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Porsche steigt bei den Stuttgarter Kickers ein

Porsche Kickers

Das Beispiel RB Leipzig macht Schule und Porsche investiert kräftig ab 2015 bei den „Blauen“. Mittelfristig haben die Kickers die Bundesliga im Blick, langfristig ist die Champions League das Ziel.

Neulich saß ich mit meinem Kumpel Thomas im Heller, wie immer Montags, seit Jahren machen wir das. Wie immer nix los und wir sitzen vor unseren Hefe Hell, alkoholfrei wohlgemerkt. Das war früher anders, aber Thomas hat Kinder, trägt Verantwortung und ist solide geworden. Also, immer Montags sprechen wir über Geld, Unterwäsche-Models, Autos und den VfB, Thomas wollte auch schon mal, dass ich auf einer Mitgliederversammlung rede, schließlich wisse ich, wie es besser ginge. Wir lassen uns wieder mal über die Management-Qualitäten von Bernd Wahler aus und wärmen die Geschichte auf, dass heute noch Erwin Staudt Präsident wäre und der VfB Champions Leage spielen würde, wenn damals Porsche beim VfB eingestiegen wäre. So richtig dick. Das wäre es gewesen, aber die Vetterleswirtschaft hat es verhindert. Ich schüttle den Kopf und sage, „ja, ja, so isch des“, was man halt so sagt, wenn man den Lauf der Geschichte nicht ändern kann.

Thomas schaut in sein Hefe Hell, alkoholfrei wohlgemerkt, und sagt:
„Stell‘ Dir vor, Porsche steigt bei den Blauen ein. Net a bissle. So richtig. Die machen doch in ein paar Jahren den VfB platt!“
Ich so: „Ja genau, Geld schießt Tore!“
„Leipzig, Hoffenheim, selbst Leverkusen und Wolfsburg wären einen Dreck dagegen – das kann Porsche auch, nur besser, cooler, edler.“
Thomas winkt, jetzt ist ihm nach einem richtigen Hefe Hell und einem Wurstsalat.

Wir spinnen weiter:
Nach dem Einstieg des Sportwagenherstellers werden nur junge Spieler verpflichtet, möglichst unter 24 Jahre, möglichst deutsch, gerne auch vom VfB. Wir kneifen die Augen und sehen Maurizio auf der Tribüne sitzen, wie er seinem Sohn Gianluca Gaudino zuschaut, Julian Brandt und Max Meyer wechseln ebenso wie Timo Werner (mittlerweile mit einem zarten Kinnbart) zu den Kickers, der damit den frühen Beispielen von Frank Elser, Arthur Jeske, Eckhard Müller und Klaus Jank (ja, wer kennt sie nicht?) folgt.

Porsche investiert sowohl in Beine als auch Steine. Das Stadion wird bundesligatauglich gemacht. Es gibt zwar Rasenheizung und die Tribünen wurden renoviert, aber selbst im Very Important Porsche Bereich ist die Wurst immer noch außen heiß und innen kalt und das Bier ist aus Stuttgart und enthält die volle Dröhnung. Porsche verzichtet auf das Namenssponsoring und entscheidet gemeinsam mit dem Vorstand, das Stadion künftig ADM-Arena zu nennen, um dem langjährigen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler ein Denkmal zu setzen.

Die Heimat in Degerloch soll nur verlassen werden, wenn es nicht anders geht, bei Spielen gegen Bayern, Dortmund und den VfB. Anders als in Hoffenheim und Leipzig ist vielen das „blaue Modell“, wie es Joe Bauer, Stuttgarts intelligentester Stadtschreiber nennt, sympathisch – auch die Umbenennung in Kickers Boxster Stuttgart wird kaum diskutiert. Schließlich weiß jeder, was ein Porsche Boxster ist und kann. Wie SAP funktioniert, ist den meisten Menschen hingegen nach wie vor völlig rätselhaft. Gleichzeitig passt Porsche das Naming seiner Modellreihen an, der 911er erhält den Zusatz Mittelstürmer, der Panamera heisst Spielmacher und der neue Maccan ist der Nachwuchsspieler.

Die Blauen gewinnen deutschlandweit viele Fans, Jürgen Klopp beispielsweise, mittlerweile Bundestrainer: „Ich war ja in meiner Jugend ein Roter, aber seit dem Porsche in Degerloch eingestiegen ist, bin ich ein Blauer“. Kein Wunder, die Blauen spielen passend zu ihrem Sponsor Vollgas-Fussball und der umjubelte Durchmarsch in die erste Liga gelingt innerhalb von drei Jahren.

Thomas schaut sein leeres Glas an, es ist spät geworden. Wir haben nur über die Kickers gesprochen und über Autos, aber unsere Lieblings-Themen kamen zu kurz. Und nächsten Montag ist Thomas im Urlaub …

Zum Schluß die Fun-Frage:
Welcher Spieler stand sowohl für den VfB als auch für die Kickers im DFB-Pokalfinale?

Es ist natürlich Armin Jäger. Auch so einer, der vom VfB zu den Kickers wechselte. Hier im Bild bekommt er das 1:1 von Didi Beiersdorfer eingeschenkt (Endstand: 3:1 für den HSV).

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