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„Wir dachten, jetzt läuft es von selbst“.

Was für eine entlarvende Aussage von Pascal Stenzel nach dem furchtbaren 0:0 gegen den VfL Osnabrück. Doch natürlich gilt das nicht nur für ihn gilt, sondern für den VfB Stuttgart als Ganzes. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch außerhalb. Stets dachte der VfB nach kleineren Erfolgen – oder auch größeren wie der Meisterschaft 2007 oder einer Champions League-Qualifikation – es liefe von selbst. Beispiele gefällig?

Nachdem ausgegliedert wurde und über 41 Millionen in die VfB AG flossen, dachte man, der Erfolg kommt von selbst. Professionalisierung auf allen Ebenen. Top 5 in Deutschland. Geld schießt Tore. Aber nur wenn man damit umgehen kann.

Nachdem der Perlentaucher Michael Reschke kam, meinte der VfB, der sportliche Erfolg kommt von selbst und man könne mit ganz Großen mitspielen. Vor allem, weil sich Reschke als ganz Großen sah.

Nachdem der VfB in der ersten Saison 2017/2018 nach dem Aufstieg Siebter wurde, dachten alle, jetzt läuft es wie von selbst auf eine dauerhafte Platzierung im ersten Tabellendrittel hinaus.Klar:, wer den FC Bayern München im eigenen Stadion 4:1 schlägt, der gewinnt gegen jedes andere Team – wie von selbst.

Mit diesem Kader und diesem Budget, gelingt der Aufstieg in der Saison 2019/2020 wie von selbst. „Niemand kann uns ein Bein stellen.“

Mit dem neuen Trainer, dessen Matchpläne immer funktionieren, steigt der VfB wie von selbst auf. Schade nur, dass ein Gegner auf dem Platz steht.

Nach einer guten Halbzeit gegen den HSV (der einzig guten nach dem Neu-Start!), war der Rest der Saison nur noch Formsache. „Wir steigen auf, ganz von selbst!“. Nicht nur Osnabrück hatte etwas dagegen, auch der KSC im nächsten Auswärtsspiel.

Das ließe sich wohl beliebig fortsetzen. Der VfB Stuttgart ist eben ein Traditionsverein. Und Tradition hat vor allen eine ungesunde Mischung aus Selbstüberschätzung und Selbstgefälligkeit. Erschreckend dabei, wie schnell auch Neuzugänge diesen unguten Spirit verinnerlichen.

„Furchtlos und treu“ ist der Claim des VfB. Dabei muss es eigentlich heißen:
VfB – wir dachten, es läuft von selbst! Würde sich hervorragend als Trikotflock eignen. Und käme eventuell auch gut auf einer Kaffeetasse.

Und noch ein kleiner Spoiler: In Karlsruhe wird nichts von selbst laufen. Es geht gegen ein Team, das im Abstiegskampf steckt, und dem VfB liebend gerne den Aufstieg versauen würde.  Es geht mal wieder gegen einen dieser „“leidenschaftlichen und tief stehenden Gegner“ (Matarazzo-Voice), gegen den sich der VfB so schwer tut.

tl;dr:
In Karlsruhe läuft nichts von selbst!

Darf gerne geteilt werden:

8 Kommentare

  1. Benjamin Gartenmaier sagt

    Das trifft es so ziemlich auf den Punkt!

    Was seit Jahren dazu passt, ist der Umstand dass alle Spieler die zu uns stoßen, schlechter werden. Beispiele? Klement, Wamangituka oder oder…

    Spieler, die uns verlassen, blühen woanders auf. Zum Beispiel ein Okazaki.

    Wie viele Jugendsspieler von uns spielen heute in der Bundesliga, weil diese für uns nicht gut genug waren? Ich meine nicht Werner oder Kimmich. Nein, aber:

    Zimmermann, Stöger, Bicakcic, Rudy, Khedira, um nur ein paar zu nennen.

    Es tut so weh diesem Team mit seiner grenzenlosen Selbstgefälligkeit zuzusehen. Dieses blinde Ballgeschiebe von links nach rechts. Null Gefahr, null Ideen. Was will man so in der Bundesliga?

  2. drhuey sagt

    „Nicht nur auf dem Feld, sondern auch ausserhalb“

    Das ist es! Man könnte „Die Wahrheit liegt auffm Platz“ bemühen, aber das ist nur der kleine Ausschnitt, den der gemeine Fan sieht. Und, wenn wir uns immer wieder fragen, wieso VfB-Mannschaften keine Leader haben seit Jahren, liegt die Antwort wohl auch in Bereichen, die nicht sichtbar sind. Hinweise geben dann lediglich Interviews der Verantwortlichen und Vergleiche mit denen des Branchenprimus. Ich kenne noch die Duelle zwischen beiden Klubs als es noch das Südderby mit Top-Zuschlag war und ich mag sie nicht. Aber es ist bewundernswert wie sie es geschafft haben, dass jeder, ob auf oder neben dem Platz mit jeder Faser zu jeder Zeit alles gibt. In den Interviews wird der Mindset eben auch deutlich. Während beim VfB angefangen von Hitzelsperger und Vogt bis zu Matarazzo die weichen Töne angestimmt werden, klingt es bei den Pendants aus München immer klarer, schärfer und fordernd (von sich selbst!). Beim VfB: „wir wollen unsere Fehler schon abstellen“; „ist halt doof, wenn man keinen Zug zum Tor entwickelt“ oder so ähnlich. So spricht man nur, wenn keine Leistungskultur implementiert ist und man sich selbst nicht über den Weg traut. Die Erkenntnis wächst, dass der VfB max. noch das Potential zur Fahrstuhlmannschaft hat und ich möchte nur noch wegschauen.

  3. fritzo62 sagt

    Wenn man auf Kicker die Bewertung aller 2. Ligaspieler nach 30 Spieltagen anschaut… ist der VfB fast abgestiegen. Da ist Platz 2(Danke an Kiel) ein echtes Wunder. Gut sind wir nur beim rumlaufen, aber das wissen wir ja eh. Psychologisch, ach ja den Sportpsychologen haben wir doch irgendwann entfernt?, mag es inzwischen zum Problem werden, dass jeder um seinen Arbeitsplatz bangt, und jetzt so gar keinen Bock hat sich reinzuhängen?
    Es braucht also einen Masterplan mit Perspektivspielern, ein Gerüst mit Spielern die man 5 Jahre an sich bindet, usw. – und willige Akzeptanz nicht aufzusteigen… VfB II ist wieder 4.klassig, da kann man mit dem Einzugsgebiet auch gegen Hoffenheim auf Dauer bestehen, oder?

  4. drausvomlande sagt

    Einfache Anforderung:
    Haut Karlsruhe weg oder Ihr könnt gleich da unten bleiben.
    Verstanden?

  5. M aus G sagt

    Ich habe hier gestern ja noch Platz 2 abgeschrieben und den HSV stark geredet. Offenbar etwas zu voreilig. Wollte mich bis zum Wochenende eigentlich nicht mehr mit dem VfB befassen, habe mir gestern Abend dann aber doch das HSV-Spiel angeschaut und habe in der 94 einen Jubelschrei rausgelassen, der wahrscheinlich die halbe Nachbarschaft erschüttert hat.

    In Sachen Unfähigkeit scheint der HSV den VfB wohl noch um eine Haaresbreite zu überbieten, aber durch ist das jetzt natürlich noch lange nicht (siehe: dieser Artikel)

    Was man dem HSV aber lassen muss: ihre Spiele sind wenigstens unterhaltsam anzuschauen. Mal dominieren sie den Gegner, drehen Spiele, geben am Ende trotzdem wieder alles aus der Hand. Beim HSV ist wenigstens Leidenschaft zu erkennen, die VfB-Auftritte versprühen meistens so viel Feuer und Leidenschaft wie ein Seniorentreffen in Hinterdupfingen.

    Dem VfB ist die Arrogante „es läuft ja von selbst“-Mentalität in jedem Augenblick anzumerken. Das ewige Ballgeschiebe, die x-te Spielverlagerung auf die andere Hälfte, das selbstgefällige Vertrauen in die Überlegenheit des eigenen Systems, die Unfähigkeit aus gefühlten 90% Ballbesitz auch mal einen dementsprechend hohen Sieg zu erzielen, etc…

    Man sollte sich jetzt bloß nicht auf weitere Patzer des HSVs verlassen, auch wenn diese natürlich im Bereich des Möglichen liegen. Vielleicht ist es von Vorteil, dass sie am Wochenende vor uns spielen, da diese Truppe im Falle eines HSV-Siegs am Freitag dann mal gehörig unter Druck steht und das Spiel auch mal wirklich ernst nimmt.

    Dieser so genannte Aufstiegskampf ist wirklich ein Trauerspiel. Man könnte meinen, es ginge gegen den Abstieg. Euphorie ist bei mir keine vorhanden. Ich will einfach nur, dass es am Ende der Saison wieder direkt in die 1. Liga hochgeht. Jubel wie 2017 werde ich mir sparen.

  6. Draffehn Thomas sagt

    Herr Mislintat duldet keinen Trainer mit mehr Intellekt neben sich. Das Problem vieler Professoren oder auch Virologen (sorry ich meine Kollegen bei den Vs). Matarazzo fühlt das und kriegt es nicht hin, die Truppe mal richtig aufzuwecken… stattdessen wird immer an die Qualität appelliert…dann wundert man sich, was dem Gegner überhaupt einfällt, einen Konter in der 20. Minute erfolgreich abzuschließen…so blöd aber auch… Aber: wenn Heidenheim gegen den HSV gewinnt, könnte man mit einem hochverdienten Punkt Vorsprung am Ende sogar aufsteigen… dann ist Mislintat immer noch the Brain und der Trainer ab November Sky-Experte….soo geil…;-)))

  7. Franzi May sagt

    Nach dem 0:0 am vergangenen Sonntag habe ich mir Gedanken darüber gemacht, warum es beim VfB seit Jahren keine Rolle mehr zu spielen scheint, welchen Trainer, welchen Kader oder welche sportliche Leitung wir haben – es läuft nach kurzer Zeit immer wieder auf das gleiche hinaus: nachlassende Leistungen.
    Auch die neu hinzugekommenen Spieler, die unbelastet zu uns kommen weil sie die Misere der vergangenen Jahre nicht miterlebt haben, scheinen nach kurzer Zeit so lustlos und unmotiviert zu sein wie alle anderen. Oder sind sie einfach verunsichert?

    Die Frage ist: woran liegt das? Was geschieht da intern, dass es niemandem gelingen will, bessere Leistungen abzurufen? Wir haben doch derzeit gute Voraussetzungen im Verein mit guten, fähigen Leuten und einem ordentlichen Kader. Was verunsichert alle so, dass die Freude am Spiel so gänzlich verloren geht?

    Wenn man die Kommentare von uns Fans in den Sozialen Medien liest, so ist da wenig von Aufmunterung und Zutrauen zu spüren. Angst kursiert. Verbale Unterstützung gibt es von den Fans nur, wenn es gut läuft. Und zurzeit läuft es halt mal wieder nicht so richtig. Wir kompensieren unseren Frust und entziehen unseren Spielern dann sehr schnell die wohlwollende Unterstützung. In unserer (meist verständlichen) Fan-Frustration üben wir oft lieber maximal harsche Kritik, die oft auch sehr persönlich ist.

    Zufällig las ich vor kurzem folgenden Text, der mir zu denken gab. Er bezieht sich auf den HSV, würde auf den VfB aber auch recht gut passen.

    Aus dem DPA Newskanal:
    „Hamburg (dpa) – Der ehemalige Sportvorstand Ralf Becker sieht die Probleme des Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga auch in der Vergangenheit begründet.
    Die Enttäuschung der vergangenen Jahre sitze tief, sagte Becker dem Internetportal „t-online“. „Da schwingt auch immer die Angst vor dem nächsten Tiefschlag mit. Das zu ändern ist nicht einfach, wäre aber wichtig.“
    Becker war 2018 von Holstein Kiel zum HSV gewechselt, musste nach dem verpassten Aufstieg aber wieder gehen. „Es ist bei großen Traditionsvereinen allgemein so, dass es schnell unruhig wird. Bei anderen Vereinen herrscht in engen Situationen das Motto: „Wir kriegen das schon hin.“ Bei Klubs wie dem HSV heißt es eher: „Das wird wieder nichts.““, sagte Becker rückblickend.
    Es sei wichtig, sich von dieser Negativität frei zu machen. „Wenn das Umfeld ständig mit dem Misserfolg assoziiert wird, dann darf sich diese Mentalität aber nicht auf die handelnden Personen übertragen“, sagte Becker. Er sei aber davon überzeugt „dass die handelnden Personen in der aktuellen Phase intern ruhig bleiben und weiter Optimismus verbreiten werden“.

    Der VfB befindet sich also in guter Gesellschaft mit seiner Instabilität und den daraus resultierenden schwankenden Leistungen. Letztlich scheint es doch zum großen Teil Kopfsache zu sein, was die Probleme verursacht. Ob dafür wohl irgendwann eine Lösung gefunden wird? Überwinden wir irgendwann die permanente Angst vor dem nächsten Tiefschlag?

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