Alle Artikel mit dem Schlagwort: Corona

VertikalGIF #FCHVfB: Das Traditionsduell

Lust auf etwas Mathe zum Saisonstart? Die Chance, dass es in der ersten Runde zur Partie Hansa Rostock gegen VfB Stuttgart kommt, liegt bei 1:1024. Die Wahrscheinlichkeit, dass es gleich drei Mal in Folge zu dieser Partie kommt, liegt hingegen bei ca. eins zu einer Milliarde (1:1.073.741.824). Ein Lottogewinn ist ein Klacks dagegen.   Dass der VfB seine Saison in Rostock beginnt, hat mittlerweile also Tradition. Und mittlerweile wissen Spieler, Verantwortliche und Fans gleichermaßen: Drittligist hin oder her, das wird nicht einfach. Das Weiterkommen wird natürlich erwartet, aber niemand glaubt so wirklich daran, dass es einen souveränen Sieg gibt.   In der zweiten Liga hatte das Stuttgarter Team gegen vermeintlich unterlegene Gegner wie Wehen Wiesbaden oder Osnabrück oft pomadig gewirkt. Ähnliches stand auch in Rostock zu befürchten, schließlich traf ein Bundesligist auf einen Drittligist. Aber erstaunlicherweise war der VfB ab der ersten Minute konzentriert, präsent und ließ sich auch von der härteren Gangart von Hansa nicht schocken. Und die Fans so:   Ebenso irritierend wie das konsequente Auftreten der Spieler mit dem Brustring waren die …

Same procedure as last season? Same procedure as every season!

Die beste Nachricht zuerst: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es kein Corona mehr! Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum 7.500 Fans im Ostseestadion lauthals sangen, um die freigesetzten Aerosole dann mit ihren Schals zu verteilen. Den Gästeblock hatte man frei gelassen. Nicht, dass es zu viel Abstand zwischen den Fans gibt: Wo bleibt denn da die Stimmung?! Fairerweise muss man dazu allerdings auch festhalten, dass die Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern sehr niedrig sind. Gute Stimmung beim @DFB_Pokal in #Rostock 👍 Die Fans haben lange darauf gewartet. Ich freue mich, dass wieder mehr Zuschauer ins Stadion können. Es ist ein großer Schritt in #CoronaZeiten 👉 Viel Erfolg @HansaRostock !!! pic.twitter.com/MYHjlWbivo — Manuela Schwesig (@ManuelaSchwesig) September 13, 2020 Die nächste gute Nachricht: Der VfB Stuttgart ist eine Runde weiter. Dank einer guten ersten Halbzeit und dem Abstaubertor von Silas. Dass die Truppe von Pellegrino Matarazzo am Ende ziemlich wackelte und fast noch das Gegentor kassiert hätte? Geschenkt! Das hat ja schon Tradition. Konzentrieren wir uns lieber auf die positiven Aspekte des ersten Pflichtspiels der Saison. Der VfB war …

vp weekly KW33

Noch gut vier Wochen bis zum Saisonauftakt des VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg. Allmählich geht die Saisonvorbereitung in die kritische Phase. Zum Beispiel mit Testspielen. Da erste fand am letzten Samstag gegen den SV Sandhausen statt. Nach mühsamen ersten 20 Minuten rollte der Cannstatt-Express mit 6:1 über den Zweitligisten hinweg. Tore: Förster, Castro, Didavi, Stenzel, Endo, Gonzalez. Dabei fielen vor allem Förster, Klement, Thommy und Leihgabe Nikolas Nartey auf der anderen Seite positiv auf. Auch die neue VfB-Innenverteidigung mit Anton und Mavropanos sah ganz ordentlich aus. Ganz im Gegensatz zum Robert-Schlienz-Stadion: Die Gärtner scheinen noch in Kurzarbeit zu sein. Apropos Kurzarbeit. Die scheint in der kommenden Saison auch auf Holger Badstuber zuzukommen – bei vollem Gehalt versteht sich. Denn am Montag berichtete der kicker, dass Pellegrino Matarazzo wohl nicht mehr mit ihm plant. Klingt fast so, als ob der Veteran um seinen Kaderplatz bangen müsste. Das dürfte vermutlich nicht nur sportliche Gründe haben. Am Dienstag trafen die die Gesundheitsminister der Länder, um zu beraten, wie man mit den DFL-Plänen umgeht. Die Liga und die …

Wir verlieren zusammen und wir gewinnen zusammen (Irgendwann wieder. Vielleicht.)

Mein Freund Ben sagt immer: „Zam nei, zam naus!“. Das heisst so viel wie „was wir gemeinsam beginnen, das beenden wir auch gemeinsam oder auf Fußball übertragen: „Man gewinnt als Team und man verliert als Team!“. An der 2:3-Niederlage in Kiel ist demnach also nicht Daniel Didavi schuld, obwohl seine gelb-rote Karte ähnlich intelligent war wie seine Instagram-Postings. Es war auch nicht Marcin Kaminskis Schuld, obwohl man beim Zuschauen dachte, Sky zeigte seinen Sprint vor dem 0:1 in Slo-Mo. Auch Mario Gomez ist nicht schuld, obwohl er wirklich nur noch die Karikatur eines Torjägers ist. Und auch Roberto Massimo ist nicht schuld, auch wenn ihm in weniger als 120 Sekunden zwei Fehler unterlaufen, die zu Gegentoren führen. Nein, alle tragen Verantwortung beim VfB: Zum Beispiel Sven Mislintat, der diesen Kader zusammen gestellt hat, und der sich mittlerweile ernsthaft fragen lassen muss, ob dessen Qualität, Homogenität und Krisenfestigkeit reichen, um damit aufzusteigen. Zum Beispiel Pellegrino Matarazzo. Der Trainer versprach nach der Wiesbaden-Niederlage, ein anderes Gesicht der Mannschaft zu präsentieren. Und das stimmte auch: mit Pascal Stenzel, …

„Ich bin bereit für Korn und Sprite!“

Anschauen, nicht anschauen, anschauen, nicht anschauen. Viele fragten sich das vor dem Re-Start der Bundesligen. Für mich stand von Anfang an fest: Ich schaue mir den VfB an, ich kann ja den Club nicht alleine lassen. Zur Eingewöhnung startete ich gleich am Samstag mit der Bundesliga-Konferenz. Ich stellte mir das wie eine Freak-Show vor, wie vor 150 Jahren auf dem Jahrmarkt der Elefantenmensch ausgestellt wurde. Schwachsinnige Ideen, wie das Einspielen von Fangesängen bei der Sky-Übertragung, bestätigten mich in meiner Vermutung. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn ich wurde mit animierten Choreos empfangen, die aussahen, als ob irgendjemand Dateien aus den 90er Jahren auf einer Fünfeinviertelzoll-Diskette gefunden hätte. Schnell war klar, ein Geisterspiel ist wie ein Friedhof. Er ist ein stiller Ort, ein Ort der Erinnerung. Und die Geisterspiele leben von der Erinnerung, was man selbst im Stadion erlebt hat. Oder, um beim VfB zu bleiben: erlitten hat. Man schaut das Spiel und denkt an etwas anderes, an gemeinsam gefeierte große Siege, an unnötige Niederlagen, an Momente, in denen einem der Atem stockte. Als man aufsprang …

Der Corona-Knigge

Besondere Zeiten brauchen besondere Maßnahmen. Nachdem sich schon Salomon Kalou und Birger Verstraete daneben benommen haben, nachdem Werder Bremen und Unions Neven Subotic doch allen Ernstes Kritik am schnellen Re-Start äußerten und auch nicht gerade wenige Fans sich ebenfalls nicht allzu begeistert zeigten, braucht es dringend einen Corona-Knigge für Spieler, Fans und Funktionäre. Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen! Nicht, dass die Wiederaufnahme der Saison 2019/2020, dieses grandiose Projekt der DFL, durch Fehlverhalten in Misskredit gerät oder gar misslingt. Der Corona-Knigge oder die Kunst, das Produkt nicht zu schädigen. Hier sind die 11 goldenen Regeln: 1.) Mindestens 1,5 Klicks Abstand zu allen Medien, Blogs und Podcasts, die sich mit dem Produkt Fußball und dem Re-Start kritisch auseinander setzen. Fettes Like auf allen Plattformen hingegen für BILD, Sky und kicker, Armin Laschet und Markus Söder. Kurz: die Retter des Fußball-Produkts. 2.) Flüssig bleiben! Bitte vor Anpfiff mit reichlich dünnem Fernsehbier versorgen. Ausnahmsweise ist es auch erlaubt, auf den Trainer- und Ersatzbänken Bier des Sponsors zu trinken – aber bitte nur aus der Flasche! (Drosten-Voice) …

Warum regt ihr euch eigentlich auf?

Ich verstehe gar nicht, warum ihr Euch so aufregt, dass die Saison ab 15. Mai unter besonderen Bedingungen mit allen Mitteln zu Ende gespielt werden soll. Was habt ihr erwartet von einem Business, dass seine eigene „Kundschaft“ wahlweise als „hässliche Fratze des Fußballs“, als „Krakeeler“, als „Totengräber des Fußballs“, als „Ewiggestrige“ oder als „hirnlose Idioten“ bezeichnet? Was habt ihr von einem Geschäftsbereich erwartet, in dem mitten in der Corona-Krise über Millionentransfers schwadroniert und der Vertrag von Thomas Müller ungeniert verlängert wird – selbstverständlich zu einem Jahressalär im deutlich zweistelligen Millionenbereich – aber gleichzeitig BVB-Boss Joachim Watzke den Untergang des deutschen Fußballs prognostiziert, wenn die Saison nicht zu Ende gespielt wird? Was habt ihr von einer Branche erwartet, die glaubt, systemrelevant zu sein. Nur, weil ihre Akteure und Profiteure von einem Millionenpublikum bejubelt werden und sich deshalb für unantastbar und unersetzlich halten? Was habt ihr von Leuten erwartet, die anscheinend völlig die Bodenhaftung verloren haben, die Werte nur kennen als Zahlen auf ihrem Bankkonto und Moral nur einfordern, wenn der eigene Club in einem Spiel scheinbar …

Fußball 21

Mai 2021, Karlheinz Rummenigge lächelt: das neunte Mal Meister in Folge. Seine Spieler toben wie Kinder übers Spielfeld und übergießen sich vor leeren Rängen mit lauwarmem Weißbier. Er hatte es ja immer gesagt: „The show must go on.“ Und was ist schon eine Pandemie gegen den FC Bayern München? Wer hätte außerdem gedacht, dass die „Geisterspiele“ sogar einen angenehmen Nebeneffekt haben würden? Ohne die lästigen aktive Fan-Szenen, die sich sozial engagieren und der bigotten Fußballszene den Spiegel vorhalten, war endlich alles so, wie es sich die Funktionäre wünschten. Und Zuschauereinnahmen sind für Bayern München wirklich nicht entscheidend. Durch die Geisterspiele und Distanz zu den Fans waren sogar die Merchandising-Einnahmen gewachsen. Auch „Mister Sportstudio“, der ewig nette Dieter Kürten, war begeistert: „So gefällt mir der Fußball besser, ohne diesen Fanatismus und die Anfeindungen von der Tribüne!“ Rummenigge machte ihn sofort zum Ehrenmitglied des FC Bayern. Anderen ging es allerdings nicht so gut blendend wie dem Rekordmeister: Der FC Augsburg und Werder Bremen mussten während der „Corona-Saison“ den Spielbetrieb aufgrund finanzieller Schwierigkeiten beenden. Solidarität unter den Bundesliga-Clubs? …

Der Bodenständige: Silvio Meißner

Otto Baric und Bernd Förster haben wir euch schon ins Nest gelegt. Heute steigen wir in die Zeitmaschine und jetten zwei Jahrzehnte in die Zukunft, die aber auch schon wieder zwanzig Jahre in der Vergangenheit liegt. Aber egal! Reden wir über das Jahr 1999. Reden wir über Silvio Meißner. Und das nicht (nur), weil der ehemalige defensive Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart aktuell in aller Munde ist. Kein Wunder, schließlich geht er einen ganz anderen Weg als viele seiner ehemaligen Kollegen: Meißner ist und beschäftigt mittlerweile “Alltagshelfer”: Menschen, die anderen Menschen helfen. Die Einkäufe erledigen, im Haushalt helfen, und schlicht und ergreifend andere im Alltag begleiten. Und das nicht erst seit der „Corona-Krise“. Geboren im Jahr 1973 in Halle an der Saale war Meißner ein so called “Kind der DDR”. Über den FC Halle landete er beim Chemnitzer FC und nach drei guten Spielzeiten in der zweiten Liga wechselte er 1996 schließlich zu Arminia Bielefeld. Und hier komme ich ins Spiel – irgendwie jedenfalls. Denn im Gegensatz zu @abiszet habe ich meine Jugend nicht im VfB-Umfeld …

Mir fehlt etwas

Mir fehlt sogar ganz viel. Ausgelassen zu sein, gedankenlos zu sein. Freiheit. Die Freiheit machen zu können, was ich will. Liebe Leute zu treffen, die Unbeschwertheit, in der Sonne in einem Cafe zu sitzen und Leute zu beobachten, eine spontane Umarmung oder einfach meine Mutter zu sehen. Im Augenblick werden bei mir Dinge ganz laut, die bisher leise waren. Es sind Sorgen, die sonst verdrängt werden von scheinbar dringenden, aber meist banalen Problemen. Die Banalität ist gewichen der Sorge um die Gesundheit von Freunden und Familie und einem selbst. Die Sorge um die eigene berufliche Zukunft, die Unsicherheit der nahen und fernen Zukunft, ich fühle mich im Existenzkampfmodus. Und wo bekomme ich das nächste Klopapier her, verdammt? Ich lerne den alten Alltag schätzen, denn der ließ es kaum zu, über diese Dinge nachzudenken. Routinen bestimmten bisher meinen Tag, es ging ums Funktionieren und am Ende des Tages um Ablenkung von den schweren und komplizierten Dingen und dazu gehörte auch der VfB. Als kleine Erinnerung an den bisherigen Tagesablauf fange ich meinen Bürotag im Homeoffice mit …