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Die große Rückrundenprognose!

Am Samstag geht es endlich wieder los. Traditionell werfen wir einen Blick in unsere Glaskugel und sagen euch, was in der Rückrunde auf uns zukommt!

Gegen Mainz verteidigt tatsächlich Gonzalo Castro hinten rechts. Er will seine bescheidenen Leistungen aus der Hinrunde wieder gut machen, geht aber so übermotiviert ins Spiel, dass er bereits nach zehn Minuten die gelb-rote Karte sieht. Dennoch reicht es zum Sieg. Holger Badstuber, der den noch angeschlagenen Kempf ersetzt, erzielt in der 82. Minute das erlösende 1:0. Kick it like 2017! Ein Auftakt nach Maß! Einziger Wermutstropfen: Tassos Donis ist mal wieder suspendiert, da er zu spät zum Training kam. Michael Reschke sagt bei seinem Auftritt im Doppelpass, dass man sich solche Disziplinlosigkeiten nicht leisten kann. Auch Daniel Didavi ist wegen Achillessehnenbeschwerden nicht mit dabei, aber immerhin zuversichtlich, bald wieder eingreifen zu können: „Wenn ich fit bin, dann werde ich auch ein Fixpunkt sein“.

Für das Spiel in München hat sich Markus Weinzierl einen Trick einfallen lassen. Er versucht, alles genau so zu machen wie Tayfun Korkut im Mai 2018 und lässt Mario Gomez und Ascacibar deswegen gleich in Stuttgart. Zum Glück fällt ihm kurz vor Anpfiff auf, dass Mangala und Ginczek gar nicht mehr für den VfB spielen und bringt stattdessen Aogo und Zuber. Und es scheint tatsächlich zu funktionieren: Nach einer abgefangenen Ecke der Bayern, schickt Zieler seinen Kapitän auf die Reise. Christian Gentner sieht im Sprintduell gegen Mats Hummels aus wie der weiße Usain Bolt und lässt Manuel Neuer keine Chance. Leider reicht es dennoch nur zu einem Punkt, weil dem überraschend eingewechselten Benjamin Pavard kurz vor Schluss ein unglückliches Eigentor unterläuft. Trotzdem lässt es sich Michael Reschke nicht nehmen, unmittelbar nach Abpfiff die Vorstellung eines Last-Minute-Zugangs anzukündigen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wird am Sonntagmorgen ein neuer Stürmer vorgestellt, der der lahmenden VfB-Offensive kurzfristig helfen soll, aber auch perspektivisch der Nachfolger von Mario Gomez werden soll. Es ist niemand geringeres als Pierre Michel Lasogga, der vom HSV wechselt und einen Vertrag bis 2023 unterschreibt. Die Ablösesumme: Nur 2,0 Millionen, weil Orel Mangala als Kompensation beim HSV bleibt. Das bestätigt Sport-Vorstand Reschke Sky im Gespräch mit Jörg Wontorra. Dass eine Doku-Soap mit Mama Lasogga auf VfB.TV ebenfalls Teil des Deals sind, bezeichnet der VfB-Vorstand allerdings als „böswillige Ente“.

Dank des gelungenen Auftakts geht der VfB mit breiter Brust in das Spiel gegen Freiburg. Das Ergebnis ist eine bittere 0:3 Klatsche. “Nach dem guten Start in die Rückrunde kann man auch schon mal verlieren” äußert sich Christian Gentner in der Mixed Zone. Nicht alle sehen das so. Zumal es auch in Düsseldorf nichts zu holen gibt. Seit die Fortuna-Fans durchgesetzt haben, dass Friedhelm Funkel einen Vertrag auf Lebenszeit erhält, spielen die Düsseldorfer wie im Rausch. Nach Toren von Zimmermann und Kaminski steht es am Ende 2:0. “Wir sind nach wie vor voll auf Kurs” sagt Michael Reschke am Abend im Aktuellen Sportstudio.

Vor dem Spiel gegen Leipzig dann eine Hiobsbotschaft: Die Verhandlungen mit dem potenziellen zweiten Investor Lagadère Sports sind endgültig geplatzt! Grund ist offenbar der geforderte Sitz im Präsidialausschuss, den Wolfgang den Vermarktungsexperten aus Frankreich nicht gewähren wollte, weil er um die Einstimmigkeit der Beschlüsse besorgt war. In einem zweiseitigen Interview wird der Präsident außerdem u.a. mit folgenden Worten zitiert: “Ich habe nie gesagt, dass es einen zweiten Investor geben wird.” Michael Reschke, der zu Gast im ZDF-Fernsehgarten ist, möchte sich hierzu nicht äußern – was alle irritiert.

Auch sportlich läuft es nach wie vor nicht rund. Gegen Leipzig gibt es eine empfindliche Heimniederlage und der VfB klebt wieder auf Rang 16. Vor Nürnberg und den mittlerweile abgeschlagenen Hannoveranern, denen nur noch zehn fitte Spieler zur Verfügung stehen. Die Forderung Martin Kinds, dass Horst Heldt und André Breitenreiter dem Team auf dem Platz helfen sollen, lehnen beide ab. Aber auch in Stuttgart herrscht dicke Luft. Tassos Donis ist schon wieder suspendiert worden. Diesmal, weil er auf dem Parkplatz vor der Geschäftsstelle gleich zwei Stellplätze belegt hat. Als Gast von Maybrit Illner zeigt sich Michael Reschke sichtlich genervt von den Eskapaden des Griechen.

Nach einem 1:1 in Bremen kommt es im März dann zum Aufeinandertreffen mit Hannover. Dort zieht im defensiven Mittelfeld mittlerweile tatsächlich Horst Heldt die Fäden und überrascht durch Übersicht, Spielintelligenz und gelegentliche Zigarettenpausen. Hannover gewinnt verdient mit 2:1. Michael Reschke nimmt sich vor, Heldt für die kommende Saison zum VfB zu holen. Das sagt er zumindest als Gast im Rasenfunk. Immerhin kommt Daniel Didavi endlich zu seinem ersten Einsatz in der Rückrunde. Er wird in der 76. Minute eingewechselt, irrt aber seltsam orientierungslos über den Platz.

Gegen Dortmund, Hoffenheim und Frankfurt sehen die Stuttgarter wie schon in der Hinrunde kein Land. Und das obwohl Markus Weinzierl mittlerweile mit Fünferkette verteidigen lässt, um alle Innenverteidiger spielen lassen zu können. Mit Baumgartl, Badstuber, Kempf, Kabak und Pavard steht der VfB hinten zwar solide, entwickelt aber offensiv kaum Gefahr. Die Lage wird immer brenzliger. Immerhin ist ein zweiter Investor in Sicht. Die Fans sind verwundert. “Ich habe nie gesagt, dass es keinen zweiten Investor geben wird”, so Wolfgang Dietrich. Angeblich soll es sich um ein Unternehmen aus Nürnberg handeln, das Wurstwaren herstellt und vertreibt.

Vor dem wichtigen Heimspiel gegen Nürnberg fährt die VfB-Marketingabteilung unter dem Hashtag #DreiImSäckle alles auf, um das Neckarstadion zu füllen. MC Bruddaal, Marz, die Fraktion und die Fantastischen Vier spielen vor Anpfiff auf dem Vorplatz des Mercedes Museums und der scheidende Ausrüster Puma haut seine Trikot-Restbestände zu Schnäppchenpreisen raus: 69,99 Euro. Mitglieder zahlen sogar nur 66,99! Das Spiel kann da leider nicht mithalten. Ein sichtlich verunsicherter VfB tut sich gegen die kompakt stehenden Nürnberger sehr schwer. Für das erlösende 1:0 sorgt am Ende Alexander Esswein. Ausgerechnet! Nach Abpfiff bleiben fast alle Zuschauer im Stadion, um die groß angekündigte Überraschung zu erleben: Michael Reschke verkündet im Mittelkreis stehend die Vertragsverlängerungen mit Dennis Aogo, Andreas Beck und Christian Gentner bis 2021. Nicht alle sind begeistert. “Es ist bitter, dass nur so wenige erkennen, was für wichtige Mentalitätsspieler die drei sind” sagt Reschke bei Sky 90.

Nach einer Niederlage gegen Leverkusen, reist der VfB am 30. Spieltag nach Augsburg. Da das Team von Markus Weinzierl nach wie vor auf Rang 16 logiert, müssen dringend Punkte her. Aber leider funktioniert der Doppel-Ochsen-Sturm Lasogga/Gomez nach wie vor nicht wirklich. Auch das Experiment mit Holger Badstuber als Stoßtürmer (Aidonis spielt mittlerweile in der Fünferkette) scheitert. Tassos Donis hingegen ist mal wieder suspendiert (Kehrwoche nicht gemacht!) und von Chadrac Akolo hat man auch schon lange nichts mehr gesehen. Einen guten Eindruck hinterlässt hingegen erneut Alex Esswein, der zu einer echten Verstärkung geworden ist. Auch gegen seinen zweiten Ex-Verein trifft er. Nicht im Kader: Daniel Didavi. „Seine Achillessehne zwickt wieder etwas, aber zum Saisonfinale wird Daniel garantiert topfit sein“ lässt Michael Reschke bei Sport im Dritten verlauten.

Trotz des Sieges klebt der VfB auf dem Relegationsplatz fest. Noch schlimmer: Auch nach vorne geht nicht mehr viel, nachdem sich Schalke 04 unter dem neuen Trainer Peter Neururer wieder gefangen hat. Leider lassen sich auch Nürnberg und Hannover nicht abschütteln. Im Gegenteil: Horst Heldt spielt mittlerweile so gut, dass die ersten ihn bereits in der Nationalmannschaft sehen wollen. Im Heimspiel gegen Gladbach reicht es aber immerhin zu einem Punkt, weil Pierre-Michel Lasogga sein erstes Tor für den VfB erzielt und die Führung der Gladbacher so ausgleichen kann. Leider sehen das nur 32.000 Zuschauer, denn viele Plätze sind leer geblieben. Der Grund: Die neue virtuelle Stadiontour des VfB ist so erfolgreich, dass sich viele Fans sich das Spiel lieber mit VR-Brille vom Sofa aus angucken – virtuelles Wunschergebnis inklusive.

Nach einem 0:0 in Berlin und einer unglücklichen 0:1 Niederlage gegen Wolfsburg (Tor Ginczek) ist klar: Mehr als Rang 16 ist nicht mehr möglich. “Dass wir in die Relegation müssen, ist natürlich bitter” so Michael Reschke bei seinem Auftritt bei “Verstehen Sie Spaß?”. Moderator und VfB-Fan Guido Cantz kann nur zustimmen. Zum Glück signalisiert Daniel Didavi, der verletzungsbedingt nicht zum Einsatz kam, dass er für die beiden Spiele wieder fit sein wird. Nach einem 0:0 gegen Schalke muss der VfB Stuttgart erstmals in seiner Geschichte in die Relegation.

Gegner: der HSV. Ausgerechnet!

In der Rückrundenprognose der ZEIT landet der VfB ein bisschen weiter vorne, siehe hier.

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7 Kommentare

  1. Thomas sagt

    bitter bitter
    ich bin zuversichtlicher wir werden 11. Zuber und Esswein bringen das Tempo und die Vorlagen für Gomez

  2. Thomas ObermüllerNE87 sagt

    Super. Lange nicht mehr so gelacht. So gut wie früher Oskar Becks (STN) ironischen Ausblicke auf die VfB-Saison.

  3. drausvomLande sagt

    Im Gegensatz zum VfB wart Ihr mit dem Blick in die Glaskugel zu schnell. Robin Reschke und Michael Dutt haben in nicht gekannter Einigkeit kurz vor Transfer-Ende entscheidende Weichen gestellt:
    Um das auch nach dem Winter-Trainingslager noch vorhandene Geschwindigkeits-Defizit abzubauen, wurden von unserem Manager-Dreamteam 2 Asse aus dem Ärmel gezogen, die beide auf langjährige Erfahrung verweisen können und definitiv mehrfach und andauernd nachgewiesen haben, dass Ihnen in Sachen Geschwindigkeit so schnell niemand das Wasser reicht:
    Auf der linken Seite
    Stephan Heim, keiner gibt die Ausverkaufs-Millionen schneller aus als er …
    und auf der rechten Seite
    Wolfgang Dietrich, keiner nennt und ändert schneller Ziele und Investoren als er.
    Damit ist die Offensive erheblich verstärkt, aber auch die Defensive kommt nicht zu kurz, auch unsere beiden Dreamteam-Manager bringen sich wie Horst Held in die Mannschaft ein und nutzen ihre unbestreitbaren Stärken im Bereich Vernebeln und Abwimmeln rund um unser eigenes Tor. Nebeneffekt: Kempf wird für 18 Millionen nach Dortmund verkauft …
    In diesem Sinne:
    Bis zur Rele mit dem HSV

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