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“Des musch g’wenna!“

Ich gehe mit Hoffenheims Trainer Christian Ilzer mit, der nach dem Spiel sagte, ein Spiel gegen seine Hoffenheimer würde keinen Spaß machen. Die TSG ist mir egal, aber ich musste mich trotzdem ziemlich aufregen im Stadion. Darüber, dass Hoffenheims Albian Hajdari hätte Gelb-Rot sehen müssen, nach zwei Fouls innerhalb von 90 Sekunden. Anstatt dessen sah Tiago Tomàs eine Verwarnung, weil er einen Freistoß zu früh ausführte. Darüber, dass Tim Lemperle über 90 Minuten seine Gegenspieler treten und umrempeln konnte, ohne verwarnt worden zu sein (Süddeutsche Zeitung: „In erster Linie war er Wrestler, Ringer und Rempler“). Anstatt dessen bekam Angelo Stiller eine gelbe Karte, weil er genau darauf hinwies. Darüber, dass der Unparteiische Daniel Siebert einen Schiedsrichterball wiederholen ließ. Anstatt dessen hätte er genau so konsequent das provokante Zeitspiel von Oliver Baumann unterbinden müssen, der bei Abstößen lange gestikulierte, sich dann im Schritt kratzte, Gras aus seinen Stollen klopfte und in aller Ruhe noch einen Schluck trank. Darüber, dass Deniz Undav schon wieder im Abseits war, wieder mit der Schulter. Eine ähnliche Situation gab es von …

Einstiger Publikumsliebling im Abseits

Er will doch nur spielen. Am liebsten in Stuttgart. Aber Sebastian Hoeneß lässt ihn nicht. Die Tür sei offen, meint der Trainer. Aber er lässt den einstigen Publikumsliebling nicht durchgehen. Schöne Worte, keine Taten. Einst war er der absolute Publikumsliebling in Stuttgart. Heute ist er beim VfB ohne jede Perspektive. Vor einigen Jahren war Silas noch der Spektakelspieler in Stuttgart. Einer, der uns verzauberte und unsere Herzen erreichte. 2020/2021 so etwas wie das Gesicht des VfB, der heißeste Scheiß der Liga, der Höhepunkt sicher das 5:1 in Dortmund, bei dem Thomas Hitzlsperger Konfetti kotzte. Silas stand stellvertretend für die neuen Jungen Wilden aus Cannstatt. Wild, das ist er. Sein Spiel roh und unkonventionell und unberechenbar und das passt nicht zum (Ballbesitz-)Fußball von Hoeneß, vielleicht passt es überhaupt nicht zum modernen Fußball. Silas setzte sehr spät einen Fuß in eine professionelle Fußballakademie, er wechselte bereits nach einem Jahr Profi-Fußball 2019 vom Paris FC zum VfB. Zusammen mit Atakan Karazor, Pascal Stenzel und Fabi Bredlow ist er am längsten beim VfB, bestritt insgesamt 132 Pflichtspiele (34 Tore) …

VertikalGIF #SVWVfB: The next Leweling

Sonntag Abend um 19:30 in Bremen: Wie beschissen kann eine Spielansetzung bitte sein? Aber die VfB-Fans, die nach vier Auswärtsspielen am Stück in Stuttgart eine Klatsche gegen die Bayern und ein 4:1 im weirden Spiel gegen Maccabi Tel Aviv erlebt hatten, waren natürlich wieder am Start. Zugegeben: Die Show gehörte in den ersten Minuten den Hausherren: In der dritten und gleich zwei Mal in der neunten Spielminute war der VfB kurz davor, in Rückstand zu geraten. Aber das 0:0 hatte Bestand, weil Alex Nübel und Fortuna regelten. Der VfB wurde stärker und ging in der 23. Minute in Führung, nachdem Angelo Stiller den perfekten Vertikalpass auf Deniz Undav spielte. Das fanden alle toll – abgesehen von den Bremern und dem VAR. Der Kölner Kellner rechtfertigt sich auch 24 Stunden nach dem Spiel noch, warum die Aberkennung des Treffers korrekt war. Aber der VfB wird nicht nur mit Werder fertig, sondern auch mit dem VAR und deshalb stand es nach 40 Minuten endlich 1:0 und das kam so: Jamie Leweling schlug eine wunderbare Flanke in den …

Und es hat Bumm gemacht!

Es war eigentlich ein typisches VfB-Spiel: Guter Beginn, gleich drin im Spiel, mit einigen hochkarätigen Chancen. Der Torhüter aber gut drauf, wie die meisten Keeper gegen den VfB. Dann nutzt der Gegner seine zweite Chance, weil man im Strafraum viel schläfrig ist und bekommt dazu noch einen absoluten Glücksschuss eingeschenkt. In der zweiten Halbzeit dann eine gelb-rote Karte und letztlich chancenlos, trotz insgesamt ordentlicher Leistung. Es war ein Spiel, das lange Jahre für den VfB typisch war und das jetzt Werder Bremen beim 0:4 nachstellte. Die Begegnung an der Weser hatte durchaus das Potential, richtig schief zu gehen. Zur wackligen Anfangsphase kam noch eine aberkanntes Tor von Deniz Undav. Welche Bilder Guido Winkmann (mit dem der VfB schon schlechte Erfahrungen machte) im VAR-Keller sich zurecht legte und wieviele Millimeter Abseits der VfB-Stürmer mit seinem Unterarm (!) war, das weiss nur er, so wie viele Entscheidungen des VAR willkürlich erscheinen. Jamie Leweling war dagegen in Bremen eine echte Erscheinung: Zwei Assists, das erwähnte Traumtor aus 32 Metern (!) mit einem kaum messbaren xG-Wert. Nicht nur der …

Wenn ein Helikopter zum Hauptdarsteller eines Fußballspiels wird

Die Begegnung in der Europa League gegen Tel Aviv war kein normaler Fußballabend. Am Ende wurde am meisten diskutiert, warum kein Alkohol ausgeschenkt wurde und was die Gründe dafür waren, dass es nur ein eingeschränktes Getränke- und Speisen-Angebot im Neckarstadion gab. Bedeutet: Wenn das die wirklichen Probleme des Spiels sind, war es ein gelungener Abend unter sehr speziellen Vorzeichen und Rahmenbedingungen. Es wurde ein riesiger Aufwand betrieben, um Fans und Mannschaft inklusive Delegation von Tel Aviv zu beschützen, um anti-semitische und Palästina-feindliche Aktivitäten zu verhindern, um „jeder Form der Gewalt mit Nachdruck entgegen zu wirken“ (Stuttgarter Vizepolizeipräsident Carsten Höfler). Geworden ist es ein ruhiger Abend, in dessen Verlauf so langsam die Anspannung nachließ. Sowohl die Stadt als auch der VfB haben gezeigt, dass sie der großen Verantwortung gerecht wurden und der Aufgabe gewachsen waren. Ständiger Begleiter (nicht nur) am Spieltag: ein Hubschrauber, der am Himmel kreiste. Omnipräsent in der Innenstadt, in Bad Cannstatt, am Stadion. Er wurde zum Soundtrack des Abends. Würde der kicker für ihn eine Note vergeben, es wäre eine 2, denn Höchstnoten …

Vom Unterschied zwischen abschenken und aufgeben

Bei Bekanntgabe der Aufstellung hat’s schon jeder gewusst: Das kann nix werden, Sebastian Hoeneß schenkt das Spiel gegen Bayern München einfach ab. Dabei ist die Idee durchaus nachvollziehbar, auf schnelle Spieler wie Ramon Hendriks und Ameen al-Dakhil in der Innenverteidigung zu setzen, einem ballsicheren Akteur wie Nicolas Nartey zu vertrauen und den vorwärts denkenden Chema Andrès zu bringen. Der Münchener rigorosen Mannorientierung selbst mit einer Manndeckung zu begegnen, ist ambitioniert. Vor allem nachdem es der Rekordmeister darin zu einer gewissen Exzellenz gebracht hat. Ist das mutig? Unbedingt. Ist das risikoreich? Aber ja. Wie viele jedoch bei Aufstellung und Spielsystem von „abschenken“ sprechen können, ist schwer nachzuvollziehen. Die Mannschaft schlug sich nach anfänglichen Schwierigkeiten und dem 0:1-Rückstand achtbar. Es war aber auch eine gegnerische Elf, die zunächst nicht in Bestbesetzung antrat. Ob Vincent Kompany vor dem Spiel vorgeworfen wurde, er würde das Spiel nicht ernst nehmen oder gar abschenken wollen? Der VfB war beim 0:5 hinsichtlich seiner Spielweise nie ein ernsthafter Gegner. München hat Probleme mit Intensität, mit Körperlichkeit, mit Kampf, mit Gegenwehr, mit Chaos, wenn …

VertikalGIF #FCBVfB: Systemausfall nach 60 Minuten

Normalerweise lassen wir die Bayernspiele aus, denn in zwei von drei Fällen verliert der VfB, die Stimmung ist aufgrund der Bayern-Fans aus dem Stuttgarter Umfeld mehr als seltsam, und ganz ehrlich: Wer will schon 90 Minuten Joshua Kimmich sehen? Aber wenn man ohnehin schon in Bad Cannstatt ist, nimmt man den “Südschlager” natürlich mit. Das Dauerkärtle ist schließlich bezahlt! Und bereits beim Lesen der Aufstellungen reifte eine Vorahnung, dass es ein seltsames Spiel werden könnte: Sebastian Hoeneß stoppte seine Rotationsmaschine auch gegen die Bayern nicht und sein Gegenüber Kompany setzte auch auf eine Art B-Elf. Ein weiteres Indiz dafür, dass es ein seltsames Spiel werden würde, war die Tatsache, dass der VfB bereits nach vier Minuten zwei gelbe Karten kassiert hatte. Erst traf es Al-Dakhil, dann Jamie Leweling. Und was sagen wir generell zur Spielleitung von Tobias Stieler? Es war der Stimmung im Neckarstadion auch nicht zuträglich, dass es nach nur elf Minuten auch schon 1:0 für die Bayern stand: Über Urbig und Laimer landete der Ball bei Oliseh, der wiederum Laimer bediente, der durchaus …

Ein Spiel zum Vergessen

Das letzte Pokalspiel in Bochum verlor der VfB 2:0. Das war 2014 in der ersten Runde, der VfB-Trainer hieß Armin Veh und der Doppel-Torschütze? Simon Terodde. Zudem war es einer der ersten Texte auf diesem Blog. Die StZ schrieb sogar: „Wird die Krise zum Dauerzustand?“ Heute wissen wir: ja – bis Sebastian Hoeneß kam. Der VfB aber nach dem unglücklichen 1:2 gegen den HSV angeblich auch mal wieder in einer Krise. Nur auf Platz 6 in der Tabelle. Zu viel Rotation, zu wenig Automatismen. Zu viel Ballbesitz, zu wenig Konsequenz. Zu viel quer, zu wenig vertikal. Zu viel klein-klein, zu wenig Klarheit. Und dann noch Deniz Undav: Jetzt zwar beeindruckende acht Tore aus den letzten sechs Spielen, er kommt mit dem Zählen selbst durcheinander – aber außer ihm trifft so gut wie kein Stuttgarter. Was stimmt denn da nicht? Im Pokal-Achtelfinale musste sogar ein Eigentor herhalten, um den VfB auf die Siegerstraße zu bringen. Der VfB hatte bis zur 68. Minute einmal aufs Tor geschossen und führte 2:0. Muss man auch erstmal schaffen. Werden die …

Oldschool VfB: dumm gelaufen!

Es gab lange Zeit die Einschätzung, es gäbe kaum eine dümmere Mannschaft im Deutschen Fußball als den VfB. Vor allem unter Pellegrino Matarazzo machte das die Runde weil der VfB auf unerklärliche und unnötige Weise Punkte und Spiele verlor. Gegen den HSV, der genau zwei gute Angriffe hatte, muss der VfB sich wirklich die Frage gefallen lassen: Wie blöd kann man ein Spiel herschenken? Die Aufstellung: Im Nachhinein ist man immer klüger. Nachdem Sebastian Hoeneß meist richtig lag, gingen dieses Mal seine Ideen nicht auf. Wobei nicht explizit ein Personalwechsel ein Fehler war, aber in der Gruppe als Ganzes passte vieles nicht. Lauf- und Passwege, Raumaufteilung, alles nicht optimal, im Detail kam es immer wieder zu Ungenauigkeiten. Auch die Klarheit und Durchsetzungsfähigkeit im letzten Drittel fehlte. Die Arroganz: Die wird Hoeneß von außen gerne unterstellt bei der gewählten Aufstellung. Hatten jedoch nicht die meisten mit einem klaren Sieg gerechnet, selbst mit Pascal Stenzel auf der 10? Deniz Undav, Maxi Mittelstädt, Jamie Leweling und Ata Karazor eine Pause zu gönnen: nachvollziehbar. Ameen Al-Dakhil Spielzeit zu geben: …

VertikalGIF #GAEVfB: Final destination Deventer

Nach Basel und Istanbul nun also Deventer. Eine der ältesten Städte der Niederlande mit einem Stadion, das kleiner ist als das auf der Waldau, und die bekannt ist für seinen “Boekenmarkt” – einen der größten Büchermärkte Europas. Klingt eigentlich alles ganz romantisch, oder? Nachdem sie die spanische, die italienische und die türkische Polizei unfallfrei überstanden hatten, hätten dann auch vermutlich die wenigsten der mitgereisten VfB-Fans vermutet, dass es gerade bei unseren Nachbarn auf einmal Notstandsgesetze, Betretungsverbote und Polizeigewalt hagelte. Ging es wirklich noch um Fußball oder stand Deventer kurz vor dem Bürgerkrieg? Die Folgen der Repressalien sind bekannt: Die organisierte Fanszene reiste ab, aber nicht, ohne zuvor die Tickets an VfB-Fans weiterzugeben, die keine hatten. Und so war der Support in der Schuhschachtel zwar nicht organisiert, aber dennoch deutlich hörbar! Exakt ein Jahr nach dem Spiel in Belgrad, in dem der VfB ebenfalls ohne organisierten Support mit 1:5 baden ging, durfte man gespannt sein, wie es im angeblichen Hexenkessel von Deventer laufen würde. Aber wie heiß war die Stimmung tatsächlich? Die Holland-Adler begannen bissig, aber …