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Die Totengräber des VfB

Warum bin ich VfB-Fan? Der Verein kam zu mir durch meinen Vater, der mich als ganz kloiner Junge mit ins Neckarstadion genommen hat. So ein riesiges Stadion, es roch nach Bratwurst, man konnte so laut schreien wie man wollte und dann trugen die Spieler so ein schönes Trikot. Mein erstes Idol war Hermann Ohlicher, natürlich weil er viele Tore schoß, aber auch weil ich glaubte, er ist wie ich: Er liebt den VfB. Der Verein ist wie ein warmes Herz, eine heiße Liebe, aber auch eine wehmütige Erinnerung. Das kann das Geräusch des Jubels, der Schmerz einer vergebenen Chance, der rhythmische Gesang von 1893-hey-hey sein.

Der VfB gehört für mich zur Familie. Ist mal der große Bruder, zu dem ich aufsehe. Mal der Opa, wenn er von Tradition und alten Zeiten spricht. Mal die zickige Schwester, wenn der Club wieder eine Pussy ist. Es muss schon viel passieren, ehe man jemand aus der Familie verstößt. Vertrauensbruch. Hinterhältigkeit. Betrug.

Eine wehrlose Mannschaft. Ein überforderter Trainer. Ein planloser Manager. Ein unbeholfener Präsident. Und schließlich Fans, für die ich mich schäme. Nach Platzsturm schubsen feige Vermummte Spieler rum. Das ist nicht mein Verein.

Christian Gentner und Daniel Schwaab stellen sich mutig dem Pöbel und deeskalieren. Timo Werner weint. Jürgen Kramny kann die Tränen in der PK gerade noch zurückhalten. Kevin Großkreutz weint im Interview. Robin Dutt wischt sich in Fandiskussionen mehrfach die Tränen aus dem Gesicht. Zynisch gesehen hatte der VfB nach dem Spiel wieder seine besten Szenen. Sie sind genauso schockiert wie wir, sie konnten nur ihre Emotionen nicht positiv aufs Spielfeld bringen.

Wie konnte es dazu kommen?

Trainer Jürgen Kramny hat die im Fußball einmalige Leistung vollbracht, die zweite Mannschaft und die Profis innerhalb einer Saison in den Abstieg zu coachen. Kramny wirkte unsicher und konfus, er vermittelte dem Team weder einen Plan noch eine Einstellung. Dass er sich das erlauben durfte, hat der Verein dem Vorstand Robin Dutt zu verdanken. Er hat den Trainer installiert, offensichtlich weil er keinen anderen fand. Er hat den Trainer gestützt als alle sahen, dass Kramny mit der Aufgabe heillos überfordert war. Dutt hat auch eine Mannschaft zusammen gestellt, der einerseits die Klasse fehlt, der aber auch in der Mehrheit der Willen abzusprechen ist, Widerstände zu überbrücken, sich für einander einzusetzen und an mehr zu denken als an sich selbst.

Nach der stillosen Demission von Fredi Bobic – auch er ein Verantwortlicher für den Niedergang des Vereins – engagierte Bernd Wahler nach wochenlanger, „knallharter und intensiver Analyse“ den Vorstandskollegen Robin Dutt, der erst mit einer aufsehenerregenden Pressekonferenz auf dicke Hose machte und dann den Worten keine Taten folgen ließ.

Auch wenn es ein Wunder geben sollte am letzten Spieltag: Kramny, Dutt und Wahler müssen wie Ehrenmänner die Verantwortung für den desolaten Zustand des Vereins übernehmen und um ihre Vertragsauflösung bitten. Es wäre zumindest ein Zeichen, dass schlechte Leistungen beim VfB nicht folgenlos bleiben.

Trainer, Vorstand und Präsident sind die Gesichter einer historischen Fehlleistung: dem ersten Abstieg seit 41 Jahren. Dass mit Ihnen ein Neuaufbau in der zweiten Liga möglich ist, dürfte noch unwahrscheinlicher sein als eine Last-Minute-Relegation am 34. Spieltag. Doch was kommt, wenn alle gehen? Wie gefährlich nahe der VfB Stuttgart schon jetzt an der Grenze zum Chaos-Club steht, haben wir Samstag deutlich gesehen.

Wem noch nach einer nüchternen Analyse ist, hier geht’s lang.

Darf gerne geteilt werden:

22 Kommentare

  1. Schwobapfeil sagt

    Die 3 abgelichteten Herren sind leider nur die letzten in der viel zu langen Liste an Menschen, die diesen Verein sukzessive bis zu diesem Tiefpunkt geführt haben. Hinzufügen darf man da jederzeit die Herren Erwin „Steine statt Beine“ Staudt, Horst „Shoppinghotte“ Heldt, Gerd E. Mäuser, Dieter Hundt, sowie unseren allseits beliebten Fredi „an diesem Kader lasse ich mich messen“ Bobic.

    Dieser evtl. Abstieg hat so viele Väter und wird doch von allen oben Genannten zum Waisenkind gemacht. Keiner wills gewesen sein. Die größten Mankos unserer Vereinsgranden, mangelnde Selbstkritik, mangelndes Verantwortungsgefühl und leider immer wieder: mangelnde Kompetenz und das über Jahre hinweg. Das spiegelt sich halt irgendwann dann auch sowohl im finanziellen Aktionsrahmen, dem Auftreten der Mannschaft, der Jugendarbeit, als auch im Tabellenstand wieder.
    Beim VfB hat es erstaunlicherweise zähe, lange Jahre gedauert, bis man sich dann wirklich ganz nach unten durchgewurstelt hat. Jetzt hats aber dann aller Vorraussicht nach doch noch geklappt. Sollten die Herren Wahler, Dutt und Kramny auch in Liga 2 die Führungsköpfe bleiben, sehe ich derzeit keine reellen Chancen auf einen direkten Wiederaufstieg. Im Gegenteil…

  2. Petra massa sagt

    Leute ich bin mit 6 mit meinem Vater ins Stadion es sind nächstes Jahr 50 Jahre VFB und was soll ich noch sagen. schaut in eure Chronik und denkt mal endlich nach wir hatten die 2. Liga schon, warum jetzt warum kann man nicht die Bänder anschauen von den Spielen als wir Meister wurden !!! Nein da sind sich die Herren heute zu fein dazu und müssten zugeben das einiges falsch war und ist.

  3. Tamás Kácsor sagt

    Sorry, ich mag den VFB aber das geht doch schon seit Jahren so!
    Seit Jahren schafft es der VFB der 2. Liga gerade noch so von der Schippe zu springen ohne das die nötigen Konsequenzen gezogen werden!
    Statt dessen wird Alles schön geredet & sich gegenseitig auf die Schulter geklopft weil man ja den Klassenerhalt geschafft hat!
    Ich habe es letztes Jahr schon prophezeit das der Verein aus dem fast Abstieg nichts lernt & genau so ist es auch gekommen!
    Die Versäumnisse der letzten Jahre jetzt dem aktuellen Trainer anzukreiden empfinde ich persönlich als Unfair!
    Auch wenn es hart klingt aber ich habe dem VFB schon letztes Jahr den Abstieg gewünscht, einfach in der Hoffnung das dann im Verein endlich mal aufgeräumt wird & die „richtigen“ Köpfe rollen!
    So wurde wieder einmal ein Jahr verplempert und ich befürchte das es in der 2. Liga genauso weitergeht!

  4. Frank sagt

    Einen Schuldigen sollte man auch noch näher betrachten, zu Präsidium und Kader ist schon genug gesagt worden.

    Was der VfB ist, hat er auch den Fans zu verdanken. Stimmt das nur in Erfolgszeiten oder auch gerade jetzt? Ich höre (auch mich selbst) und lese immer wieder die gleiche Geschichte… mit 6 mit dem Papa ins Stadion, seitdem Fan und Blablabla. Alles schön, alles gut. Doch wer, wenn nicht wir als Fans und Mitglieder, haben denn diesen unfassbaren Abstieg seit 2007 zugelassen. Seit Jahren lassen wir uns mit dem Traditionsgesülze rund um den roten Brustring ruhig stellen. Konzepte aus der Vergangenheit („Junge Wilde“) sollen die Zukunft gestalten. Immerzu die gleichen Lieder, immerzu die gleichen Phrasen.

    Nebenbei haben wir noch unseren Platz in der Cannstatter Kurve jenen Subjekten überlassen, die nun zum wiederholten Mal ihre Aggression aus Erfolgslosigkeit gegen den eigenen Verein richten. Beleidigt (und schlägt) man seine Liebe?
    Wie konnten wir einer solchen Brut den Verein überlassen? Wie soll in diesem Umfeld etwas gedeihen, wo blinder Hass immer wieder Köpfe fordert?

    Am 17.07. ist Hauptversammlung. Am 17.07. feiert meine Tochter ihren 3. Geburtstag. Seit 17.07.2013 ist sie Mitglied im Verein ihres Vaters. Wo ich an dem Tag sein werde? Ich weiß es nicht, obwohl ich das Gefühl nicht los werde, dass es vielleicht eine der letzten Gelegenheiten ist, meinen Verein zu retten. Die Wahlers, Dutts und Didavis dieser Welt werden es jedenfalls nicht, so viel ist sicher.

  5. Exilhalbschwab sagt

    Euch Langzeitfans im Ländle (und jetzt in Berlin?) kann ich nur meinen Beileid aussprechen.

    Als Exilhalbschwab in England habe ich mich erst am Ende der letzten Saison wieder dem VfB zugewandt. Das erste Mal seit 1985.

    Das Geschwafel von der Premier League hierzulande („best league in the world“ usw.) hing mir irgendwann mal zum Hals raus, zumal ich hier in Birmingham auch von meinem (zweit?-)Heimatsverein in Liverpool zu weit entfernt bin um ein echtes ‚feeling‘ zu entwickeln.

    Also dann halt VfB, hab ich mir gedacht. Auch weil ich dann Montags um 23.30 Isabella Müller-Reinhardt gucken darf ohne daß die Freundin eifersüchtig wird.

    Und jetzt? Aus der Traum. Das Investment in zwei Trikots (zugegeben: die vom letzten Jahr… billig bei Amazon) muss ich abschreiben. Und mit der Isabella wird’s auch nix in der nächsten Saison.

    Es war schön wenigstens eine Zeit lang daran glauben zu dürfen daß der Verein und die Spieler dazu fähig – und auch: daran interessiert – waren den Zorni-Fehlstart auszubügeln. Aber es ist mir jetzt klar – auch anhand eurer Analyse – daß hier wohl eh nichts zu retten war.

    Ich frage mich nur noch: was wäre wenn der Zorniger geblieben wäre? Ausser solchen Spielchen bleibt einem jetzt nicht viel.

  6. Chris sagt

    Erst einmal Danke für diese Website und für diese Möglichkeit, die Tragödie zu verarbeiten.

    Wie geht es Euch? Das schlimmste ist m.E., dass wir als VfB-Fans nun selbst 2.-klassig sind. Von wegen schönste Nebensache. Die Nebensache, die Show greift über auf das eigene Empfinden.

    Abgesehen von diesem, ja was ist es, Schamgefühl, wäre 2. Liga erträglich. Ich bin VfB-Fan in jedem Spiel. Ich würde mich auch über einen Sieg gegen Aue freuen. Für immer VfB.

    Ich finde die Begründungen von den historischen Fehlern seit 2007 absurd. Der Sport ist dafür viel zu kurzfristig. Ich kann auch das Gerede vom langfristigen Konzept nicht mehr hören. Weder Richtung Vergangenheit noch für die Zukunft kann man im Fußball ernsthaft in langen Linien denken. Im Sommer 2015 war nach dem Kimmich-Transfer genug Geld da, jeder sah, dass Innenverteidiger fehlen. Zudem hat man den falschen Trainer geholt, weil man wenige Monate davor den falschen Managet geholt hatte. Das kulminierte alles binnem eines Jahres.

    Den ‚Fehler“ haben doch auch wir Fans begangen. Immer gebruddelt. Ein Nichtabstieg war immer zu wenig. Anstatt nüchtern zu betrachten, wie zufällig der Fußball eben auch ist. Deshalb ist er so schön.

    Aber klar ist auch, dass mit Dutt / Wahler / Kramny keine neuen Kräfte frei werden. Es braucht den personellen Neuanfang, damit kurzfristig die Stimmung besser wird. Ohne dass das eine Garantie für Erfolg wäre. Aber es ist zumindest eine notwendige Voraussetzung.

    Wir müssen nun durch das Tal. Dann kommt der Wendepunkt. Dann geht es gefühlt wieder aufwärts. Ma gewöhnt sich an alles, bestimmt. Ein wenig habe ich schon erste positive Träume, wie schön es wäre, im Mittelfeld der 2.Liga gesichert zu sein, nicht mehr so oft zu verlieren. MBA als „Festung“, das wäre toll.

    Aber mit den aktuellen Führungskräften droht uns das Schicksal 3. Liga 2017/2018.

    • @abiszet sagt

      Herzlichen Dank an alle für Eure Feedbacks und Überlegungen. Es ist wirklich schwierig, sich mit dem Gedanken zu befassen, bald zweitklassig zu sein. Und womöglich in naher Zukunft das Schicksal mit Clubs wie Bochum, 1860, Lautern zu teilen, die auf absehbare Zeit in der zweiten Liga (bestenfalls!) feststecken.

      Natürlich sind die drei abgebildeten Köpfe bei weitem nicht die einzigen Verantwortlichen für die seit Jahren währende Krise. Wir haben uns vor mehr als einem Jahr schon einmal damit beschäftig in unserem Text: Neckar Nine – The Skyfall of a Club, siehe hier: http://vertikalpass.de/misere-vfb Da wurden natürlich auch Köpfe der Vergangenheit benannt. Wahler, Dutt und Kramny sind diejenigen, die derzeit noch beim VfB auf der Payroll stehen.

      Kramny ist ehrlicherweise der Letzte in der Kette. Und einer, dessen Herz ganz sicher am VfB hängt (wie wohl auch das von Christian Gentner). Aber so leid es mir tut, er scheint für den Trainerjob auf diesem Niveau nicht geeignet zu sein. Gemeinsam mit Robin Dutt hat er in den letzten zwölf (!!) Spielen in der Führung des Teams versagt. („Den Druck haben die anderen“). Mannschafts-Führung, Taktik und Aufstellung waren in den diesen Spielen geradezu beliebig und müssen auf die Spieler verstörend gewirkt haben. Alleine das rein-raus-rein-raus von Niedermeier war konfus.

  7. Ron sagt

    Ich hatte jetzt einen Tag Zeit, die gestrigen Ereignisse aus dem Stadion (und die Wochen davor) zu verarbeiten. Ich kann aber nicht sagen, dass das für mich schon geklappt hat. Zu sehr fühle ich mich noch hin und her gerissen zwischen der Gewissheit des Abstieges und einer noch gaaaaanz zart vorhandenen Hoffnung. Und diese Dualität der Gefühle lässt sich für mich auch auf die nun in der Kritik stehenden Organe/Personen/Spieler übertragen.

    Der Vorstand. Hat für mich eigentlich zunächst mal keinen ganz schlechten Job gemacht, wenn man das Bild etwas größer sieht. Ich denke, dass es zum Beispiel im Bereich Marketing Fortschritte gegeben hat. Auch der Prozess zur Vorbereitung der Abstimmung über die Ausgliederung empfinde ich als beispielhaft. Ich habe einige Veranstaltungen besucht und dort – meiner Meinung nach – sehr offenen Gespräche mit dem Vorstand führen können.
    Auch im sportlichen Bereich gibt es ein paar Pluspunkte. So wurden z.B. der ein oder andere wichtige Spieler geholt – aber leider halt auch ziemlich viele Ausfälle. Das Thema „Trainer“ ist ebenso nicht gerade ein Glanzstück.
    Ich bin gespannt, welches Konzept der Vorstand nun für die kommende Saison vorlegen will/wird.

    Jürgen Kramny. Grundsympathisch, VfBler durch und durch, sachlich und ruhig. Ganz anders als sein Vorgänger. Hat/hatte glaube ich aber ein Problem, die Mannschaft auf mentaler Ebene zu erreichen und hier nochmal den Schalter umzulegen. Glänzt auch nicht durch Konstanz im Konzept und der Aufstellung. Ob er der richtige Mann an dieser Stelle ist, weiß ich für mich nicht einwandfrei zu beantworten.

    Die Spieler: Licht mit sehr viel Schatten. Ich glaube, mann muss ganz klar sehen, dass hier sowohl das spielerische als auch psychische Potential in der Breite fehlt. Und insbesondere der mentale Bereich ist für mich – trotz Philipp Laux – eines der Hauptprobleme. Denn auch wenn spielerisch nicht viel geht, so kann man sich doch noch viel mehr in eine Partie reinhängen und sich vielleicht am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen. Aber die Mannschaft ist regelmäßig eingebrochen und hat sich dem Schicksal ergeben (manchmal hat man noch Kampfeswille simuliert, aber auch das hat immer seltener geklappt). Vielleicht sollte man hier mal einen Mental-Coach aus der NFL oder so holen, der mit am Boden liegenden Mannschaften Erfahrung hat. Ich glaube, dass es im aktuellen Kader durchaus einen guten Kern gibt, der Keimzelle für einen Neuaufbau werden könnte. Dann muss man aber auch den Mut haben, sich von Spielern (manchmal auch gerne „Stars“ genannt) zu trennen, die nichts mehr dazu beitragen wollen (oder können).

    Ich sehe die folgenden Tage jetzt als Chance für mich (und uns Fans, Mitglieder etc.), mich auch den Abstieg am Samstag vorzubereiten und so vielleicht die Enttäuschung nicht ganz so groß werden zu lassen. Aber auch in der zweiten Bundesliga werde ich immer VfB-Fan und -Mitglied bleiben, denn der Brustring im Herzen ist nicht von der Klassenzugehörigkeit abhängig!

    Sorry für den langen Kommentar.

    PS Dass es aus meiner Sicht jetzt erst recht Zeit für die Ausgliederung ist, steht wahrscheinlich auf einem anderen Blatt. :-)

    • @buzze sagt

      Was heißt denn hier „Sorry“? Es ist sehr schön zu sehen, wie sachlich und ausführlich die VfB-Krise sowohl auf unserer Facebookseite wie auch hier im Blog aufgearbeitet und diskutiert wird. Vielen Dank an Euch alle dafür! Eigentlich sollte man die Kommentare in die Geschäftsstelle schicken. Denn, ich befürchte, die Leute dort werden viel zu oft mit Beschimpfungen und Stammtischparolen geplagt.

  8. Sebi1893 sagt

    Nun verfolge ich eure Beiträge eine lange Zeit, stets mit großem Interesse, immer mit Freude da diese durchgehend mein Empfinden genau in Worte fassen, welche ich selbst nie besser beschreiben könnte, dass ich jetzt auch an dem Punkt angekommen bin, mein Empfinden hier kundzugeben, mir von der Seele zu schreiben.
    Kurz gesagt, ich fühle mich einerseits extrem beschissen, andererseits aber fühle ich auch eine seltsam anmutende Anteilnahmslosigkeit, welche ich in so einer Art und Weise noch nie empfunden habe. Auch einen Tag nach dieser Schande, kann ich kaum in Worte fassen, wie es in mir aussieht. Beim Spiel gegen Paderborn letztes Jahr war ich noch den Tränen nahe, gestern aber nahm ich es still zur Kenntnis, nahm es einfach hin, akzeptierte es. Einzig die Szenen nach dem Spiel, den Platzsturm der vermummten Vollpfosten und das Interview von Großkreutz, trieben mir die Tränen in die Augen. Was ist nur aus meinem Verein geworden?
    Wer hat Schuld? Das möchte ich jetzt nicht ausführen, denn darüber wurde schon genug spekuliert, geredet und wird noch geredet werden. Sicherlich kann man die Schuld am Niedergang des VfB nicht nur an den drei oben genannten festmachen, sind diese nur die letzten in einer langen Reihe von Versagern. An dieser Stelle muss ich die Schuld auch bei mir suchen, war ich doch als Mitglied und Fan an diesem Prozess direkt beteiligt. Ich gebe es zu, ich habe mich von Wahlers Wahlkampfrede blenden lassen. Kann ich ihm es verübeln? Hat er doch gehandelt wie jeder Politiker auch, wenn es um Wahlkampf geht. Den Leuten gesagt was diese hören möchten. So auch mir, hat mir der Gedanke, dass der VfB bald wieder international spielt, der Traum von Europa einfach zu sehr gefallen, dass ich die Augen vor der Realität verschlossen habe. Jetzt fühle ich mich mies, dass ich meinen, kleinen Teil dazu beigetragen habe, dass es so weit kommen konnte.
    Wie es weiter geht? Ich kann es nicht sagen, noch nicht. Ich denke, auch an Montagsspiele in Liga 2 kann man sich gewöhnen, genauso daran, dass die Gegner nun Heidenheim, Sandhausen oder Aue heißen. Im Moment ist dies eine Katastrophe und etwas, von dem ich immer gesagt habe, dass ich es nie erleben möchte. Jetzt wird dieser Fall eintreffen und ich fühle mich seltsamerweise, darauf vorbereitet. Scheinbar haben die letzten Jahre am Abgrund dazu beigetragen. Am Ende ist es immer noch ein Spiel und für mich dreht sich der Planet weiter. Aber momentan befindet sich meine Gedankenwelt in einem konfusen Zustand und was ich in diesem Moment empfinde, muss im nächsten nicht mehr so sein. Vielleicht werde ich dann am Samstag Rotz und Wasser heulen.
    Im Hier und Jetzt fühlt es sich einfach nur beschissen an. Was aus diesem Verein geworden ist.

  9. Traumatisiert. Das ist noch am ehesten eine passende Umschreibung meines Gemütszustandes nach dem, was ich Samstag im Stadion erleben musste. Die Mannschaft: gute Körpersprache bis zum Führungstor. Welcher Druck da aus Gente wich, kann jeder bestätigen, der wie wir auf der Haupttribüne saß, auf den Plätzen, auf die er direkt zugerannt kam. Er zeigte mit dem Zeigefinger auf uns, wir auf ihn. Plötzlich hatten alle wieder Hoffnung. Von Gegentor zu Gegentor spürte man dann die Ohnmacht. Die gespenstische Stille nach dem 1:3, als auch alle wussten, wie es auf den anderen Plätzen aussah. Dann der Platzsturm, für den ich kein Verständnis aufbringen kann, so sehr ich mich auch bemühe. Ich achte Fans, die ihr Leben dem Verein unterordnen, ich begreife Wut, Angst und Trauer, aber ich verachte Menschen, die Grenzen der Gewalt überschreiten, wenn es um Sport geht. Vor unseren Augen zerfiel ein Fußballclub, MEIN Fußballclub in seine Einzelteile.

    Als ich so 5 oder 6 Jahre alt war, meldeten mich meine Eltern in einem Turnverein in Hannover an. Am Ende der Turnstunde wurde Handball, Völkerball oder eben Fußball gespielt. Eines Tages holten mich meine Eltern von dort ab, und an jenem Nachmittag war Fußball an der Reihe. Wir wurden, durch farbige Bändchen gekennzeichnet, in zwei Mannschaften eingeteilt und los ging’s. Ich bekam nach kurzer Zeit den Ball auf den Fuß, rannte los, der Torwart blickte mich entsetzt an, ich zog ab und versenkte den Ball im Netz. Ich sah zu meinem Vater hinüber, der den Kopf langsam zu Boden senkte, bis ich realisierte, dass ich ein Eigentor geschossen hatte. Mein Vater, damals schon Trainer der zweiten Mannschaft von Hannover 96, verließ die Turnhalle ohne sich umzudrehen. Wir haben nie wieder über Fußball gesprochen. Und ich hasste diesen Sport.

    2002 bekam ich beißendes Heimweh nach meiner Wahlheimat Stuttgart, aber – aus einer Laune heraus – die Spiele des VfB zu verfolgen, gab mir plötzlich ein warmes Gefühl im verdammt kalten Hamburg. Daraus ist eine Liebe entstanden, ich wurde Mitglied, ging ins Stadion wenn der VfB im Norden war, sah letztes Jahr meine ersten Heimspiele. Ich bin Lichtjahre davon entfernt zu begreifen, was der Abstieg für jene Menschen bedeutet, die mit diesem Verein aufgewachsen sind, die seit 30 oder 40 Jahren mitfiebern, mitfahren und mitleiden. Für mich ist der Gang in die zweite Bundesliga vor allem ein Tritt in den Magen meiner liebsten deutschen Stadt. Natürlich sind da Gesichter der Mannschaft, an die ich mich gewöhnt habe, Gente, Timo, jetzt sogar Pommes, die gehören fast zur Familie. Meine Freundin fing fast selbst an zu weinen, als sie gestern Nacht Timo Werners Gesicht auf den Fotos bei SPON sah.

    Für diese ganzen Umstände, für meine Wut, meine Trauer, für eine totenstille Rückfahrt über 600km nach Hamburg und für die Anstoßzeiten des kommenden Jahres werde ich Robin Dutt, Bernd Wahler, dem gesamten Aufsichtsrat, allen schmierig-egoistischen Funktionärsarschgeigen (verklagt mich doch, wenn ihr mitlest) und Söldnertypen wie Filip Kostic auf ewig und unverzeihbar böse sein. Selbst als Mitglied kann ich wenig tun, um bestimmte Menschen auf ewig vom Clubgelände zu bannen, aber was ich am 17. Juli mit meiner Stimme tun kann, das mache ich auch. Ich wünsche mir Sprechchöre und krachende Nicht-Entlastungen.

    Unser Verein hat lange genug unter selbstüberschätzten Heilsbringern, geld- und/oder machtgeilen Nixkönnern und seelenlosen Roboterspielern gelitten. Das alles wieder in eine vernünftige Bahn zu bringen, mit Menschen die den Brustring im Inneren ihres Körpers tragen – vielleicht wird aus einem Kevin Großkreutz ein Stuttmunder oder Dortgarter – das alles wird eine Mordsaufgabe, aber wenn sie über die zweite Liga führen muss, dann soll das so sein. Ich behalte meinen Mitgliedsausweis bis ich in der Kiste liege, ich schreie auch mit 10.000 anderen Fans in der MB-Arena oder mit 1.000 rot-weißen auf St. Pauli, wenn ich kann. Genauso wenig werde ich jetzt schon die kommende Saison schlechtreden, weil ich nicht Nostradamus heiße. Ich werde nicht auf Kramny herumhacken, weil der nichts dafür kann (gehen sollte er dennoch – danke für die Hoffnung, Jürgen). Und ich werde nicht auf bestimmte Teile der Mannschaft eintreten, weil die am Ende des Tages von Robin Dutt eingestellt, aber vor allem falsch eingestimmt wurden, weil er selbst – Dutt – keinen Schimmer davon hat, was der VfB Stuttgart tatsächlich bedeutet.

    Ich bin müde vom Bangen nach den letzten Jahren, sauer und traurig für die nicht erfüllte Hoffnung und ich habe Angst vor Entscheidungen seitens des jetzigen Personals für Dinge, die ich nicht mittragen will. Dutt, Wahler und all die Anderen, die mit dem VfB nur ihr persönliches Fortkommen betreiben wollen: verschwindet bitte, jetzt und meinetwegen klammheimlich, damit wir auf dem ganzen Schutt den ihr hinterlassen habt, die Chance bekommen, wieder ein Verein zu werden.

    • Frank sagt

      Ich möchte auf Jürgen Kramny auch nicht herumhacken, das verbietet nicht nur seine Verbundenheit zu unserem Verein.
      Aber ich finde, er hat haarsträubende Entscheidungen getroffen und/oder mitgetragen. Nur ein paar Beispiele der letzten Tage:

      1. Trainingslager auf Mallorca: wie ungeschickt muss man denn sein, dieses Trainingslager auf Mallorca durchzuführen? Schwarzwald, Schwäbische Alb, Strohgäu… alles im Rahmen, aber doch nicht Malle… das wäre, als wenn VW ihre Krisensitzungen zum Abgasskandal auf den Malediven durchgeführt hätte. Kann sich jemand vorstellen, dass Darmstadt nach Mallorca geflogen wäre?

      2. Bei aller Kritik nach dem Auftritt in Bremen, ich kann nicht nachvollziehen, welchem Plan die Wechsel in der Startformation geschuldet waren. Wenn ich eine Mannschaft auf die finalen Spiele einstimme, dann habe ich eine Startformation, der ich mein Vertrauen schenke. Diese Formation soll es richten, steht in der Verantwortung und genießt meine Rückendeckung. Sollte Kramny in der Bremen Startaufstellung auch nur einen Funken Mut entfacht haben, diesen hat er mit seinen Wechseln direkt zerstört.

      3. Wie hier in anderen Kommentaren schon erwähnt, der unprofessionelle Umgang mit Georg Niedermeier.

      Handwerklich sind das so grobe Schnitzer, die aus meiner Sicht nur in den Leistungen der letzten Wochen münden können.

      • Sebi1893 sagt

        J.K. ist ein sympathischer Typ. Ich mag ihn und ich denke es geht vielen so. Er ist VfBler mit Leib und Seele, der Region und Stuttgart tief verbunden und verwurzelt. Aber, und da stimme ich dir voll und ganz zu, er hat viele Fehler gemacht, war und ist mit der Situation total überfordert. Das ist Dutt anzukreiden. Er hätte einen erfahreneren Trainer verpflichten müssen. Man mag mich dafür zerreißen, aber ich hätte Jos Luhukay für besser befunden, allerdings stellt sich die Frage, ob dieser diese charakterlose Mannschaft hätte in die Spur zurückbringen können bzw. die nicht erstligataugliche Defensive stabilisieren. Aber all dies ist momentan sowieso hinfällig, stehen wir doch vor einem Scherbenhaufen.

        • Frank Teufel sagt

          Ich bin mir nicht sicher, ob Dutt überhaupt eine andere Wahl als Kramny hatte. Bei unserer jüngsten Trainerhistorie würde es mich nicht verwundern, wen dem so gewesen wäre. Ich glaube nicht, das Dutt irgendeinen Trainer von Format mit einem Konzept begeistern könnte, weil er schlicht und ergreifend keines hat.

          Wenn bei mir ein vollkommen chaotischer Kunde mit inkompetent wirkenden Entscheidern mir ein neues Projekt anbietet, mit dem nun alles besser werden will, dann lehne ich das Projekt nicht direkt ab, sondern gestalte den Preis dafür entsprechend. Also lasse mir den Wahnsinn im schlimmsten Fall fürstlich bezahlen.
          Habe ich andere Projekte in Aussicht oder auch nur die Hoffnung darauf, gestalte ich das Projekt unbezahlbar für den Kunden.

          Jürgen Kramny hat das getan, was man für seine Liebe eben tut: sich opfern. Und dafür bin ich im bei aller Kritik (2 Mannschaften unter seiner Betreung steigen ab) zutiefst dankbar.

  10. Armin Seifried sagt

    So etwas wie diese Manschaft gehört komplett ausgewechselt. Die war vorher viel besser.So wie die Totengräber besonders der Trainer

  11. drausvomLande sagt

    Der nächste und WICHTIGSTE Termin für alle VfB’ler
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    Sonntag, 17. Juli 2016, in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle
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    Bitte beachten:
    – keinen Ärger machen, aber auch keine Entlastung durchführen
    – keine Ausgliederung, damit aber auch kein Geld (lasst Euch nicht verführen), wir sind SCHWABEN
    – keinen Allgöwer als Sportvorstand, aber gerne den Karl als Präsidenten
    – kein Vorstandsmitglied zulassen (niederpfeifen ist erlaubt), das nicht schon 1 Monat vorher öffentlich genannt wurde, damit aber auch die Gefahr, keinen vollständigen Vorstand zu haben
    – keinen Aufsichtsrat ohne starke wirtschaftliche Kompetenz zulassen, sonst gehen wir direkt in den Lizenzentzug

    Und noch eines bitte in Zukunft bitte beachten:
    Platzstürme bringen gar nichts, auch wenn die Psychologen zu Stress-Abbau raten.
    Richtig wäre, beim nächsten Sponsoren-Termin einen dieser Versager (egal in welcher Mannschaft er bis dahin spielt), sich ruhig und friedlich in die Autogramm-Reihe einzureihen und dann mit lauter Stimme und höflichen Worten freundlich abzulehnen, wenn man an der Reihe ist.
    Damit bringt man dann Sponsoren ins Grübeln, und die sind solchen Profis wichtiger als Fans. Und vor allem ist der Kampf um den Fussball dann da, wo die Gegner sind

    • @abiszet sagt

      Hallo @drausvomLande, schön, dass Du auch wieder da bist. Ich bin mir sicher, schon vor dem 17. Juli werden die Weichen gestellt: In der Führung, in der Kaderzusammenstellung (gerade gibt es ja clevererweise mit Ginni & Gente gute Nachrichten von Dutt) und in der Kommunikation. Abseits von Polemik ist es sicher wichtig, kritisch und stilvoll die MV zu begleiten. Die nächsten Tagen und Wochen werden spannend werden.

  12. Markus sagt

    Sorry aber ich kann diese „Getue“ seit einiger Zeit beim VFB nicht mehr ab. Auch ich bin seit 36 Jahren (Seit Geburt) VFB-Fan mit Leib und Seele,leide und freue mich mit den Spielern.
    Aber jetzt mal ehrlich:

    1. Für mich ist JK der Trainer für den VFB.Er kennt und ist VFBler durch und durch.Mag sein das er Fehler gemacht hat aber man darf auch nicht vergessen das es seine erst Saison als Chef einer Bundesligamannschaft ist oder irre ich mich?Viele Trainer haben oder hatten Schwierigkeiten als sie Teams übernommen haben und wenn Gott es so will soll JK das Team auch in der Zweiten Liga übernehmen denn ihn trifft die wenigste Schuld meiner Meinung nach.Ich halte viel von ihm und davon können wenn man ihm die Chance gibt noch einige Spieler provitieren.

    2. Präsident und Sportvorstand müssen freiwillig egal wie es am Samstag ausgeht danach ihren Rücktritt erklären und einen Neustart nicht im Wege stehen.

    3. Karl Allgöwer muss/sollte Präsident werden.Den keiner verkörpert den VFB wie er.

    4. Guido Buchwald Sportvorstand.Für ihn gilt das gleich und zum guten Schluss.

    5. Mit den jüngsten Verlängerungen kann der VfB stolz sein ,plus viele die auch da bleiben wenn es un die 2 geht aber es bringt uns bei aller Enttäuschung nichts auf die Spieler jetzt einzuprügeln oder nieder zumachen.Es gibt noch ein Spiel wo sie unsere komplette Rückendeckung egal wie schwer es fällt!!!!!

    Sorry für soviel Text

    • @buzze sagt

      Danke für Deinen Kommentar. Allerdings habe ich zu fast allen Personalien eine andere Meinung. :-) Man kann Kramny zugute halten, dass er nichts dafür kann, in der entscheidenden Phase eine Position innezuhaben, mit der er überfordert war. Aber ich werde nie das Bild vergessen, wie er die letzten 20 Minuten den Bremen-Spiels wie ein Häuflein Elend auf der Bank saß. Hinzu kommen die fragwürdigen Personalentscheidungen: Ein Stürmer, zwei Stürmer, kein Stürmer. Tyton statt Langerak, Schwaab auf der Sechserposition! Für mich ist ein Neuanfang mit Kramny nicht denkbar – egal in welcher Liga.

      Allgöwer als Präsident in ausschließlich repräsentativer Funktion? Okay. Aber ansonsten wünsche ich mir, dass Posten nicht mehr nach Name, sondern nach Kompetenz besetzt werden. Und weder Allgöwer noch Buchwald (KSC? Kickers?) haben da besonders viel auf der Habenseite.

    • Frank Teufel sagt

      Ich sehe Buchwald & Allgöwer auf einer Stufe mit Bobic: VfB Verbundenheit: ja, Fachkompetenz: Fehlanzeige.
      Ich halte beide Personalien für eine Fortsetzung der miserablen Personalpolitik.
      Identität & Tradition hat der Verein mehr als genug, wenn Erfolg sich danach richten würde, wären wir ganz weit vorne. Wenn wir zu den Konkurrenten schauen (Mainz, Augsburg, Köln beispielsweise) zeichnet sich dort die sportliche Führung nicht zur langjährige Treue zum Verein aus, sondern durch konzeptionelle Arbeit und sportliche Führungsqualität. Diese Vereine (bei Köln darf man aus historischen Gründen gerne skeptisch sein) sollten wir uns zum Maßstab nehmen und unseren Weg finden. Dazu braucht es mutige Entscheidungen und eine klare Vision (die nicht Champions League heißen kann). Klangvolle Namen sind wie Alibis.

      • drausvomLande sagt

        Blutleere Fachkompetenz hatten wir in den letzten Jahren wahrlich genug. Es kann ja wohl keiner sagen, dass beim VfB in den letzten Jahren grundsätzlich keine Kompetenz vorhanden gewesen wäre. Es ist nur nie gelungen, die verschiedenen Kompetenzen zeitgleich einzusetzen, diese zu bündeln, sie zu überwachen und einzufordern. An solchen Mängeln sind nicht die ausführenden Personen schuld, sondern die Kontroll- und Führungsorgane.
        Ich sehe den Niedergang eindeutig hauptsächlich verantwortet durch einen zahlenorientierten Aufsichtsrat und einen konfliktscheuen Präsidenten.
        Ich habe lange nachgedacht und mache folgenden Vorschlag zur Neuausrichtung, unabhängig in welcher Liga gespielt wird:
        – Dem Aufsichtsrat wird ein sportliches Ziel gesetzt, auf das er hinarbeiten muss, z.B. Aufstieg in den nächsten 3 Jahren, sicheres Mittelfeld in Liga 1 in 6 Jahren usw. Erreicht er das nicht, Rücktritt
        – Der Präsident wird ausgetauscht, anstelle eines eloquenten, glattgeschliffenen und medienaffinen Repräsentations-Affen suchen wir uns einen mit Herzblut zum VfB, der auch gerne poltern kann, der schimpfen und fluchen und Druck ausüben kann, der jubeln und schwitzen kann, also quasi einen Wiedergänger von MV. Eein Gesicht des Vereins, das muss er sein und das traue ich Karl Allgöwer durchaus zu
        – Diesem Präsidenten stellen wir dann kompetente Vorstände für Sport und Finanzen/Recht zur Seite
        Im Endeffekt würde ich nur 2 Leute austauschen, den Präsidenten und den Trainer. Ja, ich würde sogar Dutt behalten, wenn auch unter Bedingungen. Wenn man wirklich einmal einen rationalen Strich unter Dutt-Aktivitäten zieht, dann sieht man durchaus mehr positive als negative Aktivitäten, nennen wir nur einmal das Scouting, diese Früchte können wir erst später ernten, die Äuserungen in der unsäglichen Nachtreten-PK, die ja durchaus die wunden Punkte getroffen haben, ja sogar die Äusserungen nach den letzten Spielen, was soll er denn sonst sagen: wir haben verloren, die Welt ist untergegangen und wir gehen jetzt alle ins Kloster? Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Leute, die einmal so krachend gescheitert sind, beim 2.Anlauf alles überrennen, also 2. Chance unter Bedingungen:
        – Der Gehaltsverzicht wird angenommen
        – Den Bremer Spezi als Kaderplaner kann er vergessen
        – Diesen Job kriegt JK mit Hauptzuständigkeit 2. Mannschaft in Personalunion mit 1. Mannschaft
        Zum neuen Trainer will ich jetzt nicht spekulieren, aber: haut auf mich drauf, ich könnte mir einen Aufstieg mit Zorniger sogar vorstellen, denkt mal einfach an die geilen, aber leider verlorenen ersten Spiele zurück.
        Es hilft ja alles nichts, nächstes Jahr gibt es den VfB immer noch, und damit auch noch für mich, und damit Jubel und Trauer und Siege und Niederlagen und Punkte und Tore und Vorfreude und damit „nicht schimpfen ist gelobt“ und bruddeln undundund
        ischhaltso

  13. Eric Vahsen sagt

    Von meinem iPhone gesendet

    Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

    Von: Eric Vahsen

    Betreff: Zum 6:2, und Dutt- was jetzt?

    Sehr geehrte Leidensgenossen (hoffe ich) in der VfB Geschäftsstelle, grüß Gottle Herr Wahler und Herr Dutt!

    Ich bin ca. seit meinem 6. Lebensjahr treuer VfB Fan und keine Angst, ich werde es immer bleiben! Ich bin gerne Vereinsmittglied und werde was auch kommt meine „Laufbahn“ beim VfB weiterführen.
    Nach dem Heimspiel gegen den BvB antwortete Robin Dutt in einem Interview auf die Frage warum der VfB sich jetzt steigern und wieder Punkte holen sollte (berechtigte Frage in Anbetracht der blutleeren Auftritte im Vgl. zu den direkten Konkurrenten) lapidar mit: „weil wir es können!“ Auf die anschließende Frage, wenn der VfB doch verlieren sollte war die Antwort: „Dann gewinnen wir eben gegen Mainz!“
    Solche Aussagen entsprechen dem was die Mannschaft auf dem Platz ausstrahlt! Hilflosigkeit, Planlosigkeit, Führungslosigkeit, „Angst“, fehlende Leidenschaft gepaart mit absollutem Willen und „unbändiger Bessesenheit“ auf dem Platz! Ich habe auch zumindest Verbandsliga gespielt und man warnte mich unter Mannschaftskameraden stets ich solle meinen Einsatz lieber zurückfahren, ich würde mich sonst zerstören! Soll heißen: Kämpfen geht immer! Dafür muß man das Feuer der Mannschaft/Verein aber spüren, es muß einem auf der Haut brennen!!!!
    Wie aber soll Feuer in eine Mannschaft kommen wenn das Umfeld, also Sportdirektor und Präsident, in der Öffentlichkeit seichte 17:30 Soap Oper Weichspülparolen raushauen? Andere repräsentative Figuren, auch kleinerer Vereine, hauen in den Medien Kampfansagen raus die völlig unrealistisch sind, provozieren damit die entsprechenden Reaktionen der Konkurenten. Das führt zu „Reibereien“, es wird Heiß! Die Partie wird künstlich brisant was die Spieler natürlich beeinflußt! Also los, Bitte, bitte, bitte, Dutt und Wahler voran, gebt alle Gas, krempelt mit die Ärmel hoch für den Klassenerhalt! Niemals aufgeben! Jeder von uns ist der 12. Mann!

    Und wir Fans, Bruddler, Analytiker, Cottainer??? Wir dürfen auch niemals aufgeben!!!!!
    Auch wenn wir in Wolfsburg nach 89 min. 3:0 hintenliegen und wir grausamst entäuscht von den Jungs sind: NIEMALS AUFGEBEN!! Wer nicht bis zum bitteren Ende auf den Rängen Gas gibt, der hat auch nicht alles gegeben! Wenn es sein muß gehen wir runter, aber lautstark und, ganz wichtig, fair!!! Ich zähl auf euch!
    Mit sportlichem Gruß, furchtlos und treu ein Leben lang.

    Eric Vahsen

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