Mini-Feature, VfB
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Abstiegs-Ghostbusters

abiszet hat Angst. Ute hat Angst. Franky hat Angst. Benjamin hat Angst. Georg Preiß hat Angst. Und wer das Spiel gegen Augsburg gesehen hat, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass auch die Spieler Angst haben. Ganz Stuttgart hat Angst. Wovor? Natürlich vor dem Abstiegsgespenst.

Ich finde, diese kollektive Angst ist völlig unbegründet. Denn, wenn es um Gespenster geht: „Who you gonna call?“ Na klar: Die Abstiegs-Ghostbusters! (An dieser Stelle bitte an die Titelmelodie denken. Nänänänänänä!)

Was wir jetzt brauchen, ist eine geniale Idee von Robin Dutt. So wie in der vergangenen Saison, als er die drei Finalspiele ausrief. Okay, seine neue Schöpfung „Achter-Liga“ ist jetzt nicht ganz so geil, aber besser als nichts. Ich dachte übrigens erst, dass die Achter-Liga nur eine neue Bezeichnung für das Team Marktwert ist, aber das stimmt natürlich nicht. Bestimmt ist es purer Zufall, dass außer Hertha BSC alle Mitglieder des Team Marktwert im Abstiegs-Schlamassel stecken und die zweifelhafte Ehre haben, in der Duttschen Achter-Liga mitspielen zu dürfen.

Das Abstiegsgespenst ist genauso wie der riesige Marshmallow-Mann. Es zieht seine Kraft aus den negativen Energien der Menschen in der Stadt. Deshalb ist positives Denken angesagt. Und warum sollten wir auch nicht optimistisch auf die restlichen Spieltage blicken? Mit Dortmund, Bremen, Mainz und Wolfsburg hat man schließlich vier Gegner vor der Brust, die durchaus schlagbar sind.

Für den nächsten Kontrahenten Dortmund geht es einzig und alleine um das Pokalfinale gegen die Bayern. Tuchel wird gegen den VfB eher eine C- als eine B-Elf auflaufen lassen. Das ist zwar noch lange keine Garantie für drei Punkte für die Kramny-Elf, aber eine sehr gute Voraussetzung. Denn C-Elf heißt auch Moritz Leitner. Alleine das gibt mir schon Hoffnung. Und da Kevin Großkreutz ohnehin gerade nicht spielen kann, wird er seinen Teil beitragen, indem er seinen alten Kumpels ins Gewissen reden – und bei den meisten hat er schließlich noch einen gut. Außerdem ist der Social Media Star nicht zufrieden mit dem neuen Abstiegskampf-Hashtag von Präsident Wahler (#mirschaffendasnomol) und startet deshalb seine eigene Kampagne mit dem Hashtag #ischsobleibtso, die sensationell einschlägt. Bernd Wahler erklärt daraufhin Twitter und Instagram für total altbacken und widmet sich Snapchat und musical.ly.

Bremen muss man einfach schlagen, wenn man in der Liga bleiben will. Alleine schon das Duell auf der linken Seite, wo Kostic gegen den doppelt so alten und halb so schnellen Clemens Fritz spielt, sollte den Ausschlag für Stuttgart geben. In Bremen entscheidet einzig die Mentalität. Da müssen wir uns eigentlich Sorgen machen, aber Niedermeier und Gentner haben einen internen Wettbewerb ausgerufen, wer mehr Kilometer macht. Der Gewinner darf im Cavos nicht nur Servietten, sondern auf Kosten der Mannschaftskasse eine Riesenparty schmeißen. Das Ergebnis: Selbst Pommes Tyton klebt nicht mehr auf seiner Linie, sondern macht auf Manuel Neuer und pflückt Flanken in einer Leichtigkeit, wie man es nur von Wengertern bei der Traubenernte kennt.

Dann die Partie gegen Mainz. Okay, das wird knifflig, denn die Mainzer werden im Kampf um die europäischen Plätze keine Punkte zu verschenken haben. Letztes Jahr wurde gegen Mainz der Dezibelrekord von den Fans aufgestellt. Alles, was der VfB braucht, ist seine Gäng, seine Gäng. Und deshalb performt Cro vor dem Spiel drei Songs und heizt das Publikum an mit „Mainz is so bad, so bad!“ Alternativ könnte man auch den Geist der Kiiiischte wieder aufleben lassen. Hier sollten wir dennoch vielleicht nur von einem und nicht von drei Punkten ausgehen.

Aber das macht nichts, denn die letzte Partie in Wolfsburg ist wie gemalt für die Stuttgarter. Für die Elf von Dieter Hecking wird es mit ziemlicher Sicherheit um nichts mehr gehen. Höchstens darum, sich die Knochen nicht mehr kaputt zu machen und damit die EM zu riskieren. Ich gehe deshalb davon aus, dass sich Daniel Didavi mit einem Siegtreffer per direkt verwandeltem Freistoß von den Stuttgartern Fans verabschiedet. Er wird sich nach Spielende minutenlang in der Gästekurve feiern lassen, sich anschließend von seinen Kollegen verabschieden und gleich in Wolfsburg bleiben.

Alles also gar kein Problem. Wir brauchen nur besonnen handelnde Verantwortliche, positiv eingestellte Fans und Spieler, die im Abstiegskampf nicht großartig nachdenken, sondern einfach ihr Bestes geben.

Übrigens: Als ich eben kurz Radio hörte, sprach man über das One-Hit-Wonder Ray Parker, Jr. Mit dem Namen konnte ich weniger anfangen, aber dafür umso mehr mit seinem Hit. Genau: Es ist der Titelsong aus Ghostbusters. Und aus welchem Jahr ist der? 1984! Das kann doch alles kein Zufall sein.

Also, liebe Allesfahrer, Fans und Bruddler: Was wir brauchen, ist positive Energie. Die absolute Überzeugung, dass der VfB es schaffen kann. Wenn nicht wir dran glauben, wer dann?

I’m afraid of no Abstiegsgespenst!

 

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1 Kommentare

  1. drausvomLande sagt

    Alles wird gut, basstscho ..
    Also gegen Dortmund holen wir einen Dreier, aber die anderen gewinnen auch ==> verpufft
    Gegen Bremen verlieren wir, da kommt’s ja auf die Einstellung an, aber die anderen (ausser Bremen) verlieren auch ==> hält uns im Rennen
    Mainz putzen wir weg, das lässt der Ehrgeiz nicht zu, dass die europäisch spielen und wir absteigen
    ==> wir sind wieder in der Spitzengruppe (der potentiellen Absteiger)
    Gegen Wolfsburg gewinnen wir, weil die nämlich noch weniger Lust als wir haben, gar nicht aufs Tor schiessen und unser Schorsch denen schon aus Prinzip einen einschenkt
    ==> wir sind durch

    UND nächstes Jahr wird sowieso alles besser …

    Nein im Ernst, ich hoffe wirklich, dass meine Vorhersage so zutrifft, dann bleiben wir noch mal ein Jahr oben, aber ob ich dann noch oft im Stadion bin, bzw. mir Spiele angucke, bzw. ein Trikot kaufe, bzw. Produkte von VfB-Sponosoren bevorzuge, oder Bekannten Produkte von VfB-Sponsoren empfehle oder sonst irgendwie zum wirtschaftlichen Prosperieren vom VfB beitrage, das bezweifle ich zur Zeit doch sehr stark, 3 Jahre nacheinander so einen Käse fabrizieren, dann noch die Stirn haben, den VfB quasi kaufen zu wollen, dem seit 2007 in wechselnden Zusammensetzungen nachgewiesenermassen unfähigen Management noch die alleinige Entscheidung über die „Profis“ zu überlassen, was bitte soll mich dazu bringen?
    Auch meine Blödheit hat Grenzen, ich habe in dieser Saison begriffen, dass diese Art Fussball(geschäft) nicht mehr fan-tauglich ist, zumindest nicht für mich. Und für viele andere, fragt Euch doch einfach mal selbst:
    Spieler sind schon seit Jahren Söldner, mittlerweile behandeln ja sogar wir Fan’s sie wie solche, kaufen/verkaufen, mehr fällt uns doch dazu nicht mehr ein.
    Funktionäre sind schon seit Jahren bestechlich, hat hier wirklich einer geglaubt, dass die WM anständig geholt worden ist?
    Der Klub, der stand bisher irgendwie über dem Ganzen, war irgendwie unangreifbar, heilig. Und dann kam Hundt und Mäser, und jetzt kommt die Ausgliederung, und zwischendrin wirtschaftliche Entscheidungen mit dem Rechenschieber, Hauptsache die Bilanz stimmt, und keine Besserung, sondern jedes Jahr schlechtere sportliche Leistungen bei immer höheren Preisen, immer mehr Logen, immer mehr Ausrichtung auf TV/Werbung/Business/Merchandising, ach ihr könnt mich mal. Was macht Ihr Euch Gedanken über Team Marktwert usw.? Seid doch einmal mutig und sagt, was Ihr wollt:
    Macht geschlossenen Ligen wie die Amis oder wie im Eishockey, schickt Bayern und Dortmund in die europäische Superliga mit Barcelona, Mailand und Madrid, lasst aus der 3. Liga keinen mehr hoch und aus der 1. keinen mehr runter, Ligawechsel und Auf-/Abstieg nur noch, wenn entsprechende Lizenzen ge- und verkauft werden, dann habt Ihr ein „Business“, das geplant werden kann, das auch die heutigen „Profis“ verstehen und verkraften und wahrscheinlich habt Ihr dann auch Geld, wie in Amerika den Jubel aus den Lautsprechern kommen zu lassen und Claqeure zu bezahlen, die für Stimmung in den Arenen sorgen, die muss ja noch sein, sonst fällt der Werbe-Effekt weg.
    Meinem Sohn wollte ich nach dem ersten noch ein zweites VfB-Trikot kaufen, er wollte nicht, „ich will mich nicht blamieren, Papa“, das war, als er begriffen hatte, was er da eigentlich anzieht. Jetzt trägt er gelb.
    Meinem Enkel werde ich keines mehr kaufen. Auch keines von einem anderen Verein, Mist, jetzt habe ich doch glatt eine nostalgische Fehlleistung getippt, wollte sagen, von keiner anderen Kapitalgesellschaft, mein Enkel soll unabhängig von irgendwelchen Gefühlsduseleien diesen genialen Sport, dargeboten von ausgesuchten Unternehmen, zelebriert von ausgebufften Profis sich im TV / Internet / oder wie auch immer das in Zukunft heisst ansehen und sich die vermeintlich interessanten Partien auspicken, je nachdem, welches Paket er lizensiert hat, oder wie immer man in 10 Jahren noch dran kommt, an diesen einst so schönen, weil einfachen Sport.

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