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VfB, Du geile Sau!

Start ins Jahr gegen Leverkusen, Angstgegner, Endgegner, sieglos seit 2018. Erst kein Glück gehabt, dann kam in den letzten elf Bundesliga- und drei Pokalbegegnungen auch noch Pech dazu und wenn das nicht reichte, ein überforderter Schiedsrichter. Wie Schiri Felix Zwayer, der für das Topspiel am 16. Spieltag angesetzt wurde. Das hatte schon das Potential für die übliche Enttäuschung gegen den Werksclub. Anstatt dessen wurde es das Spektakulärste, was in Leverkusen seit dem 16. Mai 1992 passiert ist.

Wahlweise wird von einer „brutalen ersten Halbzeit“ (sky-Kommentator Wolff Fuss), einer „Zerstörung” (Süddeutsche Zeitung), einer „Demütigung“ (ZVW) gesprochen – oder eben vom Spektakulärsten, was es in Leverkusen seit dem 16. Mai 1992 gegeben hat. Matchwinner Jamie Leweling meinte ganz nüchtern, dass es “eine gute Taktik vom Trainer“ gewesen sei.

Die hieß: Sofort hellwach zu sein, konsequente Manndeckung über den ganzen Platz, energische Zweikampfführung, Pressing mit bis zu sieben Spielern bei Abstoß Leverkusen. Die VfB-Fans im Stadion (wieder mal stabiler Support!) und zu Hause und in den Kneipen vor dem Fernseher kennen das aus den Begegnungen unter Sebastian Hoeneß. Der VfB stets mit einer hervorragenden Leistung.

Was dieses Mal anders ist: Der VfB schießt den Vizemeister des letzten Jahres ab. Sechs Torchancen, vier Tore. Bei den vergebenen Chancen schaffte es Josha Vagnoman aus drei Metern Mark Flekken anzuköpfen und beim dritten Treffer von Leweling stand Deniz Undav im Abseits. Aber es ist schon richtig: Nicht nur bei der WM braucht es „eine geile Sau wie mich“ (Deniz über Undav), auch der VfB braucht ihn – jetzt mit elf Scorern in zwölf Bundesligaspielen. Fällt mir nur geil ein!

Ist es eine Genugtuung, endlich gegen Leverkusen gewonnen zu haben?

Das würde Sebastian Hoeneß nie zugeben. Aber der deutliche Sieg ist ein Statement, ein Nachweis seiner Exzellenz und der Stärke der Mannschaft. Trotzdem glaubte der Trainer angeblich erst an einen Sieg, nachdem die 88. Minute angebrochen war. Zu viel ist kaputt gegangen und schief gelaufen in den letzten Spielen gegen Leverkusen. Manchmal war es einfach nur tragisch, wie im März 2025 beim 3:4 im Neckarstadion.

Abseits von der geilen Sau und dem Doppel-Torschützen Leweling muss auch Atakan Karazor genannt werden, der Alex Garcia aus dem Spiel nahm. Und Alex Nübel, der mit einem überragenden Reflex den Anschluss verhinderte, als Leverkusen ein bisschen halblebig versuchte, zurück ins Spiel zu kommen. Aber der Hjulmand-Elf gelang nichts. Ein Indiz für deren Chancenlosigkeit: Robert Andrich kam nicht einmal zum Foulen, sondern lief als Abwehrchef wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend.

Ist es eine Genugtuung, endlich gegen Leverkusen gewonnen zu haben?

Für mich auf jeden Fall. Zu oft habe ich Stefan Kießling oder Patrick Schick Tore gegen den VfB schießen und Rudi Völler auf der Tribüne grinsen sehen. Der vergrub sich beim 1:4 immer tiefer in seinen Bart und in seinen Wintermantel. Aber es gibt nur ein VfB und wer den Sieg der Stuttgarter nicht abfeiert, hat den Fußball nie geliebt. VfB, Du geile Sau!

Das 4:1 gegen Leverkusen erinnert ein bisschen an das 5:2 gegen Leipzig. Auch vor zwei Jahren wurde endlich ein Gegner besiegt, der einfach nur nervte. Die Saison endete mit der Vizemeisterschaft. Auch 2026 hat der VfB viel vor. In Bundesliga, Pokal und Europa League sind diesem Trainer und dieser Mannschaft keine Grenzen gesetzt.

Zum Weiterlesen:
Unser vertikalGIF sendet Grüße an den Bundestrainer!

Die Süddeutsche Zeitung stellt fest, “am Topspiel der Bundesliga nahm nur eine Mannschaft teil”.

Rund um den Brustring meint: “So gnadenlos, so eiskalt hat man uns selten in der Vergangenheit gesehen“.

ZVW sieht eine “nahezu perfekte erste Halbzeit”

Bild: Lars Baron/Getty Images

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7 Kommentare

  1. Achim Herzblutfan sagt

    Der Sieg gegen Leverkusen tut sooooo gut.
    Ganze Mannschaft ein Traum. Die Tore: Eins schöner wie das andere, und vor allem mit tollen Steckpässen in die Schnittstelle.
    Hendriks und Jeltsch mit ihren jungen Jahren schon so reif!!! In dieser Form ist der VfB CL-Anwärter. Schön dass Arevalo gleich seine ersten Minuten bekommen hat.
    Entschuldigung, aber ” du geile Sau” finde ich schon fast untertrieben.
    Freue mich schon auf Dienstag Abend gegen die Frankfurter. Frei nach den Rodgau Monotones: Erbarmen, die Hesse kommen!

  2. Ronny sagt

    An einem nasskalten Samstagabend macht der VfB sein bestes Saisonspiel, die Mannschaft von Sebastian Hoeneß spielt 30 Minuten lang die Sterne vom Himmel und zerlegt Leverkusen nach Strich und Faden. Ohne die Afrika Cup Teilnehmer plus Zielspieler Schick ist Bayer total hilflos und völlig überfordert. In der zweiten Hälfte spielen die Pillen zwar besser, aber es ist nicht mehr möglich dieses Debakel abzuwenden. Gleich am Dienstag können wir gegen Frankfurt überprüfen ob wir wirklich so gut sind, oder ob Leverkusen einfach nur so etwas wie Künstlerpech hatte, und ich freue mich schon darauf.

    • @abiszet sagt

      Ich finde Hoeneß’ Einstellung dazu gut: der Sieg und auch die Art und Weise bedeuten gar nichts gegen Frankfurt. Ihn interessiert überhaupt nicht, ob der Sieg wegen schlechten Leverkusenern oder überragenden Stuttgartern (oder einer Mischung daraus) zustande kam. Er hat es abgehakt, da Frankfurt ein neues Spiel ist, das mit Leverkusen nichts zu tun hat.

  3. drhuey sagt

    Glückwunsch an SH für die taktische Grundausrichtung und an die Mannschaft, die über weite Strecken der ersten Halbzeit, diesen “Angstgegner” in die Machtlosigkeit gepresst hat. Das Pressing war was vom Feinsten, was ich vom VfB bisher gesehen habe. Leverkusen konnte entweder den Ball in der eigenen Hälfte verlieren oder den langen Ball spielen und dann wurde dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit erobert. Und dieses Mal ging es nach Balleroberung konsequent in die Vertikalität. Ich bin geflasht.

    Und was war mit Leweling los? Ich habe ihn oft genug kritisiert für völlig sinnbefreite Schussversuche, aber am Samstag hat einfach alles gepasst. Schusstraining oder beflügelt ihn das Interesse der PL? Und dann diese kleine Bewegung vor dem fallenden Keeper…
    Matthäus spricht von Chabot als WM-Kandidat, aber wir haben mit Jeltsch auch bereits einen EM28-Kandidaten. Der Junge ist auf einem kontinuierlichen Entwicklungspfad.

  4. Konny sagt

    Ich hab das Spiel genau so getippt 🤭 leider nicht bei “Dibigo” 🙄
    Cool weiter so, Herr Nagelsmann Sie hamm es bitte gesehen 👀, dass es ohne Nübel Nübel Nübel, Maxi, Undav und Lewe👑king nicht zur WM geht !
    Und nun Frankfurt 🦅 auf Abstand halten!

  5. Marcus Fichter sagt

    Nagelsmann hat sich wohl angekündigt für das gegen die SGE.

    In unserer Tippgruppe war ich der Einzige, der nen Auswärtssieg getippt hatte, natürlich nicht so hoch.
    Neben allen anderen fand ich Karazor richtig stark, wie der Garcia aus dem Spiel genommen hat war geil.

    Nübels starker Reflex hat auch die Wieserbelebung der Pillen verhindert. Die zwei Tore zum 3 und 4 zu Null hat den den Pillen dann komplett den Stecker gezogen.

    Jetzt solltest Du halt gg. die SGE und gg. Union nachlegen, dann bist Du wieder richtig fett oben drin.

  6. Divina33 sagt

    Also, was mir besonders gefallen hat war das one-tousch-Passspiel (fast wie PSG als sie uns vorgespielzt haben) und der starke Zug zum Tor.

    Jetzt habe ich verstanden, warum Assignon noch Zeit benötigt. Er verschleppte oft das Tempo oder versucht es durch Einzelaktionen.

    Mir ist jetzt auch klar, dass Silas nicht zu dieser Spielidee paßt.

    Zu den Pillen. Was soll man zu einem Verein sagen, der fast nur aus Legionären besteht (88% lt. TM).

    Toll, das der Neue gleich Einsatzzeiten bekamm!

    Bin gespannt welche Taktik heute abend SH spielen lässt.

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