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Keiner träumt von Europa

Ein Punkt auf Platz 7, der VfB ist nicht mehr weit entfernt von Partizan Tirana, Pfiffpoff Plovdiv, Flora Tallin und Dinamo Tiflis. Schöne Reisen, keine Frage, gerade auch um seine Lücken in Geographie zu schließen, aber was eine Europa League-Teilnahme zum falschen Zeitpunkt anrichten kann, sehen wir gerade am 1. FC Köln. Den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen, ist selten gut gewesen, eine sehr frühe Vorbereitung mit Qualifizierungsspielen und die dann folgende Doppelbelastung kommen für den VfB definitiv zu früh. Zumal nicht gewährleistet ist, dass der Faktor „Glück“ dem Verein für Bewegungsspielen weiter nicht von der Seite weicht.

Das ging schnell, Herr Reschke, von der Arbeitsverweigerung unter Hannes Wolf zum Mentalitätsmonster? Nein, Tayfun Korkut hat seine Mannschaft zu seinem Abbild gemacht: Nüchtern, pragmatisch, unspektakulär. Aber das ist in dieser Bundesliga im Moment erfolgreich. Eine Stufe höher spielt Schalke 04 nach einem ähnlichen Muster und kommt damit in die Champions League. Der VfB jedenfalls ist eklig zu spielen, weil er die einfachen Dinge gut macht und vorne höxxt effizient ist. Eine Chance, ein Tor, drei Auswärtspunkte.

Schmutzige Siege wie gegen Leverkusen fühlen sich besonders schön an. Bei Bayer gewinnt der VfB traditionell sowieso nie (die letzten Siege 1992, 2002 und 2009) und wenn der Gegner kein guter Verlierer ist (Heiko Herrlich: „Der Sieger dürfte nach diesem Spiel nur Leverkusen heißen!“) und sich Mario Gomez als Comedian betätigt („Wieviele Punkte sind es noch zur Champions League?“), dann wissen Korkut und sein Team: Sie haben alles richtig gemacht!

Trotzdem sind Korkut-Spiele 50/50-Spiele: immer sehr close, immer kann es auch andersrum ausgehen. Bisher meist mit gutem Ausgang für den VfB, weil er die wichtigen Spielsituationen für sich entscheidet, weil individuelle Klasse einzelner Spieler (Ron-Robert Zieler!) den Unterschied macht und das Spielglück bisher extrem verliebt ist in den VfB. Aber eine Serie mit nur einer Niederlage in zwölf Spielen schafft man dennoch nicht nur mit Glück. Das wird der VfB gegen die beiden nächsten Gegner Hoffenheim und Bayern München aber definitiv brauchen.

Ach ja, was wir schon immer mal sagen wollten: Wenn jemand fragt, wofür Santi Ascacibar für uns steht, dann sag Amore! Amore!

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