Alle Artikel mit dem Schlagwort: Inkompetenz

Der schlaue Herr Reschke

Es ist eigentlich keine große Sache, dass „Rookie of the year“ Ozan Kabak den VfB verlässt. Niedrige Ausstiegsklausel (15 Millionen), ambitionierter Spieler, große Karriere in Aussicht. So einer will nicht in der zweiten Liga spielen, verständlich. Dass seine Wahl auf den FC Schalke 04 fällt, überrascht dann doch etwas, nachdem ganz andere Hausnummern (Mailand, Bayern, England) im Raum standen. Womöglich haben nicht nur sportliche Gründe entschieden. Soll ja angeblich mal vorkommen im Profifußball. Dass es Schalke wird, schmerzt außerdem sehr. Schließlich ist dort der ehemalige VfB-Vorstand Michael Reschke nun tätig und angelt sich den Spieler, den er selbst im Winter zum VfB holte – obwohl der abstiegsbedrohte Club viel dringender einen Stürmer benötigt hätte. Besonders absurd ist, dass Reschke von seiner eigenen Unfähigkeit profitiert. Erst führt seine völlig misslungene Kaderplanung zum Abstieg des VfB und dann angelt er sich aus seinem Trümmerhaufen für derzeitige Marktverhältnisse äußerst günstig den einzigen wirklichen Volltreffer, den er nach Marc-Oliver Kempf in Stuttgart gelandet hat. Reschkes Kabak-Coup: Von langer Hand geplant!😉 pic.twitter.com/4GcmY45j1s — FussballTransfers (@FT_Redaktion) 27. Juni 2019 Das ist …

Schrotty und Captain Kork

„Schrotty und Captain Kork“ ist eine deutsche Komödie – manche sprechen von einer Tragikkomödie – die unter der Regie von Wolfgang Dietrich entstand. Die Premiere fand am 29. Januar 2018 in der Stuttgarter Mercedes Straße statt – deutschlandweit startet die Klamotte am 3. Februar 2018. Die Handlung in kurzen Worten: Wie kann man den Traditions-Club VfB Stuttgart komplett in Schutt und Asche legen? Wie kann man die Euphorie eines Aufstiegs in Rekordzeit ersticken? Wie kann man den schier grenzenlosen Rückhalt von Mitgliedern, Fans und Zuschauern komplett eliminieren? Wobei: Auf die Handlung kommt es in „Schrotty und Captain Kork“ gar nicht an, denn sie bildet nur den Rahmen für eine pausenlose Folge von albernen Episoden, unterirdischen Gags und flachen Kalauern. „Unser absoluter Wunschtrainer“ „Wir haben eine intakte Mannschaft“ „Eine längerfristige Planung ist im heutigen Fußballgeschäft nicht notwendig“ „Wir haben Vertrauen in die Qualität der Mannschaft“ „Der Coach wurde von der Mannschaft herzlich willkommen geheißen“ „Wir stehen für Kontinuität und Glaubwürdigkeit“ „Jeder Weiß-Rote steht in der Pflicht, alles zu geben!“ „Schrotty“ heisst in Wirklichkeit Michael Reschke und …

Die Totengräber des VfB

Warum bin ich VfB-Fan? Der Verein kam zu mir durch meinen Vater, der mich als ganz kloiner Junge mit ins Neckarstadion genommen hat. So ein riesiges Stadion, es roch nach Bratwurst, man konnte so laut schreien wie man wollte und dann trugen die Spieler so ein schönes Trikot. Mein erstes Idol war Hermann Ohlicher, natürlich weil er viele Tore schoß, aber auch weil ich glaubte, er ist wie ich: Er liebt den VfB. Der Verein ist wie ein warmes Herz, eine heiße Liebe, aber auch eine wehmütige Erinnerung. Das kann das Geräusch des Jubels, der Schmerz einer vergebenen Chance, der rhythmische Gesang von 1893-hey-hey sein. Der VfB gehört für mich zur Familie. Ist mal der große Bruder, zu dem ich aufsehe. Mal der Opa, wenn er von Tradition und alten Zeiten spricht. Mal die zickige Schwester, wenn der Club wieder eine Pussy ist. Es muss schon viel passieren, ehe man jemand aus der Familie verstößt. Vertrauensbruch. Hinterhältigkeit. Betrug. Eine wehrlose Mannschaft. Ein überforderter Trainer. Ein planloser Manager. Ein unbeholfener Präsident. Und schließlich Fans, für die …