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Wie habe ich es vermisst!

Endlich wieder ein VfB-Spiel. Mit Freunden in der Kälte im Stadion. Der Geruch von verbrannter roter Wurscht. Das charakteristische Grummeln im Stadion. Ein überzeugender, ungefährdeter Sieg. Ein Spiel, das richtig Spaß macht. Gegen die bis dahin beste Defensive der zweiten Liga dreimal genetzt.

Wie habe ich es vermisst, den Überall-Spieler Wataru Endo zu sehen, den japanischen Ascacibar (sorry Sebastian, vermisst ausser Dir jemand Santi?) und hinter ihm der extrem raumsensible, fehlerlose und tacklingfreudige Ata Karazor, für mich der beste Mann auf dem Platz.

Wie habe ich es vermisst, einen selbstbewussten, befreiten, pressing-, risiko- und lauffreudigen VfB zu sehen. Auch wenn in der ersten Halbzeit nicht alles klappt, so hat man gesehen, dass deutlich schneller gespielt wird, dass versucht wird, vertikal zu spielen und dass der Ball mit möglichst wenig Ballkontakten nach vorne getragen werden soll. Kein Larifari-Fußball mehr, mit Ballbesitz als Selbstzweck. Gut, die 20 Minuten nach der Pause haben sicher Pellegrino Matarazzo auch nicht gefallen, aber echte Torchancen hat Heidenheim nicht, denn die Defensive ist deutlich stabiler als unter Tim Walter – was ehrlicherweise keine große Kunst ist.

Wie habe ich es vermisst, Torschütze Marc-Oliver Kempf mit seinem Robocop-Laufstil zu sehen, der seine Hybrid-Rolle aus Links- und Innenverteidiger und Mittelfeldspieler intelligent interpretiert. Natürlich Borna Sosa, den smooth Operator, den Sohn von Manni Kaltz, keiner kann solche butterweichen Bananenflanken schlagen und keiner kann sie so verwerten wie Nicolas „Air“ Gonzalez. Wobei auch nicht verschwiegen darf, dass der Argentinier sich wie immer quirlig und engagiert zeigt, aber tendenziell den Ball zu lange hält und in vielen Fällen die falsche Entscheidung trifft.

Wie habe ich es vermisst, einen ganz offensichtlich gesunden Daniel Didavi zu sehen, der sich als erster Zielspieler und teilweise zweite Spitze in der gegnerischen Hälfte immer wieder anbietet und dann versucht, das Spiel zu verlagern und schnell zu machen. Orel Mangala, der immer den Körperkontakt und den Zweikampf sucht, er braucht das, sonst ist er nur ein halber Spieler. Und schließlich der unauffällige und souveräne Nathaniel Harry Phillips, von dem mein Nebenmann Axel sagt „Guck mal, das hat er alles bei Kloppo gelernt!“.

Habe ich das alles vermisst, weil ich es zum ersten Mal gesehen habe in dieser Saison? Anyway: Das Spiel hat Spaß gemacht und macht Hoffnung auf die nächsten 15 Spiele. Aber die erste Partie unter Tim Walter war ganz ähnlich, nicht wenige waren danach regelrecht euphorisch. Wach bleiben, nicht auf der Leistung ausruhen, darauf kommt es an. Dann muss ich keine überzeugenden Siege mehr vermissen, sondern kann mich daran gewöhnen.

Hier gehts lang zu unserem vertikalGIF „Restrunden-Tabellenführer!“

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Letzter Aufruf für diese tolle Veranstaltung im Kalaluna in Schorndorf. Wenn Danny Galm, Bernd Sautter und wir heute über Fußball in Württemberg und natürlich den VfB sprechen, wird es garantiert emotional! Kommt rum!

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