Autor: @abiszet

Wäre es ohne Champions League eine erfolgreiche Saison?

Achtelfinale Europa League, zum zweiten Mal in Folge im Finale DFB Pokal, viele begeisternde Spiele, zum dritten Mal nacheinander geht’s auf die Reise. Ein Fußball, der Spaß macht. Der ligaweit und international respektiert wird. Viele Spieler, die weiterentwickelt wurden: Auch im dritten Jahr nacheinander setzt der VfB seine positive Entwicklung fort – und das, nachdem im dritten Jahr nacheinander Leistungsträger verkauft wurden. Aber: Wäre es auch eine erfolgreiche Saison, wenn sich der VfB nicht für die Champions League qualifiziert? Fabian Wohlgemuth beantwortet die Frage ganz einfach: „Wenn das i-Tüpfelchen, die Champions League, dazu kommen würde, dann wäre es keine sehr gute Saison, sondern eine absolut überragende Saison.” Der VfB ist sicher für die Europa League qualifiziert, ein Wettbewerb, der dem VfB gut zu Gesicht steht. Gegner auf Augenhöhe mit einer realistischen Chance, die K.o.-Runde zu erreichen. Wäre es für die sportliche Entwicklung nicht sogar besser, den „kleineren“ internationalen Wettbewerb zu spielen? Also eher kleine Schritte statt womöglich in die Champions League Falle zu tappen? Dem gegenüber stehen die riesige Reputation der Champions League und natürlich …

Der müde VfB

Ich muss zugeben, ich war am Sonntag müde. Und das lag nicht daran, dass ich gleich morgens um 11 Uhr bei den VfB-Frauen beim PSV war. Wahrscheinlich war ich genauso müde wie die Spieler, die noch am Donnerstag ein aufregendes Pokal-Halbfinale spielten. Auch ich will in die Champions League, aber ich konnte mich noch nicht mal über das 1:1 aufregen. Dabei hätte es gegen Werder Bremen genug Aufreger gegeben: Die unterirdischen Standards, alleine 14 Ecken ohne jede Wirkung, dazu noch ein paar lommelige Freistösse. Am besten schenkt der VfB die Standards einfach. Entweder geben wir dem Gegner gleich den Ball oder führen statt einem Standard einen Einwurf aus. Die unmotivierten und unzähligen Flanken, obwohl sich niemand im Strafraum befand, der sie hätte verwerten können. Wie sich Chema ein ums andere Mal den Ball klauen ließ. Obwohl er keine 120 Minuten in den Beinen hatte, war er im Kopf genauso langsam wie Deniz Undav. Wie Undav über den Platz stolperte, na ja, … er hatte eben genauso schwere Beine wie ich. Auch Angelo Stiller wirkte so …

Ein Spiel, für immer in den Herzen der VfB-Fans

Als nur noch wenige Sekunden zu spielen waren im Halbfinale gegen Freiburg, rannte Jamie Leweling jubelnd die linke Angriffsseite mit erhobenen Armen entlang. Ein verrückter Kerl. Ich bin mit erhobenen Armen heute morgen aufgestanden und mit erhobenen Armen ins Büro gegangen. Wenn mich jemand komisch anschaute, zeigte ich auf das Wappen meines VfB-Jäckles, das ich zur Feier des Tages trage. Einer lachte und rief mir mit geballter Faust „Wahnsinn“ zu. Ein bisschen habe ich mich heute morgen wie Jamie gefühlt und Jamie wird sicher wie ich mit erhobenen Armen aufgestanden sein. Das zweite Mal in Folge das Pokalfinale erreicht zu haben ist ein erhabener Moment. Einmalig in der Geschichte des VfB. Einmalig auch, wie Tiago Tomàs das Siegtor schoss. Wie nennt man das, was er gemacht hat? Hacken-Volley? Beine verknoten? Vorbereitet vom wenige Sekunden vorher eingewechselten Badredine Bouanani. Von beiden hatte man in dieser Saison mehr erwartet. Als es darauf ankam, lieferten sie, wurden zu den Matchwinnern. Und Tomàs erzielte das komplizierteste Tor des Abends. Deniz Undav, Chris Führich, Angelo Stiller und Bilal El Khannouss …

Großes Hoeneß-Geheimnis gelüftet!

Liverpool beobachtet Sebastian Hoeneß. Real Madrid beobachtet Sebastian Hoeneß. Chelsea beobachtet Sebastian Hoeneß. Leverkusen beobachtet Sebastian Hoeneß. Vertikalpass beobachtet Sebastian Hoeneß. Manchester United beobachtet Sebastian Hoeneß. Oh, da stimmt was nicht, oder? Wirklich? Eigentlich nicht. Denn dass auch wir unseren VfB-Trainer beobachten, ist genauso kein Geheimnis wie es Madrid, Liverpool, Chelsea und ManUnited angeblich tun. Auch wenn in Stuttgart einige Besserwisser und vermeintliche Fußballexperten an seinem Stil rummäkeln, sein Fußball sei zu berechenbar und zu eindimensional, und er lässt nur quer statt vertikal spielen: Hoeneß ist international die interessanteste Trainer-Personalie. Jeder Club mit Ambitionen muss sich mit ihm beschäftigen. Ist daran etwas neu? Nein. Ist das eine Nachricht? Auf keinen Fall. Klatschreporter wie Florian Plettberg und Christian Falk sind gut im Gerüchte-Game und fluten damit den Markt. Je mehr erfundene Gerüchte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Treffer gelandet wird. Wie beim Transfer von Woltemade zu Bayern München. Oder dem Wechsel von Hoeneß nach Leipzig. Beides natürlich „true“. Genauso „true“ wie das hier: Undav bei Leverkusen auf dem Zettel! Hendriks einer für Dortmund! Stiller im …

Naiv, wer in München mehr erwartet hat

Es hat natürlich seine Berechtigung, dass vom schwierigen Umfeld und „The Länd der Fußballexperten“ ein treffsicherer Stürmer, ein schneller und zugleich großer Neuner, ein Sechser „wie Declan Rice“, ein großer Innenverteidiger und natürlich noch die obligatorische „Drecksau“ wahlweise vermisst oder gefordert wird. Ebenso, dass der VfB in München gewinnen sollte, schließlich sind die Bayern nach ihrem anstrengenden Halbfinaleinzug gegen Real Madrid kaputt und wollten am Sonntag Abend nicht auch noch die Meisterschaft feiern. Denn selbst dafür haben sie keine Kraft mehr und außerdem kann man auch vom feiern müde werden. So ist die Enttäuschung groß, dass der VfB gegen eine der besten Mannschaften Europas chancenlos war, sich auch noch vier Buden hat einschenken lassen. Mit einem treffsicheren Stürmer, einem schnellen und großen Neuner, einem Sechser „wie Declan Rice“, einem großen Innenverteidiger und einer „Drecksau“ wäre das nicht passiert. Mit einem richtig guten Trainer selbstverständlich auch nicht. Sebastian Hoeneß findet gegen die Bayern einfach kein Mittel und keine Taktik, da hilft es ihm auch nicht, dass er der erfolgsreichste VfB-Trainer seit 15 Jahren ist. Vielleicht sollte …

Prömel – ein Hoeneß-Transfer!

Dr’ Bua kehrt heim – nachdem Grischa Prömel zuvor in seiner gesamten Karriere beim falschen Verein war. Wieviel Einfluss hat Sebastian Hoeneß auf den Wechsel des Mittelfeldspielers von Hoffenheim zum VfB? 2022 wechselte Prömel von Union Berlin nach Hoffenheim – auch der VfB hatte großes Interesse. Sven Mislintat wollte ihn unbedingt verpflichten. Da der VfB allerdings die Klasse zum Zeitpunkt der Verhandlungen noch nicht sicher gehalten hatte und bei Hoffenheim die Kasse stimmte, entschied sich Prömel für die sichere Variante und das finanziell bestens ausgestattete Kraichgau. Trainer in Hoffenheim bei Bekanntgabe des Wechsels: Sebastian Hoeneß, der als Fan von Prömel gilt. Allerdings trennte sich die TSG nach Saisonende von Hoeneß, der zwischenzeitlich auf Platz 4 lag und letztlich die internationalen Wettbewerbe deutlich verpasste. Jetzt klappt es mit einem Transfer zum VfB, so dass Hoeneß mit Verspätung mit „seinem” Mittelfeldspieler zusammen arbeiten kann. In der bekannten Pressekonferenz nach dem Woltemade-Wechsel konnte Hoeneß seine Unzufriedenheit kaum verhehlen und er sprach auch davon, dass geplant war, etwas in Richtung Seniorität, Führung und Erfahrung zu machen. Verwunderlich, da aus …

Die Führungsstärke von Sebastian Hoeneß

Über was sollen wir nach dem souveränen 4:0-Sieg gegen den HSV sprechen: Über die Chancenverwertung? Über den verschossenen Elfer von Deniz Undav und seine dumme fünfte gelbe Karte? Über die nach wie vor harmlosen Standards (Ausnahme Maxi Mittelstädt)? Die teilweise wunderbaren Spielzüge? Darüber, dass die Tore alle über die Mitte gefallen sind, obwohl der VfB so stark über außen ist? (Der Rasenfunk vergleicht Mittelstädt/Führich mit Prime-Ribery/Lahm und Grifo/Günther) Die zwei, drei verheerenden Abspielfehler, die bessere Teams ausnutzen? Das überragende Gegenpressing? Oder doch die spektakuläre Choreo? „Aufreger” ist natürlich, dass sich Chris Führich und Ermedin Demirovic über ihre Auswechslung beschwert haben. Der eine gestenreich, der andere ratlos. Und wie geht Sebastian Hoeneß damit um? Souverän, haben wir auch nicht anders erwartet, oder? Einerseits reagiert er nicht beleidigt, dass seine Spieler seine Entscheidungen anzweifeln. Er muss nicht demonstrativ um Autorität ringen. Anderseits macht er klar, dass er solches Verhalten in der Öffentlichkeit nicht duldet. Er tut dies ruhig, glaubwürdig, äußert Verständnis und zeigt gleichzeitig Strenge. Macht sich überdies für die Spieler ab Platz 12 stark, die sowieso …

Nur das Ende mitreißender als ein Klappstuhl

Ein seltsames Spiel. Dass die beiden besten Spieler die Innenverteidiger Ramon Hendriks und Nico Schlotterbeck waren, ist symptomatisch für das Top-Spiel des 28. Spieltags. Ich sitze in der Bewertung zwischen zwei Stühlen: Einerseits empfinde ich die Niederlage gegen den BVB als total unverdient, andererseits muss ich die Qualität des BVB anerkennen – das war schon herausragend, wie die Borussen aus zwei Chancen zwei Tore machen und wie sie 96 Minuten verteidigt haben. Aber wie sie gespielt haben. Ist Dortmund Zweiter oder Zwölfter in der Tabelle? Positiv gesehen haben sie gespielt wie St. Pauli – nur mit besseren Spielern. Negativ gesehen war das Old School Fußball, wie der zynische Stil der Italiener aus den 80er Jahren. Rein von den Ergebnissen natürlich hervorragend, aber so mitreißend wie ein Klappstuhl, für eine Spitzenmannschaft eigentlich unwürdig. Kein Wunder, dass viele BVB Fans am Stuhl von Niko Kovac sägen. Der VfB muss sich spielerisch wenig vorwerfen: Er traf auf eine Mannschaft, deren defensive Abläufe sitzen. Mindestens mit fünf Spielern auf einer Linie, dazu das Zentrum verdichtet. Kommt der Ball auf …

Schlagabtausch zwischen Nagelsmann und Undav weitet sich aus

Bisher waren die unterschiedlichen Auffassungen über die Rolle Undavs in der deutschen Nationalmannschaft rein aufs Sportliche beschränkt. Jetzt zieht der Schlagabtausch immer weitere Kreise. Denn Julian Nagelsmann kommentiert seit neuestem Deniz Undavs Aktivitäten auch außerhalb des Spielfelds. Beispiele? Eins absurder als das andere. Aber das kennen wir ja vom Bundestrainer. Undav zieht mit eigener Muskelkraft den gestrandeten Wal wieder ins offene Wasser und rettet „Timmy“ damit. Nagelsmanns Kommentar: „Ich war mit ihm nicht zufrieden. Er hat gefühlt nur einmal den Wal berührt, bis es dann zur Rettung kam. Aber das ist das Entscheidende, dass er, wenn der Wal müde ist, dies nutzen kann.” Nachdem Undav die ins Stocken geratenen Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU und den Grünen in Baden-Württemberg als Mediator zum Abschluss gebracht hat, meint der Bundestrainer dazu lapidar: „Er hatte bisher nicht viele Aktionen bei den Koalitionsverhandlungen, eigentlich gar keine. Keine große Leistung, nachdem CDUs Spitzenkandidat Hagel schon seit Wochen angeschlagen ist und auch intern angegangen wird!“ Fünf Monate nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre konnte Undav die Diebe überführen und der …

Warum redet Nagelsmann ständig Undav schlecht?

Eine tiefe Freundschaft oder gar Liebe wird es nicht mehr zwischen Deniz Undav und Julian Nagelsmann. Die Süddeutsche Zeitung stellt fest: “So richtig verknallt kann Nagelsmann nicht sein in die Laufwege von Deniz Undav, Deutschlands treffsicherstem Stürmer“, nachdem er ihn selbst in Stuttgart nicht von Anfang an berücksichtigte. Dabei schwärmt sein Vereinstrainer Sebastian Hoeneß von seiner Spielintelligenz: „Er hat das Spiel verstanden“. Hoeneß sieht in ihm später einen Trainer, denn er weiß, wann er sich fallen lassen muss, wann er vertikal gehen kann, ist stets bei gefährlichen Situationen in Tornähe, denkt nicht immer nur an sich, setzt auch seine Mitspieler gekonnt ein. Ein Traum für jeden Trainer. Nur nicht für den Bundestrainer. Es wirkt so, als ob der Bundes-Jule nur sehr widerwillig auf Undav setzt. Trotz seiner phänomenalen Scorer-Werte mäkelt er an ihm herum. Selbst nach dem Siegtor im Testspiel hatte er natürlich etwas auszusetzen: “Er hatte nicht viele Aktionen, eigentlich gar keine, hatte vor dem Tor wenig mit dem Spiel zu tun”, sagte Nagelsmann über Undavs Leistung gegen Ghana. “Aber am Ende macht er …