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Das Prinzip Hoffnung

„Das könnte sein Jahr werden!“ Sven Mislintat ist im „kicker“ optimistisch, dass Borna Sosa nach diversen Verletzungen und Formkrisen in seiner dritten Saison den Durchbruch beim VfB schafft. Der junge Kroate ist nicht der Einzige, bei dem der VfB hoffen muss, dass er den nächsten Entwicklungschritt macht.

„Das könnte sein Jahr werden!“ Das könnte Mislintat auch über Silas Wamangituka sagen. Für den schnellen und manchmal überdrehten Übersteigerkönig könnte es durchaus mehr Raum geben für seine raumgreifenden Sprints und Soli. Wenn er dann noch an seinem ersten Kontakt arbeitet und öfter die richtige Entscheidung trifft, wann er ins 1:1 gehen und wann er abspielen sollte, ja dann könnte es zu seinem Jahr werden.

Es könnte auch das Jahr des Sasa Kalajdzic werden. Das muss es fast. Der Österreicher, wie sein Sturmkollege Hamadi Al Ghaddoui bisher ohne eine einzige Bundesligaminute, sollte schon wissen, wo das Tor steht. Denn, wer sonst soll die Buden machen – vor allem dann, wenn Nicolas Gonzalez den VfB verlassen sollte? Selbst er wäre keine Garantie. Auch wenn sich Gonzalez nach der Corona-Spielpause mit acht Toren durchaus treffsicher zeigte (davon vier Elfmeter), so ist er zuvor auch nicht gerade als Tormonster aufgefallen.

So kann man den Kader peu à peu durchgehen: Orel Mangala sollte in der nächsten Saison die Erwartungen erfüllen, die man schon lange in ihn setzt. Auch Philipp Förster und Pascal Stenzel sollten sich entwickeln, bei Philipp Klement darf es deutlich mehr sein als in der zurückliegenden Saison. Clinton Mola, Darko Churlikov, Li Egloff, Roberto Massimo, Mateo Klimowicz und der neu verpflichtete Momo Cissé: Nicht alle Talente müssen liefern, aber für mindestens zwei sollte es „sein Jahr werden“ und sie sollten ganz nah an einem Stammplatz sein.

So wie der Kader im Moment zusammen gestellt ist, regiert das Prinzip Hoffnung: Es soll sogar manche geben, die hoffen, dass noch ein paar der altgedienten Großverdiener den VfB noch verlassen. Junge Spieler jedenfalls dürfen nicht stagnieren, im Gegenteil, und erfahrene Akteure wie Wataru Endo, Waldemar Anton, Marc-Oliver Kempf und Gonzalo Castro können sich keine Einbrüche oder Bequemlichkeiten leisten, denn sie sind es, die den Nachwuchskräften Halt geben müssen. Über Verletzungen sollten wir gar nicht nachdenken.

Nachdem der VfB in der zurückliegenden Zweitligasaison alles andere überzeugte, verstärkte Mislintat bisher den Profi-Kader mit Konstantinos Mavropanos, Anton und zuletzt dem 17-jährigen Cissé. Es herrscht großer Konkurrenzkampf, so sieht es der Sportdirektor, vor allem auf den defensiven Außen, wo Pascal Stenzel und Borna Sosa gegen sich selbst konkurrieren. Aber es herrscht bei Mislintat in erster Linie die Phantasie, dass seine jungen Spieler unter dem Druck des Abstiegskampfes explodieren. „Das könnte sein Jahr werden“ gilt ebenso für Mislintat. Fazit: Die Kaderzusammenstellung ist nur erfolgreich, wenn es „das Jahr“ für mindestens drei bis vier Spieler wird.

Wir können es nur hoffen. Genauso wie darauf, dass die Transferaktivitäten des VfB Stuttgart trotz klammer Kassen noch nicht abgeschlossen sind.

Definitiv nicht „sein Jahr“ wird es für Holger Badstuber. Jedenfalls nicht im Profiteam des VfB. Der 31-jährige wurde in die zweite Mannschaft versetzt. Eine Entscheidung, die „auschließlich sportliche Gründe“ haben soll.

Fotos: Matthias Hangst/Getty Images

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1 Kommentare

  1. Mozy sagt

    Pressezitat vom 25.08.20:
    Mislintat: „Das Problem in der zweiten Liga war, dass es keinen Platz für Fehler gab. Das war ein Ritt auf der Rasierklinge. In der ersten Liga kannst du mal ein Spiel haben, wo die Jungs einen Scheiß-Tag erwischen. Da ist aber nicht sofort das große Ziel in Gefahr.“
    Das passt ganz hervorragend zur gegen Mainz musst du nicht gewinnen Maxime!

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