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Indiana Jürgen: Der Jäger der verlorenen Rückrunden-Mannschaft

11Freunde, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online – alle sind auf der Suche nach einer Erklärung: Wie wurde aus einem bemitleidenswerten Abstiegskandidaten ein Team, das Fans, Medien und Gegner mitreißt? vertikalpass hat exklusiv die Antwort: Jürgen Kramny ist ein kleiner Fußball-Abenteurer und als Spieler und Trainer schon ein bisschen rumgekommen. Erste, zweite, dritte Liga, Stuttgart, Nürnberg, Mainz, Darmstadt, wieder Mainz und wieder Stuttgart, er war nur in den großen Metropolen tätig. Seine Freunde nennen ihn deshalb spöttisch Indiana Jürgen, enge Freunde dürfen ihn sogar „Indy“ rufen. Zuletzt musste er ein haarsträubendes Abenteuer mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart bestehen. Den alternativlosen Zorni-Fußball sollte er da installieren. Das lief mehr schlecht als recht, Kramny befand sich knietief im Sumpf aus Gegenpressing und zentrumsorientiertem Offensivspiel. Im November erhält er plötzlich Besuch von zwei geheimnisvollen Vertretern der Stuttgarter Vereinsspitze, die mit einem unglaublichen Auftrag an ihn herantreten: Indiana Jürgen soll für die Herren, die sich Major Dutt und Doc Wahler nennen, so schnell wie möglich die sagenhafte und verschollene VfB-Rückrunden-Mannschaft finden. Denn die Legende besagt: diese Mannschaft sei nahezu …

Ein Fall für zwei

Wer braucht schon elf Mann für ein Fußballspiel? Der VfB jedenfalls nicht. Er benötigt zwei erfahrene, oft gescholtene Silberrücken, einen Schiedsrichter, der im richtigen Moment beide Augen zudrückt und einen Alex Meier, der Kopfbälle daneben oder an die Latte setzt, die er normalerweise mit drei Äppelwoi intus versenken würde. Heraus kommt ein erneut aufreibender VfB-Sieg, der vierte in der Bundesliga in Folge. Ist das The Return of Rückrunden-Mannschaft? In den Hauptrollen: Georg Niedermeier und Christian Gentner. Niedermeier, powered by emotions, feiert sein hundertstes Comback beim VfB. Er ist der dreckigste aller Abwehrrecken, der Robert Huth der Bundesliga, ein Verteidiger so ruppig und hölzern wie Katsche Schwarzenbeck. Einer, der da hinten aufräumt wie Nick Tschiller im „Tatort“. Seine Spielweise wirkt bisweilen so altbacken wie Josef Matula aus dem ZDF-Klassiker „Ein Fall für zwei“. Er ist einer, der keine Gefangenen macht, einer, den alle mögen, weil er sich so reinknallt. Kopfballduelle werden bei ihm zu Luftschlachten wie beim 1:3, als er die Flanke von Gentner mit allem ins Netz wuchtet, was er hat: mit Kraft, Energie und …