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VertikalGIF #VfBBVB: Dortmund in a nutshell

Nach der Länderspielpause haben für den VfB Stuttgart die Wochen der Wahrheit begonnen: Dortmund, Hamburg, München, Freiburg im Pokalhalbfinale, Bremen, Hoffenheim, Leverkusen und Frankfurt lautet das Restprogramm – abgesehen vom Pokalfinale in Berlin natürlich. Und natürlich war zum Auftakt ein Heimsieg gegen Dortmund eingeplant, um Platz 3 zu manifestieren. Nach dem 5:2 gegen Augsburg verzichtete Sebastian Hoeneß auf eine größere Rotation und brachte nur Karazor für Chema und Hendriks für Tiago Tomas. Von Anpfiff an hatte der VfB das Spiel und den Gegner im Griff. Was fehlte, waren jedoch klare Torchancen, um das Tor von Gregor Kobel ernsthaft in Gefahr zu bringen. Nach 45 Minuten brachte es der VfB auf acht Torschüsse, die Dortmunder auf zwei. Expected goals: 0,55 zu 0,07. Wenn man ehrlich ist, passierte in den zweiten 45 Minuten eigentlich auch nicht viel mehr. Eins paar Stuttgarter Halbchancen auf der einen, keine Dortmunder Chancen auf der anderen Seite. Alles sah danach aus, als würde das Topspiel torlos enden. Doch dann zeigte Nico Kovac mal wieder, warum sein Team selten gut spielt, aber dennoch …

Nur das Ende mitreißender als ein Klappstuhl

Ein seltsames Spiel. Dass die beiden besten Spieler die Innenverteidiger Ramon Hendriks und Nico Schlotterbeck waren, ist symptomatisch für das Top-Spiel des 28. Spieltags. Ich sitze in der Bewertung zwischen zwei Stühlen: Einerseits empfinde ich die Niederlage gegen den BVB als total unverdient, andererseits muss ich die Qualität des BVB anerkennen – das war schon herausragend, wie die Borussen aus zwei Chancen zwei Tore machen und wie sie 96 Minuten verteidigt haben. Aber wie sie gespielt haben. Ist Dortmund Zweiter oder Zwölfter in der Tabelle? Positiv gesehen haben sie gespielt wie St. Pauli – nur mit besseren Spielern. Negativ gesehen war das Old School Fußball, wie der zynische Stil der Italiener aus den 80er Jahren. Rein von den Ergebnissen natürlich hervorragend, aber so mitreißend wie ein Klappstuhl, für eine Spitzenmannschaft eigentlich unwürdig. Kein Wunder, dass viele BVB Fans am Stuhl von Niko Kovac sägen. Der VfB muss sich spielerisch wenig vorwerfen: Er traf auf eine Mannschaft, deren defensive Abläufe sitzen. Mindestens mit fünf Spielern auf einer Linie, dazu das Zentrum verdichtet. Kommt der Ball auf …

Schlagabtausch zwischen Nagelsmann und Undav weitet sich aus

Bisher waren die unterschiedlichen Auffassungen über die Rolle Undavs in der deutschen Nationalmannschaft rein aufs Sportliche beschränkt. Jetzt zieht der Schlagabtausch immer weitere Kreise. Denn Julian Nagelsmann kommentiert seit neuestem Deniz Undavs Aktivitäten auch außerhalb des Spielfelds. Beispiele? Eins absurder als das andere. Aber das kennen wir ja vom Bundestrainer. Undav zieht mit eigener Muskelkraft den gestrandeten Wal wieder ins offene Wasser und rettet „Timmy“ damit. Nagelsmanns Kommentar: „Ich war mit ihm nicht zufrieden. Er hat gefühlt nur einmal den Wal berührt, bis es dann zur Rettung kam. Aber das ist das Entscheidende, dass er, wenn der Wal müde ist, dies nutzen kann.” Nachdem Undav die ins Stocken geratenen Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU und den Grünen in Baden-Württemberg als Mediator zum Abschluss gebracht hat, meint der Bundestrainer dazu lapidar: „Er hatte bisher nicht viele Aktionen bei den Koalitionsverhandlungen, eigentlich gar keine. Keine große Leistung, nachdem CDUs Spitzenkandidat Hagel schon seit Wochen angeschlagen ist und auch intern angegangen wird!“ Fünf Monate nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre konnte Undav die Diebe überführen und der …

Warum redet Nagelsmann ständig Undav schlecht?

Eine tiefe Freundschaft oder gar Liebe wird es nicht mehr zwischen Deniz Undav und Julian Nagelsmann. Die Süddeutsche Zeitung stellt fest: “So richtig verknallt kann Nagelsmann nicht sein in die Laufwege von Deniz Undav, Deutschlands treffsicherstem Stürmer“, nachdem er ihn selbst in Stuttgart nicht von Anfang an berücksichtigte. Dabei schwärmt sein Vereinstrainer Sebastian Hoeneß von seiner Spielintelligenz: „Er hat das Spiel verstanden“. Hoeneß sieht in ihm später einen Trainer, denn er weiß, wann er sich fallen lassen muss, wann er vertikal gehen kann, ist stets bei gefährlichen Situationen in Tornähe, denkt nicht immer nur an sich, setzt auch seine Mitspieler gekonnt ein. Ein Traum für jeden Trainer. Nur nicht für den Bundestrainer. Es wirkt so, als ob der Bundes-Jule nur sehr widerwillig auf Undav setzt. Trotz seiner phänomenalen Scorer-Werte mäkelt er an ihm herum. Selbst nach dem Siegtor im Testspiel hatte er natürlich etwas auszusetzen: “Er hatte nicht viele Aktionen, eigentlich gar keine, hatte vor dem Tor wenig mit dem Spiel zu tun”, sagte Nagelsmann über Undavs Leistung gegen Ghana. “Aber am Ende macht er …

VfB-Fans haben Champions League Niveau, aber …

… für das Team reicht es noch nicht für Großes in der Europa League. Der VfB ist international und auswärts ein gern gesehener Gegner: Er bringt super Fans mit, spielt super Fußball mit einer sympathischen Mannschaft und verliert immer. Super Sache für den Gegner, sympathisch finden das alle (bis auf Deventer). Denn die Taktik gegen den VfB ist einfach: Gib‘ ihnen den Ball, das mögen sie, denn sie wollen spielen und mit dem Tore schießen haben sie ein Problem. Und irgendwann kommt die Situation, in der einer einen Fehler macht, in der sie in Unterzahl verteidigen, dann müssen wir da sein, mit Tempo und Konsequenz. Daran geglaubt haben sie. Motiviert waren sie. Heiß waren sie. Wütend waren sie. Und wütend waren sie auch nach dem Spiel. Aber internationales Niveau haben nur die VfB-Fans. Die feierten ihr Team und das zurecht: Der VfB ließ sich vom Hinspielergebnis nicht entmutigen, legte alles rein, letztlich reichte die Qualität nicht. Ja, Diogo Costa ist ein herausragender Keeper, ganz klar. Stünde Kasper Schmeichel bei den Portugiesen im Tor, hätte der …

Vorsprung durch Attitüde

Es war nicht nur der 26. Spieltag der Saison 2025/2026, sondern auch der zweite “Innovation Matchday” des VfB Stuttgart. Was das ist? Ganz einfach: “Moderne Technologien, neue digitale Erlebnisse und frische Perspektiven werden für den Zuschauer erlebbar.” Klingt fresh, beschränkte sich am Ende für die Fans vor dem TV-Bildschirm dann auf die Deniz Aytecam (unfassbar langweilig) und kurze Schalten zu CEO Alex Wehrle auf der Tribüne, der am Ende auf das Format anscheinend aber auch keinen Bock mehr hatte (zurecht). Der Star des Abends für die Fans im Stadion und vor dem TV war daher ein Roboter in Philipp Lahm Größe, der den Spielball im Gepäck hatte. Folgende Fragen stellten sich: Ist er der VAR 2.0? Ist er der neue Co-Kommentator bei DAZN? Kann er Standards? Aber sprechen wir lieber über die Innovationen im VfB-Spiel. Es hatte fast den Anschein, als ob Trainer und Team das Wissen aus der Lehrstunde gegen Porto unmittelbar anwenden wollten. Die Aufstellung von Sebastian Hoeneß mit Dreierkette und ohne Jeff Chabot und Maxi Mittelstädt: mutig. Die Herangehensweise mit vielen langen …

Der VfB ist international einfach zu nett

Es gab einige Experten wie Jamie Leweling, Sami Khedira und Lothar Matthäus, die ernsthaft glaubten, der VfB könnte die Europa League gewinnen. Da mag wohl mehr Sympathie als wirkliche Expertise dahinter gesteckt haben. Denn das Spiel gegen Porto hat erneut gezeigt: Der VfB ist dem Top-Niveau in internationalen Spielen nicht gewachsen. Der FC Porto ist eine Herausforderung. Fairness und Respekt kennen die Portugiesen nicht. Sportsgeist ein Fremdwort. Sie lagen mehr auf dem Boden als dass sie Fußball spielten, es werden von den Blauen die Grenzen der Unsportlichkeit ausgetestet. Der VfB nahm den Battle erst mit Verzögerung an, ließ sich durch die Mätzchen des Gegners immer aus dem Konzept bringen. Wie schon gegen Instanbul und Rom. Das erhöht für das Auswärtsspiel in Porto nicht gerade die Hoffnung auf einen Sieg und ein Weiterkommen. Auch wenn die Stimmen der Spieler nach der Partie trotzig waren (“Jetzt sind wir dran!”). Porto ist alles andere als sympathisch, aber das sind Spitzenmannschaften selten. Hinten stabil, nach vorne klar und fokussiert, viel Theatralik, viel Schauspiel, viel Shitplay, was den VfB verwirren …

VfB kann Urs Fischer nicht

In Stuttgart will man Großes erreichen: Als Club wie auch individuell sind die Ziele groß. Das Auftreten in Mainz lässt aber Zweifel aufkommen, dass den vollmundigen Worten auch Ernsthaftigkeit und Taten folgen. Es wurde ein typisches Spiel gegen die wiederbelebte Elf von Urs Fischer, das ich gehofft hatte, nie wieder sehen zu müssen. Auswärts in dieser Saison Union, Hamburg, Sankt Pauli, Heidenheim, Mainz. Ergebnis: zwei von 15 möglichen Punkten. Die Spiele glichen sich, stets war mehr drin. Aber der Intensität der Gegner wollte der VfB in erster Linie individuelle Qualität entgegen setzen und war sich zu sicher, dass dies schon reichen würde gegen vermeintlich schwächere Gegner. Der Plan wäre in Mainz beinahe aufgegangen nach den beiden Geniestreichen zum 1:1 und 1:2. Aber sind wir ehrlich: Das hätte der VfB nicht verdient. Ein sehr eigenartiges Spiel: Der VfB in den meisten Spielphasen und bei der Spiel-Auffassung und -Anlage deutlich unterlegen, und trotzdem ist es ärgerlich, das 2:1 nicht über die Zeit gerettet zu haben. Ein unsägliches Spiel: Dass der heutige VfB gegen Mainz so spielt wie …

VertikalGIF #M05VfB: Spiel nicht mit den Kellerkindern!

Null Punkte beim Vorletzten Sankt Pauli. Drei Punkte gegen den Tabellenzehnten aus Köln. Einen Punkt beim Tabellenletzten Heidenheim. Drei Punkte gegen den Vorletzten aus Wolfsburg. Ein Punkt beim Tabellenvierzehnten aus Mainz. Also acht von möglichen 15 Punkten gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte in den letzten fünf Spielen. In der berühmt berüchtigten Formtabelle liegt der VfB damit auf einem Platz, auf dem wir ihn nach 34 Spielen auf gar keinen Fall sehen möchten: Rang 7. Und damit nicht nur hinter den Bayern, Leipzig und Dortmund, sondern auch hinter Hamburg, Augsburg und St. Pauli. Mal fehlte die Intensität, mal die Effizizienz. Aber was fehlte eigentlich gegen Mainz? Genau genommen eigentlich nur ein paar Minuten, um zu zeigen, dass die Mannschaft von Sebastian Hoeneß mittlerweile auch in der Lage, Spiele zu gewinnen, in denen man die schlechtere Mannschaft ist. Aber hätte, hätte, Fahrradkette, am Ende hieß es dann doch: drei, zwei, eins, Punkt für Mainz. Aber der Reihe nach: Sebastian Hoeneß rotierte dezent und brachte Assignon, Chabot und Mittelstädt in die Startelf. Hendriks und Jeltsch saßen erstmal …

Always Look on the Bright Side of Life

Ja, ich weiß, viele können das “Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen” Gelaber nicht mehr hören. Aber manchmal kann man gar nicht anders, als in den Rückspiegel zu schauen: Die letzten fünf der Tabelle spielen parallel und das einzige Team, das kein Tor erzielt, ist der #VfB. So steigen wir ab. #VfBWOB pic.twitter.com/YigwG8IDfD — Vertipokalpass 🏆 (@vertikalpass) March 18, 2023 Denn vor ziemlich genau drei Jahren spielte der VfB Stuttgart ebenfalls gegen den VfL Wolfsburg – und das Team von Bruno Labbadia verlor 0:1. Wer sich das Elend inklusive Tor von Omar Marmoush, einem nicht gegebenen Handelfmeter für den VfB in der 86. Minute und den Absturz auf Platz 18 noch mal antun möchte, bitte sehr. Drei Jahre später sind die Rollen getauscht: Der VfB mit besten Chancen, sich in den Top 4 festzusetzen und Druck auf Hoffenheim zu machen, die Wolfsburger im tiefsten Abstiegskampf, den man diesmal nichtmal durch teure Paniktransfers in der Winterpause entkommen konnte. Zwei der vielleicht wichtigsten Gründe für diese Trendwende beim VfB Stuttgart konnten wir vor bzw. während des …