Beliebt, VfB
Kommentare 1

Lässt sich der VfB von 10 guten Minuten täuschen?

Ja, es waren ganze 10 Minuten, die mitreißend waren. Und, ja, falls Schiri Tobias Stieber den Handelfmeter pfeift, ist sogar ein Remis drin.

Aber davor? 80 Minuten Trostlosigkeit! Am Ende heißt es 2:3 statt 0:3. Ein Ergebnis, nach dem es lange Zeit aussah. Die Frustration hat man auch den Zuschauern angemerkt, die merklich die Geduld verloren haben. Wobei die „Dietrich raus“-Rufe den Präsidenten eher bestärken werden. Pfiffe gegen seine Person wird er vermutlich als Qualitätsmerkmal interpretieren, schließlich hat der legendäre Gerhard Mayer-Vorfelder das auch aushalten müssen.

Die viel zitierte „Achse“, die Sport-Vorstand Michael Reschke geholt hat und auf die Trainer Markus Weinzierl jetzt setzt, scheint bereits nach 90 Minuten in der Rückrunde völlig ungeeignet zu sein. Mit ihr wird es der VfB Stuttgart im Abstiegskampf schwer haben:

– Mario Gomez ist ohne jegliche Wirkung, weder spielerisch noch von der Mentalität her.
– Kapitän Christian Gentner wie immer stets bemüht, aber fahrig und ohne dem Spiel Struktur zu geben.
– Dennis Aogo als Libero vor der Abwehr ist keiner, der mitreißt und ein Spiel lenkt.
– Der Lichtblick steht im Tor: Ron-Robert Zielers Aufgabe scheint es zu sein, die Bälle aus dem Tor zu holen, und das macht er gut.

Es gibt aber keinen von dieser Achse, der voran geht. Der dem gehemmten Team hilft. So sind es rund 80 Minuten, in denen der VfB bemüht ist, aber selbst nicht daran glaubt, den Rückstand aufzuholen. Einzig Marc-Oliver Kempf ist sehr präsent, aber er alleine kann die Abwehr nicht zusammen halten, geschweige denn ein ganzes Team beeinflussen.

Die Zweikampfführung erinnnert vielfach an Paarlauf beim Eistanz. Härte und Willen? Nicht vorhanden. Es gibt kein Spielsystem, nichts funktioniert. Alexander Esswein und Steven Zuber sind schnell, aber in Kombinationen kaum einzubinden. Was dem VfB-Spiel fehlt, ist ein zentraler Mittelfeldspieler, der das Spiel schnell machen kann, der Freiräume erkennt und sie bespielen kann. Gentner ist kein solcher Spieler, Aogo nicht, Santi Ascacibar nicht. Gonzalo Castro könnte es sein und auch Daniel Didavi. Nur der VfB kann es sich nicht erlauben, darauf zu warten, dass der eine endlich in Form kommt und der andere endlich gesund wird. Hier müssen Lösungen gefunden werden. Entweder durch Neuzugänge oder durch ein Spielsystem. Michael Reschke und Markus Weinzierl sind gefragt. Denn 10 gute Minuten pro Spiel sind zu wenig, um den Klassenerhalt zu schaffen. Niemand darf dieses Spiel schön reden, denn das hat der VfB schon einmal gemacht: remember 2016.

Darf gerne geteilt werden:

1 Kommentare

  1. Peter sagt

    Kommentar meines Sohnes nach 30 Minuten: „Da bin ich morgens im Stau aggressiver als jeder einzelne VfB-Spieler“. Und nach dem 0:3: „Das war Fußball wie auf dem Schulhof“
    Mein Kommentar: Oft gab es beim VfB fast gar keine Rückwärtsbewegung. Die sind quasi gestanden, bestenfalls zurück gelatscht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.