Alle Artikel in: Rückpass

Einer, der schoss wie Allgöwer und Hitzlsperger

Die vier VfB-Spieler mit dem härtesten Schuss? Karl Barufka, Bernd Martin, Karl Allgöwer, Thomas Hitzlsperger. Meine vier ersten Idole beim VfB? Hermann Ohlicher, Bernd Martin, Karlheinz Förster, Didier Six. Bernd Martin ist gestorben und damit geht einer meiner Helden des VfB Stuttgart, der maßgeblichen Anteil dran hatte, dass ich Fan dieses großartigen Vereins wurde. Bernd Martin war einer der ersten „Jungen Wilden“ des VfB. Nachdem er mit der A-Jugend (u.a. mit Arno Schäfer, Martin Hägele und Mario Salzinger) Meister wurde, spielte er mit 18 Jahren bereits bei den Profis und feierte am 12. Dezember 1973 sein erstes großes Highlight: Achtelfinale im UEFA-Cup gegen Dynamo Kiew, so etwas wie das Nonplusultra der damaligen Zeit, mit dem Überspieler Oleg Blochin an der Spitze. Das Hinspiel in Kiew hatte der VfB bei minus 20 Grad mit 2:0 verloren, Hermann Ohlicher (40.) und Karl-Heinz Handschuh (75.) egalisierten im Rückspiel den Rückstand, alle richteten sich auf eine Verlängerung ein. In der 78. Minute wurde Bernd Martin eingewechselt und traf kaum zehn Minuten später zum entscheidenden 3:0 vor nicht einmal 30.000 …

Sonderausstellung „125 Jahre VfB“: Wir haben die Dauerkarten!

Ihr ärgert euch über Tabellenplatz des VfB Stuttgart? Über die unansehnliche Spielweise? Über den Trainer? Die Spieler? Den Präsidenten? Oder über die Ultras oder die bruddelnden Blogs und Podcasts? Dann empfehlen wir euch einen Besuch der Sonderausstellung „Bewegt seit 1893: 125 Jahre VfB Stuttgart“. Denn hier merkt man schnell, dass dies alles nur Momentaufnahmen sind. Man versteht, dass es der Verein und seine Tradition sind, die über allem stehen. Natürlich sind es die Verantwortlichen, die Fans und die Spieler, die den VfB Stuttgart definieren. Aber sie sind eben nur unzählige Puzzlestücke, die den VfB seit 1893 zu dem gemacht haben, was er heute ist. Und das ist das tolle an der Sonderausstellung: Sie ist sichtbar kein Marketingmaßnahme der VfB 1893 AG, sondern aus Fan-Sicht gestaltet. Die Exponate sind liebevoll ausgewählt, von den Gründungsjahren bis in die Neuzeit. Und es liegen nicht mal Mitgliedsanträge aus!   Etwas versteckt, aber ebenfalls einen Besuch wert: Das Untergeschoss. Hier kann man eine Choreo der Cannstatter Kurve angucken und am Riesentischkicker zocken. Ebenfalls eine sehr nette Idee: Die Stickerwand, die …

Menschen, Tore, Sensationen: Der ultimative Rückblick 2017!

Was für ein denkwürdiges Fußballjahr! In München ist Jupp Heynckes zum gefühlt zwölften Mal Trainer und in Köln ist ein alter Bekannter Sportvorstand. Und in Stuttgart? Da hat der VfB das Jahr als Tabellendritter der zweiten Liga und als Verein begonnen. Beendet hat er es als Vierzehnter der ersten Liga und als AG. Doch das erstaunlichste: Der Trainer ist immer noch derselbe! Doch der Reihe nach: Januar Nicht viel los am Anfang des Jahres. Wir träumen uns deshalb schon mal prophylaktisch weg und überlegen uns, wie der VfB Stuttgart aufsteigt.  (Spoiler: Nichts davon ist eingetreten. Vom Aufstieg mal abgesehen.) Fußball gespielt wird auch noch: Der VfB gewinnt den Rückrundenauftakt dank eines Treffers von Carlos Mané gegen Sankt Pauli – irgendwie. Great teamwork! We persevered and we won 3 points! Come con @VfB! #3points #roadtobundesliga #team pic.twitter.com/1p6Oc7tQjS — Emiliano Insua (@EmilianoInsua) 29. Januar 2017 Februar The Sportvorstand known as Slim Shindy hat in den letzten Stunden der Wintertransferperiode nochmal richtig einen rausgeholzt. Wir feiern die Last minute Transfers von Jérôme Onguéné, Ebenezer Ofori und Josip Brekalo. Nun …

Was wäre, wenn …?

Bissle ruhig hier gewesen. War auch nicht viel los, neben der Verpflichtung von Orel Mangala wurde nur das neue Trikot geleakt und dazu haben wir schon vor einiger Zeit unsere Vorschläge gemacht. In erster Linie lag die zweiwöchige Stille daran, dass Sebastian im Urlaub war und uns mit seinen Fotos mächtig genervt hat und dass ich gelesen habe. Ich bin eher ein mittelschneller Leser, aber es war das Buch „4 3 2 1“ von Paul Auster, ein Brocken deutlich schwerer als ein nasser Lederball. Der amerikanische Autor erzählt in dem 1250 Seiten dicken Werk vier Mal die Geschichte von Archibald Ferguson. Es sind sozusagen vier Romane in einem, in sieben Kapiteln werden hintereinander jeweils vier verschiedene Versionen des Lebens von Ferguson dargestellt. Sie verlaufen unterschiedlich aufgrund von Eigensinnigkeiten, Risiken, Glück und Pech, Eitelkeiten, Unsicherheiten und krimineller Energien. Dieser große Roman handelt von der Macht des Zufalls, über die Sekunden im Leben, in denen sich entscheidet, ob man die Liebe seines Lebens trifft oder ob man arm oder reich wird, ob man überlebt oder nicht. Letztlich …

Unsere beliebtesten Artikel 2016

Ein Jahresrückblick ist stets die ultimative Möglichkeit, sich selbst gebührend abzufeiern. Das wollen wir natürlich nicht verpassen und haben in den Tiefen von Google Analytics nach unseren klickstärksten Texten im Jahr 2016 gesucht. Erstaunlicherweise haben wir diese alle nach dem Abstieg geschrieben. Here we go: Platz 10: Die Fans sind der Star! Die VfB-Fans übernehmen das Hartwald-Stadion, Simon Terodde grüßt aus Sandhausen und Twitter liefert fleißig T-Rodd-Memes. Der Saisonauftakt verläuft ganz nach Maß. Platz 10 für einen der ersten Texte aus der Zweitliga-Saison. Die Fans sind der Star! Platz 9: Wie im Kindergarten Nachdem der VfB gegen Heidenheim verloren hat, prügeln Jos Luhukay und Jan Schindelmeiser fröhlich aufeinander ein. “Wie im Kindergarten” schreiben wir. Anscheinend sehen das auch unsere Leser so. Wie im Kindergarten Platz 8: VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Die Meldung, dass der VfB Stuttgart von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, schlägt ein wie eine Bombe und schafft es auf Platz 8 unserer Top 10. VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Platz 7: Fack ju, zweite Liga! Gut 100 Tage nach dem Abstieg …

Niceland

Die Haare wie Johan Cruyff, die Socken runter gerollt wie Socrates, ein Blick für den freien Raum wie Bernd Schuster. Es sah immer so leicht aus bei ihm. Am Ende flog der Ball punktgenau dort hin, wo er ihn gerne haben wollte. Außenrist, Innenrist, Vollspann – die Schönheit seiner Pässe und die Eleganz seiner Bewegungen sind bis heute unerreicht. Wenn Asgeir Sigurvinsson auf dem Platz stand, dann schien die Sonne heller, wirkte der Rasen saftiger und die Tore größer, das VfB-Spiel erreichte eine eigene Kunstform. Mit seinen feinen Füßen hätte es mich nicht gewundert, wenn er mit ihnen auch akustische Gitarre gespielt hätte. Zu niemandem passte Dirigent besser als zu Sigurvinsson. Wenn es das schon in den 80ern gegeben hätte, man hätte den Isländer als Wi-Fi des VfB-Teams bezeichnet: Er verband alle Spieler und Mannschaftsteile magisch miteinander. Wegen ihm kann ich die Mannschaft von 1982 immer noch auswendig aufsagen. Roleder. Förster. Förster. Schäfer. Hadewicz. Niedermayer (Kurt!). Allgöwer. Ohlicher. Six. Kelsch. Reichert. Und eben Sigurvinsson. Er war der Beste. Wegen ihm liebe ich Island. „Eismeer-Zico“ nannten …

Hasta la vista, VfB!

Einfach heartbreaking das Statement von Lord Hlousek „Es hört sich komisch an, aber ich liebe diesen Verein“, es bringt amtlich die Gefühle vieler VfB-Fans zum Ausdruck. Der Lord weiß halt wie er die Fans ins Bett kriegt, vielleicht sollte er Liebeslieder für AnnenMayKantereit oder Kraftklub schreiben. Aber hoffentlich rufe ich am Samstag dem VfB nach seinem Spiel in Köln nicht zu: „Du am Arsch, und ich nackt daheim mit ’ner Flasche Bier!“. Ja, ok, ich sollte vielleicht keine Lyrics verfassen. Wenn der Lord für mich und den VfB texten würde, dann würde er wohl in diese Richtung gehen: „Du bist meine Heimat, ich hab’nur Dich. Du bist mein zu Hause, für immer und mich“* Ich kenne fast alle Spieler des VfB. Sogar dann noch, wenn sie seit 25 Jahren nicht mehr gespielt haben, 30 Kilo zugenommen haben und einen Vollbart tragen, wie Nils Schmäler beim Mercedes Benz Junior Cup. Das testet Sebastian immer wieder, in dem er mir alte Mannschaftsbilder unter die Nase hält und ich darauf Roland Mall, Dieter Brenninger oder Karl-Heinz Handschuh erkennen …

In eigener Sache: Die Lesercharts 2015

Mit 2015 ist auch das erste komplette Blogjahr des vertikalpass zu Ende gegangen. Die wenigsten werden es wissen: Wir sind im Sommer 2014 zur WM gestartet. Wer ein wenig in den Tiefen des Archivs stöbert, findet noch die entsprechenden Artikel und vielleicht sogar noch unsere Liveticker. Damals war uns bereits klar, dass wir den Blog nach dem Turnier als Fußballblog weiterführen möchten. Einer der ersten regulären Artikel war damals im August 2014 der Spielbericht der Partie Gladbach gegen VfB Stuttgart. Mit Armin Veh auf der Bank und Huub Stevens auf der Tribüne. Wie bitte? Fast forward ins Jahr 2015. Unsere Zugriffszahlen und die Anzahl der Facebookfans steigen kontinuierlich und es fühlt sich wirklich gut an, ein kleines bisschen Relevanz zu haben. Und mittlerweile von so vielen Menschen gelesen zu werden, dass es unmöglich nur Personen aus unserem persönlichen Bekanntenkreis sein können. Ein wenig Numbercrunching macht immer Spaß. Deswegen haben wir uns mal angeguckt, welche Artikel Euch im Jahr 2015 am meisten interessiert haben. Hier sind unsere Lesercharts: Platz 10 Ende Juli fragen wir uns, was aus den Meistern von 2007 geworden ist. …

Dragan Holcer

Dragan Holcer: Gegangen, um zu bleiben

Dragan Holcer ist gestorben. Bei Holcer muss ich erst an Hermann Ohlicher denken und dann an Roland Hattenberger und dann an KSV Baunatal, Röchling Völklingen und FK Pirmasens. Zweite Liga. So wenig Zuschauer, dass auf Ordner verzichtet werden konnte, in der Halbzeit wechselten die Zuschauer von der Cannstatter in die Untertürkheimer Kurve, um näher dran zu sein, falls ein VfB-Tor fallen sollte. Das war natürlich nix für meinen Vater. Er hatte eine Dauerkarte, Gegengerade Mitte. Bruddler-Ghetto. Um sich nicht vor jedem Spiel ein Sitzkissen zu leihen, hatte er ein eigenes, das stilecht in einer Ledertasche transportiert wurde. Als zentrale Figur in der Abwehr hatte Holcer maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg 1977. 100 Tore wurden eben gegen Baunatal, Pirmasens und Völklingen geschossen. Aufbruch lag in der Luft. Wie vor dieser Saison. Der Aufbruch 1977 endete auf Platz 4, das wird diese Saison knapp. Von 1976 bis 1978 hat Holcer beim VfB 82 Spiele am Stück bestritten, ohne auch nur eine Minute zu fehlen. Manche sagen, Holcer hatte seinen Namen nicht von ungefähr, aber Holcer war kein Holzer, …

Die tragischen Meister von 2007

Kevin Kuranyi kommt zurück in die Bundesliga, das wird allenthalben gefeiert, zu allererst von ihm, denn er ist eine tragische Figur im deutschen Fussball. Einst hochgelobt als Stürmerhoffnung in der Post-Rumpelfuß-Ära, wurde er von Jürgen Klinsmann rasiert vor der WM 2006. Zwei Jahre später wurde er während des Länderspiels gegen Russland auf der Tribüne bepöbelt und floh wortlos aus dem Stadion. Joachim Löw hatte wenig Verständnis dafür und suspendierte ihn. Und als schliesslich sein Heimatverein VfB Stuttgart 2007 Meister wurde, war Kuranyi zwei Saisons vorher nach Gelsenkirchen gewechselt, vermeintlich wegen der besseren sportlichen Aussichten und Zahlen, die in der Gehaltsabrechnung auf Schalke ein bisschen größer waren als im Kessel. Als Stuttgarter Homeboy, der gerne am Waranga und abseits cornert, hätte Kuranyi auch nach Stuttgart gepasst; weniger sportlich, denn an Daniel Ginczek, Martin Harnik und Timo Werner käme er nicht vorbei, eher folkloristisch, denn Karrieren verlaufen beim VfB oft tragisch. Besonders auffällig ist dies bei der Meisterschaftmannschaft 2007. Timo Hildebrand: Irritierte durch seinen Vertragspoker und verließ nach überragenden Leistungen (Bochum!) den VfB nach der Meisterschaft in …