stirbt. Ein Tunnel ohne Licht am Ende, Dunkelheit für immer. Du kannst die Sorgen nicht ertränken, denn sie sind verdammt gute Schwimmer. Doch zum Glück kann ich vermelden, wie schlimm’s auch immer kommen mag, da sind noch welche, die dir helfen. Und das sind Wolfgang Dietrich und Michael Reschke! Und genau das ist das Problem, wenn genau diese beiden den VfB aus der Krise führen sollen. Wir wissen: Es ist nicht nur deprimierend, gegen Schalke 04 verloren zu haben, sondern zu wissen, dass wir verloren sind. Denn wer glaubt wirklich daran, dass es mit den beiden Management-Führungsfiguren besser wird, die diese Mannschaft zusammen gestellt haben? Ein Team bestehend aus vermeintlichen Führungsspielern wie Mario Gomez, Christian Gentner, Holger Badstuber, Gonzalo …

Das Wunder der Vorweihnacht

Jetzt mal ehrlich: Wie viel hättet in der Halbzeitpause der Partie des VfB gegen die Hertha noch auf unser Team gesetzt? Nach drei Schüssen, von denen keiner aufs Berliner Tor ging? Nach sage und schreibe zehn Ballkontakten von Mario Gomez, der einzigen Hoffnung, dass der VfB überhaupt mal ein Tor schießt? Nach einer Leistung von Gonzalo Castro, für die ihm der kicker die Note 5,5 verlieh? Nach einem Gegentor durch Maximilian Mittelstädt, der zuvor noch nie in der Liga getroffen hatte? Vor 47.860 Zuschauern, so wenig wie seit Zweitligazeiten nicht mehr? Ihr hättet keinen Cent investiert? Ich auch nicht. Denn mit dem 0:1 schien die Partie erledigt – wieder mal. Wer auf zwei Tore in 45 Minuten von der schwächsten Offensive der Liga hoffte, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Denn ganze drei Treffer in sechs Heimspielen waren es bislang im Neckarstadion gewesen. Aber es ist kurz vor Weihnachten und eine gute Zeit für Wunder. Und wer in der Halbzeitpause das Stadion verlassen oder den Fernseher ausgeschaltet hat, der verpasste so einiges: • …

Der VfB Stuttgart im Dezember 2018

Der VfB im Dezember 2018: Was wir wissen und was nicht

Erstmal vorweg: Wie gut fühlt sich denn bitte so ein Heimsieg an? Sowohl im Oktober wie auch im November mussten wir darauf verzichten. Die Klatschen gegen Dortmund und Frankfurt haben Spuren hinterlassen. Nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei den Fans. Die Gespräche in der S2 vor dem Spiel gegen Augsburg drehten sich vor allem darum, wie hoch der VfB verlieren wird. Bitter. Und wer meine, dies sei nur eine selektive Wahrnehmung, der muss sich nur die Zuschauerzahl angucken: 52.000. Die Gegentribüne war so spärlich besetzt, dass man die weißen Buchstaben auf den Sitzen sehen konnte. Und, um das klarzustellen: Das hatte nichts mit dem Stimmungsboykott zu tun. Die Cannstatter Kurve war in der ersten Halbzeit zwar ruhig, aber wie immer voll besetzt. Fast genauso gut wie der Heimsieg fühlt sich ein Blick auf die Tabelle an. Platz 15! Völlig trügerisch natürlich, denn Nürnberg muss noch spielen und überhaupt ist es so eng, dass es nach dem nächsten Spieltag schon wieder ganz anders ausgesehen kann. Aufschlussreicher als die Tabelle sind da die Erkenntnisse, die …

High Noon beim VfB

Der VfB im Oktober 2018 ist eine Katastrophe, dem VfB fliegt alles um die Ohren. Ein Kapitän, der in Interviews große Töne spuckt, aber auf dem Spielfeld ein Mitläufer ist und Assists nur für den Gegner liefert. Selbsternannte Führungsspieler, die den Anspruch haben, voran zu gehen und das Team zu führen, die aber nicht das Niveau haben, es auf dem Feld umzusetzen. Greenhorns, die entweder nicht funktionieren oder verletzt sind. Ein Präsident, der mit Parolen auf starker Mann macht, aber nichts bewirken kann. Ein Sport-Vorstand, der „nach wie vor voll und ganz vom Kader überzeugt ist“, obwohl das Team auf Platz 17 steht und sich jeder fragt, in welchen Duellen diese Truppe Punkte holen soll. Gegen Frankfurt? Nach der Klatsche ist vor der Klatsche, ein weiteres 0:4 wäre wirklich keine Überraschung. Aber enorm wichtig, dass wir so viel Erfahrung in der Mannschaft haben. Nur mit jungen Talenten wäre man in den letzten beiden Partien bestimmt untergangen. #VfB — Malik Peter (@Map303) October 27, 2018 Woche für Woche wird klarer: Dem Team fehlt Qualität und Mentalität, …

The Final Countdown

Die Stuttgarter Zeitung fragte vor dem Spiel: „Wer ersetzt den schnellen Donis?“ Tayfun Korkut antwortet: „Der langsame Castro.“ Wie lautete der Matchplan von Korkut: „Über die Außen offensiv Druck erzeugen“. Rechts außen spielte Andreas Beck. Keine Pointe. Noch kein gutes Spiel bislang, das heute komplett vercoacht. Das sind einfach die Fakten. #VfB #Korkut — Jens Nagler (@jens_nagler) October 6, 2018 Reschke: „In der 2. Halbzeit kam frischer Wind durch die Einwechslungen des Trainers rein.“ Als würde man den Brandstifter loben, die Feuerwehr gerufen zu haben.#VfB — Danny1893 (@DannyDan1893) October 6, 2018 Spätestens mit diesem Spiel wurde klar: Es war ein Fehler, Korkut als Nachfolger von Hannes Wolf zu holen. Es war ein Fehler, den Vertrag mit dem Trainer zu verlängern. Es war ein Fehler, ihm einen Kader hinzustellen, in dem zu viele Silberrücken wir Gentner, Gomez, Castro, Badstuber, Beck und Didavi Anspruch auf einen Startelfplatz haben. Korkut ist heillos überfordert und dokumentiert dies für alle sichtbar mit wechselnden, leider sinnfreien Aufstellungen. Als Korkut verpflichtet wurde, empfanden wir das so: Zuerst hatten wir Angst. Dann mussten …

Alles wieder gut?

Endlich der erste Heimsieg. Doch was sagt uns dieses Spiel? Ist das Spiel)glück der Rückrunde zurück? Und ist es ein kurzfristiges Glück, dass das große Unglück nur weiter hinauszögert? Hat die Mannschaft doch mehr Mentalität und Qualität als wir ihr zugetraut haben? Alleine wie der unglückliche Nic Gonzalez von Mitspielern und Kurve getröstet wurde, stimmt einen zuversichtlich. Immerhin der Teamspirit scheint zu stimmen. Alleine wie Mario Gomez – in meinen Augen der wahre Kapitän des VfB – auf der linken Seite zu Spielende geackert hat, von seinen Tor(schuss)-Vorlagen mal abgesehen, zeigt eine Einstellung, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben. Auch wenn am Ende drei Punkte stehen. Ich habe immer noch keine Entwicklung gesehen, nichts. Bremen in Unterzahl viel besser und gefälliger mit zweimal Pfosten im Pech. Ich bleibe dabei, Korkut wird uns nicht mehr weiterbringen. #VfB — twofourtwo (@two_four_two) September 29, 2018 Und Tayfun Korkut? Er ist nicht mehr der Captain Kork, den wir aus der vergangenen Saison kennen. Er galt lange als ein Mann der Stabilität. Aufgeregtheiten und Personalrochaden waren seine Sache …

Warten auf den #Korkout?

Ein Spiel des VfB teilnahmslos verfolgt, eine Niederlage emotionslos hingenommen, die selbstgefälligen Aussagen von Michael Reschke und Durchhalteparolen von Tayfun Korkut achselzuckend zur Kenntnis genommen, ja selbst das Tor von Timo Werner wäre mir am Arsch vorbei gegangen: So früh in der Saison habe ich die Lust am VfB verloren. Ich bin müde, Jahr für Jahr dasselbe zu erleben, denn der VfB befindet sich in einer Zeitschleife, jedes Jahr der gleiche Scheiss. Herbstlich grüßt das Krisen-Murmeltier. Ein gutes Gefühl zum Saisonstart wird Jahr für Jahr von Management, Trainer und Mannschaft kaputt gemacht. Dabei wurden in den letzten Jahren fast alle Personen ausgetauscht, außer eventuell dem Busfahrer und Christian Gentner. Und die sollen also Schuld sein? Ein bisschen vielleicht. VfB Saisonstarts (nach 5. Spieltagen). DANKE FÜR DIE INFO!!1!!1!! pic.twitter.com/ga7AAucug4 — Kessel.TV (@kesseltv) 27. September 2018 Der VfB Stuttgart befindet sich mal wieder in einer Abwärtsspirale und es deutet nichts darauf hin, dass der freie Fall gestoppt wird und dass sich für die Zukunft etwas nachhaltig ändern wird. Woran das liegt, will ich gar nicht analysieren. Ich …

Korkut: „Mein Plan ging auf!“

Ungläubiges Staunen bei vielen VfB-Fans, als sie die Aufstellung von Tayfun Korkut für das Auswärtsspiel in Freiburg sahen: Beck statt Maffeo? Gonzales statt Donis? Gentner und Castro als Flügelzange? Auch wir fragten uns: „Was denkt er sich dabei?“ Und da wir ihm die Fragen nicht selbst stellen können, haben wir uns „seine Antworten“ gleich selbst gegeben. Ein Interview, das nie stattfand: Herr Korkut, was haben Sie sich dabei gedacht? „Ich wusste, dass man Freiburg nur mit einer ganz ausgeklügelten Taktik schlagen kann. Meine Aufstellung zwang  die Freiburger und sogar unsere eigenen Fans zum Kopfschütteln und genau das wollte ich. Die Startelf sollte den Gegner verunsichern, was mir super gelang. Nur ganz am Anfang ging meine Idee nicht auf, als ausgerechnet die jungen Nic Gonzales und Santi Ascacibar den Konter ermöglichen und Freiburg mit Tempo auf unser Tor zuging. Aber noch mehr Erfahrung konnte ich beim besten Willen nicht auf den Platz bringen. Emiliano Insua ist der Mann für die entscheidenden psychologischen Momente, das sieht man schon an seiner Frisur. Ich bin froh, dass er meine Idee …

Drei, zwei, eins, nichts

Stabilität. Erfahrung. Mentalität. Wille. Zusammenhalt. Diese Begriffe nannten Trainer Tayfun Korkut und Vorstand Michael Reschke im Vorfeld des Bundesligaauftakts gegen Mainz. Was haben wir davon gesehen? Nichts. Holger Badstuber sagte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung/Nachrichten, dass „einige von uns noch nicht bei 100 Prozent sind“. Was haben wir davon gesehen? Viel zu viel. Zum Beispiel vom erfahrenen Innenverteidiger mit Champions League Erfahrung. Wobei: auch bei 100 Prozent wird Badstuber (29) wohl nicht mehr schneller werden. Mario Gomez (33) machte ebenfalls keinen topfitten Eindruck und Christian Gentner (33), spielte zwar ordentlich, pumpte aber merklich ab der 70. Minute. Bei Gonzalo Castro (31) – ballsicher wie immer – fragt man sich, ob die mehr als 350 Bundesligaspiele, die er auf dem Buckel hat, nicht ihre Spuren hinterlassen haben. Aber ehrlicherweise fehlt mir die Erfahrung, um sagen zu können, ob „Gonzo“ immer so behäbig spielt oder ob er auch noch nicht bei 100 Prozent ist. Trotzdem: Vielleicht sollte Tayfun Korkut nicht nach Alter und Erfahrung aufstellen, wie es aktuell den Anschein hat, sondern nach Leistung. Timo …

Die Partycrasher

VfB VIER. Bayern NULL. Und das ist auch GUT SO! Der Mannschaft war einiges zuzutrauen. Ein schönes Spiel, eine letzte Partie zum Genießen. Ein Bonusspiel, ganz ohne Druck, ein paar nice Spielzüge, die Bayern ein bisschen ärgern. Aber ihnen die Meisterfeier versauen, die mia-san-mia-Münchener, den FC Arroganz mit 4:1 aus dem Stadion schießen? Nicht mal der kühnste Optimist, nicht mal der besoffenste Frühlingsfest-Besucher hatte sich sowas ausgerechnet. Feels like Halbfinale Brasilien 2014 Nee, geiler. — Kessel.TV (@kesseltv) May 12, 2018 Tayfun Korkut: der Trainer des Jahres. Der VfB Stuttgart: die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Tassos Donis: Man of the Match, with a touch of Messi. Franz Beckenbauer hat in Benjamin Pavard seinen legitimen Nachfolger gesehen. Comeback von Zimbo Zimmermann. Orel Mangala mit einer Zweikampfquote von 92 Prozent. Daniel Ginczek mit zwei Kisten gegen seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Sven Ulreich. Wer spricht von Manuel Neuer und der WM? Ron-Robert Zieler muss mit! Dieses Team ist außer Rand und Band, warum, warum nur hört die Saison schon auf? Der VfB würde alle schlagen im Moment, Real Madrid, Barcelona, Man City, …