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Nur noch ein bissle Santi im Getriebe …

Nur, um das gleich mal zu klären: Fast alles ist gut. Und das liegt weniger am ersten Auswärtssieg und an der Tabellenführung bis Montag. Das liegt an dem, was wir teilweise in Regensburg gesehen haben. Ist Euch der linke Fuß von Daniel Didavi aufgefallen? Er kann mit ihm womöglich Klavier spielen, so viel Gefühl hat er in ihm. Wie er vor dem 1:2 wie mit dem Zirkel gezogen die Flanke auf den Kopf von Holger Badstuber gezaubert hat – Weltklasse. Oder Gregor Kobel im Tor. In keinem Stuttgarter Kasten stand jemals ein Keeper, dem man bedenkenlos den Ball zuspielen konnte. Manchmal wirken die Situationen brenzlig, aber nur auf uns Zuschauer, weil wir uns erst einmal an das neue Aufbauspiel gewöhnen müssen bis wir das in Ruhe anschauen können. Apropos: Holger Badstuber ist auch so einer, der fast nie aus der Ruhe zu bringen ist. Mit der Mentalität und Selbstsicherheit eines Champions League-Spielers löst er so gut wie jede Situation souverän und spielerisch. Warum er beim VfB spielt und nicht in der Champions League? Weil er …

Walterball: Krawall & Remmidemmi

Sind wir ehrlich: Mit einem weniger hibbeligen Stürmer als Silvère Ganvoula hätte der VfB gegen den VfL Bochum verloren. Diese Erkenntnis ist nichts neues. Es ist ein Muster, dass sich konsequent durch die bisherige Saison zieht: Der VfB ist überlegen, nutzt aber seine Torchancen nicht bzw. zu selten, macht zu wenig aus seinem Ballbesitz und ist hinten offen wie ein Scheunentor. In der Offensive sorgen zwei überragende, individuelle Momente von Philipp Klement/Daniel Didavi und Nicolas Gonzalez für Remmidemmi und entscheiden am Ende das Spiel. Aber die Krawall-Abwehr! Nathaniel Philips zeigt bei seinem ersten schlechteren Auftritt im VfB-Trikot extreme Schwierigkeiten im Spielaufbau, wenn er mal ein bisschen Druck bekommt, Holger Badstuber trotz 100 Prozent Passquote mit einigen Schildkrötenmomenten. Dazu Abspielfehler beim kleinsten Pressing. Andere Mannschaften – beispielsweise in der Bundesliga – nutzen das gnadenlos aus. Wir müssen also froh sein, dass die Entwicklung des Walter-Fußballs im Unterhaus stattfindet, wo Fehler nicht (immer) gnadenlos bestraft werden. Ohne Worte! 😍 #VfB #Silas #Wamangituka pic.twitter.com/YQ4jFUzOpA — MeanMachine1893 (@MeanMachine1893) September 2, 2019 Natürlich erwartet niemand, dass der VfB jeden Gegner …

Die Arschgeige nervt!

Während die mitgereisten VfB-Fans in Aue mal wieder ein Auswärtsspiel fast zum Heimspiel gemacht haben, verfolgten wir das traurige 0:0 im vertikalpass-Headquarter in der Stuttgarter City, Home of Straßenmusik. Als Ouvertüre geigten zwei zuckersüße Teenager Stücke von Vivaldi, niemand konnte ihnen böse sein, wenn sie nur nicht direkt unter unserem Büro gespielt hätten. Zur Einstimmung, gerade als die Aufstellungen durchgegeben wurden, spielte ein schleimiger Saxophonist so schnulzige Stehblues-Lieder, dass man sich Richard Claydermann als Hintergrundmusik wünschte. Als das Spiel ein wenig Fahrt aufnahm, so etwa als der VfB den Elfmeter nicht zugesprochen bekam, nervte die Arschgeige. Sorry, ich nenne den Geiger so, weil der immer bei uns spielt. Ich hatte ihn vor einiger Zeit schon einmal darauf angesprochen, wann er denn fertig sei, seine Geige zu stimmen. Da antwortete er mir, er würde improvisieren. Ja gut, ich habe keine Ahnung von klassischer Musik. Ich habe auch keine Ahnung, was Felix Zwayer im Spiel gegen Aue gepfiffen hat. Ich bin da voll der Meinung von Thomas Hitzlsperger („Wer die Elfmeterszene für strittig hält, schaut zum ersten …

Heidenei!

Ich geb’s zu: Ich war relativ angetan davon, wie sich der VfB in Heidenheim präsentierte. Und ich rede hier nicht von den Torwart-Trikots, die das gesamte Team tragen musste, weil das stark gehypte Fanta-4-Ausweich-Trikot erst am Donnerstag präsentiert wird. I don’t mint. Mir gefiel es vielmehr, wie konzentriert und zielstrebig das umgebaute Team (Mangala und Badstuber für Gomez und Kaminski) von Anfang an zu Werke ging. Die Zeiten von „gegen xy muss man nicht gewinnen“ scheinen endgültig vorbei zu sein. Tim Walter freut sich, in jedem Spiel Favorit zu sein und lässt seiner Mannschaft keine Chance, anders aufzutreten als dominant. 66 % Ballbesitz und 620 gespielte Pässe (Heidenheim: 302) belegen das deutlich. Gut so! Gegen Heidenheim klappte das allerdings nur 35 Minuten. Dann gab es einen unerklärlichen Bruch im Spiel und dass es zur Halbzeit nur 0:0 stand, war eigentlich nur der mangelnden individuellen Abschlussqualität der Heidenheimer Angreifer geschuldet. Willkommen in Liga zwei. VfB-Fans nach 30 Minuten: „Jetzt fehlt nur noch ein Tor.“ VfB-Fans nach 45 Minuten: „Zum Glück ist kein Tor gefallen!“ #FCHVfB — …

Love is in the air!

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, spontan verliebt zu sein. Bei mir passiert am Freitag Abend bei Tim Walter, Ata Karazor, Philipp Klement, Maxime Awoudja und Orel Mangala. Ok, bei ihm war es zuletzt eher so eine Fernbeziehung, die ich am Freitag aufgefrischt habe. Spontan verliebt heißt Falling in Love Knall auf Fall, das Spiel und viele seiner Akteure hatten eine Naturgewalt, gegen die ich nichts ausrichten konnte. Der VfB hat in letzter Zeit viel kaputt gemacht, aber eins konnte er nicht zerstören: Die Liebe der Fans zum VfB. Da ist die Hütte mit 50.000 richtig voll und das nach einer unterirdischen Saison und agierenden Führungspersonal, das ganz offensichtlich an Fans, Supportern und Mitgliedern keinerlei Interesse hatte. Das hindert alle im Neckarstadion nicht, so richtig Stimmung zu machen. Mit zwei Höhepunkten: Dem Eigentor von Awoudja und seiner (völlig unberechtigte) gelb-roten Karte. Nach seinem Missgeschick mit seiner ersten Ballberührung wurde er nicht nur von Mitspielern aufgerichtet, auch aus der Kurve kam sofort Support. Und als der unglückliche Awoudja vom Feld musste, wurde er gar mit …

Beim zweiten Mal tut’s nicht mehr so weh

Die Mannschaft hat uns bis zum Schluss gequält. Denn sie gab uns irgendwie noch Hoffnung, dass der zweite Abstieg in drei Jahren doch noch verhindert werden könnte. Eine Einzel- oder Willensleistung in der 85. Minute, ein Zufallstor in der Nachspielspielzeit? Nein, das zweite Relegationsspiel war ein Abbild der gesamten Saison: Die Mannschaft kann es nicht und man hat den Eindruck, als ob sie nur so tut, als würde sie sich einsetzen, kämpfen und alles versuchen. Nach 2:2 und 0:0 in den Relegationsspielen gegen Union Berlin steht am Ende ein absolut verdienter Bundesligaabstieg. Wer so eine verheerende Saison spielt mit drei Trainern, lediglich 28 Punkten und nur 32 Tore erzielt, der muss einfach runter. Auch wenn der VfB noch die Chance erhielt, in zwei Spielen alles zu retten: Es ist ein Abstieg, auf den wir uns einstellen konnten und der seit Wochen absehbar war. Spielerisch unter aller Sau, defensiv vielfach lächerlich und von der Mentalität durfte man beim VfB noch nie viel erwarten. im august gegen eine hasentruppe null plan und raus im pokal. fast ein …

Warum nicht schon früher so?

Zum Beispiel am ersten Spieltag? Was stimmt mit dieser Mannschaft nicht? Warum zeigt sie ihr scheinbar vorhandenes Potential in dieser Saison jetzt erst zum zweiten oder dritten Mal? Was bitteschön muss passieren, dass diese Mannschaft kämpft, rennt, leidenschaftlich ist und das eine oder andere Mal sogar Fußball spielt – und das auch mal zwei oder mehr Partien lang? Sie braucht offensichtlich extremen Druck, wie vor dem vorletzten Spiel. Eine Niederlage und die Konkurrenten aus Nürnberg und Hannover hätten aufschließen können. Optimisten dürfen jetzt gerne behaupten, dass das Hoffnung für die anstehende Relegation macht. Die können, wenn sie wollen. Und das macht mich wütend. #VfB #VfBWOB — Ute Lochner (@Aleksch1893) May 11, 2019 Klar, gegen Wolfsburg kam wie auch beim Heimsieg gegen M’gladbach das nötige Spielglück dazu. Weil Marc-Oliver Kempf den Anpfiff wohl verpasst hat, brachte er sein Team mit einigen schusseligen Aktionen in den ersten Minuten arg in Bredouille. Aber danach: Der von einigen bereits als vermisst gemeldete Chadrac Akolo macht ein ordentliches Spiel, seine bekannte Fahrigkeit und Hektik hatte ihm wohl Trainer Nico Willig …

Der VfB ist wieder da!

Wer dachte, mit dem neuen Trainer Nico Willig und dem 1:0-Sieg gegen Gladbach wäre ein neuer Geist eingekehrt, der kennt den VfB nicht. Selbstzufriedenheit und Ehrlosigkeit sind dem Team offensichtlich nicht auszutreiben. Der alte VfB, der ist wieder da. Der, der viel zu wenig macht. Der, der sich auf einer guten Leistung der Vorwoche ausruht. Da stimmt es vorne und hinten nicht. Von der Aktivität im ersten Spiel unter Willig war nichts mehr zu sehen, konsequent war man nur, wenn es darum ging, den Berlinern einfache Tore zu ermöglichen. Auch wenn das nicht von Andreas Beck kommt, das Signal der Saison steht eigentlich klar auf Abstieg. Der Zustand des Teams, die fehlende Einstellung und der nicht vorhandene Willen lassen keinen anderen Schluss zu. Nur weil Hannover und Nürnberg noch schlechter sind, existiert die Chance auf einen Klassenerhalt über den Umweg Relegation. Eine Rettung hat diese Mannschaft nicht verdient. Die Mannschaft heute auf dem Platz mit einer schönen Geste an die Adresse von Markus Weinzierl: „An Dir lag es nicht!“ #VfB #BSCVfB pic.twitter.com/oXMp70WnU7 — Jens (@whitered1893) …

Ja zum Abstiegskampf!

Du brauchst auch Match-Glück. Sonst wird aus einem Nico Willig ganz schnell ein Markus Weinzierl. Erst ein schlampiger Pass von Tassos Donis, dann rutscht Gonzalo Castro aus, ein einfacher Ball zwischen die Schnittstellen und Alassane Plea kann 30 Meter alleine auf Ron-Robert Zieler zulaufen. Die Chance ist so monströs groß, zumal noch zwei Gladbacher mitgelaufen sind, dass Plea sie nicht vergeben kann. Fällt hier das 0:1, ist das Spiel zu. Köpfe am Boden, Motivation am Ende, Klatsche incoming. Aber Plea scheitert an seiner Überheblichkeit und an Zieler. Statt einem Rückstand hinterherzulaufen läuft Daniel Didavi seine Gegenspieler an wie ein junger Gott, mit einer ansteckenden Energie und offensichtlich mit einer Pferdelunge. Es versucht sich Andreas Beck an Flugkopfbällen und Seitfallziehern (und sieht dabei gar nicht so übel aus), Nicolas Gonzalez gewinnt jedes (wirklich jedes!) Kopfballduell und Benjamin Pavard spielt den rechten Verteidiger nicht wie ein beleidigtes, trotziges Kind sondern im Weltmeistermodus. Als Zuschauer hat man das Gefühl, es steht eine Mannschaft auf dem Platz, nicht wie letzte Woche in Augsburg (und in sehr vielen Spielen dieser …

Eine Schande

Ich wusste schon vor dem Spiel: Der VfB kann mir nix an diesem Wochenende. Vier Tage frei, Hero-Wetter, Family-Business, Grillen und den Höhepunkt der Woche bildete am Mittwoch bereits das Treffen mit den Kult-Bloggern von kessel.tv. „So nice Dudes“, würde Gentleman sagen. Steile These vom #Vertikalkessel Fußball-Stammtisch gestern: Bobic holt Gonzalez nach Frankfurt, wo er als Gonzalic voll einschlägt. — Gustl Kokos (@kollegegeiger) 18. April 2019 Auch dieses sogenannte Entscheidungsspiel in Augsburg, das der VfB kampflos mit 0:6 verlor, änderte daran nichts. Ich mache es wie die Spieler auf dem Feld gegen Augsburg: Mir ist der VfB egal. Mir ist auch egal, dass der Präsident den VfB seit 2016 systematisch zugrunde richtet und den Nachweis seiner Integrität seit seiner Wahl vermissen lässt. Mir ist der Trainer egal, der seit seinem Amtsantritt eine solch jämmerliche Figur beim VfB abgibt wie noch nie ein Trainer vor ihm. Da ist es fast schon erstaunlich, dass Thomas Hitzlsperger den schlechtesten Trainer der VfB-Geschichte nicht bereits in der Pause entlassen hat. Zusammen mit Emiliano Insua, verdient hätten eine Entlassung beide. …