Autor: @abiszet

Drama galore gegen Werder Bremen

Schönes Wetter. Toller Lauf vom Vogelsang zum PSV. Das wird heute was, das spüre ich beim Laufen. Rüdi wieder in der Start11. Gentner mit einem Kehl-Moment. Klein und Rüdi schlafen. Harnik. Einmal. Zweimal. Gibts doch gar nicht. Ginczek. Kiiischteee. Nein. Vestergaard. Ich habe keine Lust mehr. Doch. Ah. Dié mit einem Messi-Moment. Ginczek. Das Stadion ruft Kiiischteee. Schwung. Wahnsinn. Das kommt Euch ein bisschen Gaga vor, im besten Fall ein bisschen Dada? Nach dem Spiel gegen Bremen kann ich nur stammeln, wie so oft gegen Werder, der VfB macht mich fertig: Das in der Rückrunde noch unbesiegte Bremen geschlagen, zum ersten Mal seit zwei Monaten nicht Letzter. Geil, Vorletzter. #bestdayinmylife — Kessel.TV (@kesseltv) April 12, 2015 Während woanders Sportdirektoren zu überforderten Trainern berufen werden und sich Spieler in der Kabine prügeln, während es woanders einen tiefen Graben zwischen Verein, Mannschaft und Fans gibt, bleibt der VfB souverän. Ja, zugegeben, diese Erkenntnis kommt in erster Linie retrospektiv. Aber immerhin, sie kommt: Huub wurde wund geschossen, bei Robin Dutt jedes Wort im Mund herumgedreht, aber er blieb …

Kiiiiiischteee! So bleibt der VfB erstklassig!

Die ZEIT schreibt, dass „der HSV, derzeit nicht lebendiger ist als seine Dino-Artgenossen“. Beim VfB hingegen ist in erster Linie die Hoffnung lebendig. Die Hoffnung, dass die Heimspiele gegen Bremen, Mainz, Freiburg und den HSV gewonnen werden. Doch woher kommt der Optimismus? Weil es der Anspruch in der Vergangenheit war, dass diese Mannschaften geschlagen werden? Sind die VfB-Verantwortlichen Traumtänzer oder Realisten? Wir haben uns die nächsten sieben Spiele ganz genau angeschaut und wagen folgende Prognose: Der VfB wird die Klasse auf Platz 15 halten. Ihr glaubt das nicht? Schaut es Euch an, so verrückt ist es nicht. Ehrlich. 28. Spieltag: VfB – Bremen 3:3 Es gab in der Vergangenheit einige Spektakel-Spiele gegen Bremen: Ein 4:4 mit drei Toren von Marcelo Bordon, irgendwann mal ein 6:3 mit drei Toren von Mario Gomez und sogar ein 6:0 mit dem Highlight, dass Artur Boka mit rechts (!) ein Treffer gelang. Und schließlich in der Meistersaison 2006/2007 ein 4:1, es war irgendwie der Anfang von allem. Damals spielten beim VfB zwei Linksverteidiger, die identisch aussahen. Da war zum einen Ludovic. Er fing …

Der feine Unterschied!

Nach dem Spiel Wolfsburg gegen den VfB habe ich mich gefragt: Kann es sein, dass es im Wolfsburger Spiel irgendeine Situation gibt, in der Kevin de Bruyne und Luiz Gustavo Innenverteidiger spielen müssen? Das ist völlig undenkbar bei Dieter Hecking, oder? Seine Mannschaft spielt so wie seine Frisur, immer frisch, immer akkurat. Die Spielorganisation ist wie sein Styling: immer höchst korrekt, fast schon ein bisschen bieder. Beim VfB gibt es dagegen kurz vor dem 3:1 die absurde Situation, dass der Sechser Oriol Romeu und der Spielgestalter Alexandru Maxim die Innenverteidigung bilden müssen. Dabei behindern sie sich noch gegenseitig und André Schürrle macht mühelos sein erstes Tor. Jetzt kann man Huub Stevens nicht vorwerfen, dass er kein Verfechter von Ordnung und Disziplin wäre. Aber seine Spieler scheinen dies ganz individuell zu interpretieren. Und ja, das Individuelle beziehungsweise die individuelle Qualität macht den Unterschied in Wolfsburg. Spielen wir mit Maxim und Romeu in der IV? Was war los beim 3:1? #VfB — abiszet (@abiszet) April 4, 2015 Die Faktoren, die zum Sieg der “Wölfe” führen: Wolfsburg wechselt …

VfB will Trainer Mourinho nicht!

Thomas Tuchel ist seit knapp einem Jahr der heißeste Scheiß in der Bundesliga. Schalke, Dortmund, Leipzig, Hamburg, TSV Winsen, jeder will ihn. Sogar ein Gedankenaustausch zwischen Pep Guardiola und Tuchel soll es gegeben haben. Im Anschluss schmiss sich dem Vernehmen nach Karl-Heinz Rummenigge an Tuchel ran und rang ihm das Versprechen ab, dass, wenn er irgendwo einen Vertrag unterschreibt, dies bitte nur mit einer Ausstiegsklausel für den FC Bayern tun soll. Alle sind also scharf auf Tuchel und wo will der hin? Zum VfB Stuttgart! Fällt mir nur geil ein. Aber, wenn man einem Artikel der Stuttgarter Zeitung glauben darf (siehe hier), dann will der VfB den Tuchel nicht. Wie bitte? Thomas #Tuchel trainiert nächste Saison den #HSV, den #VfB, #RBleipzig und wird Peps Co-Trainer. Falls Klopp geht, auch noch #BVB #infotweet — Tobi-Klartext! (@Klartext89) 24. März 2015 Wir haben dies in einem kleinen Text bereits im Februar augenzwinkernd thematisiert (siehe hier): Thomas Tuchel passt perfekt nach Stuttgart. A sort of homecoming, vielleicht hat Tuchel romantische Gefühle, denkt an seine Zeit als Barkeeper in der RadioBar …

Blendende Aussichten für den VfB?

So ist Fußball (Copyright auf diese Aussage hat Viktor Skripnik von Werder Bremen): Ich sehe ein Spiel, in dem die eine Mannschaft aus ihrer Überlegenheit sehr wenig macht, ich hatte zwar immer das Gefühl, es muss jeden Augenblick ein Tor fallen, aber der letzte Punch fehlt. Während die andere Mannschaft total verunsichert ist, Ballannahmen zu Fehlpässen werden, selbst einfachste Dinge nicht gelingen. Dann schießt die überlegene Mannschaft endlich ihr Tor, nachdem der sonst so zuverlässige und bissige Neuzugang den Ball verdaddelt und dann nur hasenfüßig drauf geht. Ich sehe also ein Spiel, das vorbei ist. Die verunsicherte Mannschaft ist mehr dead als alive, es ist spürbar, wie sie zwar laufen und laufen, aber in jeder Aktion steckt die Bremse drin, im Kopf, im Fuß, als ob sie im Trikot eingenäht sei. Der Trainer sieht das so wie ich. Der Trainer sieht wie ich düstere Zeiten auf den VfB zukommen. Es sind noch rund 30 Minuten zu spielen, das Spiel ist eigentlich vorbei, er will aber noch einen letzten, verzweifelten Akzent setzen: Ein Spieler aus der …

Neckar Nine: The Skyfall of a Club

Ich fühle mich gerade so rough, warum eigentlich? Weil ich wohl als Einziger die Videos (look here) der Prenzlschwäbin langatmig und unwitzig finde. Oder liegts am drohenden Abstieg des VfB? Oder weil das Tegernseer beim Benz ausverkauft ist? Wahrscheinlich habe ich zu viele Interviews mit Noel Gallagher gelesen (wie hier), der ist ein mächtiger Stinkstiefel. Wenn ich jedenfalls an den VfB der letzten fünf bis sieben Jahre denke, kommen mir unweigerlich diese Filmtitel in den Sinn: “Inglorious bastards”, “Das dreckige Dutzend”, “I know what you did last summer”, “Skyfall”, “The Expendables”. Wenn ich die Besetzung als International Head Of Some NextGen Creative Casting machen dürfte, dann fällt meine Wahl weniger auf Trainer oder Spieler, als vielmehr auf das Management. Hier sind meine Hauptdarsteller beim VfB im Blockbuster “Neckar Nine: The Skyfall of a Club – aus meiner Sicht allesamt als Schurken besetzt: Fredi Bobic: In seiner Paraderolle als Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Von ihm wird übrig bleiben, dass er Bernd Wahler den Bären aufgebunden hat, dass Transfers immer erst in den letzten 2 Stunden der Wechselfrist …

Kein fliegender Holländer: Fünf Gründe, warum Huub bleibt

Im Fußball ist es oft ein Momentum, das ein Spiel entscheidet. Das sind dann einzelne, ganz spezielle Spielsituationen, manchmal Fehler – auch von Schiris – überragende Einzelaktionen, Millimeter, die fehlen, schlicht Glück oder Pech, alles in allem Dinge, die sich von Trainer oder Management eines Fussballvereins schwer beeinflussen lassen. Das sind dann diese Hätte-Situationen, über die man sich nach dem Spiel gerne bei ein paar Bier zuviel unterhält und es natürlich auch besser weiss. Im Spiel Leverkusen gegen den VfB gab es zwei dieser Situationen: Nach einer Flanke von Timo Werner steht Daniel Ginczek frei am Fünfmeterraum und hält den Fuß hin. Der Ball geht scharf in die rechte Ecke, die Arme von Bernd Leno zucken heraus und jeder fragt sich, wie Leno diesen Ball gehalten hat. Ausgerechnet Leno, würde Ernst Huberty sagen (warum, siehe hier), der Leno, den Fredi Bobic nie hätte verkaufen dürfen. Der Leno, der sich vor dem Spiel scheinheilig um den VfB Sorgen macht. Hätte er ihn halt reingelassen. Letztlich entscheiden wenige Zentimeter: Hätte Ginczek mehr Druck hinter den Ball bekommen, …

Mit Bunga-Bunga-Bonus’le gegen den Abstieg

Als Oli Fritsch bei ZEIT Online schrieb, dass es einen Bayern-Bonus in der Bundesliga gäbe (siehe ausführlich hier), dass also Bayern München von Schiedsrichtern bevorzugt würde, ganz unbewusst und aus falsch verstandenem Respekt, da machte er sich Bayern-Vorstand Matthias Sammer nicht unbedingt zum Freund, muss er auch nicht. Ich kann mir vorstellen, wie Herr Sammer zu Hause seine Technics-Musikanlage mit „Du lügst“ von PUR voll aufdrehte und sich die richtige Dröhnung gab, um sich erst in Stimmung zu bringen und dann Herrn Fritsch die Meinung zu geigen. Die Vorlage der ZEIT nahm Bremens Manager Thomas Eichin gerne auf, in dem er forderte, die Unparteiischen sollen ihren vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Bayern ablegen (look hier), worauf Sammer in seiner bekannten Mischung aus Überheblichkeit und Unverschämtheit antwortete: „Der Eichin hat beim Eishockey zwischendurch mal einen Puck an den Kopf bekommen, das sind die Spätfolgen“. Sammer und Eichin führen offensichtlich ein Remake auf, sozusagen „Hoeness vs. Lemke reloaded“. Das ist amüsant zu lesen, aber die Diskussion, ob jemand im Fussball bevor- oder benachteiligt wird, ist so alt wie …

Der VfB braucht mehr Spieler wie Serey Dié!

Stuttgart steht auf Platz 21 bei der Lebensqualität (siehe hier) und in der Bundesligatabelle belegen sie seit fünf Spieltagen den letzten Rang, also irgendwie auch den 21. Platz. Denn auch Ingolstadt, Heidenheim und Kaiserslautern aus der Zweiten spielen einen besseren Fussball als der VfB, von den Kickers mal ganz abgesehen. Ich weiss auch nicht, welches Spiel die Kollegen gesehen haben: Sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch die Stuttgarter Medien haben den besten Heimauftritt des VfB in dieser Saison gesehen, Robin Dutt rückt ihn sogar in die Nähe der Perfektion, wenn er der Mannschaft 9,9 von 10 Punkten gibt. Wie bitte? Das Spiel Wenn es in knapp 100 Minuten nur eine echte Chance gibt durch Daniel Ginczek, dem durch Zufall ein Abpraller vor die Füße fällt und das in einem Heimspiel, dann sollte das nicht nur mir zu wenig sein. Dass der Mittelstürmer in knapp 70 Minuten nur 12 Ballkontakte hat, kann man ihm oberflächlich zum Vorwurf machen. Im zweiten Nachdenken kommt aber der bei Spielverlagerung geschulte Beobachter darauf, dass Ginczek wie auch der eingewechselte Vedad …

Bereits beschlossen: VfB wird Stevens entlassen

“Dass die Trainer manchmal ihrer Anspannung freien Lauf lassen, ist doch ganz normal. Die können ja keinen umhauen wie wir”, sagte einmal Michael Ballack, der nicht gerade für Fussballweisheiten bekannt wurde, sondern eher für tragische zweite Plätze. Geradezu tragisch ist der Auftritt von VfB-Trainer Huub Stevens in den letzten Wochen. Spiele verfolgt er meist stoisch auf der Bank sitzend, um nach dem Spiel seine Show abzuziehen. Dünnhäutigkeit, Mätzchen und sparsame Späßchen in Pressekonferenzen kombiniert mit allerlei Agressivität, die man sich von seinem Team auf dem Feld wünschen würde. Dass der VfB den Abstand zu den rettenden Tabellenplätzen einfach nicht verkürzen kann, regte indessen den Trainer nicht auf. Seit Wochen tritt der Holländer auf, als seien ihm der eigene Job, sein drohendes persönliches Schicksal und die Konsequenzen für den Verein und seine Mitarbeiter egal. Das soll Souveränität ausstrahlen, bewirkt allerdings genau das Gegenteil und dieses Auftreten ist schwer zu ertragen. Stevens’ Klamauk kann mittlerweile keiner ernst nehmen, seine Flucht in die Comedy zeigt, dass er mit konstruktiven Mitteln nichts mehr erreichen kann und sich und die …