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Der Corona-Knigge

Besondere Zeiten brauchen besondere Maßnahmen.
Nachdem sich schon Salomon Kalou und Birger Verstraete daneben benommen haben, nachdem Werder Bremen und Unions Neven Subotic doch allen Ernstes Kritik am schnellen Re-Start äußerten und auch nicht gerade wenige Fans sich ebenfalls nicht allzu begeistert zeigten, braucht es dringend einen Corona-Knigge für Spieler, Fans und Funktionäre. Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen! Nicht, dass die Wiederaufnahme der Saison 2019/2020, dieses grandiose Projekt der DFL, durch Fehlverhalten in Misskredit gerät oder gar misslingt.

Der Corona-Knigge oder die Kunst, das Produkt nicht zu schädigen.
Hier sind die 11 goldenen Regeln:

1.)
Mindestens 1,5 Klicks Abstand zu allen Medien, Blogs und Podcasts, die sich mit dem Produkt Fußball und dem Re-Start kritisch auseinander setzen. Fettes Like auf allen Plattformen hingegen für BILD, Sky und kicker, Armin Laschet und Markus Söder. Kurz: die Retter des Fußball-Produkts.

2.)
Flüssig bleiben! Bitte vor Anpfiff mit reichlich dünnem Fernsehbier versorgen. Ausnahmsweise ist es auch erlaubt, auf den Trainer- und Ersatzbänken Bier des Sponsors zu trinken – aber bitte nur aus der Flasche! (Drosten-Voice)

3.)
Darauf achten, was man sagt! Sich die Hand vor den Mund zu halten, war nicht nur schon immer lächerlich, sondern bringt auch nichts mehr, wenn es im Stadion so leise ist wie in einem Gottesdienst. Ein zweites „Muschigate“ kann die Liga aktuell wirklich nicht gebrauchen!

4.)
Unkonventionell denken! Neue Notenvergabe beim kicker. Neben den gewohnten Faktoren fließt künftig auch der Wert des „Social Distancing“ ein: je weniger Zweikämpfe desto besser! Auch Fernschüsse werden honoriert.

5.)
Sauber bleiben! Die Torhüter müssen in Zukunft Einweghandschuhe tragen und diese nach jeder Ballberührung wechseln.

6.)
Das Regelwerk wird kurzfristig reformiert. Eingeführt werden die vierte und fünfte Auswechslung, untersagt sind in Zukunft hingegen: Abklatschen bei der Auswechslung, Rudelbildungen mit mehr als 5 Spielern (in anderen Bundesländer kann eine andere Obergrenze gelten!), Absprachen vor der Ausführung ein Freistoßes, das Spucken auf den Boden sowie kurze Ecken und Diskussionen mit dem Schiedsrichter, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten wird. Ob die Vergehen vom Schiedsrichter oder dem zuständigen Ordnungsamt geahndet werden, ist noch offen.

7.)
Fair bleiben! Keine Hopp-kritischen Plakate im Wohnzimmer. Bei Zuwiderhandlung gibt’s Besuch von Kalle Rummenigge und Dieter Kürten.

8.)
Let’s get loud! Um das „virtuelle Stadion Feeling“ noch authentischer zu gestalten, wird Sky sämtliche Spiele mit einer Tonspur der WM 2010 unterlegen. Siehe dazu auch Punkt 3.

9.)
Geduldig sein! Da die Spieler in Zukunft selbstständig und im eigenen PKW zu den Spielen anreisen, ist stark damit zu rechnen, dass die Anstoßzeiten in Zukunft nicht immer eingehalten werden können. Das ist aber nicht weiter schlimm, weil ohnehin nur bei einem Bruchteil der Fans daheim der Sky-Stream stabil läuft.

10.)
Heimspielfeeling! Weil aufgrund der Kurzarbeitszeit-Regelung ohnehin nicht für alle Partien genug Sky-Kommentatoren zur Verfügung stehen, gelingt dem Pay-TV-Sender ein Coup: Die Partien der zweiten Liga werden vom jeweiligen Stadionsprecher kommentiert! Apropos Sky: Da die berühmt-berüchtigten Field-Interviews nur noch mit Mundschutz (Fieldreporter) bzw. Maulkorb (Spieler und Offizielle) geführt werden können, entfallen diese.

11.)
Vertrauen! Das ausgeklügelte Hygiene-Konzept der DFL ist wasserdicht. Das werden auch die größten Kritiker einsehen müssen. Dank dem Handyverbot auf den Vereinsgeländen und der leicht zeitversetzten Ausstrahlung der Partien wird es keine Verstöße mehr gegen die Auflagen geben.

 

Titelbild: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

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