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VfB am Boden: Jetzt erst recht!

Alles ist im Arsch, alles ist am Ende. Alles ist kaputt, alles liegt in Schutt und Asche, das Spiel gegen Dortmund schmeckt nach Kotze. Alles ist weg. Das Punktepolster, die Zuversicht es wieder zu packen, das letzte bisschen Respekt vor der Mannschaft und den Verantwortlichen im Verein. Der ganze Traum nach der Siegesserie zu Beginn der Rückrunde geht in Rauch auf. Ende. Aus. Für immer? Ja, so steigt der VfB ab.

Mit einem Torhüter, der den einen oder anderen schwierigen Ball hält, dafür Tore mitverschuldet wie einst Sven Ulreich.

Mit einem rechten Verteidiger, der sich vor dem 0:1 ärmlich ausspielen läßt und der beim 0:3 nach eigenem Ballverlust zurück in den Strafraum joggt.

Mit einer Innenverteidigung, deren mangelnde Qualität jeder sieht, außer denen, die die Verantwortung tragen beim VfB.

Ja, so steigt der VfB ab. Mit einem Kapitän, der unter Führung versteht, vor dem Mikro Statements abzugeben, die regelmäßig Fehleinschätzungen sind und einen Blick in die Denke der Mannschaft erlauben: Sie haben es einfach nicht begriffen, was zu tun ist.

Mit einem Mittelfeld-Regisseur, der mit dem Kopf schon wo ganz anders ist und der froh ist, wenn er aus dieser ewigen Abwärtsspirale rauskommt.

Mit einem Angriff, der keine einzige 1:1-Situation gewinnt und immer falsch läuft, falsch passt und falsch steht.

Mit einem Trainer, der der Situation nicht gewachsen ist, der schwer nachvollziehbare Personalentscheidungen trifft. Mit ihm geht es trotz seiner Hilflosigkeit in die letzten Spiele und laut Sport-Vorstand auch in die neue Saison. Also unter Umständen auch in die zweite Liga. Was kaum wundert, denn eines hat Kramny sicher: Zweitliga-Format.

Ja, so steigt der VfB ab. Mit einem Sport-Vorstand, der nicht nur in der Kaderzusammenstellung, bei Vertragsverhandlungen und beim Umbau des Vereins Fehlentscheidungen trifft. Jetzt liegt er auch in seiner Paradedisziplin daneben: der Kommunikation. Dass ihn das Spiel gegen Dortmund nicht interessiert, kann ich verstehen, es war grausam. Von Interesse sollte doch schon sein, warum das Team in dieser schwierigen Situation dermaßen leblos auftritt.

Mit einem Präsidenten, der sich hinter der Ausgliederung versteckt und sich in Interviews in Phrasen flüchtet, wie er es immer tut. Außer am Anfang, als er von der Champions League sprach.

Und schließlich mit Fans, die müde geworden sind. Die ausgelaugt sind vom jahrelangen Abstiegskampf, die es hinzunehmen scheinen, dass ihr Verein dem Abstieg entgegen taumelt. Vor einem Jahr gab es die Karawane in der Mercedes Straße, in der über 20.000 Fans Spalier standen und die Mannschaft pushten. Und heute? Leere Augen, offene Münder, Fassungslosigkeit. Demotiviert und abgestumpft von der Inkompetenz auf und außerhalb des Spielfeldes.

Damit ist alles gesagt, der VfB steigt also ab. Oder?
Ja, aber nur wenn es alle zulassen.

Alles muss versucht werden, damit der VfB über dem Strich bleibt. Jetzt heißt es Arschbacken zusammenkneifen: Denkzettel können wir dem Verein immer noch verpassen nach der Saison, zum Beispiel in dem die Ausgliederung verhindert wird. Ein Sitzstreik vor dem Clubhaus bringt jetzt auch nix, „Dutt raus“ rufen und die teuren Karren der Spieler verkratzen – klar, kann man machen – ist es hilfreich? Jetzt gilt es Zeichen zu setzen, dass es uns wichtig ist, dass der VfB in der ersten Liga bleibt. Wir dürfen uns nicht anstecken lassen, von der Hilf- und Tatenlosigkeit des Vereins. Nicht mal Motivationsfilmchen bekommen die gerade zusammen. Wir müssen Mannschaft, Trainer und Verein raus aus der Lethargie bekommen. Denn sonst ist alles am Arsch, ist alles am Ende, dann steigt der VfB ab.

Darf gerne geteilt werden:

15 Kommentare

  1. Rainer sagt

    Bremen hat gegen HSV zwar auch verloren, aber wenigstens bis zum Umfallen gekämpft!
    Das Spiel sollte unseren Jungs mal als Motivationhilfe gezeigt werden. Ach was, dafür brauch man einfach Charakter…

    • @abiszet sagt

      Sehr gute Idee, Rainer! Auch andere Spiele, zB Liverpool vs. Dortmund oder Bayerns Last-Minute-Tor 2001 in Hamburg oder einfach die eigenen Siege gegen Mainz, HSV und Paderborn letztes Jahr. Alles muss unternommen werden, damit die in Cannstatt den Arsch hoch kriegen!

  2. Ich habe das hier in einem anderen thread schonmal geschrieben – wenn ich mich ärgern will dann bleibe ich daheim im Wohnzimmer bei Frau und Kindern.

    Ich gehe nach wie vor davon aus, dass ich mir durch meine Eintrittskarte, die Sky-Gebühren, oder alleine meine Freizeit mir einen Unterhaltungsanspruch kaufe.
    Schon die reine Zeit ist mir mittlerweile zuviel zu geben. Läuft nebenher neben emails und Pack-Arbeiten. Allemal noch genug um wöchentlich fast durchzudrehen.

    Es tut mir Leid – für meinen Teil ist das jährliche Engagement – insbesondere nervlich – vorbei. Es kommen – nach über 30 Jahren – nahezu keine Emotionen mehr auf, ausser Fassungslosigkeit und Unglauben vor so viel Gleichgültigkeit und Desinteresse aller Verantwortlichen.

    Waren teilweise wirklich schöne Jahre, aber ich bin raus. Betrachte das Ganze nur noch mit nötiger Distanz. Wenn ich es schaffe. Ausgelöst habe das nicht ich selbst, sondern der Verein. Wünsche Euch die Energie und die Ideen die ich nicht (mehr) habe.

    So – jetzt habt Ihr ein negativ-Beispiel auf das Ihr einprügeln könnt.

  3. angelontour sagt

    Zeichen setzten /alles muß versucht werden: warum reist dann die Canstatter Kurve nicht nach Bremen?
    wo ist das Herzblut der Gesänge – solange wir in der Kurve stehen…,unsere Mannschaft kommt aus Stuttgart….,wir werden niemals untergehn,solange unsre Fahnen wehen!
    Ist das jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt für Boykott und Protest oder zusammenstehen und alles geben?
    Auf geht´s !

  4. @abiszet sagt

    @Asango
    Emotionen sind bei Dir ja noch da, Fassungslosigkeit und Unglauben. ;-) Das heißt, Du bist noch dabei.

    Mach‘ das, wobei Du Dich wohl fühlst, keine Frage. Aber auf FB schrieb jemand: „Ich bin immer noch mit Herzblut dabei, was soll ich machen, der VfB ist mein Verein!“ Es darf nicht soweit kommen, dass die Mannschaft oder Kramny oder Dutt oder Wahler oder sonstwer uns die Bgeisterung für den Verein kaputt machen. Ich weiss, ich bin Romantiker. Aber der Verein ist größer als ein paar Mitarbeiter, die hoffentlich nach dem 34. Spieltag und dem Klassenerhalt weg sind. In diesem Sinne wünsche ich Dir und uns, dass Dein „gemischter“ Samstag Nachmittag mit Arbeit und VfB ein Happy-End bringt. Obwohl: Erstmal steht ja ein Montag an ;-) Drück‘ bitte zumindest die Daumen!

    @AngelonTour
    Ja, das sagt sich so leicht, an einem Montag Abend nach Bremen fahren. Minimum 6 Stunden hin, 6 Stunden zurück, mindestens ein Tag Urlaub. Und für was: Womöglich für einen emotionslosen Auftritt der Mannschaft. Ich finde, da muss was vom Verein kommen. Warum organisiert, chartert und zahlt er nicht eine Zugreise (Busreise) für die Fans? Sonst wird wegen jedem Mist einen Hashtag erfinden, aber wenns um alles geht, einfallslos und tatenlos sein. Es gilt, jetzt die Fans im wahrsten Sinne des Wortes mitzunehmen!

    • Angelontour sagt

      Ja , nichts entgegenzusetzen das war mein nächster Punkt . Danke fürs formulieren .

    • Ich befürchte, dass der Verein angesichts des angekündigten Boykotts des Montagsspiels mit einem solchen Angebot eher noch Porzellan zerschlagen würde, als Streikbrecher, gewissermaßen.

      • @abiszet sagt

        Durchaus möglich. Aber steht der Klassenerhalt für den VfB nicht über einem Boykott und der Ablehnung neuer Spielzeiten? Ganz klar: Die Ansetzung am Montag ist ein Witz (gerade auch wegen des Spiels Darmstadt vs. Frankfurt). Aber der Verein ist für die Spielansetzung nicht verantwortlich und muss es nicht so sein, dass eine größtmögliche Unterstützung (bzw. überhaupt eine) in Bremen angestrebt werden sollte? Denn eins ist klar: Ohne Fans ist der VfB in Bremen verloren, zumal an der Weser eine Stimmung herrscht wie letztes Jahr in Cannstatt: Die Stadt steht hinter dem Verein und die Fans machen ähnliche Aktionen wie die Karawane letztes Jahr. Es ist ein Jammer: Das wichtigste Spiel der Saison ohne Support …

        • „Aber steht der Klassenerhalt für den VfB nicht über einem Boykott und der Ablehnung neuer Spielzeiten?“

          Selbstverständlich, aus meiner Sicht. Ich stimme Dir ja in der ganzen Analyse oben zu. Dennoch hielte ich es für kontraproduktiv, den Boykott der Fans zu hintertreiben. Sich mit ihnen an einen Tisch setzen, sie bitten, sie meinetwegen auch anflehen: jederzeit. Aber sie verprellen und im dümmsten Fall gar eine noch dümmere Reaktion für das letzte Heimspiel heraufbeschwören? Da hielte ich wenig von.

          Davon ab würde mich eine Bremer Karawane o.ä am Montag überraschen. Nach dem, was ich las, ist dort auch eher Boykott angesagt. (Was natürlich nichts daran ändern wird, dass reichlich Bremer zugegen sein werden, schon klar.)

          • @abiszet sagt

            Bin voll bei Dir. Sich an den Tisch zu setzen, gemeinsam nach einer Lösung suchen (um eine Lösung zu bitten), genau das sollte der Weg sein. Und dann gemeinsam etwas verabschieden.

            By the way: Auch ein Support in Bremen mit entsprechender Aktion (müssen ja keine Tennisbälle sein) kann das Unverständnis gegenüber der Anstoßzeit einem breiten Publikum zum Ausdruck bringen.

            Ich habe den Eindruck, dass tatenlos zugeschaut wird, wie der VfB absteigt. Für viele scheint der VfB bereits abgestiegen zu sein. Das ist eine Stimmung, die verheerender nicht sein kann.

  5. Ilja sagt

    Danke für die treffende Darstellung. Ich mache es kurz. Dutt raus, Tyton raus und wenn der Trainer weiter kein Schwung rein bringt auch raus. Garmin und Didavi schonen sich für neue Klubs und spielen trotzdem. Pfui Teufel

  6. Danke für den Post.

    Für mich zumindest ist das wirklich verheerende aber nicht die mangelnde Energie bei uns Fans oder der konstante emotionale Stress, sondern die Abwesenheit jeglicher Hoffnung.
    Stimmt schon, wir haben rechnerisch eine bessere Ausgangslage als Bremen und die Karten in der Hand. Und mit Fanaktionen könnte man ein Zeichen setzen.
    Nur hat man all diese Register vor 12 Monaten schon gezogen, als die Lage nicht prekärer hätte sein können. Dass es nicht wieder so weit kommen durfte, war nach der Rettung in Paderborn so deutlich, dass es niemand mehr aussprechen musste.

    Und das um Leute wie Dié (und Ginczek) verstärkte Team machte Hoffnung. Dann holte man Zorniger, und endlich sah es mal nach Konzept statt Stückwerk aus. Nach mehr Talent als das eines Kostic kann man bei unseren Mitteln kaum fragen,

    Und jetzt? Die Erbsünde der Mannschaft, die charakterliche Unzulänglichkeit, ist unverändert geblieben. Trotz alldem, was viele nach dem City spiel von ganz großem hat sprechen lassen, macht die Mannschaft heute so ziemlich den desolatesten Eindruck der Liga.

    Was im Fußball soll kommen, das mich glauben lassen sollte, dass eine Rettung in den letzten 3 Spielen etwas anderes bedeuten würde als das selbe Chaos in der kommenden Saison?

    Vielleicht muss ein Teil dessen, was ein Abstieg zerstören würde, einfach auch sterben.

  7. ImNeckarstadion sagt

    Nochmal zurück zum Kernthema: wer boykottiert was?
    Die Fanclubs und Gruppen der Cannstatter Kurve rufen zum Protest auf und dies soll u.a. durch Abwesenheit beim 1.Liga- Spiel in Bremen zum Ausdruck kommen. Ich habe den VfB 1975 absteigen sehen und verstehe heute nicht, daß sich die treuesten fans freiwillig dem Kampf gegen den Abstieg entziehen. Dieser findet immernoch auf dem Rasen und im Stadion statt! Warum geht der Kampf um den Verein über alles? Der Kampf gegen die rücksichtslosen Machenschaften des Kommerzes soll gerade jetzt wichtiger sein? Wenn der VfB in der kommenden Saison in Liga 2 kicken sollte, werden die Montagsspiele dann allesamt auch boykottiert? Wird man dann beim Montagspiel am Millerntor sagen: geil, daß wir damals gegen Bremen zuhause geblieben sind? Auf St.Pauli ist es eh viel schöner!

    • @buzze sagt

      Da sind wir einer Meinung. So löblich es auch ist, dass sich die VfB-Fans als Speerspitze im Kampf gegen die Zerfaserung der Spieltage sehen: Das Timing ist einfach denkbar schlecht. Dennoch denke ich, dass hier auch der Verein gefragt ist, um den Fans zum einen die Möglichkeit zu geben, möglichst schnell und gut nach Bremen und zurück zu kommen und zum anderen, ihrem Protest auf eine andere Art und Weise Ausdruck verleihen zu können.

    • @abiszet sagt

      Auf der anderen Seite: Der Protest wurde vor langer Zeit beschlossen und so kurzfristig eine Reise nach Bremen auf die Beine zu stellen, ist nicht ohne. Und sind wir ehrlich, hätte die Mannschaft ihre Leistung gegen Augsburg oder auch Darmstadt auf den Platz bekommen, würden wir heute nicht darüber sprechen.

      Eine gute Idee und ein klares Signal ist die Verabschiedung der Mannschaft durch Fans am Sonntag, so ein bisschen „Karawane light“. Vielleicht setzt sich am Montag noch ein Hashtag durch, der sich verbreitet und der Mannschaft ebenfalls dokumentiert: „Wir sind nicht dabei, aber Ihr seid auch nicht allein!“

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