Spielbericht, VfB
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Meister des Minimalismus

Vertikalpass-Chefanalyst abiszet hängt auf überteuerten Konzerten Londoner One-Hit-Wonder ab und lässt uns zurück im Elend. Während Heikx mental gefestigt genug ist, um sich ein VfB-Spiel über 90 Minuten anzugucken, ziehe ich wie immer die Konferenz vor. Natürlich in der stillen Hoffnung, den HSV, Bremen und vielleicht sogar Dortmund verlieren zu sehen. Als ich um kurz nach acht einschalte, liegt Hamburg bereits vorne und als endlich nach Köln geschaltet wird und die Aufstellung durch das Bild tickert, fällt das Tor für Bremen. Immerhin weiß ich 105 Minuten später, dass man sich als VfB-Fan weiterhin auf Dortmund verlassen kann.

In der ersten Halbzeit wird gefühlt drei Mal nach Köln geschaltet, aber auch das könnte man sich schenken, denn es passiert nichts. Das Schlimme daran: Man ist fast schon froh darüber.


Ähnlich denkt anscheinend auch Huub Stevens. Er hat gegenüber dem Spiel gegen M’gladbach nur eine Änderung vorgenommen und Sararer für Werner in die Startformation geholt. Und so spielt derVfB, wie man es von ihm gewohnt ist: Langsam, behäbig, mehr quer als tief und völlig uninspiriert. Spräche ich an dieser Stelle vom viel zitierten Beamtenfußball, täte ich allen Staatsbediensteten Unrecht. Den Namen „Gentner“ höre ich übrigens weder vom Kommentator noch lese ich ihn in der desillusionierten Twitter-Timeline. Über Harnik und Hlousek regt man sich wenigstens noch auf. Erstaunlicherweise schafft es der VfB, dieses Niveau konstant über 90 Minuten zu halten, was auch daran liegt, dass Stevens störende Kreativfaktoren wie Werner (63.), Ibisevic (87.) und Maxim (90.) so spät bringt, dass sie keine Chance mehr haben, für Unruhe in der gepflegten Langweile zu sorgen. Neuzugang Kostic steht zur Sicherheit gar nicht erst im Kader.

Köln verfährt ähnlich und kommt nach 32. Minuten zum ersten Torschuss. Der eingewechselte Bard Finne hat nach seiner Einwechslung in der 59. Minuten innerhalb weniger Minuten mehr Torchancen als seine Mannschaftskollegen in der Stunde zuvor, wird aber von Trainer Stöger zur Ordnung gerufen und stellt anschließend seine Offensivbemühungen ein. Für den VfB trifft Leitner mit einem Freistoß aus 35 Metern zwar die Latte (57.), aber man kann ihm keine Absicht unterstellen. Fast scheint es so, als veranstalteten die Teams  ein Trauerspiel zu Udo Latteks Ehren.

Die Twitter-Timeline wendet sich voller Grauen ab und nicht wenige fordern bereits einen neuen Trainer – mal wieder. Seltsamerweise sehen nur wenige das Positive:


Denn seien wir ehrlich: Es läuft für den VfB. Die Defensive steht endlich sicher. In der Rückrunde hat man genauso viele Punkte geholt wie die Bayern! Gegen Köln wurde keine einzige Großchance versiebt! Der VfB ist von Platz 17 auf 16 geklettert! Ganz klar, Huub Stevens hat einen Plan: Die Null muss stehen. Hinten sowieso, vorne zur Not auch. 16 weitere torlose Unentschieden und 34 Punkte könnten in Anbetracht der Darbietungen der Konkurrenz reichen, um am Ende zumindest Rang 16 zu belegen. Dafür braucht der Huubster keine Spieler wie Werner, Maxim oder Kostic, sondern die Hlouseks, Romeus und Gentners im Kader. Und während wir uns sentimental an Spiele wie das 3:3 gegen Leverkusen oder das 5:4 gegen Frankfurt erinnen, zeigt die Konferenz: Irgendjemanden geht’s bestimmt noch schlechter. In diesem Fall sind das Dortmund, wo mittlerweile auch die echte Liebe an ihre Grenzen stößt, und Berlin, wo man sich schon nach einem Luhukay-Nachfolger umguckt. Mein Experten-Tipp: Bruno macht’s!

Was sagen Feine Sahne Fischfilet dazu?
Es bleibt beim Alten. Das, was hier noch schockiert: Dass nichts mehr schockiert.

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