Wir befinden uns im Jahre 2026. Ganz Deutschland will Deniz Undav bei der Weltmeisterschaft in der Startelf sehen. Ganz Deutschland? Nein! Ein unbeugsamer Nationaltrainer leistet uneinsichtig Widerstand mit fadenscheinigen Argumenten und durchschaubaren Ausreden.
Deniz Undav steht in der WM Scorerliste in einer Reihe mit Spielern wie Erling Haaland, Vinicius Jr., Leo Messi und Kylian Mbappé. Deniz Undav ist der formstärkste deutsche Stürmer. Mit Deniz Undav verändert sich das deutsche Spiel, es hat mit ihm endlich einen Fixpunkt in der Offensive.
Und Julian Sprichtfix fragt sich wirklich, ob dieser Deniz Undav in der Startelf stehen sollte.
Er ist wahrscheinlich der einzige, der sich das ernsthaft fragt. Der Trainer, der sich intern als Majestix ansprechen lässt, führt als Argument für einen weiteren Bankplatz das Argument ins Feld, er wolle den „Flow“ von Undav nicht unterbrechen. Der Bundestrainer hat wahrscheinlich noch nie ein Spiel des VfB gesehen und schließt im Training der Nationalmannschaft stets die Augen, wenn Undav eine Aktion hat. Undav hat seit über einem halben Jahr einen Flow. Er trifft früh, er trifft spät und er trifft auch mitten im Spiel. Und Überraschung: manchmal trifft er sogar zwei oder drei Mal – in einem Spiel!
Aber der Bundestrainer Julian Ändertnix müsste für Undav sein Spiel umstellen. Weg vom kleinteiligen, individuellen Kombinationsfußball, den er wahrscheinlich „fluide“ nennt. Er müsste das Team umbauen und Leroy Trifftnix und Jamal Trickstfix herausnehmen.
Es liest sich erst einmal komisch:
Mit Undav wird das deutsche Spiel schneller. Der VfB-Stürmer steht nicht auf dem Ball, er will nicht fummeln, er ist nicht zögernd und zaghaft, er will sich nicht zwischen drei Gegenspieler durchschlängeln oder einen Pass in einen Pulk aus vier Abwehrspielern spielen. Mit Undav wird das Spiel automatix geradliniger und zielstrebiger.

Das 1:1 hatte Deniz Undav selbst mit einem Pass auf Nadiem Amiri vorbereitet. Und danach sprintete er an allen Gegenspielern vorbei. Ja, Deniz kann auch sprinten!
In der deutschen Nationalmannschaftsgeschichte gab es schon einmal eine ähnliche Situation: 2014 hatte der Kapitän Philipp Kleinwienix seinem Trainer Jogi Sturwienix den Floh (sic!) ins Ohr gesetzt, dass er im zentralen Mittelfeld am besten aufgehoben wäre. Erst durch die Verletzung von Skrodan Mustafi hatte Jogi ein Einsehen und versetzte Philipp wieder nach rechts hinten. Ein Move, mit dem er letztlich Weltmeister wurde.
Nun hat Julian Hältsichfürschlauwienix ein Einsehen, auch deshalb, weil ihm sein Sportdirektor Rudi Gutemiene, einst ein mehr als guter Mittelstürmer, die Bedeutung eines Mittelstürmers bei einem Weissbier erklärt hat.
Im bedeutungslosen Spiel gegen Ecuador wird Undav deshalb starten. Zusammen mit Nick Woltemade soll er den Vibe des Pokalfinals 2025 wiederbeleben. Aber leider kann Undav nur verlieren: Wenn er trifft, ist es nur in einem bedeutungslosen Spiel gegen Ecuador gewesen. Sollte er nicht treffen, kann Julian Schlaumeierwienix sagen“ Habe ich es doch gewusst“.
Aber er weiss auch: Erfolg bei dieser WM wird er nur haben, wenn Deniz Undav auf dem Feld steht.
Daran ändert sich nix.
Zum Weiterlesen:
Undav lässt Tore für sich sprechen, denn er ist sich sicher, über kurz oder lang kommt Nagelsmann an ihm nicht vorbei. Aber Zuspruch tut ihm natürlich gut: „Krass, die Leute haben in Toronto auf der Tribüne meinen Namen gerufen, das passiert nun nicht nur in Stuttgart. Da musste ich auf der Bank wieder grinsen“.
Nagelsmann verrät, warum er gegen die Elfenbeinküste Undav erneut nur von der Bank brachte.
Bilder:
Alexander Hassenstein/Getty Images

Werbefuzzi, Blogger, Autor der VfB Stuttgart Fußballfibel, eintätowierter Brustring, Kessler-Ultra

