Beliebt, VfB

Nur eine Frage des Systems?

Ja klar, wir fliegen nicht durch die Saison. Die Liga ist mit Demut zu spielen, niemand darf erwarten, dass der VfB alle Spiele gewinnt und jeden Gegner an die Wand spielt. Aber gegen einen biedere, mediokre Truppe wie Sankt Pauli darf man das wirklich erwarten. Auch wenn die Kultkiezkicker™ gegen den HSV und Bielefeld zu Hause gewonnen haben und der VfB nach sieben Minuten seinen Kapitän verliert und ohne Daniel Didavi spielen muss. Klar, der Platz ist schlecht, der Schiedsrichter auch, aber muss sich die Mannschaft unbedingt diesem Niveau anpassen? Sankt Pauli kann eigentlich nichts außer rennen und Lücken zulaufen und ein paar Konter fahren. Und der VfB? Es scheint so, als ob es an der richtigen Einstellung fehlt. Etwas, was schon unter Tim Walter auffiel. Hat der VfB also mehr als ein Problem mit dem Spielsystem?

„Hinfahren, Arsch versohlen, Heim fahren, Bier trinken“, würde mein Freund Thomas sagen. Weit gefehlt. Anstatt dessen verlieren Orel Mangala, Philip Klement und Philipp Förster Bälle ohne Ende, es gibt schlampige Zuspiele, jede Menge Stellungsfehler, es fehlt komplett das offensive Konzept und der unbedingte Wille, gegen eine Mannschaft zu gewinnen, der man individuell und spielerisch ohne falsche Bescheidenheit einfach meilenweit überlegen ist. Hells bells, Kiez-Roar, alles gut und schön, aber das ist zu wenig, was der VfB da in Hamburg anbietet. Stellvertretend die Szene, die zum 1:0 führt: Ein druckloser Pass von Mangala am eigenen Strafraum auf Förster, der wartet, bis der Ball auf ihn zurollt. Die Folgen des Ballverlusts beobachten Mangala und Förster stehend und staunend.

Fünf oder sechs Ballkontakte von Mario Gomez in der ersten Halbzeit sprechen eine klare Sprache: Das ist nicht unbedingt gegen ihn zu verwenden, auch wenn er sich mehr im Pressing hätte engagieren können, aber er wird nicht ins Spiel eingebunden, kommt überhaupt nicht zum Zug. Beim 1:1 wird er optimal eingesetzt von Silas und dann klingelt es sofort. Nur: Das Tor fällt nach einem Umschaltmoment, beim Positionsspiel hat der VfB nach wie vor – wie schon unter Walter – ein massives Problem. Das ist zu langsam, mit zu wenig Esprit und ohne jegliche Ambition.

Die Spielfreude, die sich im Heimspiel gegen Heidenheim angedeutet hat, sucht man in Hamburg vergebens. Muss ja auch nicht sein, wenn wenigstens die Basics auf den Platz kommen: Leidenschaft, Lauffreude und die Bereitschaft, Zweikämpfe zu führen und zu gewinnen. Da hat der VfB „noch deutlich Luft nach oben“, würde Pellegrino Matarazzo sagen und das könnte das Kernproblem sein: Egal unter welchem Trainer, egal mit welchem Spielsystem, egal mit welcher Aufstellung: der VfB bleibt unter seinen Möglichkeiten. Was nichts Gutes für den geplanten Aufstieg bedeutet. Aber klar, auswärts gegen Sankt Pauli muss man nicht gewinnen (Gentner-Voice).

Unser vertikalGIF „Kuchen, Kischte, Kieferbruch“ findet sich hier

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

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29 Kommentare

  1. Mozy sagt

    Schon Mal darüber nachgedacht, dass der Kader gar nicht so gut ist, wie er immer dargestellt wird? Trotz höchstem Etat 2. Bundesliga ever und bla bla? Der VfB ist schon lange nicht mehr das, was er Mal war. Also: warum sollen sich Durchschnittskicker wie Karazor, Klement und co. den Arsch aufreißen für einen Verein, der seinen Glanz durch Jahre der Misswirtschaft verloren hat. Um Aufzusteigen? Die Jungs wissen doch genau, dass sie nicht erstklassig Spielen können… Sonst würden die es doch tun!

  2. Sehen wir auch ähnlich, nach Betrachtung von einigen Stellen fällt auf das die Mannschaft überhaupt kein offensiv Konzept hatte gegen Pauli.

    Das kann nicht am Trainer liegen, dass sind dann Spieler die versagen.

    Mangala, Förster und Klement als gestandene 2. Liga Spieler ohne Ideen und Aktionen.

    Mangala komplett ohne Torgefahr mit einem katastrophalen Abschluss.

    Klement bis auf den Kopfball den eigentlich Sosa eingeleitet hat nicht zu sehen. Komplett ungefährlich in seinen Aktionen.

    Förster schlampig Annahme usw , angeblich Beidfüßig wovon man nichts sieht und im 1 gegen 1 unterirdisch.

    Wir haben das mal versucht im Podcast genauer zu besprechen, sind schon gespannt auf die anderen Podcasts und ihre Meinung.

    https://super4heroes.com/episode-19-das-spiel-gegen-st-pauli-und-die-nachwirkungen

  3. Elmar Amendinger sagt

    Wie hat doch der neue Präsident in seinem offenen Brief an Fans und Mitglieder gefordert: “in 2020 muss ein Ruck durch den VfB gehen”. Von dem war gestern in der Tat wenig zu sehen, eher ein “Ruckfall “ zum Stümperfussball. Und wenn wir ehrlich sind warten wir auf so einen positiven Impuls doch schon seit 10 Jahren. Wir spielen 2.Liga, hat sich unser Herzensverein selber zuzuschreiben. 2. Liga ist hässlich, da spielt man dann schon mal auf so einem Acker wie gestern, darf nicht als Ausrede dienen für die immer noch Hochdotierten, siehe so manches Interview gestern. Die Schiedsrichter werden ihre Linie gegen uns auch nicht mehr ändern, warum auch immer, die Gegner dürfen um sich treten ohne bestraft zu werden. 4 Punkte nach 2 nicht ganz einfachen Spielen, ist ok. Dann doch noch der positive Ruck: in der Hinserie hätten die den Punkt nicht mehr geholt, weil es da schlicht verboten war lang oder gar einen “Vertikalpass” zu spielen. Da hätten sie sich den Ball hin und her geschoben bis dass der Schiri abpfeift.

  4. Joachim Leuze sagt

    Die Berichte vom Vertikalpass sind das Himmelhochjauchzend (wie gegen HDH) und mal wieder zu Tode betrübt (wie gegen St. Pauli). Was ich ein bisschen vermisse: die Mitte! Mal objektiv alles in Betracht ziehen.
    1. Hatte die Verletzung von Kempf negativ auf das Team eingewirkt. Hier hätte der „miserable“ Schiedsrichter ein Zeichen setzen müssen und dem St. Paulianer die gelbe Karte unter die Nase halten müssen. Das wäre mal ein Signal an die St. Paulianer gewesen, um mitzuteilen: bis hierher und nicht weiter.
    2. Regen mich sogenannten „Bundesliga-Schiedsrichter“ mit internationalen Einsätzen auf. Die sind so was von miserabel und schlecht. Da legt sich ein Spieler des St. Pauli auf dem Hosenboden, ob er von seinem Gegenspieler getroffen worden ist oder auch nicht: da erfolgte sofort der Pfiff! So nimmt man den Wind aus den Segeln!
    3. Muss man auch mal anerkennen, dass St. Pauli um jeden Ball gekämpft, gegrätscht und gefightet haben, so als würden sie Meister werden. Das sollte man auch mal anerkennen.
    4. Wer erwartet, dass der VfB durch die Liga marschiert, der wurde gestern wieder einmal eines Besseren belehrt. Das wird kein Spaziergang, gerade die Team, welches im unteren Tabellendrittel angesiedelt sind, werden um ihre Existenz in der zweiten Liga um jeden Ball kämpfen.
    5. Es ist die Erhabenheit, die Arroganz und die Erwartungshaltung, welches die Fans im und um den VfB haben, welches diese Schwankungen herbeisehnen. So wie der Bericht vom Vertikalpass von letzten Woche zu dieser Woche: ein Auf und Ab!
    Ich kann mit diesem hart erkämpften Punkt sehr wohl leben, weil ich wirklich in der Tat ein Mensch der Demut bin.

  5. Bacardihardy sagt

    Man muss den Vfb realistisch betrachten. Die Transfers von Mislintat sind gut und auf Zukunft ausgerichtet. Der VfB ist technisch den anderen Mannschaften überlegen. In dieser Jahreszeit bei schlechtem Wetter und schwierigen Platzverhältnissen wird es für den VfB jedoch insbesondere auswärts schwer, denn dann sind Kämpfermentalitäten erforderlich. Der Trainer macht auf mich einen super Eindruck. Die Presse und die Fans schwanken von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Wenns nicht gleich mit dem Aufstieg klappt, muss es für diese Mannschaft eben eine 2.te Chance geben, mit ein paar sinnvollen defensiven Verstärkungen.

  6. Clemens sagt

    Oje, was passiert hier gerade. Ich liege mit Mozy langsam aber sicher auf einer Linie. Es ist nämlich vermutlich genau so, wie er gesagt hat und einige von uns bereits zum Ende der Hinrunde gemutmaßt haben: Die Kaderqualität ist längst nicht so gut , wie viele von uns (mich eingeschlossen) zu Saisonbeginn gedacht haben. Al Ghaddioui, Karazor und Förster sind biedere 2. Liga Kicker und Klement in vielen Situationen noch nicht einmal das. Das Junge und Ungestüme eines Silas und Gonzalez führt gelegentlich mal zum Erfolg, am Ende rettet uns aber häufig nur die Routine der gestandenen Spieler wie letztes Wochenende Kempf oder jetzt am Samstag von Gomez und davor von Didavi. Das Gros hintendran ist der Jugend geschuldet einfach noch zu unbeständig (Sosa, Mangala, Massimo) oder hatte bislang einfach kaum Gelegenheit, das eigene Können zu zeigen (Coulibaly, Klimowicz, Aidonis, Mack). Aber man hat nun einmal auf dieses Konzept der Jugend gesetzt und somit teile ich auch die Meinung von Bacardihardy, dass man zur Not mit diesem Kader ein weiteres Jahr in der 2. Liga in Kauf nehmen muss. Dass uns dann allerdings eine ganze Reihe von Spielern verlassen werden (Kobel, Didavi, Gomez, Gonzalez, Sosa, Kempf, Phillips, Mangala, Badstuber), sollte den meisten klar sein. Diese Abgänge mit neuem Personal aufzufangen, dürfte teuer und nicht allzu leicht sein.

    Die Schiedsrichter-Schelte und die Kritik am schlechten Zustand des Platzes sowohl hier, als auch in anderen Foren wirkt auf mich nach dieser Null-Leistung leider wie eine billige Ausrede. Mislintat hätte daher gut daran getan, sich zu den Platzverhältnissen nicht zu äußern, auch wenn er in der Sache natürlich Recht hat – das war ein übler Acker. Versagt hat nämlich zu allererst die Mannschaft, der man keine Ausrede liefern sollte. Ebenfalls unglücklich agiert hat der Trainer mit seiner Aufstellung. Dessen Taktik über die Außen mit Massimo und Sosa über Flanken in die Mitte auf Gomez zu setzen war zunächst zwar nachvollziehbar, aber nach der Partie gegen Heidenheim auch ein Risiko, dermaßen viele personelle Wechsel vorzunehmen. Nach der frühen verletzungsbedingten Herausnahme von Kempf konnte der Trainer natürlich nur noch sehr eingeschränkt taktische Korrekturen vornehmen.

    Zum Thema Personal sollte man übrigens auch noch mal das Thema Disziplin bemühen. Nachdem man mit Donis und Maffeo letzte Saison „zwei Pferde quer im Stall stehen hatte“, haben sich dieses Jahr unsere beiden Argentinier Ascacibar und jetzt diese Woche Gonzalez durch mangelnde Disziplin hervorgetan. Mit der Verpflichtung von Churlinov könnte man sich Gerüchten zur Folge zudem den nächsten Quertreiber in den Kader geholt haben. Die vier Erstgenannten sind noch nicht auf dem Mist von Mislintat gewachsen, aber bei dem Mazedonier darf man durchaus gespannt sein, ob sich der VfB hier nicht leichtfertig selbst das nächste faule Ei ins Nest gelegt hat.

    Die Aussichten sind – der Konkurrenz sei Dank – nach wie vor nicht allzu trübe. Ein direkter Aufstieg ist immer noch machbar. Aber ob dieser Kader seiner Aufgabe in der 1. Liga gewachsen wäre, darf nach dem zuletzt gezeigten Auftritt ernsthaft bezweifelt werden.

  7. Pingback: Lage am Millerntor – 03.02.2020 – MillernTon

  8. Joachim Leuze sagt

    Clemens, selten so viel Mist gelesen und hier liest man sehr viel Mist. Man ist fast in jedem Spiel die klar bessere Mannschaft! Trotz dieser Verletzungen.
    Und das Spiel gegen St. Pauli hatte natürlich ein Schlüsselerlebnis: Die Verletzung von Marc Oliver Kempf! Hier fehlte das Zeichen des Schiedsrichter in dem er dem kleinen Japaner die gelbe Karte unter die Nase hält, aber das hat er nicht gemacht. Das war das Signal an die St. Paulianer – der Schiedsrichter ist auf unserer Seite! Das mal zum Spielverlauf in St. Pauli! Und er Schiedsrichter hatte sehr wohl Eingriff in dieses Spiel, in dem er jede Kleinigkeit für St. Pauli pfiff. Die brauchten sich nur auf den Hosenboden zu setzen und schon erfolgte der Pfiff, ob sie berührt worden sind oder nicht. Und das hat den Spielfluss des VfB den Zahn gezogen, hinzu kam noch erschwert die Platzverhältnisse.

    Woher willst Du wissen, dass wir Querulanten im Team haben? Warst Du bei den entsprechenden Situationen dabei? Und natürlich kam Nicolas Conzales etwas zu spät ins Training, aber das heißt doch noch lange nicht, dass er ein Querulant ist! Oder bist Du Mister Perfekt und bist in Deinem kargen Leben noch nie zu spät gekommen? Mensch, Mensch, hört auf zu richten und urteilen, wenn Ihr die Bedingungen und Abläufe nicht kennt und vor allem, wenn Ihr die Personen nicht kennt!
    Nun zu den Aussichten: am Mittwoch spielt der VfB in Leverkusen. Viele würden sagen, da ist nichts zu holen! Vielleicht zurecht! Aber, und kommt das aber: Die Rollen werden verteilt sein, denn der VfB ist nicht mehr Favorit! Dort können Sie – wie in den Vorbereitungsspielen befreit aufspielen. Ich bin davon überzeugt, dass der VfB den Leverkusenern das Leben schwer machen wird, weil es keine Mannschaft ist, die mit Mann und Maus hinten drin steht.

    Mit weiß-roten Grüßen
    Ein Schwabe

    • Stefan sagt

      Lieber Herr Leuze,

      ’selten so viel Mist gelesen‘ (Zitat).
      Soso, der Schiri war also der Böse; vielleicht macht man es sich damit ein bisschen zu einfach. Mit Sicherheit sind wir diverse Male bös benachteiligt worden (Aue…); aber der VfB-Truppe nach dieser unsäglichen Leistung vom Millerntor ein Alibi verschaffen zu wollen, finde ich schon eine äußerst interessante Vorgehensweise bei der Problembewältigung. Das haben die schon selber verbockt – und (diesmal) nicht der hochwohlgeborene Dr. Brych.

  9. Peter Schäuble sagt

    Leute, ich liebe diesen Blog, ehrlich. Weil sich dahinter viel VfB-Liebe und -Leidenschaft, aber auch jede Menge Fußball-Sachverstand verbirgt. Dass hier ge- und bekrittelt wird, ist auch ok. Aber lasst bitte die Kirche im Dorf. Bitte bedenkt, dass der neue Trainer bei St.Pauli erst zum zweiten Mal an der Außenlinie stand. Und dass das ein Auswärtsspiel unter ganz anderen Bedingungen als beim Heimsieg gegen Heidenheim war. Was ich etwas daneben finde, ist die massive Abqualifizierung einzelner Spieler. Es wird etwas dauern, bis die Jungs das „neue“ System optimal auf den Platz bringen. Ich habe Geduld. Ich gehöre zu denen, die ggfs. auch ein zweites Jahr in der 2. BuLi akzeptieren und mitgehen. Denn ich befürchte, dass einem Aufstieg mit Ach und Krach eine extrem schwierige und nervenraspelnde Saison in der ersten Liga nach sich zieht. Ist das wirklich erstrebenswert ?

    • @abiszet sagt

      Hi Peter, vielen Dank ;-) Ich gehöre zu denen, die kein zweites Jahr im Unterhaus gut finden. Ob wir diese Saison (oder später, wenn überhaupt) aufsteigen, es wird danach so oder so schwierig und nervenaufreibend. Bei allem Verständnis für neuer Trainer usw: Laufen und dagegen halten, kann man immer. Es ist diese Einstellung „auch der HSV und Bielefeld hatten es hier schwer, haben sogar verloren“, die einfach nicht dazu führt, gegen einen Gegner, dem man formal überlegen ist, mit allem Engagement zu gewinnen. Nicht förderlich ist es allerdings, wenn Du in der Startelf zwei Mann drin hast, die sich im Moment ausser Form befinden (Förster, Klement).

  10. drhuey sagt

    Bin auch der Meinung, dass der VfB in Leverkusen eine gute Figur machen kann. Aber das ganze Gerede zu den Platzverhältnissen ist eine Farce. Wenn es in Hamburg Gras nur auf der Tribüne gibt: God bless ‚em! Aber für alle 22 Kicker ist der Platz derselbe oder möchte einer behaupten, dass wir nur Edeltechniker haben, deren Qualitäten nur auf Golfrasen zum Tragen kommen? Es gab eine Szene, in der sich die St. Paulianer per one-touch sehr fein im Viereck aus dem Gegnerdruck befreit und das Spiel verlagert haben. Und weder der Platz noch der Schiedsrichter vermeiden den Schritt von Förster zum Ball. Zu viel Jugend ? Es ist viel mehr die Frage: Ready or not ? Wir haben zu viele, die das Potential, das man in ihnen gesehen hat, nicht auf den Platz bringen. Toll, wenn der Karazor unbedrängt einen messerscharfen Pass in die Schnittstelle spielen kann, aber was macht er die restlichen 89 Minuten? Er ist wahrscheinlich ein bisschen zu spät geboren für eine Profifussballkarriere. Den lässig-kaiserlichen Aussenrist-Libero gibt es nicht mehr. Mein Fazit: es fehlt teilweise an Qualität, aber ich glaube auch, dass es ein Kopfproblem (Einstellung) gibt. Beides zu optimieren ist jetzt die Mammutaufgabe des Trainers.

  11. Joachim Leuze sagt

    dryhuey, es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob eine Mannschaft dauernd auf so einen Acker spielt oder nicht! Also St. Pauli wird es wohl als Strategie verwenden, dass sie den Rasen nicht neu belegen. Der VfB ist natürlich in Sachen Rasen verwöhnt, wenn man die Plätze rund um den VfB anschaut.
    Und auch die Thesen von Dir teile ich nicht. Natürlich macht so ein Platz einem Edeltechniker zu schaffen…. Und was Ihr immer auf Karazor rumreitet, der war aus meiner Sicht noch einer der stärkeren Spieler.
    Für mich ist und bleibt die Schlüsselsituation die Verletzung von Kempf! Ich bin mir sicher, der VfB wäre als Sieger vom Platz gegangen. Ich weiß, hätte, wäre… Konjunktiv und so weiter und sofort… Aber man sollte als VfB´ler nicht so hochnäsig sein und mit dem einen Punkt leben können.

  12. drhuey sagt

    Joachim, ich stimme Dir zu, dass sich ein Edeltechniker auf einem schlechten Rasen schwerer tut. Ich sehe aber diese Kategorie nicht so zahlreich beim VfB vertreten, als dass daraus ein größeres Problem erwachsen sollte. Ausserdem würde sich das nur signifikant bei extremem Kurzpassspiel des VfB auswirken, denn die individuellen Elemente wie Ballan- und mitnahme, Zweikampfführung, etc. sind für alle gleich. Und zu einem Profi gehört nunmal dazu, dass er es versteht sich an Umgebungsbedingungen anzupassen. Mir wird einfach zu oft irgendein externer Faktor gesucht, um die fehlende Leistung, die notwendig gewesen wäre zu erklären. Wenn die Verletzung von Kempf eine Schlüsselszene mit Signalwirkung gewesen sein soll, dann hätte es auch ein Signal an den Rest der Mannschaft sein können: der Schiedsrichter ist bekanntermaßen nicht unser Freund, der Platz ist sch*** und nun haben sie ungestraft auch noch unseren Kapitän eliminiert? Jetzt erst recht…für Kempfi. Wie zum Beispiel bei der WM in Italien nach dem Platzverweis vom bespuckten Völler. Was Klinsi und die gesamte Mannschaft damals gegen die Holländer abgezogen haben, war Extraklasse. Zu Karazor: In einer Mannschaft, die vieles schuldig bleibt einer der Besseren zu sein, ist noch kein Qualitätskriterium an sich. Zunächst dachte ich, es würde ihm gut tun das Spiel mehr vor sich zu haben, als oft mit dem Rücken zum Geschehen angespielt zu werden, denn dafür fehlt ihm Finesse und Handlungsschnelligkeit. Aber leider hat man bei ihm immer Puls, wenn er den Ball bekommt. Und ich frage mich wann er dazulernen möchte. Wir haben doch keine Zeit.

  13. Stefan sagt

    Wenn Herr Leuze die Aussagen von Clemens als ‚Mist‘ bezeichnet, hat er offenbar zu viel Quellwasser intus. Diese um sich greifende Schönfärberei nervt, denn letztendlich hat es die Mannschaft (mal wieder) massivst verbockt – sonst niemand. Und was die Schiedsrichter angeht: die spucken uns tatsächlich regelmäßig mächtig in die Suppe; aber den Kollegen vom Millerntor für das VfB-Gegurke verantwortlich zu machen, finde ich schon – ähem – interessant.

  14. Stefan sagt

    Und noch zwei oder drei oder mehr Worte zu den ‚miserablen Platzverhältnissen‘: Diese Leier kann ich auch nicht mehr hören. Die (vermeintlich) hoch veranlagte VfB-Technikertruppe ist also benachteiligt. Merkwürdig nur, dass ich Pellegrino Matarazzo vor dem Spiel habe sagen hören, Pauli müsse auf demselben Geläuf spielen. Also lasst doch bitte mal die Kirche im Dorf – ein selbsternannter Aufstiegskandidat muss auch mal mit widrigen Umständen klar kommen.

  15. Clemens sagt

    Lieber Joachim,
    lange nicht mehr eine so lustige Gutmensch-Glosse zu lesen bekommen. Zunächst einmal habe ich mich zum Thema „verdient“ oder „unverdient“ gar nicht geäußert. Des Weiteren kannst du nachlesen, dass ich die Platzverhältnisse am Millerntor ebenfalls als suboptimal bewertet habe. Dass Donis, Ascacibar und vor allem Maffeo nachweislich Probleme mit den Vereinsoberen hatten, sollte selbst dir nicht entgangen sein – nicht alles an Berichten in der Presse basiert auf Meinungsmache oder abstrusen Verschwörungstheorien. Und dass Gonzalez jetzt erstmalig aufgrund fehlender Disziplin auffällig geworden ist, kann natürlich ein Einzelfall bleiben. Churlinov hat man übrigens ebenfalls den Medien zur Folge gerne aus Köln ziehen lassen, weil dieser wohl ein stark überzogenes Selbstwertgefühl besitzt und unangemessene Forderungen an die FC-Verantwortlichen gestellt hat. Und nein, ich kenne die betroffenen Personen nur vom Hören-Sagen, nehme mir allerdings dennoch das Recht heraus, Dinge zu beurteilen. Allerdings passe ich in meiner Tonalität ein wenig besser auf und diffamiere andere Kommentatoren weder über Aussagen zu ihrem „kargen Leben“ oder bezeichne Ihre Meinung als „Mist“. Ich soll dich übrigens von der Netiquette grüßen, Ihr habt euch offensichtlich noch nicht kennengelernt.
    Beste Grüße,
    Clemens

  16. @abiszet sagt

    @Clemens und Joachim:
    Bitte passt Euch nicht dem Nivau des Pauli-Platzes und der Schiedsrichterleistung an. Danke.

    Gonzalez hatte den Termin 15 Minuten später im Kopf und kam deshalb leicht zu spät zur Teamsitzung. Daraus sollte man keine große Sache machen oder gar ein Disziplinproblem hochsterilisieren ;-) Mit Churlikov wollte Köln sogar verlängern („Armin Veh kämpft um Verbleib von Darko Churlinov“), des weiteren kursieren Gerüchte, die gerade Köln eine Argumentation liefern, dass sie so ein Talent verloren haben.

    • Clemens sagt

      Mich in Punkto Kommunikation mit Joachim in einen Topf zu werfen finde ich etwas überraschend. Vielleicht ist das hier dann doch nicht mein Forum.

      • Joachim Leuze sagt

        Clemens, Du widersprichst Dir in Deinem zweiten Kommentar das eine und das andere mal…! Ich glaube langsam, dass Du es selber nicht mehr weißt, was Du hier so schreibst. Mich kritisieren, weil anscheinend Gerüchte aus der Presse nachgehe und selber Gerüchte wie eine Pfeffermühle verstreuen.

        In der Tat, es ist nicht Dein Forum. Ich richte und urteile nicht über Dinge, die ich nicht verstehe. Und wenn ich es verstehe, dann mache ich es hier kund! Und ich will beileibe nichts beschönigen oder gar unter den Teppich kehren. Man sollte auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein. Was Ihr anscheinend nicht könnt, deswegen sind Ihr hier nur am Bruddeln und Motzen.

        Und noch etwas: ich bin zwar ein guter Mensch, aber ich lass mich hier nicht von einer Sprache, die eigentlich eine rechtsextreme und faschistoide Truppe in den Landtagen oder Bundestag gebraucht, beleidigen. Klaro?

        • Clemens sagt

          Glückwunsch Joachim, jetzt bin ich also auch noch rechtsextrem – damit bist du der verdiente Sieger im Niveau-Limbo.

  17. @buzze sagt

    Rudelbildung in der Kommentarspalte: Männer, wir sind hier nicht bei Facebook!
    Wie hätte Tim Walter gesagt: „KONTROLLE“!

  18. drhuey sagt

    Wie sagte mein Opa so schön: Der oine isst gern a pfond Läberkäs und der ander goht gern end Kirch. War mein 1918 geborener Opa wirklich fortschrittlicher und entwickeln wir uns zurück ? Die Meinung anderer als „Mist“ zu bezeichnen wird dem Austausch unter Leuten, die diesselbe Leidenschaft teilen nicht gerecht. Und was gar nicht geht ist jemanden der rechtspopulistischen Wortwahl zu beschuldigen. Ich möchte nicht, dass dieser hervorragende Blog mit seinen vielfältigen Meinungen zu einem respektlosen Forum verkommt. Meinungen und Ansichten austauschen, zum Besten geben, Leidenschaft teilen, das müsste doch auch zu unserer Zeit möglich sein. Noch abstruse wird das Ganze ja, wenn man bedenkt um welchen Inhalt es sich hier handelt: Sport. Sportsmänner respektieren sich … alles andere ist Kinderkram !

  19. Joachim Leuze sagt

    Mich nervt nur mit welcher Erhabenheit, Frechheit und Arroganz zum Teil hier Leute haben, dass der VfB jeden Gegner nur mal so wegputzt! Sie haben null Respekt und Achtung gegenüber den gegnerischen Mannschaften. Also ich bin total ungehalten. Dann wird man hier noch diffamiert und dumpfbacken angemacht, wenn man seine Sicht der Dinge hier kundtut. Ich beleidige oder diskreditiere hier wenigsten keine Spieler des VfB. Unfassbar!

    Tim Walter wurde genau von diesen Leuten vom Hofe gejagt, weil sie der Anfang allen Übels beim VfB sind. Bei der kleinsten Kleinigkeit wird drauf geprügelt, was das Zeug hält. Da erkämpfen sie sich nach einem Rückstand ein Unentschieden – welches dem Spielverlauf absolut gerecht war – und dann wird die Keule rausgeholt. Und das kotzt mich hier an, da werden Grenzen überschritten.

    • drhuey sagt

      Schade, dann fällt mir abschliessend nur noch folgendes ein: „Yeah, well, you know, that’s just, like, your opinion, man.“ – The Dude

  20. Andreas F sagt

    Gestern HSV in Bochum ist Anschauungsunterricht für den VFB. Nur dass beim HSV jeder Tore machen will und kann. Wer wettet darauf dass gestern der VFB das auch noch so gedreht hätte? Seit 10? Jahren wird jeder Spieler schlechter bei unserem VFB, warum? Sind die Ambitionen nur oberflächlich, aber der gesamte Apparat leistet nicht? Immerhin kann man hoffen, dass irgendein Trainer, wäre schön es ist der jetzige, dieses Problem lösen könnte. Trotzdem glaube ich, dass es hinter dem HSV zu Platz 2 reicht. Die dann folgende BL-Saison …

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