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Pokal-Sensation in Rostock!

Man muss es so klar sagen: Der FC Hansa Rostock ist seiner Favoritenrollte in der ersten Runde des DFB-Pokals nicht gerecht geworden. Gegen den Außenseiter VfB Stuttgart mussten die Spieler aus der Hansestadt die Segel streichen. Obwohl der VfB gegen Rostock bisher jedes Pokalspiel verlor – 2018 (in der 1. Runde), 2005 und 1992 jeweils in der zweiten Runde und 2000 im Viertelfinale – scheiterte der Drittligist dieses Mal krachend an den Klippen des Pokalweiterkommens.

Die Hansa-Kogge hatte Flaute, aber der VfB segelte keinesfalls hart am Wind. Behäbiges Aufbauspiel, kein Tempo in den Offensivaktionen, viele Ballverluste. Hier tat sich vor allem Santiago Ascacibar hervor, der zwar einen Flachpass mit der Brust stoppen kann, aber viel zu viele Abspielfehler einbaute. Verletzt von Bord gehen mussten Orel Mangala und Holger Badstuber. So konnte der eingewechselte Hamadi Al Ghaddioui – erneut untypisch für den Tim Walter-Fußball – nach einer kurz gespielten Ecke zum entscheidenden 1:0 einköpfen und der aus Liverpool ausgeliehene Nathaniel Philips kam zu seinem Pflichtspieldebüt. Zu einem recht ordentlichen, muss man sagen. Auch wenn er ein paar Orientierungsschwierigkeiten hatte, ließ er sich von keinem Rostocker Kiel holen.

Ohne Frage hat das VfB-Team mit seiner Mischung aus jungen Matrosen und erfahrenen Seemännern großes Potential, mit dem Walter-Fußball auf Erfolgskurs zu kommen – wenn er konsequent gespielt wird. Am auffälligsten in Rostock war aber nur, wie sich Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf immer wieder im zentralen Mittelfeld anbot. Ansonsten gab es kaum die für den Walter-Walter so typischen Positionswechsel.

Nachdem es dem VfB an Konsequenz nach vorne und vor allem in der Chancenverwertung fehlte (Ascacibar!), wäre es nur logisch gewesen, dass Rostock zum Spielende noch den Ausgleich erzielt und die Verlängerung erzwungen hätte. Aber dafür war Rostock nicht gut genug, auch wenn es die eine oder andere turbulente Szene kurz vor Schluss gab. Der VfB kam nicht wirklich in stürmische Gewässer.

Also abhaken, Hauptsache eine Runde weiter? Einerseits ja, was für eine negative Sogwirkung ein Ausscheiden haben kann, haben wir letztes Jahr gesehen. Andererseits muss der VfB es schaffen, Trainer Tim Walters Spielidee besser umzusetzen. Besonders in vorderster Linie war zu wenig Bewegung drin und die Abwehr zeigte sich gegen einen limitierten Gegner manchmal unsortiert. Gegen St. Pauli am Samstag muss der VfB seinen klaren Kurs wieder finden, sonst wird aus dem Rückenwind zum Saisonauftakt eine Flaute.

Das VertikalGIF zum Pokalspiel findet Ihr hier.

Bild: Getty Images / Bongarts

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9 Kommentare

  1. Mozy sagt

    Ich muss mich hier mal wieder unbeliebt machen, vor allem bei den immer zahlreicher auftretenden Walter-Jüngern hier auf dem Blog. Das Spiel gestern wurde nur gewonnen, weil die Kogge einen schlechten Tag hatte (und im übrigen schlechte Fans, die etwas zu sehr nach Steuerbord abdriften, wenn ihr mich fragt…) und nicht, weil der Walter-Fussball so genial greift. Die ständigen Positionswechsel mögen ja ganz lustig sein, schaffen aber immer wieder Momente voller Orientierungslosigkeit bei manchem Spieler; vor allem ‚Kempfi‘ hatte ziemliche Probleme und ist nach wie vor mit seiner Kapi-Binde überfordert. Das sah gestern zeitweise richtig nach Korkut-Fussball aus mit langen Bällen irgendwie nach vorne gehauen von Bredlow und Sosa (der gerne auch mal bis zur gegnerischen Grundlinie durchmarschieren dürfte), leider keinem Abnehmer vorne und merkwürdigem Stellungsspiel in der Abwehr. Und das Tor? Ist nach einem Standard gefallen. Woher kennen wir wiederum das? Aus der Weinzierl-Ära. Es tut mir Leid, aber ich sehe da noch keine großartige Änderung im Spiel. Bestimmt rät mir der ein oder andere von Euch, dass ich mir eine neue Sportart suchen sollte, wenn ich nicht sehe, was für Wunder auf dem Platz unter Walter geschehen. Habe auch schon damit angefangen; in Hazelach wird gerade am Wochenende immer wieder atemberaubend Boule auf dem Erwin-Schöttle-Platz gezockt. Vielleicht sollte ich mich damit mal anfreunden – als Zuschauer natürlich;-)

  2. @abiszet sagt

    Genau @Mozy, das solltest Du machen, auf dem Erwin-Schöttle-Platz Boule spielen ;-)

    Im Ernst: Hast Du etwas im Text von hervorragendem Walter-Fußball gelesen? Von Lob von einem Walter-Jünger und von Wundern auf dem Platz? Da steht etwas von zu wenig Tempo, zu wenig Bewegung, von Ballverlusten und einem Walter-untypischen Tor.

    @Bernd
    Genau so siehts aus!

  3. Ja, ja … einfach mal abwarten. In acht Wochen wird wieder „Hurra“ für Tim Walter geschrien oder nach Nico Willig gerufen. Oft sind es nur kleine Dinge die eine Saison in die eine oder andere Richtung lenken. Fußball ist nicht so einfach wie Basketball, wo die größere Mannschaft immer gewinnt. Das ist viel komplexer und leider auch viel schwieriger zu verstehen.

  4. Zum Thema Ascasibar: Seine Pässe sind uäääh … da muss ich zustimmen. Aber schaut mal die Spiele an, in denen er in den letzten zwei Jahren frühzeitig ausgewechselt wurde. Alle verloren. Seltsam, oder?

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