Autor: @abiszet

Warum der VfB absteigen wird

Eigentlich spricht alles gegen den VfB: Obwohl der VfB unter Sebastian Hoeneß nur eine Niederlage in sechs Bundesligaspielen hinnehmen musste, ist der Flow verloren gegangen. Die letzten Wochen waren anstrengend, immer wieder mussten Rückschläge verkraftet werden, die Mannschaft ist mental müde und emotional entkräftet. Immer wieder abgewandelte Matchpläne verunsichern zudem das Team. In der Offensive sind Spieler wie Silas, Tiago Tomas und Chris Führich außer Form, Wataru Endo wirkt überspielt und die Abwehr im Verbund mit dem Torhüter macht in jedem Spiel mindestens einen verhängnisvollen Fehler. Der Nachteil: Am Sonntag nachlegen zu müssen, weil am Tag zuvor bereits die Konkurrenz gespielt hat. Mit dem Druck, ein bestimmtes Ergebnis erzielen zu müssen, wird die sowieso wacklige Mannschaft nicht zurecht kommen. Alles Sensibelchen, diese Spieler mit dem roten Brustring! Mainz will gegen den VfB nach drei Niederlagen in Folge im letzten Heimspiel der Saison an die positive Serie zuvor anknüpfen und sich gut vom eigenen Publikum verabschieden. Bo Svensson ist keiner, der abschenken will und der fuchsteufelswild wird, wenn seine Mannschaft auch nur ein bisschen nachlässt. Zur …

Das war’s noch nicht!

Alles richtig gemacht: Der VfB Stuttgart hat gegen Bayer Leverkusen ein ordentliches und diszipliniertes Spiel gezeigt. Alles gut, wenn es nicht der 32. Spieltag wäre. Und wenn der VfB nicht auf Platz 17 stünde. 1:1 gegen Leverkusen: eigentlich ganz gut und gleichzeitig zu wenig. Gegen den Werksclub hatte der VfB zwei Möglichkeiten, wie er das Spiel angeht: Von vorne herein mutig den Gegner unter Druck setzen, falls der Halbfinalist der Europa League im Rom-Sandwich nicht ganz bei der Sache ist. Oder ruhig beginnen, das Spiel lange offen halten. Um dann am Ende mit Mut und Zielstrebigkeit auf den Dreier zu gehen, falls den Leverkusenern die Kraft ausgehen sollte, weil sie 72 Minuten zuvor ein aufreibendes Spiel gegen AS Rom absolvieren mussten. Trainer Sebastian Hoeneß wählte dann die dritte Möglichkeit, die ein bisschen an die Zeit von Bruno Labbadia erinnerte: Fehlervermeidung und Spielkontrolle statt Risiko, um insbesondere den Speed des Gegners seriös zu verteidigen. Die fehlende Wucht und der nicht vorhandene Mut auch in möglichen Umschaltsituationen waren also mehr der Herangehensweise des Trainers geschuldet als der …

1893 inspirierende Sprüche für die Instagram-Storys der VfB-Spieler – und für Dich!

Fast alle VfB-Spieler sind auf auf TikTok, Twitter und Instagram unterwegs. Ob sie ihre Postings dort selbst machen oder ein Social Media Team das übernimmt, lässt sich nicht immer sagen. Aber sich dort gut darzustellen ist jedem wichtig, kann ja auch mal ganz entscheidend werden, wenn man den Verein wechselt, gell? Vor einigen Jahren noch hat Benjamin Pavard stets ein Bild von uns geklaut für seine Postings, an jedem verdammten Spieltag. Jetzt wollen wir es umdrehen und den aktuellen Spielern Tipps geben, die zur derzeitigen Situation und ihrer Performance passen. Wobei: Eigentlich passen sie zu fast allem und jedem. Absolute Beliebigkeit ist schließlich eines der Merkmale der Netzwerke. Da einige Spieler in der Landessprache ihres Arbeitgebers posten wie Serhou Guirassy („Toller Heimsieg. Die Fans waren unglaublich“) oder Borna Sosa („auffuckinggehts“), sind unsere Vorschläge für eine Caption oder Textkachel auf deutsch, das würde die Postings der ausländischen Spieler bei den Fans auch gleich viel sympathischer machen. Zumal Tom Bartels und Horst Heldt vermuten, dass der VfB deshalb so schlecht in der Tabelle da steht, weil viele …

Sie haben es nicht kapiert

Ich habe Pal Dardai ausgelacht. Sein Motto „vier Spiele, vier Siege“ sollte kämpferisch klingen, im Grund ist es jedoch pure Verzweiflung. Aber ich hätte es wissen müssen: Es war eigentlich klar, dass der VfB einen am Boden liegenden Gegner wieder zurück ins Game bringt. Einen Gegner, der eigentlich gar nichts kann, völlig verunsichert ist und mit einer Niederlage so gut wie sicher abgestiegen wäre. Aber wann hat der VfB mal zum wichtigen Zeitpunkt gepunktet und ist nicht unter der Last der Situation zusammen gebrochen? Mir kommt es vor, als sei dies zuletzt 2007 gewesen. Und eben im Saisonfinale 2021/2022, in allerletzter Sekunde. Ob das dieses Mal auch wieder funktioniert? Mit einer seltsamen Passivität ließ der VfB die Hertha mitspielen, anstatt dem Tabellenletzten von Anfang an zu zeigen: „Ihr steigt ab und wir geben Euch heute den Rest“. Nett hielten die VfB-Spieler das Bällchen in den eigenen Reihen, nett wurde leider auch in der Defensive verteidigt. Wie Borna Sosa den Eckball vor dem 1:0 verursachte: Das wirkte so, als ob sich ein Kreisligakicker in die Bundesliga …

Was ist eigentlich im Pausentee?

Pausentee. Ein Begriff aus einer anderen Zeit, als Ernst Huberty noch Fußballspiele kommentierte. Pausentee. Er sollte wärmen und stärken, Kraft geben für die zweite Halbzeit. Beim VfB machen die was Komisches in das Getränk. Etwas, was nicht pusht, sondern eher einschläfert, womöglich den Tee zu lange ziehen gelassen? Wie schon gegen Gladbach kommt der VfB im Halbfinale gegen Frankfurt passiv aus der Pause. Während die Fohlen nichts draus machen konnten (oder wollten), nutzt die SGE die Schwächephase des VfB eiskalt und hocheffizient aus und zieht ins Finale ein. Das Spiel wird natürlich überlagert vom nicht gegebenen Elfmeter in der Nachspielzeit. Ein „Kann”-Elfmeter, man „kann” die Entscheidung von Daniel Schlager nachvollziehen. Aber es fällt schwer, da in vielen Fällen der Elfer gegeben wird und am Wochenende gegen Hertha BSC kann es passieren, dass genau so ein Ding gegen den VfB gepfiffen wird. Es ist eher das große Ganze, was einen aufregt: Die undurchsichtige Linie der deutschen Schiedsrichter, die beim Handspiel eigentlich wahllos entscheiden. Wer weiss, ob der Elfer verwandelt worden wäre und wie es dann in …

Druck? Tanguy ihn überhaupt nicht

Sorry für die Überschrift, aber irgendwie musste ich Tanguy Coulibaly feiern. Es ging uns doch allen so, als er zum Elfmeter antrat: „Bitte nicht“. Hatte nicht Chris Führich schon einen Elfmeter geschossen? Kann das nicht Wataru Endo machen, so wie er sowieso alles macht? Nee, wirklich, Tanguy tritt echt an. Ich hatte mit allem gerechnet: Mit einem Ball in den Oberrang, mit einem missglückten Panenka. Aber er verwandelt souverän vor der Cannstatter Kurve, vor der alles Wichtige passiert und das nachdem er lange am Elfmeterpunkt warten musste, bis schließlich Ko Itakura nach Intervention des Viodeoschiedsrichters endlich seine rote Karte bekam. Ich kann es ja sagen: Ich habe Coulibaly schon immer gemocht – trotz seiner Unzulänglichkeiten. In erster Linie für seine Energie und weil er wie eine Fackel brennt, selbst auf der Bank überzeugt er mit einer beeindruckenden Laufleistung. Natürlich hat er mich immer wahnsinnig gemacht mit seinem Spiel, das viel zu unangepasst und wild und fehlerhaft und meistens kopflos ist. Aber er bringt stets Spektakel und jetzt macht er den Unterschied. Gegen Borussia Dortmund der …

Los Wochos

Es sind diese Wochen in der Saison, in denen sich alles für den VfB entscheidet. Vamos a la zweite Liga oder Klassenerhalt? Unter Bruno Labbadia spielte der VfB viel zu oft “Un, dos, Käs“; Sebastian Hoeneß soll das jetzt in den letzten Spielen ausbügeln. Ungeschlagen ist er noch in seiner Amtszeit beim VfB, warnt aber zugleich vor zu hohen Erwartungen. Zu hohe Erwartungen, Hombre? Ist das die Rückkehr des schwierigen Umfelds? „Wir sind nicht in der Situation zu sagen, wir nehmen hier in Augsburg mal locker drei Punkte mit“, so Hoeneß nach dem Remis am Freitag. Das hat wirklich keiner erwartet und von „locker” hat auch niemand gesprochen. Wir kennen das, sich gegen Vorwürfe verteidigen, die es gar nicht gibt. Ich habe lediglich damit gerechnet, dass der VfB auf das Spiel der Fuggerstädter eingestellt ist. Dass er weiß, was auf ihn zukommt, entsprechend vorbereitet ist und sich nicht in der ersten Halbzeit “den Schneid abkaufen lässt“ (Fabian Bredlow). Ich weiß, das klingt loco, gerade wenn man sich die Auftritte des VfB in den letzten rund …

Elf Endos müsst Ihr sein

Wirft der VfB die Euphorie nach dem 3:3 gegen Borussia Dortmund einfach weg? Ja – und das war zu befürchten. Anstatt dessen zeigt der VfB von allem zu wenig. Vor allem nicht die Wucht aus dem letzten Heimspiel und holt mit dem 1:1 auch zu wenig Punkte. Dabei kam der FC Augsburg aus einer sieglosen Serie von fünf Spielen. Es läuft die 89. Minute: Wataru Endo macht mal wieder eine dieser Bewegungen, die Gegner ins Leere laufen lassen und nach denen das ganze Feld vor ihm frei ist. Er setzt an, einen letzten Konter zu fahren. Ihm auf den Fersen ist Julian Baumgartlinger, ein hölzerner, kantiger Spieler mit strategischen Fähigkeiten, aber sonst wenig Können. Er versucht, zu klammern, aber Endo windet sich und scheint zu entkommen. Dann bekommt Baumgartlinger den Kragen des Trikots zu fassen, er reisst daran bis der Japaner endlich zu Fall kommt. Klarer Fall, taktisches Foul, gelbe Karte, selbst für den fahrigen Schiedsrichter Christian Dingert. Chance vorbei auf ein Tor in letzter Minute. Von allem zu wenig So sind die Augsburger, der …

Zu Risiken und Nebenwirkungen …

Augsburg, die letzten beiden Spiele: 2:1 (Siegtor in der 91. Minute) und 3:2 (Siegtor in der 85. Minute). Beides Freakspiele mit Last-minute-Toren für den VfB, aber es waren auch Heimspiele. Am Freitag geht’s jetzt nach Augsburg, also an dem Tag, an dem die Fuggerstädter in dieser Saison besonders gerne gewinnen. Es ist damit zu rechnen, dass wir nicht nur in Augsburg, sondern bei allen sechs bis acht folgenden Bundesliga-Partien unseres Herzenvereins Herztropfen oder zumindest Baldrian benötigen werden. Ansonsten kommt es zu unabsehbaren Risiken und Nebenwirkungen. Wann gibt’s das endlich im VfB-Shop? Wir sollten davon ausgehen, dass das Saisonfinale ähnlich aufregend werden wird wie 2022, dort mit den knappen Siegen gegen Gladbach, Augsburg und dem emotionalen Finale gegen Köln. Das hat damit zu tun, dass Sebastian Hoeneß die (taktischen) Fesseln von Bruno Labbadia gelöst hat – die FAZ schrieb unlängst noch von “irgendwie gelähmt wirkenden Stuttgarter Spielern“ – und der Mannschaft Leitplanken gegeben hat, in denen sie frei agieren kann. Was im Idealfall bedeutet, vorne ein Tor mehr zu schießen als hinten rein zu bekommen. Das …

Wenn sowas geht, geht alles!

Sebastian Hoeneß hat in zwei Wochen geschafft, was Bruno Labbadia in über drei Monaten und einem langen Trainingslager nicht gelang: Ein System und eine Spielweise zu installieren, die die Stärken der Mannschaft in den Vordergrund stellt. Er hat die Freude zurück gebracht und eine Stimmung entfacht, die an das Frühjahr 2022 erinnert, als der VfB in allerletzter Sekunde den Klassenerhalt schaffte, zuvor mit einigen Freak-Heimspielen à la Dortmund. Mit Hoeneß kam die Zuversicht zurück, das Schwere der Labbadia-Zeit wurde abgelegt, in der eigentlich immer nur erklärt wurde, warum etwas nicht klappt. Und warum trotz fehlender Ergebnisse und Erlebnisse, der Weg genau der richtige sei. Dass sich ein Spiel wie gegen Borussia Dortmund nicht jedes Wochenende wiederholen lässt, dürfte uns allen klar sein. So vielen Widerständen zu trotzen, das ist ein Kraftakt, für Kopf und Fuß. Aber alle wissen jetzt, vom Fan über das Trainerteam bis zur Mannschaft: Wenn sowas gegen Dortmund geht, dann geht alles! Durch die Fehlentscheidung der Club-Führung, Labbadia zu holen und damit mehrere Monate zu verlieren (rund ein Drittel der Saison!), sind …