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Nicht im Trüben fischen!

Sport-Vorstand Michael Reschke hat es sich selbst eingebrockt, im Wintertransfer seinen Kader nachbessern zu müssen. Aber ein Mann wie Reschke klagt nicht, er macht. Trotzdem gibt es tatsächlich Leute, die sagen, er hätte kein Konzept. Nachdem Daniel Didavi mit seinen Verletzungen zu kämpfen hat, verkauft er in Bercay Özcan den Back-up an den HSV. Für hervorragende 2 bis 3 Millionen, die die klammen Hamburger in den nächsten Jahren abstottern werden. Ein exzellentes Geschäft, denn sonst hätte man den türkischen U21-Nationalspieler aufgrund einer Klausel für 1,2 Millionen gehen lassen müssen wie der kicker schreibt. Wie geil ist das denn?! Aber eine Klausel? Moment, war da nicht was?

Vor lauter verkaufen und verleihen (Hans Sarpei ging nach Fürth und Ex-Rekordeinkauf Pablo Maffeo soll ebenfalls noch verliehen werden) kommt er gar nicht dazu, sich um Neuzugänge zu kümmern. Das müssen wohl die professionellen Strukturen sein, die nach der Ausgliederung aufgegleist wurden.

Aber wir helfen gerne, haben uns einmal auf seinen Stuhl gesetzt (gar nicht bequem!) und eine Liste typischer Reschke-Transfers erstellt. Absolut seriös, die Wahrscheinlichkeit, dass einer aus dieser Liste zum VfB kommt, liegt unseres Erachtens bei 100 Prozent oder sogar darüber. Und das sind die Namen:

André Schürrle, FC Fulham
Ein Klassiker! Ein Spieler, der in erster Linie von seinem guten Namen und den Erfolgen der Vergangenheit lebt und der offensichtlich seine beste Zeit hinter sich hat. Immerhin hat er in der aktuellen Premiere League Saison bereits 6 Treffer erzielt. Und die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit: Reschke holte Schürrle 2011 von Mainz nach Leverkusen und wollte ihn bereits Ende 2017 nach Stuttgart lotsen. Mit Fulham ist Schürrle Tabellenvorletzter. Ein Wechsel zum Tabellensechzehnten der Bundesliga wäre für ihn daher eine Verbesserung und Geld fürs Gehalt ist auch da. Also raus damit!

Amin Younes, SSC Neapel
Bisher nur mit ein paar Spielminuten in dieser Saison, passt er perfekt ins Reschke-Raster, der ausgeruhte Spieler ohne Spielpraxis bevorzugt (siehe Alexander Esswein). Younes ist in der Offensive flexibel einsetzbar, links, rechts, zentral, ist aber auch recht flexibel was seine Meinung betrifft: Unterschrieb bei Neapel, verhandelte danach mit Wolfsburg, verweigerte bei seinem damaligen Arbeitgeber Ajax die Einwechslung. Endlich mal wieder ein echter Querkopf beim VfB. Endlich mal wieder einer wie Sercan Sararer!

Marco Fabian, Eintracht Frankfurt
Quasi der Prototyp eines Reschke-Transfer: Fabian ist nicht der Schnellste, er ist knapp 30 Jahre alt und tendenziell einer, der bei Widerständen einbricht. Disziplin hat bei ihm nicht oberste Priorität, aber dass er feiern kann, haben wir bei der Orgie mit 30 Prostituierten kurz vor WM-Beginn mitbekommen. Fabian wäre die größte Verstärkung für das Stuttgarter Nachtleben seit Kevin Großkreutz!

Christoph Kramer, Gladbach
Nach ihm müsste Reschke ganz schön tief tauchen, aber als spielstarker Sechser würde er dem VfB in der Tat gut tun. Hat in Gladbach mit Strobl, Neuhaus und Zakaria starke Konkurrenz, die hätte er in Stuttgart nicht. Dass er ein bisschen kostspielig wäre, macht nix. Wir hams ja, der Pavard-Millionen sei Dank. Und zur Not: Stammplatz-Garantie!

Franco di Santo, FC Schalke 04
Die eine gute Saison bei Werder Bremen (2014/2015 mit 16 Toren) wird Michael Reschke als das entscheidende Argument für die Verpflichtung anführen („Er hat bewiesen, dass er Tore schießen kann!“). Problem: in den 71 Spielen danach hat er nur fünf Tore erzielt. Aber so etwas bremst doch einen Mann wie Reschke nicht!

Branimir Hrgota, Eintracht Frankfurt
Er gehört in die Kategorie Josip Drmic von Gladbach: Vier Einsatzminuten diese Saison, in 104 Bundesligaspielen seit 2012 mit zwölf Treffern. Gute Argumente für eine Verpflichtung!

Pascal Köpke, Hertha BSC
Transfers nach gutem Namen, das ist ein Steckenpferd von Reschke. Deshalb muss der zweite Stürmer neben Mario Gomez ganz sicher Köpke heissen, Köpke, wie Andi Köpke, dem Europameister von 1996.

Alexandru Maxim, FSV Mainz 05
Rückhol-Transfers sind das Ding von Reschke, wie man an Daniel Didavi, Mario Gomez und Andi Beck sieht. Maxim ist so etwas wie ein eingebürgerter Schwabe, obwohl er weder deutsch noch schwäbisch spricht. Aber hey, damit könnte sich der Sport-Vorstand ein bisschen beliebt machen bei den Fans, wie damals bei Gomez. Mach et, Mischa!

Marko Marin, Roter Stern Belgrad
The German Messi mit der internationalen Visitenkarte: Chelsea, Sevilla, Florenz, Anderlecht, Trabzonspor, Piräus, Belgrad. Niemand passt besser in diese illustre Reihe als der VfB. Ganz nebenbei könnte Reschke seinem Vorgänger Jan Schindelmeiser eine auswischen, denn der hatte den Transfer 2016 unverständlicherweise abgelehnt!

Und schließlich:
Was ist denn mit Eren Derdiyok, den die Stuttgarter Nachrichten/Zeitung ins Spiel brachten? Der wäre eine Sofort-Hilfe.

Worauf warten Sie, Herr Reschke?!

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9 Kommentare

  1. Ach, unser „Perlentauchele“… Wie lange der wohl noch weiterwurschteln darf? Bis keine Kohle mehr da ist? Leider haben wir auch keine gute Jugendarbeit mehr, die dann wie in der Vergangenheit zum Tragen käme. Ich befürchte, unser Klebberlesverein geht den Weg von 1860 und Lautern. Traurig.

  2. Mozy sagt

    Ihr habt Sami Khedira vergessen, momentan verletzt und sicher ein Schnapperle beim Gehalt;-) Er hat ja auch eine herausragende WM gespielt. Und seine Stuttgart Vergangenheit nicht zu vergessen (vor gefühlt 15 Jahren) – das reicht doch als Argument! Puh, mir wird vor Zynismus noch ganz schlecht. Vielleicht schaue ich mir doch mal ein Spiel von den Blauen oben in Degerloch an…

  3. Florian sagt

    Reschke ist der beste Sportdirektor aller Zeiten. Wer das bestreitet ist nicht mehr zu retten. Wir gehen endlich gegen den Trend „um so jünger, um so besser“. Wir zahlen echten Fachkräften noch echtes Gehalt. Wertschätzung auch im Alter, eine moralische Verpflichtung, die in unserer Bananenrepublik nur der VfB durch Herrn Reschke noch lebt. Selbst Sportinvaliden bzw. Profis in einer niemals endenden Rehaphase bekommen beim VfB ein Zuhause und eine Perspektive. Einen Orden sollte man ihm verleihen. Michael Reschke ist ein Wunder. Er ist quasi der Yotta unter den Direktoren. Keinerlei Qualifikation, ein einfacher Scout und beim VfB der mächtige Sportdirektor. Als würde man den Pförtner im Krankenhaus zum Chirurgen machen. Ich hoffe, Hollywood wird diese Geschichte unverfälscht verfilmen. Danke Michael, Du gibst meinem Leben wieder Sinn. Denn nach 30 Jahren muss ich nicht jedes Wochenende ins Stadion. Denn das sind keine schlechten Zeiten, in denen man zu seinem Verein steht… Es ist ein Abgrund und meine Mama sagte immer, ich kann alle Freunde immer unterstützen, nur in den Abgrund soll ich nicht hinterher springen. Beste Grüße

    • @abiszet sagt

      „bester Sportdirektor aller Zeiten“.
      „gegen den Trend“
      „moralische Verpflichtung“
      „einen Orden verleihen“
      „Michael Reschke ist ein Wunder.“

      Well said: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

  4. Dr Huey sagt

    Erstaunliches passiert in Stuttgart: es wird keinen Zugang geben für das unter chronischem Geschwindigkeitsschwund leidenden VfB-Mittelfeld. Erstaunlich deshalb, weil jeder sehen kann, dass Bedarf besteht (armselig, wie sie versuchen, mit Bällen, die gefühlt Minuten in der Luft sind, das mit der Kreativität und der Beweglichkeit eines Tip-Kick-Spielers ausgestattete Mittelfeld zu überbrücken) und nie eine vehemente Forderung seitens des Trainers erfolgte. Ich denke die Vetterleswirtschaft ist das was beim VfB am besten funktioniert. Hört man deshalb vom Trainer keine Forderungen bezüglich Neuzugängen und somit Bedrohungen für den Stammplatz von Gentner weil sie denselben Berater haben? Oder hat ihm des Managerle eine Stammplatzgarantie in den Vertrag geschrieben? Oder müssen wir annehmen, dass Weinzierl hier wirklich nicht DAS Problem des VfB-Spiels sieht? Möglicherweise findet er dann auch die Spieleröffnung unseres Herrn Zieler toll, die eher in die Zeit von Sepp Maier passt. Wir haben auf und neben dem Platz zu wenig Performer. Alle Funktionsträger, Spieler und das toxische Beraterumfeld haben den einzig sinnvollen Neubeginn mit Schindelmeiser und Wolf erfolgreich niedergeschmettert. Jetzt müssen wir mit Blendern leben. Diese Entwicklung ist beschämend.

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