Allgemein
Kommentare 1

Lehrgeld, wa?

Ich kann Hertha BSC Berlin nicht leiden. Ich mag St. Pauli. Kaiserslautern. Bochum. Ich mag Union Berlin. Nürnberg. Bielefeld. Aue. Aber Hertha BSC Berlin mag ich nicht. Das ist keine lang gewachsene Aversion, es gibt kein besonderes Ereignis oder einen Spieler, weshalb ich die Hertha nicht mag. Eigentlich sind mir die Berliner egal, wenn sie nicht gegen den VfB spielen.

Berlin spielt herzlos, es ist eine blutleere Truppe, selbst Vedad Ibisevic wurde domestiziert. Die Hertha kann es sich sogar erlauben, einen Salomon Kalou aufzustellen und 90 Minuten lang zu ignorieren. Für mich ist die Spielweise der „alten Dame“ so unverdaulich wie die ungarische Kohlroulade Töltött Káposzta, denn Trainer Pal Dardai gibt seiner Elf schon in der vierten Saison das einfache Motto mit auf den Weg: „Wir machen nur das, was wir können. Das ist nicht viel, aber das machen wir gut.“ In Berlin gibt es also traditionell ungarische Hausmannskost. Doch dem VfB fehlt der nötige Biss und der entscheidende Erfolgshunger.

Es ist besonders ärgerlich und unnötig gegen Berlin zu verlieren, es gibt nur zwei Gründe für die 0:2-Niederlage: vorne zu harmlos und hinten zu unaufmerksam. Das hat nichts mit Erfahrung zu tun, das mussten wir über Jahre an Niedermeier, Schwaab und Sunjic miterleben, sondern mit Konzentration und Konsequenz. Hinten fehlte bei zwei Szenen die Konzentration und vorne bei Chancen von Asano, Mangala, Terodde und Donis die Konsequenz.

Was Hoffnung macht:
Holger Badstuber und Dennis Aogo haben Spielzeit bekommen, jede Minute bringt sie nach vorne und sie können schon gegen Mainz eine Option für die Startelf sein. Benjamin Pavard wird immer ruhiger und schnörkelloser. Egal ob außen oder in der Mitte, er wirkt souverän, ist so etwas wie der Fixpunkt in der Abwehr.

Der Kampf um die zwei defensiven Mittelfeldpositionen wird wohl immer härter: Schienen Ebbo Ofori und Dzenis Burnic nach den Eindrücken der Vorbereitung gesetzt, so soll nun Santiago Ascacibar kommen, ein Supertalent aus Argentinien und so etwas wie eine argentinische U20-Ausgabe von Kampfschwein Vidal, nur mit weniger Halstattoos. Damit hätte der VfB sieben Spieler für die zentralen Positionen: Neben Ofori, Burnic und Ascacibar noch Captain Gentner, Matthias Zimmermann, Orel Mangala und Anto Grgic. Auch wenn gerade Grgic ein Kandidat für eine Ausleihe ist: This is gonna be a hell of a Konkurrenzkampf.

Was nachdenklich stimmt:
Offensiv fehlt die Durchschlagskraft. Auf außen bleiben Josip Brekalo und Asano meist wirkungslos, Chadrac Akolo scheint auf der Außenposition besser aufgehoben, er fühlt sich in der Mitte mit dem vielen Raum um sich rum offensichtlich nicht so wohl. Und Simon Terodde, ja, der ist ganz einsam da in der Mitte. Man möchte ihm eine Postkarte senden, damit er ein bisschen Ansprache hat.

Ja, das war ganz ordentlich in Berlin. Und gerade in der zweiten Halbzeit waren die Stuttgarter Offensivaktionen streckenweise nett anzuschauen. Andererseits wissen wir ja, wessen kleine Schwester „Nett“ ist. Nächste Woche im Heimspiel gegen Mainz sollte Zählbares rausspringen, um einigermaßen sorgenfrei in die Länderspielpause gehen zu können. Auf der anderen Seite will der neue Club von Alex Maxim ganz sicher nicht auch gegen den zweiten Aufsteiger verlieren. The pressure is already on!

Schon gesehen? VertikalGIF!
In dieser Saison findet ihr eine Spielzusammenfassung der besonderen Art von uns bei den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. Schaut’s euch an!

1 Kommentare

  1. Pingback: Gegnerbetrachtung: Mainz 05 beim VfB Stuttgart | WORTPIRATIN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*