Wenn man sich die jüngsten Ergebnisse der VfB Frauen anschaut, müsste einem eigentlich Angst und Bange werden: Seit dem 29. August kein Ligaspiel mehr gewonnen, den letzten Punkt vor mehr als einem Monat geholt, im Oktober kein einziges Tor erzielt.
Angesichts des 0:4 gegen Union Berlin, einem 0:5 in München und dem 0:3 gegen Eintracht Frankfurt kann man tatsächlich von einem schwarzen Oktober sprechen, der aber nicht unerwartet kam. Schließlich sind die Bayern ohnehin unschlagbar, Frankfurt ein Schwergewicht im Frauenfußball und auch Union Berlin hat vor der Saison kräftig aufgerüstet.
Wichtig wird jetzt vor allem sein, diese Niederlagen-Serie abzuschütteln. Denn einige der Spielerinnen haben im Oktober mehr Spiele verloren als in den vergangenen drei Saisons kombiniert. Das muss man auch erst mal akzeptieren. Ebenfalls akzeptieren musste man am Samstagmittag, das Frankfurt die Partie verdient gewann.
Die Art und Weise wie das Team von Nico Schneck diese Partie spielte, gibt dennoch Anlass zur Hoffnung. Denn im Gegensatz zum Auftritt auf dem Bayern-Campus, hielten die VfB-Frauen lange Zeit gut dagegen, verteidigten konzentriert, ohne sich folgenschwere individuelle Fehler zu leisten wie in den vergangenen Partien öfter geschehen. Trotzdem kam die Eintracht auf 29 Torschüsse – die meisten davon allerdings nicht mit großer Gefahr für das Tor von Laura Guiliani – zumindest in der ersten Halbzeit.
Auf der anderen Seite hatte Nici Billa die große Chance, zum ersten Mal in der Bundesliga ein 1:0 für den VfB Stuttgart zu erzielen, scheiterte aber im Eins gegen Eins an der Eintracht-Torhüterin.

Quelle: kicker.de
Folgerichtig ging es torlos in die Kabine. Ein Erfolg für die VfB-Frauen, bei denen Leonie Schetter ihr Startelf-Debüt feierte und Yuka Hirano ersetzte. Leider dauerte es in der zweiten Halbzeit keine 5 Minuten bis die Eintracht den Führungstreffer erzielte. Die VfB-Frauen ließen sich davon nicht entmutigen, ganz im Gegenteil: Es folgte eine gute Phase und die beste Chance durch einen fantastischen Redzepi-Freistoß an die Latte.
Mitten in dieser Phase wurde das Spiel dann zugunsten der Eintracht entschieden – und das durch eine katastrophale Fehlentscheidung der Schiedsrichterin: Dafina Redzepi versprang ein Ball an der Frankfurter Strafraumgrenze und beim Versuch, den Ball zurückzuerorbern, traf sie ihre Gegenspielerin. Foul? Hundertprozentig! Gelb? Kann man vielleicht geben. Rot? Lächerlich, vor allem das die Schiedsrichterin eine perfekte Sicht auf die Aktion hatte.
In Unterzahl fehlte dem VfB schlichtweg die Power, um das Spiel noch entscheidend zu beeinflussen. Es folgten das 0:2 in der 73. Minute nach einer Ecke und schließlich das 0:3 in der Schlussminute. Im Endeffekt eine verdiente Niederlage in einem Spiel, das mit etwas mehr Glück aber auch hätte anders verlaufen können.
Was macht Hoffnung?
Zum einen, die Art und Weise, in der das Team gegen den Favoriten auftrat: selbstbewusst, konzentriert und kämpferisch. Bestes Beispiel dafür: Svenja Hecke, die in ihrem zweiten Bundesliga-Spiel ihre Gegenspielerin Nina Lührßen in ihrem 151. Bundesligaspiel vor einige Aufgaben stellte.
Und zum anderen natürlich die Rückkehr von Maxi Rall, die in der 66. Minute eingewechselt wurde. Mindestens genauso bejubelt wurden die ersten Bundesligaminuten von Rosa Rückert, die in der 74. Minute den Rasen betrat.
Apropos “schwarzer Oktober”: Auch, wenn es keine Tore und Punkte in der Bundesliga geben wird: Am 30.10. geht es gegen SGS Essen auf der Waldau um den Einzug in das Pokal-Viertelfinale!
Hier gibt’s die Zusammenfassung des Spiels.
Bild: VfB Stuttgart (Vielen Dank!)

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