Der Brasilianer mit den deutschen Tugenden
Anfang der 2000er Jahre, schaffte Schalkes Manager Rudi Assauer das schier Unmögliche: Er war in Stuttgart noch unbeliebter als Winnie Schäfer, denn es kursierte jede Woche ein neues Gerücht. Kuranyi: Was läuft da mit Schalke? Wechselt Hinkel in den Pott? Assauers Plan: Den ganzen VfB kaufen. Schalke heiß auf Magath! 2004 verpflichteten die Knappen schließlich Marcelo Bordon. Auch wenn wir den Brasilianer in unser Herz geschlossen haben, Bordon ist ein echter Königsblauer geworden. 1999 war Bordon für rund 4,5 Millionen Mark aus Sao Paulo an den Neckar gewechselt. Nach einer kurzen Anlaufzeit entwickelte er sich in Stuttgart zum unumstrittenen Abwehrchef. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass er eine Zeit lang der beste Abwehrspieler der Bundesliga war. Er war kein typischer brasilianischer Schönspieler, er trat ohne Schnörkel auf, machte nirgendwo eine Schleife dran. Er war ein Kraftpaket, die Fußballsprache erfand für ihn den Begriff “Abwehrrecke“. Die taz bezeichnete ihn dagegen als „elefantenohrigen Brasilianer” und der kultivierte in seinen fünf Jahren beim VfB eine sehr körperbetonte aber nie unfaire Spielweise, mit seinem muskulösen Oberkörper und seinen Tattoos …










