Ein anspruchsvolles und kräftezehrendes 1:1 über den ganzen Platz. Die Taktik ging jetzt zum dritten Mal nacheinander nicht auf gegen Bayern München, 12:3 Tore in den letzten Spielen. Trotzdem hält Sebastian Hoeneß die Vorgehensweise für alternativlos.
Mut, Kraft, Energie: die Mannorientierung wurde fleißig, unnachgiebig und extrem aufwändig gespielt. Der VfB war unangenehm für den Rekordmeister, ohne Zweifel, das bestätigte auch Joshua Kimmich nach dem Spiel. Aber auf für München gute Art und Weise. Der VfB war nicht eklig, unterbrach nicht den Spielfluss, war nicht aggressiv, zog nicht mal ein Foul, spielte nicht auf Zeit, suchte nicht die offene Konfrontation. Sondern wollte auf Augenhöhe agieren, wollte mit eigenen Mitteln zum Erfolg kommen. Das ist aller Ehren wert, nur das kam den Bayern entgegen: Sie konnten alles spielerisch lösen, ihre überlegene individuelle Qualität entschied das Spiel ebenso wie ihre Lauffreude (mehr als 121 Kilometer) und ihre Fähigkeit, alles schneller zu machen als der VfB. Und wenn es nur ein blitzartig ausgeführter Standard ist.
Viel anders spielen kann der VfB nicht. Neu ist zwar Grischa Prömel im Team, der Seniorität, Cleverness, Führung und Widerstandsfähigkeit reinbringen soll. Nur er ist kein Dominik Kohr, kein Robert Andrich, kein Typ wie Jens Jeremies, der einst zum Gegenspieler sagte: „Wenn Du über die Mittellinie gehst, dann Aua!“. Anders als noch im Pokalfinale: Der VfB tat dem FCB nicht weh. Er ist brav und fordert Bayern zwar heraus, aber die Spielweise führt quasi automatisch dazu, dass sich die bayerische Überlegenheit im Verlauf des Spiels durchsetzt. Das war in allen Partien gegen Bayern unter Hoeneß so – außer 2024 bei deren desolaten Auftritt in Stuttgart unter Thomas Tuchel.

Zu billig: Das 1:0 nach einer Ecke, auch weil Maxi Mittelstädt auf der Linie unglücklich ausrutscht (wie Vagnoman vor dem 3:1).
Aber eine Klatsche ist unnötig
Über Game-Mangement hatte Sebastian Hoeneß vor der Saison gesprochen. Da wäre noch Luft nach oben, so seine Einschätzung. Dazu gehört wohl, nach dem Ausgleich nicht sofort den Rückstand zu kassieren. Nicht in wenigen Minuten zusammenzubrechen. Nicht am Ende mit einem schlampigen Pass auch noch eine Klatsche zu bekommen. Da hat man gesehen, warum Hoeneß so jemanden wie Bilal El Khannouss zuletzt weniger spielen ließ. Auch hier muss sich der VfB cleverer anstellen, nach dem überragenden Ausgleich durch Josha Vagnoman die Ruhe bewahren, mal auf den Ball treten, die aufkommende Welle im Bayern-Spiel brechen.Und gegen Ende ein 3:1 über die Linie bekommen, das auch weniger ein Downer ist als ein 5:1 mit zwei Toren in den letzten zehn Minuten. So unnötig.
Dass es kein Debakel gab – oder ist ein 1:5 ein Debakel? – hat der VfB Fabian Bredlow zu verdanken. Nicht wenige hielten es für fahrlässig nach der Verletzung von Dennis Seimen nicht mit einem Neuzugang zu reagieren. Bredlow unterstrich seine Qualitäten auf der Linie, blieb ruhig im 1:1, auch bei den fiesen Ecken setzte er sich durch. Ohne ihn wäre ein HSV-Ergebnis zu befürchten gewesen. 7:1 oder 8:1, sind wir ehrlich: das wäre drin gewesen für Bayern München.
Ich habe nichts Zählbares erwartet gegen die übermächtigen Münchener. Aber eine Entwicklung im Spiel gegen den Rekordmeister. So sah es genau gleich aus wie die letzten vier Spiele der vergangenen Saison. Die gute Nachricht: Gegen jeden der anderen 16 Gegner kann der VfB gewinnen („das ist Fakt!“). Das ohne jede Übertreibung feststellen zu können, zeigt die herausragende Entwicklung in den letzten drei Jahren.
Zum Weiterlesen:
Die Süddeutsche Zeitung meint “mutig kopiert, trotzdem verloren” und stellt zu Recht fest: “Die Bayern werfen die Ligaunterdrückungsmaschine an“.
In einer beißenden Kritik kanzelt die ZEIT Sebastian Hoeneß ab: Er hätte eine 80er Jahre Taktik gewählt. Obwohl Bayern genau mit dieser die Bundesliga beherrscht und in der CL ins Halbfinale gekommen ist.
Besser läuft’s bei den VfB-Frauen, die auch ihr zweite Spiel gewonnen. Hier ist unser Text dazu.
Bilder: Alex Grimm/Getty Images

Werbefuzzi, Blogger, Autor der VfB Stuttgart Fußballfibel, eintätowierter Brustring, Kessler-Ultra


Ich dachte mir vor dem Spiel noch, wenn Du in München was holen kannst, dann am Anfang der Saison. Pustekuchen !
Die Bayern waren nicht mal erschrocken über den Ausgleich, das war das Drücken des Startknopfes für die Maschine.
Und jetzt sind wir mal ehrlich, jeder, absolut jeder Spieler war seinem Gegenüber überlegen. Jeltsch zum Beispiel war im letzten Drittel des Spiels völlig überfordert.
Wie Du schon geschrieben hast, es war kein Verzögern, kein Ball sichern oder ähnliches nach dem Ausgleich zu sehen. Man wollte gleich weiter machen und ist ( wieder mal ) ins Verderben gerannt.
Man kann davon ausgehen, daß dort noch viele Mannschaften unter die Räder kommen werden, aber das kann ja nicht der Anspruch des VfB sein. Auch hier möchte ich dann eine Weiterentwicklung sehen, das zum Beispiel der Trainer mal drüber nachdenkt, doch mal einen anderen Ansatz zu wählen.
Alles in allem war das ja eine durchaus einkalkulierte Niederlage.
Was es aber auch nicht besser macht !
Die nahe liegende Idee, dass man die Bayern früh in der Saison einfach schlagen kann, ist übrigens ein Mythos. Das letzte Mal, dass sie ein Auftaktspiel verloren haben, war 2011.
Also ich fand die erste Halbzeit okay. Wir haben uns gut verkauft. Dass wir nicht in Führung gehen ist schade, aber wir haben halt Tiago Tomas in der Startformation. Gestern hat er mal wieder bewiesen, dass er dort nicht hingehört. Ich finde es gut und lobe den Trainer, dass er seinen Spielansatz nicht ängstlich zu agieren beibehält. Auch wenn es gegen Bayern konsequent schief geht. Aber sind Olise, Kane, Díaz dauerhaft zu verteidigen? Hendricks ist noch nicht fit und wird dann halt von Olise vorgeführt. Es ist Nix passiert, Freitag geht es weiter. Und ich würde im Mittelfeld durchaus mal den Wettbewerb erhöhen und Karazor oder Chema eine Chance geben. Bin gespannt, wie wir auf die Klatsche reagieren.
Ist halt wie immer gegen die Bauern. Kein Druck, kein dagegen halten, wenn ich was holen will, muss ich den Bayetn auf die nerven gehen, sie ständig bei der Ballannahme stören und vor allen Dingen mehr laufen, sie sind 3km mehr gelaufen, da ist immer einer anspielbar. Wir sind nur nebenher gelaufen und haben zugeschaut, das ist nicht das, was die Fans erwarten. Man kann verlieren, aber dann würde. Kampf und Einsatz
Hallo erstmal zurück 👋 und auf eine gute Neue Spielzeit 🍀 !!!!
Um es vorsichtig auszudrücken, würde ich mir mal eine umgekehrte Strategie wünschen, eine andere als Bayern erwartet, um sie mal aus Ihrer Erwartung heraus zu überraschen. Es wussten alle, dass sich der VfB erst abarbeitet, danach keine Kraft mehr hat und anschliessend schön hergespielt wird.
Ich finde auch im Hinblick auf die CL, dass hier andere Stilmittel gefunden werden müssen, es hilft uns nix wie blöd gegen einen Defensivblock mit hohem Ballbesitz anzurennen und dann durch die sich öffnenden Räume ausgekontert zu werden. Das ist mir gestern zu oft passiert. Ballverlust im Mittelfeld, ein langer Ball zu wem auch immer und es brennt lichterloh.
Gestern hatten wir insgesamt keinen guten Tag, aber dennoch sollte sich das Trainerteam meiner ganz persönlichen Meinung nach zusätzlich eine andere Strategie überlegen. Wo unsere Schwachstellen sind und unseren Ansatz zu spielen, haben nun weltweit alle gesehen. Auch sind wir mit diesem Ansatz schon in der ersten CL Saison in das ein oder andere offene Messer gerannt.
Und an den Standards arbeiten – hüben wie drüben ☝🏻
Stimmt, es wäre insbesondere im Hinblick auf so manche Championsleague Aufgabe ratsam, mal eine Variante mit stabilem Deckungsverband einzuüben.
Habe den Fernseher nach 60 Minuten abgeschaltet, weil ich genau wusste das es eine Klatsche gibt, und heute Morgen als ich das Ergebnis sah, habe ich mir auf die Schulter geklopft und gesagt, alles richtig gemacht. Die Spiele gegen München werde ich mir in Zukunft gänzlich schenken, kostet nur Nerven, und weil DAZN gekündigt wurde ist die Champions League auch kein Thema. Jetzt ist gegen Köln ein Dreier Pflicht, und dann kommen schon die nächsten schweren Gegner.
Gut, dann bin ich nicht der Einzige. Hier wurde auch nach dem 1:3 der Knopf auf der Fernbedienung gedrückt.
😱 … ich hab mich noch durch alle Interviews gequält …
Wie sehr kann man sich das anstehende Wochenende vermiesen lassen?!
Ich dachte, dass ich trotzdem Kick sportlich bleibe, das artig über die Bühne bringe und nicht gleich mit der grossen Keule in die Saison starte 🤔.
(Nach dem Interview mit Deniz, viele Worte, nicht so wahnsinnig viel Impulse – musst ich aber auch abschalten)
Ich sehe gegen die Bayern immer eine VfB-Truppe, die definitiv nicht die Überzeugung und das Selbstvertrauen an den Tag legt, wie in vielen anderen Spielen.
Sicher sind die Bayern auch so ziemlich der “Endgegner” im Fußball, aber genau in solchen Spielen, auf absolutem Top-Niveau, muss deine Birne voller Überzeugung und Willen sein, heute etwas Außergewöhnliches schaffen zu können.
Gerade gegen Bayern habe ich immer das Gefühl, wir reden zwar immer von “Anspruch, das nächsten Level zu erreichen”, in der Birne setzt sich diese Überzeugung aber nie wirklich fest!
Ich sehe in den Spielen immer den “sicheren Pass”, den “Sicherheitsabstand” zum Gegenspieler, nie die Überzeugung “das Spiel ziehen wir heute endlich mal!” und genau mit diesem “negativen Mindset” im Spiel, sich fortlaufend häufende leichte Fehler und Einladungen an den Gegner…
Demnächst gehts in die nächste CL-Saison und auch da kommen wieder Spiele, in der wir in unsere eigene Stärke und Entwicklung endlich mehr vertrauen müssen und im Kopf die nächste Entwicklungsstufe vollziehen müssen: wir sind wieder wer!!
[…] Weiterlesen: Der Vertikalpass stellt fest: “Der VfB tat dem FCB nicht weh. Er ist brav und fordert Bayern zwar heraus, […]
Wenn die AfD demnächst so entzaubert wird, wie der VfB am Freitag in München, dann mache ich mir um die Republik keine Sorgen.
Ich dachte bisher, das ist hier ein Sportblog. Erstaunlich, dass jetzt hier politisiert wird…🙁
Hallo zusammen,
Neue Saison- neues Glück.
Zunächst zum Freitag abend: Mit Überzeugung und Siegeswillen in ein Match reinzugehen- egal wie der Gegner heisst- ist das Mindeste was man von einem Spieler erwarten kann. Wie es darum bestellt ist kann man am besten beim Auflaufen vor dem Spiel sehen. Thema: Körpersprache.
Beim VfB habe ich ausser Chabot niemanden gesehen. Alle Anderen sahen aus wie: Hoffentlich gibt’s keine Vollklatsche und die Bayern machen uns kein Aua.
Die Konzentration hat beim VfB gefehlt, viele Fehlpässe, falsche Laufwege,kein Erkennen von freien Räumen und Abschluss-Unvermögen.
Thomas ist Schönwetterspieler,aber im 1:1 und sich-durchsetzen Regionalliga. Sein Torschuss: Kein Kommentar.
Ja es gibt viele Ausreden: der nasse Rasen (Vagnoman) ,die übermächtigen Münchner
( selbst SC Verl hätte bei solch grossen Lücken auf dem Feld noch gegen den VfB gewonnen) , die Verletztenliste usw.
Tatsache ist,dass der VfB ohne Esprit und einem Regionalliga-Passniveau allen anderen Mannschaften gleich am 1.Spieltag gezeigt hat: Wir sind schlagbar und reden es auch noch schön,wenn wir die Fresse voll bekommen haben.
Lieber Sebastian Hoeness: Bitte Reset-Knopf drücken.
Divina,
Volle Zustimmung.
Politik hat hier nichts verloren.
Shame on Klaus.
Wir trösten uns mit den Tatsachen: Es kann NUR noch bergauf gehen.
Ich hatte, wie Konny, auf eine andere Strategie gehofft.
So etwas wie eine Generalprobe für die CL gegen Inter und Atletico.
Wir müssen bedenken der durchschnittliche Kaderwert der Lederhosen liegt bei 42 Mio/Spieler.
Bei Inter bei 30 Mio und Atletico bei 25 Mio.
Vergleich VfB: 12 Mio. Wobei der Kader aufgebläht ist und das Gerücht kursiert wir sollten El G noch für 60 Mio abgeben – keine wirklich gute Idee angesichts der bevorstehenden Aufgaben.
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Warum in einem Spiel wo eh nichts zu holen ist mal einen Nachwuchsspieler wie Enis Redzepi bringen, der gegen die U19 der Lederhosen fünf mal getroffen hat.
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Effekt unserer Neuzugänge:
Prömel: 20% gewonnener Zweikämpfe
Pejcinovic: Ähnlich wirkungslos wie Kane
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Insgesamt liefen die Lederhosen mehr. Warum ist das so?
Erstaunlich: vor 4 Monaten bin ich mit Kritik am Höness Fussball gegrillt worden, jetzt bin ich hier ein Verteidiger seiner Herangehensweise . So schnell ist Fussball 😆ziehen wir jetzt am 1. Spieltag wirklich Bilanz? Wir haben am Freitag gegen eine der besten Fußballmannschaften der Welt verloren (ich sage das wirklich unter Schmerzen)! Einfach mal Mitte Oktober neu bewerten. Mund abwischen- Attacke!
Was heißt Verteidiger seiner (SH) Herangehensweise?
Das hohe Pressing und das einfache ausgekontert werden
mit ein/zwei Spielzügen fandest du richtig?
Notfalls auch mit 7 oder 8 Toren Unterschied?
Dem Kommentar ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Mich hat dieser Respekt vor den Bayern massiv gestört. Daneben stehen und ehrfürchtig an ihnen hochschauen. Die Bayern meckern und beschweren sich die ganze Zeit, stehen dauernd beim Schiedsrichter, werfen den Ball weg, wenn es einen Freistoss gegen sie gibt und/oder stellen sich vor den Ball. Nicht dass ich das gut finde, aber wenn die es so machen, müssen wir eben entsprechend reagieren und auch provokant spielen und ihnen auf die Nerven gehen. Aber wir lassen den Ball liegen oder übergeben ihn noch brav, entschuldigen uns beim Gefoulten, während die Buyern schon lange den Freistoss ausgeführt haben. Auffällig fand ich zudem noch, dass wir die Konter so schlecht ausgespielt haben, was ja Hoeness bei der Pressekonferenz auch anmerkte. Da wurden 4 bis 5 gute Möglichkeiten durch schlechte Pässe zunichte gemacht.
“Papa, bist du jetzt traurig?”
“Ja”
Wie hier schon manche festgestellt haben, sind wir einfach zu wenig gelaufen. Und nicht nur das, in der 2. HZ hatte man das Gefühl, Bayern hat einen Mann mehr auf dem Platz. Im Kopf und in den Beinen zu langsam, Bayern war immer einen Tick wacher und schneller und das bei deren Qualität. Wenn man so ehrfürchtig und teilweise behäbig auftritt braucht man sich nicht zu wundern. Besten Dank an Fabi Bredlow dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.
Ich bleibe auch bei meiner Einschätzung was Angelo Stiller angeht, von ihm habe ich zu wenig gesehen, von ihm erwarte ich einfach mehr, Spiel mal verzögern, mal schneller machen und nicht nur Sicherheitspässe und Alibizuspiele.
Und Undav sollte als neuer Kapitän weniger den Unterhalter bei den Interviews geben als viel mehr auf dem Spielfeld vorneweg gehen, mal Zeichen setzen, die Mannschaft aufrütteln etc. Aber auch er ist am Freitagabend allenfalls ein Mitläufer gewesen. Die nächsten Wochen werden zeigen wo wir wirklich stehen.
Die obligatorische hohe Niederlage gegen den Monopol-Meister. Was auch sonst? Kam jetzt nicht wirklich überraschend. Der VfB wie immer in gefühlt 19 von 20 Spielen gegen die Bayern: Veni, vidi, violini – Ich kam, sah und vergeigte.
Hallo Hobbycamper
Toller Kommentar. Gehe mit dem,was du schreibst zu Stiller und Undav, vollkommen einig. Bin gespannt auf Köln.
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