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VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt

Die VfB-Fans können sich freuen: Sie stehen mit ihrem Verein auf der Weltkulturerbe-Liste! Im dritten Anlauf und nach fünf Jahren Abstiegskampf hat es der Antrag, das Werk des VfB durch einen Welterbe-Titel zu adeln, endlich geschafft. Am Dienstag nahm das Unesco-Komitee die Bewerbung an: Alle Spieler und Offizielle des VfB der Saison 2015/2016 stehen wegen ihres universellen und einzigartigen Werts unter Kulturerbe-Schutz. Mit diesem glorreichen Prädikat erhält der VfB den ihm gebührenden Platz im Verzeichnis der bedeutendsten Sportkulturdenkmäler.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Der Abstieg des VfB ist wegweisend und muss daher Ansporn für andere Vereine und Trainer sein.“

In der Tat war es eine einzigartige Leistung in der letzten Saison, die fast schon sichere Rettung so künstlerisch zu verspielen. Besondere Verdienste erwarben sich dabei Jürgen Kramny und Robin Dutt, denen es nicht gelang, den Spielern einfachste spieltaktische Grundelemente und persönliche Werte wie Ehrgeiz, Anstand und Siegermentalität beizubringen. In ihrer Begründung schrieb das Kulturerbe-Komitee „Als Einzelspieler haben sie ein durchaus respektables Leistungsvermögen, zusammen sind sie für jeden noch so absurden Fehler gut und bringen selbst stabile Gebilde zum Einstürzen.“ Die Stuttgarter seien überdies Pioniere, wie man einen Verein innerhalb von zehn Jahren von der Meisterschaft und der Champions League in die zweite Liga bringt. „Absolut stilbildend“ nennt dies die Unesco.

Zum Unesco-Weltkulturerbe gehören nach der letzten Sitzung auch der Elfmeterfehlschuss des Italieners Zaza im EM-Viertelfinale, der nordirische Stürmer Will Grigg und die isländischen Zuschauer mit ihren ikonischen Schlachtrufen. Nicht geschafft hat es Max Kruse, dessen Verlust von 75.000,- Euro in einem Taxi als „effektheischender und plumper Versuch“ gewertet wird, die Unesco zu beeindrucken.

Als Einzelsportler wurden dagegen die VfB-Spieler Christian Gentner und Martin Harnik ausgezeichnet. Der Kapitän, weil er das Projekt „VfB-Abstieg“ am längsten begleitet, der Österreicher weil „seine Fehlschüsse wahre Kunstschüsse“ seien. Der urkomische Wechsel zu Hannover 96 habe dann letztlich den Ausschlag für seine Ehrung gegeben. Doch es gab auch kritische Stimmen zur Entscheidung der UNESCO. Aus Kopenhagen meldete sich Alexander Zorniger. Der Ex-Coach sieht seinen Beitrag nicht ausreichend gewürdigt. Schließlich sei er es gewesen, der bereits an den ersten Spieltagen den Grundstein zum späteren Abstieg gelegt hätte, so der aktuelle Trainer von Brøndby IF.

„Es ist ein großartiger Erfolg für ganz Baden-Württemberg“, sagte hingegen Susanne Eisenmann, die neue Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Sie bezieht sich dabei auf die VfB-Fans, die einen Sonderpreis erhielten. Das Publikum gilt gemeinhin als schwierig, was laut Unesco eine völlige Fehleinschätzung sei: „Wie die VfB-Fans auch in Zeiten des sportlichen Abstiegs und dilettantischer Managementfehler zu ihrem Verein stehen, ist einzigartig in Deutschlands Sportkultur“. Ausdruck dafür sei auch der Dauerkarten-Verkauf für die zweite Liga, der höher ist als die Einwohnerzahl von Sandhausen, Karlsruhe oder Bielefeld.

Um die wichtige Auszeichnung auch nach außen deutlich sichtbar zu machen, hat der VfB eigentlich das Privileg, in der kommenden Zweitligasaison im silbernen Unesco-Weltkulturerbe-Jersey auflaufen zu dürfen. Doch hier hat leider Ausrüster PUMA nach dem „Trikot-Gate“ bei der EM erneut gezeigt, dass er durchaus auf dem gleichen Niveau agieren kann wie der VfB Stuttgart in der vergangenen Saison.

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6 Kommentare

  1. drausvomLande sagt

    Im Gegensatz zu gegenständlichen Welt-Kultur-Erben wird die Anerkennung zum „Sport-Weltkulturerbe“ jährlich überprüft. Auch hier wird seitens der Unesco als vorbildlich erwähnt, dass bereits jetzt alles unternommen wird, auch im nächsten Jahr wieder vorbildhaft für andere Vereine zu wirken.
    So wurde mannschaftsseitig der für den Abstieg schlussendlich erfolgreiche Bereich der Verteidigung nur behutsam ausgetauscht, während die lange Zeit hinderlichen Bereiche Mittelfeld defensiv/offensiv sowie Sturm massiv umgebaut wurden. Organisationsseitig, so wird ebenfalls positiv vermerkt, ist der Umgang mit den durch Transfererlösen und Dauerkarten-Verkauf viel zu hohen Investitionsmöglichkeiten vorbildlich. Der international anerkannte Verpackungskünstler Christo: „Das schaffe nicht mal ich, zig Millionen so zu verbauen, dass hinterher keiner mehr weiss, wo die sind, geschweige denn, jemals waren.“

  2. Marc sagt

    Das hat mich irgendwie inspiriert …

    Eine ganz besondere Ehre wurde dem ehemaligen Präsdienten des VfB Stuttgart Bernd W. zu Teil. Er erhielt die Auszeichnung für sein „Lebenswerk“. In der Begründung der Unecso heißt es hierzu wörtlich: „Wie keinem Zweiten ist es Herrn W. gelungen, die Geschicke beim VfB zu leiten. Wir möchten hier hervorheben, dass er in die entscheidenden Weichen für den Gang in die 2. Liga stellen konnte. Viele vor ihm scheiterten mit diesem Vorhaben. Er kam, sah und siegte. Wir möchten auch die Tatsache nicht unerwähnt lassen, welch ein enormer Unterhaltungswert dahintersteckt. Halb Europa kennt nun den VfB und lacht über den Verein und dessen Außendarstellung.“

    Die Reaktion von Bernd W. ließ nicht lange auf sich warten. Mit Tränen in den Augen erklärte er, dass es ihm eine ganz besondere Ehre sei, diesen Preis entgegenzunehmen und dass seine Arbeit eine so großartige Würdigung erfahre. Er wolle in dieser besonders emotionalen Stunde nicht vergessen, wem er diesen Preis zu verdanken habe. Er widme ihm all seinen Vorgängern, die, wie er selbst sagt, großartige Vorarbeit geleistet hätten und ohne diese es ihm mit Sicherheit nicht gelungen sei, das Projekt zur Vollendung zu bringen. Namentlich dankte er vor allem Robin D., der ihm bei diesem Mammutprojekt stets ein loyaler Weggefährte gewesen sei. Er sei immer noch müde, aber zufrieden mit seiner geleisteten Arbeit. Manchmal könne er es immer noch nicht so ganz fassen, was ihm da gelungen sei. Den Preis, welchen er nun in seinen Händen hielt, würde ihm helfen, das Ganze für ihn begreiflicher zu machen. Außerdem freue er sich schon auf die kommende Spielzeit, die er nun ganz entspannt im Trainingsanzug von Adidas vor dem Fernseher genießen könne.

  3. drausvomLande sagt

    müsste man eigentlich als Flyer drucken und an der Mitglieder-Versammlung am 09.10.2016 auslegen,
    sowie ein zerrissenes silbernes Puma-Trikot und einen Gutschein für eine Stadtrundfahrt in Aue als Preis zusammen mit einer Laudatio von Ingo Wellenreuther überreichen lassen …
    aber wenn sich das rumspricht, wird die doch nur wieder abgesagt
    oder es gibt Abmahnungen und Klagen
    Ist das jetzt böse?

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