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Same procedure as last season? Same procedure as every season!

Die beste Nachricht zuerst: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es kein Corona mehr! Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum 7.500 Fans im Ostseestadion lauthals sangen, um die freigesetzten Aerosole dann mit ihren Schals zu verteilen. Den Gästeblock hatte man frei gelassen. Nicht, dass es zu viel Abstand zwischen den Fans gibt: Wo bleibt denn da die Stimmung?! Fairerweise muss man dazu allerdings auch festhalten, dass die Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern sehr niedrig sind.

Die nächste gute Nachricht: Der VfB Stuttgart ist eine Runde weiter. Dank einer guten ersten Halbzeit und dem Abstaubertor von Silas. Dass die Truppe von Pellegrino Matarazzo am Ende ziemlich wackelte und fast noch das Gegentor kassiert hätte? Geschenkt! Das hat ja schon Tradition. Konzentrieren wir uns lieber auf die positiven Aspekte des ersten Pflichtspiels der Saison. Der VfB war ab der ersten Minute hochkonzentriert im Spiel und ließ sich auch von der traditionell harten Gangart des Drittligisten nicht beeindrucken. Im Gegenteil: es wurde eifrig dagegen gehalten. In der Defensive ließen sich Kempf, Anton und Kaminski, der den frisch gebackenen Vater Stenzel vertrat, in der ersten Halbzeit nicht aus der Verlegenheit bringen. Gerade der oft gescholtene Kaminski erwischte einen guten Saisonstart, während Kapitän a.D. Kempf sich vor allem in der zweiten Halbzeit nicht immer sicher präsentierte. Ob er gegen Freiburg trotzdem wieder in der Startelf steht? Ganz hinten strahlte Gregor Kobel eine Bierruhe aus. Unter dem aktuellen Coach scheint das Modell des „Copa-Keepers“ ausgedient zu haben. Schade für Fabian Bredlow, gut für uns.

In zentralen defensiven Mittelfeld zogen Endo und Mangala in der ersten Halbzeit clever die Fäden und auf Außen machte Silas oft Alarm, während sein Gegenpart auf der anderen Seite, der überraschend Massimo hieß, eher unauffällig blieb. Aber auch das ist vermutlich eher eine gute Nachricht. Vorne sollte es Sasa Kalajdzic richten. Der Österreicher zeigte sich in der Spitze zwar präsent und bewies eine für seine Körpergröße außerordentliche Gelenkigkeit, offenbarte aber auch, dass er (noch?) kein eiskalter Knipser ist. Insgesamt vier gute Chancen erarbeiteten sich die Stuttgarter in der ersten Halbzeit. Belohnt wurde das Engagement kurz vor der Halbzeitpause: Didavis platzierter Schuss prallte vom Innenpfosten, Silas stand genau richtig, 1:0.

Nach der Pause sah es zuerst so aus, als würde den Rostockern die Puste ausgehen. Ein schnelles 2:0 hätte ihren Widerstand vermutlich gebrochen. Aber ausgerechnet jetzt zeigte der VfB, dass nicht nur das Personal weitgehend dasselbe ist wie in der vergangenen Saison, sondern auch eine gewisse Schludrigkeit. Viel zu oft verzettelten sich die Spieler im Dribbling statt den Ball zu passen. Viel zu oft wurden die gigantischen Räume, die die Rostocker anboten, nicht genutzt. Und zu allem Überfluss hätte der ansonsten gute Endo mit einem massimo-esken Fehlpass um ein Haar den Ausgleich der Rostocker eingeleitet. Dass es dazu nicht kam, ist Gregor Kobel zu verdanken.

Fazit:
Wieder mal Pokal, wieder mal Rostock, wieder mal 1:0, wieder mal gestolpert, aber nicht gefallen. Manche behaupten, Stuttgarter 1:0 Siege in der ersten Pokalrunde in Rostock hätten bereits mehr Tradition als RB Leipzig. Wenn der VfB es in Zukunft schafft, über 90 Minuten so aufzutreten wie in der ersten Halbzeit, dürfen wir optimistisch für das erste Ligaspiel sein. Die Ungenauigkeiten im Umschaltspiel und die schlechte Chancenverwertung sind hingegen Themen, an denen dringend gearbeitet werden muss.

Der Gegner der zweiten Runde wird erst am 18. Oktober ausgelost. Traditionell wird es vermutlich ein Auswärtsspiel. Same procedure as last season? Same procedure as every season!

Unser VertikalGIF zur Partie findet ihr hier.

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3 Kommentare

  1. Peter Schäuble sagt

    Man hat erkannt, dass der VfB völlig anders zu Werke geht als in der letzten Saison. schnell nach vorn. Fehlt oft noch die Präzision. Aber das kann noch werden. Und die Qualität der Mannschaft ist richtig gut. Man wird sich von Spiel zu Spiel steigern (müssen). ich bin vorsichtig optimistisch.

  2. drhuey sagt

    Nach, so richtig herzerwärmend war das alles nicht. Aber seit Hitzlsperger’s Spruch, dass es sich nicht mehr um den alten VfB handelt, der automatisch Ansprüche anmelden kann, ist auch mir, einem ewig-optimistischen VfBler mit grosser, alter Festplatte, klar geworden, dass man mit sehr konservativer Erwartungshaltung in die Saison gehen sollte. Es gibt zweifelsohne Talent in der Mannschaft, aber es sind natürlich nicht Talente vom Format Bellingham oder dergleichen, sondern drei Stufen darunter. Insofern wird das alles spannend und wohl ist es auch der einzige Weg für den VfB in der jetzigen Phase. Auch das Pokalduell hat mir wieder gezeigt: Grundsätzlich bin ich sehr froh, dass wir die Kloppertruppen hinter uns gelassen haben und wieder in der Bundesliga sind. Das muss im Moment reichen und in Anbetracht des Abschneidens im Pokal unserer peer group (Bielefeld, HSV) bin ich zufrieden.

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