Autor: @abiszet

Drink doch ene mit

Alles richtig gemacht: Auch wenn Bruno Labbadias Aufstellungen zuletzt manchmal wie eine pointenlose Büttenrede aussahen, waren gegen den 1. FC Köln alle seine Maßnahmen auf dem Punkt. Auch wenn Waldemar Anton im Kostüm des Rechtsverteidigers immer noch wie verkleidet aussieht, aber das ist mittlerweile eine olle Kamelle. Zwei Punkte in fünf Spielen: Labbadia stand enorm unter Druck, vor dem Spiel wurden bereits Szenarien diskutiert, wenn der VfB gegen Köln und nächste Woche auf Schalke verlieren sollte. Er ging voll ins Risiko mit Fabian Bredlow im Tor und mit dem Verzicht auf einen klassischen Zielspieler im Zentrum. Silas lief dort zwar auf und machte erstaunlich viele Bälle fest, aber die Spielanlage des VfB veränderte sich dadurch natürlich. Die Erinnerungen an den 34. Spieltag sind immer noch sehr präsent, deshalb wird Köln für mich immer etwas Besonderes sein. Die Bilder gehen immer noch unter die Haut, die Emotionen sind bei mir wie tätowiert. Bemerkenswert, dass der VfB ausgerechnet gegen die formstarken Jecken den ersten Dreier unter Labbadia holt. Ein frühes Tor hilft dabei natürlich. Und was für …

Die Autorität

Soldo bei Köln in der Startelf? Ich hatte mich nicht verlesen. Es ist Nikola, der Sohn von Zvonimir, der auch eine Vergangenheit beim 1. FC Köln hatte: als wenig beliebter Trainer, der einfallslosen und sehr defensiv geprägten Fußball spielen ließ. Mit dem VfB Stuttgart war Zvoni deutlich erfolgreicher, gewann unter Jogi Löw 1997 den DFB-Pokal und erreichte 1998 das Finale im Europapokal der Pokalsieger gegen Chelsea. Er führte die Mannschaft als Kapitän im Champions League-Spiel gegen Manchester United 2003 auf das Feld. Soldo war nicht schnell. Er begeisterte nicht mit technischen Kabinettstückchen. Er hatte in etwa den Aktionsradius von der Größe eines Bierdeckels, meinte man. Aber er stand immer richtig im Raum, gab der Mannschaft Stabilität und Struktur, Führung und Format. Er verstand sich immer als Arbeiter und als Dienstleister für die Mannschaft. Bot sich in schwierigen Situationen bei seinen Mitspielern an, spielte die einfachen Pässe, die so lapidar aussahen, aber große Wirkung im Spielaufbau hatten. Gegnerische Angriffe prallten an ihm ab, seine Grätschen waren fruchterregend, in Kopfballduelle wollte mit ihm sowieso keiner gehen. Soldo …

“Am Ende zählen die sportlichen Ergebnisse.“

Wie schon gegen Mainz, Hoffenheim und Werder Bremen ist auch gegen Freiburg mehr drin gewesen. Natürlich wurde der VfB durch den VAR benachteiligt, die Niederlage hat sich der VfB trotzdem selbst zuzuschreiben. Bruno Labbadia kann überraschen. Bei der Aufstellung gegen Freiburg verwundert zunächst der Einsatz Fabian Bredlow, was aber an einer kurzfristigen Magen-Darm-Erkrankung von Florian Müller liegt. Der eigentliche Aufreger: Statt Dinos Mavropanos beginnt Dan-Axel Zagadou in der Abwehr. Linksfuß Hiroko Ito rückt auf die rechte Seite der Innenverteidigung, Waldemar Anton versucht sich erneut als rechter Außenverteidiger. Beide werden also nicht auf ihren angestammten Positionen eingesetzt, was zu einer Spezialität von Labbadia zu werden scheint. #Bredlow fand ich übrigens angenehm unauffällig heute. Und das ist mehr, als ich über Flo #Müller sagen kann… #VfB — Lennart Sauerwald (@l_sauerwald) February 11, 2023 Labbadias Matchplan heisst Arbeit. Seine Alternative: Glück. Dieser Plan trifft mit Freiburg fast auf ein Union-Klon, genauso unangenehm, ebenfalls stark bei Standards, fast so gut organisiert in der Defensive. Das konnte nicht gut gehen. Oder doch? Der SC Freiburg befindet sich zwar in der …

Mission impossible?

Wie realistisch ist nach den Darbietungen der letzten Spiele und der Verletzung von Serhou Guirassy der Klassenerhalt des VfB? Befindet sich Bruno Labbadia auf einer unmöglichen Mission oder ist die Angst vor einem dritten Abstieg innerhalb von sieben Jahren nur das typische Gebruddel? Am 12. Dezember stand der VfB nach Ansicht der Verantwortlichen mit dem Rücken zur Wand. Nur ein erfahrener Trainer, der sofort funktioniert, konnte offenbar die Lösung sein. Die wurde in Bruno Labbadia präsentiert, nur er weiß was zu tun ist. Kurzfristig aus dem Tabellenkeller sollte er den VfB holen und langfristig entwickeln. Rund acht Wochen später steht der VfB wirklich mit dem Rücken zur Wand: Zwei Punkte in vier Bundesligaspielen gegen drei schlagbare Gegner sind furchteinflößend. Doch jetzt wird plötzlich  wieder Geduld gefordert, nach der nötigen Zeit gerufen, die es brauche, um das Team in die Erfolgsspur zu bringen. Aber war nicht der entscheidende Vorteil an der Variante Bruno Labbadia, dass er in der Lage sei, schnell die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um den VfB aus dem Tabellenkeller zu führen. Gerade die …

(Das System) Bruno Labbadia funktioniert nicht

Acht Wochen und fünf Spiele ist Bruno Labbadia Trainer beim VfB Stuttgart. Ihm gelangen in dieser Zeit kein Bundesligasieg und kein überzeugendes Spiel, von einem Trainerwechsel-Effekt ist überhaupt nichts zu sehen. Im Spiel gegen Werder ist jedoch einiges zusammen gekommen, das muss man auch sagen: die Verletzung von Serhou Guirassy, zwei Bremer Traumtore und einmal mehr fahrlässig vergebene Torchancen. Der Stuttgarter Trainer dagegen ist nicht unzufrieden und sagte nach dem Spiel “wir müssen so weiter machen“. Bitte nicht! Selbst Waldemar Anton meinte, dass der VfB noch weitere 90 Minuten hätten spielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Labbadia meinte weiter, “wir haben nicht viel falsch gemacht“. Stimmt. Aber leider auch nicht viel richtig. Gut angefangen ist der VfB, ohne groß zu überzeugen. Die Mannschaft hat die Spielkontrolle, was Labbadia sicher gefiel, gleich zum Start auch ein paar (Halb-)Chancen, die aus Fehlern der nervösen Bremer entstehen. Der Bruch kommt mit der Verletzung von Guirassy. Was nach vorne bisher sehr holprig aber engagiert lief, funktioniert nun gar nicht mehr. Bremen dagegen mit klaren Spielzügen, da weiß jeder, …

Sosa (fast) auf den Spuren von Elmer und Greiner

Deadline Day ist immer ein Wahnsinn. Verrückte Gerüchte und noch verrücktere Gerüchte, die wie bei Union Berlin und Isco beinahe wahr werden. Beim VfB standen Dinos Mavropanos und Borna Soasa auf der Kippe. So dringend wie der VfB Geld benötigt, musste man mit allem rechnen. Aber Mavropanos wechselte schießlich nicht zu Inter Mailand und Sosa ging nicht zu Bayer Leverkusen. Überhaupt: Wer geht schon vom VfB nach Leverkusen – von Bernd Leno mal abgesehen? Das wäre wirklich noch verrückter gewesen als ein Isco-Transfer zu den Eisernen. Aber es gibt sie, die VfB-Spieler, die einmal nach Leverkusen wechselten: Linksverteidiger Markus Elmer und Torhüter Uwe Greiner in den 80er Jahren. Wer erinnert sich noch? Uwe Greiner ist mir deshalb eindrücklich in Erinnerung, weil ich ihm als Balljunge in einem Spiel gegen Leverkusen (ausgerechnet) die Kugel zuwarf. Ich stand hinter dem Tor, ein unter Balljungen begehrter Platz obwohl man eine beschissene Sicht hatte. Das Spiel blieb mir in erster Linie in Erinnerung, weil ich endlich in dem riesigen Stadion stand (mit knapp 20.000 Zuschauern spärlich gefüllt) und ich …

Der Quatsch Comedy Club

Jede Woche neu, jede Woche live: die Stand-up Comedians aus Cannstatt. Der VfB wird nicht müde, ein neues Show-Programm zu präsentieren. Das Problem nur: die VfB-Fans können wenig darüber lachen – es sei denn es gibt ein spätes Happy-End wie in Paderborn. Denn späte Tore, wenn fast niemand mehr damit rechnet, die kann der VfB. Eines muss man dem VfB lassen: Den Stuttgartern fällt in jedem Spiel eine neue Pointe ein. Wobei das mit Dinos Mavropanos irgendwann einmal schief gehen musste. Diese Schüsse zurück zum Torwart hat er schon lange geübt. Gegen Paderborn klappt’s endlich mit dem Eigentor. Wobei man Mavropanos auch zugute halten muss, dass er durch das riesige Pflaster im Grunde nur einäugig gespielt hatte. Aber letztlich ist er der König unter den Blinden, sind wir ehrlich. Damit machen Mavropanos und Florian Müller den Kollegen Borna Sosa und Ron-Robert Zieler Konkurrenz, die sich mit einer ähnlichen Slapstickaktion gegen Werder Bremen lächerlich machten. In meiner persönlichen Rangliste ist das Paderborn-Tor aber nur die Nummer zwei, auch wenn es aus 48,5 Metern erzielt wurde. Sorry, …

Kein Upgrade: Ahamada weg, Haraguchi & Dias da!

Es sind die Ahamada-Wochen: Am Ausgleich von Mainz beteiligt, am 1:0 von Hoffenheim die Füße drin, dann zwei Tore vorbereitet und als „krönenden Abschluss“ eine gelb-rote „Pflichtkarte“, weil er mit den Fans gejubelt hat. Naouirou wechselt nun in die Premier League zu Crystal Palace (derzeit Tabellenzwölfter). Als Ablösesumme kursieren rund 12 Millionen Euro. Ausgerechnet jetzt, wo ich endlich seinen Vornamen schreiben kann ohne zu googlen, verlässt Ahamada den VfB und zwar als Stammspieler (17 Spiele in der Startelf, 2 Tore, 2 Assists). Im Gegenzug kommen Gil Dias und Genki Haraguchi, beide für wohl jeweils eine Million Euro. Top, für die 12 Millionen aus einem Ahamada-Transfer könnten wir vielleicht für die VIPs noch zwei-drei weitere Feature in die Haupttribüne einbauen. #VfB — Allan Mask (Blauer Haken) (@mta1209) January 30, 2023 Ahamada war ein typischer Mislintat-Transfer: jung, unbekannt, französisch, entwicklungsfähig. Der damals 18 Jahre alte Franzose kam aus der zweiten Mannschaft des italienischen Meisters Juventus Turin und wurde zunächst ausgeliehen. “Naouirou Ahamada ist im Jahrgang 2002 eines der Toptalente in Frankreich. Er bringt nach unserer Überzeugung die …

Das Beste draus gemacht

Ich schaue mir keine Fußballspiele an, bei denen das Ergebnis schon vorher feststeht. So überlegte ich, ob ich mir das Spiel am Freitag wirklich geben sollte. Zumal es gegen eine neben Wolfsburg und Union Berlin derzeit formstärkste Mannschaft der Liga ging, nebenbei die beste Heimmannschaft der Saison, mit nur sechs Gegentoren. Dazu musste der VfB ohne sieben potentielle Stammspieler antreten. Aber ich kann den VfB nicht alleine lassen und es hat sich trotz einer 2:1-Niederlage gelohnt. Der VfB in fast allen Werten besser Überraschend: Bei den expected goals liegt der VfB mit 1,78 zu 1,14 vorne, ebenso bei den Torschüssen (12 zu 10). Bei den Laufwerten (122 Kilometer) und bei den angezogenen Sprints, den sogenannten Tempoläufen (478 zu 418) sogar deutlich. Aber auf der Anzeigetafel ist das leider nicht zu sehen. Um gegen einen solchen Gegner punkten zu können, müssen alle eingesetzten Spieler 100 Prozent und mehr geben. Sobald einer nicht an seine Leistungsgrenze kommt oder sich die individuellen Fehler häufen, ist es vorbei. Der VfB fängt dabei gut an. Nach einem Ballgewinn von Wataru …

Gute Moral, gute Besserung!

Der VfB Stuttgart macht in Hoffenheim kein gutes Spiel. Von der von Bruno Labbadia geforderten Kompaktheit überhaupt keine Spur, das Angriffsspiel konfus und am Ende führt die Apathie des VfB zum Ausgleich in der Nachspielzeit. Ein frustrierender Abend. Aber Abstiegskampf ist etwas bei dem die “Freude manchmal etwas hinten dran bleibt”, so Labbadia. Mit Josh Vagnoman und Pascal Stenzel befinden sich zwei gelernte Rechtsverteidiger im Kader des VfB, auch Dinos Mavropanos kann das spielen, sogar sehr gut – und wen stellt Labbadia auf diese Position? Waldemar Anton. Auch auf der anderen Seite mit Nicolas Nartey einer, dessen Stärken nicht unbedingt auf der Linksverteidigerposition liegen, ihm fehlen dazu auch Geschwindigkeit und Dynamik. Beide präsentieren sich in Hoffenheim alles andere als sicher, aber nicht nur an ihnen liegt es, dass der VfB eine völlig kopflose erste Halbzeit hinlegt. Es ist kein strukturiertes Aufbauspiel zu sehen, der VfB wird von den Hoffenheimern stressgepresst, die Spieler agieren hektisch, es kommt fast schon Panik bei demjenigen auf, der den Ball führt. Das 4-3-3 matcht überhaupt nicht mit der Spielweise der …