VfB
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Zorni reloaded

Endlich ist die Scheiss-Serie vorbei. Nach der unwürdigen Niederlage gegen Hannover geht es nur noch ums Gewinnen und nicht mehr darum, irgendeine Drecks-Serie auszubauen. Diese ständigen Vergleiche mit anderen, deren Statistiken deutlich schlechter sind als die der Stuttgarter. Je öfter man es liest, desto mehr glaubt man es. Der VfB wurde mit seinen schier unglaublichen acht ungeschlagenen Spielen regelrecht überhöht. Der VfB als heißester Scheiß der Bundesliga, nur Dortmund und die Überbayern seien besser, sonst noch was? Kollege @buzze sagte am Freitag Abend noch, dass es mal wieder Zeit wäre für einen Kantersieg. „So ein gepflegtes 5:0 mit einem Dreierpack von Harnik“, davon träumte er. Aber klar, wenn nicht gegen Hannover 96, gegen wen dann? Der Tabellenletzte hat einen Trainer an der Seitenlinie, der mehr auf Offensive statt auf Defensive steht und dem würden Filip Kostic, Timo Werner und Alexandru Maxim ein paar einschenken.

So lange ungeschlagen zu sein, mutet wie eine virtuelle Scheinwelt an, sind wir mit dem VfB und seinen Siegen in eine Parallelwelt geraten? Verfügen die Spieler über schier unnatürliche Fähigkeiten? Nicht bruddeln zu können, kommt einem ja fast schon unwirklich vor. Gut ist, dass der VfB wieder in der Wirklichkeit ist. Wie konnte es dazu kommen?

Lags am Fehlen Daniel Didavis?
Eins ist sicher: Der Top-Scorer hätte garantiert keinen direkten Freistoß verwandelt. Sein Vertreter Maxim spielt ordentlich, aber er hat zu viele Luftschlangen in seiner Spielweise, das wirkt manchmal selbstverliebt, vielleicht will er es zu gut machen. Auch wenn sein Freistoß zum 1:0 führt – seine Standards sind ausbaufähig.

Sind einige Akteure überspielt?
Mir kommt Lukas Rupp manchmal müde vor. Timo Werner verstolpert das 2:1 auf geradezu groteske Weise, eine Pause würde ihm gut tun, eventuell auch Emiliano Insua. Aber ausschlaggebend für die Niederlage gegen Hannover ist es nicht, dass Jürgen Kramny stets mit derselben Aufstellung beginnen läßt.

Ist es die unterstellte Selbstgefälligkeit?
Wer dachte, der VfB würde unter Kramny seine DNA als Aufbaugegner ablegen, hat sich getäuscht. Hat das etwas mit Mentalität zu tun? Unangenehm ehrgeizige und unbequeme Zeitgenossen wie Kevin Großkreutz und Serey Dié sorgen für Leben in der Mannschaft, keiner ist gegen Hannover überheblich. Dass Kostic, Werner und auch Rupp in der Nachspielzeit die Dinger nicht machen, erinnert an die slapstick-artige Chancenverwertung unter Alexander Zorniger.

Wurde Indiana Jürgens Spiel dechiffriert?
Thomas Schaaf hat eine fast schon krankhafte Vorliebe für 10er und bringt deshalb gleich mal zwei davon: Den lange verletzten Hiroshi Kiyotake und den fahlen Grunge-Norweger Iver Fossum. Dafür verzichtet er auf einen klassischen Stürmer und die Kollegen von vfb-taktisch haben darin einen klugen Schachzug entdeckt. Sie sehen Probleme in der Zentrale, Probleme im Pressing und ein großes Problem namens Christian Gentner, weil der etwas unkoordiniert übers Feld hoppelt.

Offensichtlich hat Werner ein Wette mit Martin Harnik laufen, in der er ihn im Auslassen von Torchancen übertreffen will. Macht er das 2:1, spricht keiner über Schaafs Taktik, von der zudem in der zweiten Halbzeit kaum noch etwas zu sehen ist.

Gehts jetzt wieder abwärts?
Die Träume von Europa waren genauso überzogen wie die aktuelle Sorge vieler Fans vor einem neuerlichen Absturz. Es scheint so, als ob sich alle leidenschaftlich in die Auf und Abs werfen und sie deshalb noch verstärken. Natürlich ist der VfB noch nicht gerettet, aber er ist nach der unverdienten Niederlage gegen Hannover auch nicht abgestiegen. Ein bisschen mehr Gelassenheit würde uns allen gut tun.

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