Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kramny

Bei Geburt getrennt.

Tayfun Korkut erinnert an Jürgen Kramny. Beide sehr spröde im Auftritt, beide keine großen Kommunikatoren, beide keine Innovatoren, sondern sehr pragmatisch bei Spieltaktik und Mannschaftsaufstellung. Sie machen das, was sie können und was die Mannschaft kann. Kramny hatte lange noch dieses verschmitzte Lächeln, als ob er es gar nicht fassen konnte, Bundesligatrainer zu sein. Korkut dagegen freut sich mehr nach innen, selbst bei Toren. Die Ergebnisse ähneln sich ebenfalls. Kramny begann mit acht Punkten aus den ersten vier Spielen, Korkut mit zehn. Es ist kein komplizierter Fußball, den Korkut spielen lässt, aber einer, den der Gegner furchtbar anstrengend und nervig finden kann. Genervt war auch Niko Kovac und stocksauer, dass der VfB die Eintracht auf sein Niveau hinunter gezogen hat. Korkut hat das „kompakt stehen“ erfunden, er ist Mister Kompakt. Und wenn dann doch mal einer durchkommt, dann wirft sich jemand aufopfernd in die Schussbahn wie die deutschen Eishockeyspieler in Pyeongyang. Benschamäh Pavard kann nicht nur elegant, sondern auch spektakulär, wie übrigens auch Timo Baumgartl. Beide haben unter Korkut einen Qualitätssprung gemacht. Click on the …

Unsere beliebtesten Artikel 2016

Ein Jahresrückblick ist stets die ultimative Möglichkeit, sich selbst gebührend abzufeiern. Das wollen wir natürlich nicht verpassen und haben in den Tiefen von Google Analytics nach unseren klickstärksten Texten im Jahr 2016 gesucht. Erstaunlicherweise haben wir diese alle nach dem Abstieg geschrieben. Here we go: Platz 10: Die Fans sind der Star! Die VfB-Fans übernehmen das Hartwald-Stadion, Simon Terodde grüßt aus Sandhausen und Twitter liefert fleißig T-Rodd-Memes. Der Saisonauftakt verläuft ganz nach Maß. Platz 10 für einen der ersten Texte aus der Zweitliga-Saison. Die Fans sind der Star! Platz 9: Wie im Kindergarten Nachdem der VfB gegen Heidenheim verloren hat, prügeln Jos Luhukay und Jan Schindelmeiser fröhlich aufeinander ein. “Wie im Kindergarten” schreiben wir. Anscheinend sehen das auch unsere Leser so. Wie im Kindergarten Platz 8: VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Die Meldung, dass der VfB Stuttgart von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, schlägt ein wie eine Bombe und schafft es auf Platz 8 unserer Top 10. VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Platz 7: Fack ju, zweite Liga! Gut 100 Tage nach dem Abstieg …

Tausend Tränen tief

Enttäuscht, resigniert, verbittert, wütend, müde, traurig, entsetzt, hoffnungsvoll, melancholisch, erleichtert, fassungslos – kann man das alles gleichzeitig fühlen? Es fühlt sich jedenfalls scheiße an. Ich hatte eine Woche Zeit, mich auf den Abstieg vorzubereiten. Aber er trifft mich doch mit einer unerwarteten Wucht. Der Abstieg kam in der Nacht und hielt mich umschlungen, ich bin erwacht und er war immer noch da. So wird das jetzt lange gehen. Ich bin wütend! Der Abstieg ist so unnötig. Die erste Liga wurde hergeschenkt nach dem Hoffenheim-Sieg: Ein frappierender Spannungsabfall im gesamten Verein, der über neun Spiele von keinem der Verantwortlichen gebremst werden konnte. Nicht gehandelt zu haben, sich nicht mit allem gegen den Abstieg gewehrt zu haben wie Bremen und Frankfurt, ist das wahre Versagen von Bernd Wahler, Robin Dutt, Jürgen Kramny und der Mannschaft. Wer ernsthaft überlegt, mit Dutt und Wahler weiter zu arbeiten, schadet dem Verein. Ich fasse es nicht! Hätte Dutt in den Wochen zuvor so gekämpft wie in der letzten Woche um seinen Job, dann wäre der VfB nicht abgestiegen. Wenn Dutt so …

Die Totengräber des VfB

Warum bin ich VfB-Fan? Der Verein kam zu mir durch meinen Vater, der mich als ganz kloiner Junge mit ins Neckarstadion genommen hat. So ein riesiges Stadion, es roch nach Bratwurst, man konnte so laut schreien wie man wollte und dann trugen die Spieler so ein schönes Trikot. Mein erstes Idol war Hermann Ohlicher, natürlich weil er viele Tore schoß, aber auch weil ich glaubte, er ist wie ich: Er liebt den VfB. Der Verein ist wie ein warmes Herz, eine heiße Liebe, aber auch eine wehmütige Erinnerung. Das kann das Geräusch des Jubels, der Schmerz einer vergebenen Chance, der rhythmische Gesang von 1893-hey-hey sein. Der VfB gehört für mich zur Familie. Ist mal der große Bruder, zu dem ich aufsehe. Mal der Opa, wenn er von Tradition und alten Zeiten spricht. Mal die zickige Schwester, wenn der Club wieder eine Pussy ist. Es muss schon viel passieren, ehe man jemand aus der Familie verstößt. Vertrauensbruch. Hinterhältigkeit. Betrug. Eine wehrlose Mannschaft. Ein überforderter Trainer. Ein planloser Manager. Ein unbeholfener Präsident. Und schließlich Fans, für die …

This Club is on fire!

Es wird über guten und bösen Fußball diskutiert in diesen Tagen. Auslöser ist Pep Guardiola, der für das schöne Spiel steht, aber mit Bayern München „nur“ dreimal hintereinander Meister geworden ist. Es gibt wirklich Leute, die so überheblich sind und Guardiolas Fußball über den von Klopp, Rangnick, Schmidt, Schuster oder Simeone stellen. Weil Pep Fußball „spielen“ läßt und die anderen eher auf die Fehler des Gegners warten oder sie erzwingen wollen. Ich bin da ganz einfach gestrickt: Für mich spielt der VfB bösen Fußball – und warum? Weil er nicht erfolgreich ist. So gesehen gibt es nicht gut und böse, sondern erfolgreich und den VfB. Und wie man zum Erfolg kommt, dafür gibt es verschiedene Wege. Nicht nur den Pep-Way und den Halunken-Style von Diego Simeone. Der VfB hat den Weg in den Mißerfolg genommen. Von diesem Weg läßt er sich seit rund fünf Jahren nicht abbringen, ganz so wie die Weinwanderer am Vatertag. Jetzt brennt es lichterloh in der Mercedes Straße. Und zwar überall. Trainerstab Jürgen Kramny saß wie das reine Elend in Bremen …

Verein für Bequemlichkeit

Auf meinen Freund Sammy konnte ich mich immer verlassen: Wenn ich am VfB zweifelte, wenn ich vor Spielen Angst hatte und wenn es um alles ging, gab er mir mit seinem Optimismus Hoffnung. Ich sah mit ihm das Bochum-Spiel 2007, er sagte das 2:1 gegen Cottbus voraus und war sich letzte Saison absolut sicher, dass gegen Mainz und den HSV gewonnen wird. Vor dem Bremen-Spiel schüttelte er allerdings den Kopf: „Des wird heut‘ nix!“ Damit war der Abend eigentlich gelaufen. Warum habe ich mir das Spiel noch angetan? „Zwei Tore auswärts, das ist eine gute Leistung, vor allem ohne unsere Fans. Und das auswärts in diesem Hexenkessel in Bremen. Ja gut, wir müssen die individuellen Fehler abstellen, insbesondere in der Abwehr, aber die anderen haben jetzt den Druck: Die können etwas verlieren, während wir aus einer komfortablen Situation kommen. In der fühlen wir uns am wohlsten. Von uns erwartet niemand etwas, es gibt noch sechs Punkte und die können wir uns holen“. Ein absolut lächerliches Statement? Ja – und ein frei erfundenes. Aber es wäre …

Judgement Day

Trauer oder Triumph. Sieg oder Sarg. Vollhorst oder voll geil. Das Abstiegs-Endspiel wird kein Fight Light, es wird ein Drama, Baby. Bremen gegen VfB, Werdinator vs. VfBallermann, Tag der Abrechnung, das Spiel um die Big Points, eine Art vorgezogenes Relegationsspiel. Hier kann sich jeder unsterblich machen, es können Legenden entstehen, über die noch in 25 Jahren gesprochen wird. Auch wenn es kein Kampf Mann gegen Mann wird, machen wir den großen Head-to-Head-Vergleich. Trainer Viktor Skripnik und Jürgen Kramny stehen sich beide an Farblosigkeit in nichts nach. Beide standen und stehen in der Kritik wegen Ihrer Art der Mannschaftsführung. Am Anfang wurde dieses Ruhige, Zurückhaltende und Bodenständige beiden noch als Vorteil ausgelegt. Remis der tristen Sorte. Torhüter Pommes Tyton und Felix Wiedwald, beides Hauptdarsteller der Serie Pleiten, Pech und Pannen und in der Torhüter-Rangliste des Kicker auf den Plätzen 16 und 17. Remis. Aber kein gutes. Außenverteidigung Emiliano Insua läuft Furchen in seine Außenbahn. Sein Laufstil sieht immer nach harter Arbeit aus. Solide kann man ihn nennen, wobei er zuletzt weniger konsequent in den Zweikämpfen war und …

VfB am Boden: Jetzt erst recht!

Alles ist im Arsch, alles ist am Ende. Alles ist kaputt, alles liegt in Schutt und Asche, das Spiel gegen Dortmund schmeckt nach Kotze. Alles ist weg. Das Punktepolster, die Zuversicht es wieder zu packen, das letzte bisschen Respekt vor der Mannschaft und den Verantwortlichen im Verein. Der ganze Traum nach der Siegesserie zu Beginn der Rückrunde geht in Rauch auf. Ende. Aus. Für immer? Ja, so steigt der VfB ab. Mit einem Torhüter, der den einen oder anderen schwierigen Ball hält, dafür Tore mitverschuldet wie einst Sven Ulreich. Mit einem rechten Verteidiger, der sich vor dem 0:1 ärmlich ausspielen läßt und der beim 0:3 nach eigenem Ballverlust zurück in den Strafraum joggt. Mit einer Innenverteidigung, deren mangelnde Qualität jeder sieht, außer denen, die die Verantwortung tragen beim VfB. Ja, so steigt der VfB ab. Mit einem Kapitän, der unter Führung versteht, vor dem Mikro Statements abzugeben, die regelmäßig Fehleinschätzungen sind und einen Blick in die Denke der Mannschaft erlauben: Sie haben es einfach nicht begriffen, was zu tun ist. Mit einem Mittelfeld-Regisseur, der mit …

Ich habe Angst!

Im Tabellenkeller bricht Feuer aus, doch das macht den VfB nicht heiss. Der findet, Panik sieht bescheuert aus. Auf nen Alarm geben die in Cannstatt nen Scheiss. Wieso? Wir sind doch so gut wie in Sicherheit, stottern Robin Dutt und Jürgen Kramny. Wir brauchen nur noch fünf, vier, drei Punkte, ach, der Abstand zu Frankfurt ist doch sowieso komfortabel. Irgendwer holt uns hier schon raus. Das denken alle hart in der Kabine und schauen auf Christian Gentner, der auf Schorsch Niedermeier blickt, der auf Daniel Schwaab zeigt, der dann Daniel Didavi umarmt. Der wehrt ab und wedelt mit seinem Wolfsburg-Vertrag rum. „Verantwortung? Ich? Kann das nicht jemand anders machen?“ Das steht in allen Gesichtern. Ich kann es sehen. Immer nur den Shit zu sehen, geht schnell. Aber das Schlechte beim VfB ist unübersehbar. Jeder muss es im Verein erkennen, denn es befindet sich auf allen Ebenen. Seit Jahren. Und alle schauen zu. It’s a scary movie. Ich habe Angst. Dass die in der Mercedes Straße nicht sehen wie die Sonne untergeht. Die sitzen da, ohne …

Zorni reloaded

Endlich ist die Scheiss-Serie vorbei. Nach der unwürdigen Niederlage gegen Hannover geht es nur noch ums Gewinnen und nicht mehr darum, irgendeine Drecks-Serie auszubauen. Diese ständigen Vergleiche mit anderen, deren Statistiken deutlich schlechter sind als die der Stuttgarter. Je öfter man es liest, desto mehr glaubt man es. Der VfB wurde mit seinen schier unglaublichen acht ungeschlagenen Spielen regelrecht überhöht. Der VfB als heißester Scheiß der Bundesliga, nur Dortmund und die Überbayern seien besser, sonst noch was? Kollege @buzze sagte am Freitag Abend noch, dass es mal wieder Zeit wäre für einen Kantersieg. „So ein gepflegtes 5:0 mit einem Dreierpack von Harnik“, davon träumte er. Aber klar, wenn nicht gegen Hannover 96, gegen wen dann? Der Tabellenletzte hat einen Trainer an der Seitenlinie, der mehr auf Offensive statt auf Defensive steht und dem würden Filip Kostic, Timo Werner und Alexandru Maxim ein paar einschenken. So lange ungeschlagen zu sein, mutet wie eine virtuelle Scheinwelt an, sind wir mit dem VfB und seinen Siegen in eine Parallelwelt geraten? Verfügen die Spieler über schier unnatürliche Fähigkeiten? Nicht …