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Kein Karneval in Cannstatt

Das Topspiel gegen Köln war für den VfB die perfekte Gelegenheit, nach der überraschenden Niederlage gegen St. Pauli Wiedergutachung zu betreiben und sich rechtzeitig für das Auswärtsspiel gegen Celtic Glasgow in Form zu schießen. Außerdem waren drei Punkte nötig, um sich weiterhin als Kandidat für Champions League Plätze zu positionieren. Und die Kölner schienen mit gerade mal zwei Auswärtssiegen am ersten und sechsten Spieltag dafür der perfekte Gegner zu sein, das sagte auch diese schöne Statistik: In den vergangenen 26 Jahren konnte Köln am Karnevalswochenende ganze drei Mal gewinnen. Und gegen Stuttgart waren sie ohnehin seit sechs Spielen sieglos. Apropos Karneval: Der VfB Stuttgart muss sich mittlerweile nicht mehr als Top-Team der Liga verkleiden, sondern ist schlichtweg eins. Das zeigte auch die Aufstellung: Der kränkelnde Stiller wurde geschont, Assignon ersetzte Vagnoman, Leweling rotierte für El Khannouss in die Startelf und Abwehr-Jeff Chabot spielte statt Ramon Hendriks von Begionn an. Auch der 1. FC Köln hatte ein Personalproblem: Es fehlten 700 Anhänger, denen bereits am Samstagmorgen auf einer Raststätte an der A3 bei Siegburg die Weiterfahrt …

Return of the Aufbaugegner

Gebt’s zu: Irgendwie habt ihr es doch auch geahnt, dass der VfB Stuttgart aus-ge-rech-net gegen Sankt Pauli sein erstes Ligaspiel im Jahr 2026 verlieren würde. Gegen den Tabellenvorletzten, das zuletzt am 13.12.2025 dreifach punkten konnte und der seit 30(!) Jahren auf einen Heimsieg gegen den VfB Stuttgart wartet. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich die Hamburger in dieser Saison gegen Top 5 Mannschaften stets beachtlich präsentierten: Beim 1:3 in München stand es bis zur 93. Minute Unentschieden. In Dortmund fiel der Siegtreffer zum 3:2 für die Borussia ebenfalls tief in der Nachspielzeit. Und im vorherigen Heimspiel am Millerntor musste sich Leipzig mit einem Punkt zufrieden geben. Man hätte also durchaus ahnen können, dass das Spiel mindestens so unangenehm werden würde wie das Hamburger Schietwetter am Samstagnachmittag. Vielleicht war das auch der Grund, warum Sebastian Hoeneß etwas überraschend nur zwei Mal rotierte, indem er Jeltsch für Chabot brachte und Demirovic für Leweling. Doch bereits von Anpfiff an wirkte sein Team seltsam müde – sowohl physisch wie auch mental. Ein Stück weit verständlich am Ende der …

VertikalGIF #KSVVfB: Cool in Kiel!

Braunschweig, Mainz, Bochum, Kiel. Die Pokal-Kampagne des VfB Stuttgart in der Saison 2025/206 gleicht bislang dem Brettpiel “Deutschlandreise – spielend Deutschland entdecken”. Und während die schwäbischen Fans die deutschen Bundesländer nördlich von Stuttgart erkunden, schießt sich der VfB mal wieder ins Halbfinale des DFB-Pokals. Klammern wir die erste Runde mal gönnerhaft aus, dann reden wir von drei Auswärtsspielen und 7:0 Toren. Es läuft für den VfB Stuttgart! Natürlich hatten wir altgedienten VfB-Fans vor dem Auswärtsspiel in Kiel mal wieder gehörige Bauchschmerzen: Lange Anreise, ein physisch starker Gegner mit einem cleveren Coach, ein Rasen im Permafrost und frenetische Fans. Das konnte doch nur schief gehen! Doch der Auswärtsauftritt in Kiel war der nächste Beweis, dass der VfB Stuttgart mittlerweile in der Lage ist, seine Qualitäten gegen jegliche Widerstände zum Tragen zu bringen. Am Ende war es natürlich mal wieder Deniz Undav, der zwar nicht die große Kopfball-Chance in der ersten Halbzeit zum 1:0 nutzte, sondern den weitaus schwierigeren Abstauber in der 57. Minute. Aber ohne Antiklimax geht es beim VfB Stuttgart anscheinend einfach nicht und natürlich: …

So läuft der Hase!

“Stuttgart erreicht das Halbfinale, heimlicher Pokalheld ist aber ein Hase”, schreibt Spiegel Online über das 3:0 des VfB Stuttgart im Pokalviertelfinale in Kiel. Und es stimmt! Denn die Art und Weise, wie Schneehase Chris Führich in der 90. Minute eiskalt den Deckel auf das Spiel machte, war heldenhaft. Denn bis dahin zitterten die VfB-Fans nicht nur wegen der arktischen Kälte in Kiel, sondern auch, weil die Störche in der 81. Minute die große Chance auf den Ausgleich hatten, bevor sie aus dem Pokal flogen. Der VfB hingegen cruist weiterhin durch den Pokalwettbewerb. Mit der nötigen Seriösität und einer Prise Spielglück. Nach dem wahnwitzigen 8:7 gegen Braunschweig in der ersten Runde, folgte das ungefährdete 2:0 in Mainz und das 2:0 in Bochum und jetzt eben das 3:0 in Kiel. Drei Spiele in der Fremde, drei Siege, kein Gegentor: Vielleicht sollte Sebastian Hoeneß die Auswärtspartien im Europapokal einfach zu DFB-Pokalspielen erklären. Apropos Sebastian Hoeneß: Seit er da ist, macht der DFB-Pokal wieder Spaß. Das begann am 5. April 2023, als der VfB wenige Stunden nach seinem Amtsantritt …

Medomenal!

Der VfB und der SC Freiburg mit völlig verschiedenen Herangehensweisen. Drei Faktoren entschieden das Spiel, nach dem der VfB zwölf Punkte (!) Vorsprung auf Platz sieben hat. Freiburg ist anstrengend. Der Trainer, die Spieler, die Spielweise. Denn der SC wollte lediglich nicht verlieren und der VfB, der wollte unbedingt gewinnen. Und wurde für diesen Spielansatz spät belohnt. Passiv, offensiv mutlos und abwartend traten die Breisgauer auf, investierten lediglich defensiv viel ins Spiel: knackige Zweikämpfe, teilweise mit einer Sechserkette in der letzten Linie. Nach vorne gewohnt einfallslos: lange Schläge auf Igor Matanovic, der für zweite Bälle sorgen sollte, in dem er in erster Linie in seine Gegenspieler hineinspang. Das Spielkonzept ging einmal auf, als Derry Scherhant „nach einem Gewusel“ (Sebastian Hoeneß) völlig frei vor Alex Nübel auftauchte. Den muss er machen. Der VfB arbeitete sich am Gegner ab, spielte immer wieder geduldig in die Spitze, ließ den Ball laufen, ohne dem Gegner etwas anzubieten, wenn er einmal verloren wurde. Außer bei der Hero-Grätsche von Finn Jeltsch, der nach einem 50-Meter-Laufduell mit Yuito Suzuki den Torschuss verhinderte …

VertikalGIF #VfBSCF: Spätgart strikes again!

Die letzten Spiele gegen den SC Freiburg im Neckarstadion endeten 5:0 und 4:0. Und natürlich haben diese Spiele sehr viel Spaß gemacht. Aber am 20. Spieltag der Saison 25/26 zeigte der VfB eindrucksvoll, dass ein mühsames 1:0 in der 90. Minute genauso geil sein kann – mindestens! Für das Bundesligaspiel im Sandwich zwischen Europa League und DFB-Pokal warf Sebastian Hoeneß mal wieder die Rotationsmaschine an und tauschte gleich sechs Mal: Nübel für Bredlow, Vagnoman für Assignon, Hendriks für Mittelstädt, Karazor für Chema, Leweling für Bouanani, El Khannouss für Führich und Nartey für Demirovic. Der Beginn der Partie war durchaus lebhaft mit Halbchancen auf beiden Seiten. So richtig gefährlich wurde es dann nach zwanzig Minuten. Erst scheiterte Vagnoman mit einem Kopfball am Freiburger Keeper und dann hatte Deniz Undav in nur sechs Minuten gleich drei Chancen auf die Stuttgarter Führung. Aber darf man das überhaupt noch schreiben? Auch Jamie Leweling war kurz vor der Halbzeit drauf und dran, das 1:0 zu erzielen, scheiterte aber mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz. Und da im Gegenzug auch Freiburg …

Stuttgart International kann man nur besoffen sehn’ …

… oder mit starken Nerven. Oder mit einer Scheiß-Egal-Einstellung. Dabei sah alles nach einem gelungenen Abschluss der Liga-Phase in der Europa League aus: Erst die überragende Choreo in der Cannstatter Kurver, dann stand es nach acht Minuten bereits 2:0. Zu diesem Zeitpunkt war der VfB als Achter direkt für das Achtelfinale qualifiziert. Die Mannschaft aber zu schnell zufrieden: Nach rund 30 Minuten stellte sie das Spielen ein, lief ein paar Schritte weniger und jeder machte sein Ding mit überflüssigen Soli und Schüssen aus lächerlichen Positionen. Fehlte es ihr an Reife oder an der Qualität, dem völlig konfusen Gegner noch ein paar Tore einzuschenken? Die Qualitätsfrage stellt sich eigentlich nicht, der VfB hat schon oft in dieser Saison bewiesen, wie gut er ist. Aber fehlende Reife ist auch eine Qualitätsfrage. Zumal es nach der Pause nicht besser wurde. Der Höhepunkt dann das Thomas Hitzlsperger-Gedächtsnistor zum 2:2 von Sandro Lauper. Und wenn die Berner mit Alvyn Sanches und dem eingewechselten Sergio Cordova nicht mehrfach so schusselig gewesen wären, wäre der VfB mit einem oder zwei Toren sogar …

Der Typ hat ne Meise, aber Rückenwind

Am Ende spielte der VfB das Stadion leer. Verständlich, dass die Gladbacher Fans flüchteten, ihre harmlose Trümmertruppe anschauen zu müssen, tat weh. „Ein schlechtes Spiel“ bescheinigte sich Jamie Leweling dagegen selbst, wobei seine Bilanz ausgeglichen war: Elfmeter verschuldet, Führung erzielt. Schlecht spielte der VfB wirklich nicht, trat aber fast ein bisschen zu locker auf. Gerade am Anfang stimmte die Spannung nicht, auch das Spiel nach vorne wirkte häufig uninspiriert. Aber letztlich machte es Gladbach dem VfB einfach, quasi mit halber Kraft einen 3:0-Auswärtssieg einzufahren. Zwei von drei Toren schoss die Borussia mehr oder weniger selbst. Ein Spiel, über das man nicht lange reden wird. Zu unspektakulär, zu klar, zu groß der Klassenunterschied. Wenigstens sorgte Deniz Undav für ein bisschen Gesprächsstoff. Der Stuttgarter Stürmer ist sensibel. Vor allem bei öffentlicher Kritik reagiert er manchmal eingeschnappt. Nachdem er unglaubliche 235 Minuten ohne Torbeteiligung blieb und einige hochkarätige Chancen vergab, nutzen dies einige Medien, um für Klicks sorgen. Sie stellten „Undav ins Zentrum der Kritik“ oder gaben dem “DFB-Star die Note 6“. Nichts Ungewöhnliches also, so sind die …

VertikalGIF #BMGVfB: Fohlen versohlen

Mit zwei Siegen ins Jahr 2026 gestartet, aber aus den nächsten beiden Partien wettbewerbsübergreifend nur ein Tor und ein Punkt. So sah die aktuelle VfB-Lage vor der Auswärtsfahrt nach Mönchengladbach aus. Und dazu auch noch kaltes Januarwetter mit der großen Wahrscheinlichkeit auf Schnee im Schwabenland bei der Rückkehr. Aber so viel sei gespoilert: Der VfB entschied die Partie nicht nur auf dem Rasen für sich, sondern auch auf den Rängen. Mal wieder größten Respekt für alle Fans, die sich an einem Sonntagnachmittag zu Beginn von drei englischen Wochen auf den Weg gemacht haben! Vor dem Spiel hatten sich viele gefragt, ob Jeff Chabot mal wieder eine Pause braucht und wie viele Minuten Ermedin Demirovic schon wieder im Tank hat. Die Aufstellung von Sebastian Hoeneß dürfte dann mal wieder einige überrascht haben. Er wechselte gleich fünf Mal: Assignon, Chema, Mittelstädt, Führich und Undav rotierten auf die Bank und machten Platz für Vagnoman, Stiller, Bouanani, Nartey und Demirovic. Die ersten zehn Minuten nach Anpfiff schienen die Teams zu nutzen, um sich ordentlich warmzumachen, denn in Tornähe passierte …

Buon giorno, Play-offs!

Arrivederci direkte Qualifikation für das Achtelfinale der Europa League. Defensivkünstler, mehr Ringkämpfe als Zweikämpfe, Effizienz vor dem Tor: AS Rom war im vorletzten Gruppenspiel der Europa League das bessere Union Berlin. Und Rom ist der Gegner, gegen den der VfB sehr selten gewinnt. Denn disziplinierte und streng geordnete Teams mit einem Fokus auf Körperlichkeit liegen dem VfB traditionell nicht. Sebastian Hoeneß meinte trotzdem, dass die Mannschaft ein gutes Spiel gemacht habe, sogar „genau das gespielt hat, was wir uns vorgenommen haben“. Nur die Chancenverwertung habe nicht gestimmt. Auch Jamie Leweling, Ermedin Demirovic und Alex Nübel machten die mangelnde Effizienz vor dem Tor für die Niederlage verantwortlich. Aber lag es wirklich an der Chancenverwertung? Macht man es sich damit nicht ein bisschen zu einfach? War es nicht ein zu langsamer Spielvortrag, wenn sich einmal die Gelegenheit zum Umschalten ergab? Gelang es dem VfB nicht zu selten, die Römer aus ihrer Ordnung zu bringen? Fehlten ohne El Khannouss, Stiller und Nartey nicht Kreativität und Ideen? War nicht viel zu wenig Bewegung im Spiel nach vorne zu sehen …