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Wer hat Angst vor Timo Werner?

Am Ende ist Timo Werner gerne gegangen. Zu viel Abstiegskampf, zu hohe Erwartungen, zu viel Häme und Mobbing in der Kabine. Und am Ende war allen klar, dass Werner beim neuen Verein steil gehen wird. Denn beim VfB Stuttgart konnte er seine Stärken nicht einsetzen: Schnell laufen, wenig denken. Das macht er jetzt in Leipzig. Durch das Pressing/Gegenpressing-Spiel der Bullen bekommt er den Raum, den er für seine Sprints benötigt. Und vor dem Tor macht er sich keinen Kopf und haut die Dinger rein.   Timo Werner ist der Rekordmann des deutschen Fußballs. Als B-Jugendlicher beim VfB wurde er Torschützenkönig der A-Jugend-Bundesliga, mit 17 erhielt er die Fritz-Walter-Medaille in Gold und debütierte in der Bundesliga. Er ist der jüngste Debütant des VfB, der jüngste Torschütze des Clubs und der jüngste Doppeltorschütze der Bundesligageschichte. Niemand, der 100 Bundesligaspiele absolviert hatte, war jünger als er, keiner stand so oft im Abseits. Von Filippo Inzaghi heißt es, er wäre im Abseits geboren. Timo Werner könnte sein Sohn sein. Beim VfB hemmte ihn die fatale Sehnsucht der Stuttgarter nach …

Käpt’n der guten Hoffnung

Junge Spieler, alte Spieler, erfahrende Spieler, Grünschnäbel: Beim VfB wurde in den letzten Wochen weniger über die Qualität von Spielern gesprochen, sondern über deren Alter und Anzahl von Bundesligaspielen. Vorläufiger Höhepunkt ist die Berufung von Dennis Aogo zum Kapitän. Seine Haupt-Qualifikationen scheinen sein Geburtsjahr 1987 und seine 220 Bundesligaspiele zu sein. Es wäre genau so, wenn man die Qualitäten des VfB-Präsidenten an seinen Mitgliedsjahren im Verein festmachen würde. Aogo ist ein Spieler, der erst acht Wochen beim VfB ist und in dieser Zeit nicht mit einer außerordentlichen Form aufgefallen wäre. Solide spielt er, mehr rückwärts als vorwärts, zwei Tore durch Ecken hat er vorbereitet, eines durch einen Elfmeter verschuldet. Alles okay also. Aber kann er auch Kapitän? Wer kann das beim VfB Stuttgart überhaupt? Wie sieht die Statik der Mannschaft aus? Es gibt in Cannstatt Schiffsjungen, Leichtmatrosen und alte Seebären, aber keinen echten Kapitän. Dennis Aogo ist eine pragmatische Lösung, Christian Gentner verletztsbedingt nicht an Bord, Simon Terodde formbedingt nicht immer an Deck. Timo Baumgartl trug die Binde einmal beim Testspiel, aber er hat immer …

Wir wählen VfB!

In zehn Tagen steht die wichtigste Wahl in Deutschland an. Doch beim Bundestagswahlkampf schlafen einem die Füße ein: Langweilige Kandidaten, furchtbare Plakate, müde Partei-Programme, schnarchige TV-Duelle. Wir in Stuttgart wissen, dass das besser geht. Den heißen und polarisierenden Wahlkampf rund um die Ausgliederung wird so schnell niemand vergessen. Wir haben uns deshalb gefragt: Was wäre, wenn der VfB mit seinen Kandidaten am 24.09. zur Wahl stünde? Wie sähe das Schattenkabinett von Wolfgang Dietrich aus? Ist Michael Reschke zu undiplomatisch für den Posten als Außenminister? Und ist das Ressort “Gesundheit” bei Daniel Ginczek wirklich gut aufgehoben? Und welche Plakate würden wir in Stuttgart sehen? Themen gibt es schließlich genug: Wolfgang Dietrich Ein Mann, der Visionen hat und bereits gezeigt hat, dass er sie auch umsetzen kann. Trotzdem ist er nicht unumstritten. Viele trauen ihm zu, den VfB wieder great zu machen. Und viele glauben, dass genau das Gegenteil eintritt. Deswegen fährt Wolfgang Dietrich in diesem Wahlkampf eine gefühlige Kuschelkampagne. Michael Reschke  Der Neuling im Schattenkabinett. Seine ersten Aktionen haben nicht alle überzeugt, aber er hatte auch nur …

Gefühle, wo man schwer beschreiben kann

VfB-Präsident Dietrich hat ja bekanntlich große Pläne und träumt mittelfristig von der Champions League. Aber warum sollte er eigentlich der Einzige mit ehrgeizigen Zielen und großen Visionen sein? Wir machen auch mit! Nachdem dieser Blog nun endlich wieder erstklassig ist, wird es in dieser Saison einige Neuerungen geben. Die erste, die wir Euch heute vorstellen möchten, ist: Wir werden unsere Text zu den Spielen in Zukunft durch Inhalte von Emotionum ergänzen. Worum geht’s dabei? Das Start-up aus Hamburg erstellt für jeden Bundesligaspieler ein so genanntes Emotionum, das seine Soft Skills abbildet. Dabei geht es nicht (nur) um Zweikampfwerte und Passgenauigkeit, sondern um die Qualitäten, die man nur schwer quantitativ erfassen kann. In den vier großen Bereichen Technik, Taktik und Athletik gibt es nämlich auch die Abteilung Charakter. Der Clou bei der Sache: Das ganze funktioniert crowdbasiert. Genau: Ihr könnt die Spieler bewerten. Je mehr mitmachen, desto exakter wird das Emotionum des Spielers. Wir finden, dass das ein interessanter Ansatz ist. Für die Transparenz: Wir bekommen für die Einbindung nichts und zahlen auch nichts dafür. Aussehen …

Sieht so Reschkes Spürnase aus?

Der VfB ist ein Traditionsclub und Last-Minute-Transfers haben in Stuttgart eine große Tradition. Slim Shindy war ein echter (Schindel)Meister darin: Pavard und Mané, Brekalo und Onguené und Ofori hießen seine Verpflichtungen kurz vor knapp. Vor ihm holte Robin Dutt am letzten Tag Toni Sunjic und Federico Barba. Und Fredi Bobic war quasi der Erfinder der Last-Second-Transfers, er ging vorher extra in den Urlaub, um gestärkt die heiße Spätphase des Transferfensters durchzustehen. Aber was sagt es über einen Club aus, wenn der Kader immer erst am 31. August bzw. 31. Januar komplett ist? Dass die Transferpolitik nicht wirklich strukturiert ist? Dass es keinen klaren Plan gibt? Dass die Verantwortlichen Gambler sind, die auf fallende Preise hoffen? Was sagt es aus über einen Club, der am Deadline Day einen Andi Beck verpflichtet: Sieht so das Netzwerk und die Spürnase von Michael Reschke aus? Nix gegen das Beck’le, oiner von uns, ein absolut sympathischer Kerle, aber was darf man von ihm erwarten? Wie bei Dennis Aogo: ein solides und biederes Spiel ohne Überraschungen, in etwa Florian-Klein-Niveau. Aber womöglich …

Mitch, wir sind gar nicht glucklitsch …

… können aber verstehen, dass Du zum UD Levante wechselst. Du willst regelmäßig spielen und danach sieht es in Stuttgart einfach nicht aus. No worries, Mitch! Du wirst immer als Aufstiegstorhüter in der VfB-Geschichte stehen. Weshalb wir Dich vermissen werden? Wegen Deiner spontanen Bereitschaft, auch nach dem Abstieg dem VfB treu zu sein und ihn wieder in die Bundesliga zu bringen. Wegen Deiner sympathischen Interviews mit dem drolligen Akzent. Wegen Deiner Klasse als Linientorwart mit vielen Monster-Saves, die Punkte gerettet haben wie zum Beispiel gegen Heidenheim oder Nürnberg. Sogar wegen Deiner Slapstick-Einlage bei der 1:2-Niederlage gegen Hannover. Wegen Deines ansteckenden Lachens und Deiner offenen Art, außerhalb des Platzes auf andere zuzugehen. Und, das darf nicht verschwiegen werden: Weil Deine Frau Riahannon einfach die schönsten Architekturfotos postet. Ein Beitrag geteilt von Riahannon Langerak (@riri_langerak) am 31. Mai 2017 um 12:37 Uhr Manchmal hatte ich allerdings Angst, wenn eine Flanke oder ein Eckball in Deinen Strafraum flog. Und beim Herauslaufen bei 1:1-Situationen hatte ich nicht immer ein gutes Gefühl, das wirkte doch flatterig und bisweilen unsicher. Trotz …

Der VfB ist wieder da!

Bekanntermaßen kann man eine Story auf mehrere Arten erzählen. Die Geschichte zum gestrigen Heimspiel könnte beispielsweise so beginnen: Gegen harmlose Mainzer verpassten die Stuttgarter es, das vorentscheidende 2:0 zu erzielen und machten es so unnötig spannend. Man könnte auch anführen, dass die Mainzer absolut kein Gradmesser waren und es ein Wunder wäre, wenn das Team eine sorgenfreie Saison erlebt. Man könnte auch kritisch fragen, warum Simon Terodde anscheinend noch nicht so ganz in der Bundesliga angekommen ist oder warum Chadrac Akolo so fahrlässig mit hochkarätigen Konterchancen umgeht. Oder von dem Glück, dass der Schiedsrichter in der siebten Minute keinen Elfmeter für Mainz pfiff. Aber wisst ihr was? Das machen wir nicht! Wir schreiben lieber von der Hammerstimmung vor der Partie und im Stadion. Von den “Der VfB ist wieder da”-Gesängen und von den letzten fünf Minuten, in denen die Fans ihren VfB regelrecht zum Heimsieg brüllten. Und wir schreiben lieber von Dennis Aogo, von dem zwar nicht jede Flanke so richtig gut war, aber der immer in Position war, um sie zu schlagen. Wir schreiben …

Der VfB rockt die Liga!

Endlich ist es soweit. Endlich wieder Fußball! Keine Verschwörungstheorien mehr rund um Jan Schindelmeiser, endlich ein bisschen Abwechslung in der unerquicklichen Diskussion um alte und junge Spieler, endlich Ablenkung von den nervigen Nachrichten um vermeintliche Neuzugänge. Der VfB ist nach einem Jahr #nurzuGast in der zweiten Liga wieder dorthin zurückgekehrt, wo er herkam: in den Abstiegskampf der ersten Liga. So denken jedenfalls viele. Wir als unverbesserliche Optimisten sehen das natürlich ganz anders. Aber lest selbst. Viel Spaß bei unserer mittlerweile schon traditionellen Hinrunden-Prognose. 1. Spieltag Michael Reschke frühstückt mit VfB-Präsident Wolfgang Dietrich im Berliner Hotel Adlon. Gesprächsthema Nr. 1: Kapitän Christian Gentner, der gegen Berlin nicht in der Startformation steht. Das Spiel endet 3:3, nachdem Hertha bereits 3:0 führte. Simon Terodde verwandelt in der 93. Minute den Elfmeter zum Ausgleich. „Der Mannschaft fehlt eindeutig die Erfahrung“, analysiert Reschke. Hannes Wolf hingegen lobt Mut, Geschwindigkeit und Kondition des Teams, er selbst legt am Spielfeldrand fünf Kilometer zurück. Und Wolfgang Dietrich? Der postet auf seiner Facebookseite ein Selfie mit Vedad Ibisevic. 2. Spieltag Die weiße Karawane vom …

Rückfall in schlimmste Bobic-Zeiten?

Sebastian und ich, wir spinnen immer wieder mal rum. Meistens Mittags, bei einem Glas Sansibar-Champagner Espresso. Da fallen dann stets Namen, über die wir uns lustig machen. Und wir stellen uns vor, wer beim VfB diese Spieler verpflichten könnte. Horst Heldt, Robin Dutt und Fredi Bobic haben wir so ziemlich alles zugetraut. Bei Jan Schindelmeiser waren wir uns einig, dass man mit ihm so manches verrückte Resterampe-/Retro-Ding nicht drehen könnte. Sebastian und ich, wir sprachen über Roberto Hilbert, Eugen Polanski, Sascha Riether, Emir Spahic, Alexander Madlung – und über Dennis Aogo. Wir lachten uns schlapp, denn wer ihn verpflichtet, muss wirklich sehr verzweifelt sein. In der letzten Saison 14 Spiele in drei Wettbewerben, ingesamt 871 Einsatzminuten, überwiegend in unbedeutenden Euro-League-Spielen. Angeblich zu überheblich, so fit wie Holger Badstuber (wie bei ihm lief auch Aogos Vertrag im Sommer aus), keine Spielpraxis – wem soll Aogo (kurzfristig) weiterhelfen? Uns fiel einfach kein Verein in der ersten und zweiten Liga ein. Und jetzt holt ausgerechnet Michael Reschke, dieser Spürhund mit dem Superauge und seinen weltweiten Mega-Connections, den ehemaligen Nationalspieler …

Warum ich ein bisschen Angst um Hannes Wolf habe

Eins muss man sagen: Seit Wolfgang Dietrich beim VfB Präsident ist, geht es auf allen Ebenen deutlich professioneller zu. Alles ist durchdacht und bis ins letzte Detail durchchoreografiert. Beispiel Ausgliederung: Eine stufenweise Kommunikation, die clever aufeinander aufbaute, mit einer Kampagne, die einfache Botschaften als Vorteile wiederholte und die Club-Legenden wie Buchwald, Khedira und Hitzlsperger smart mit einband. Dasselbe jetzt bei der Demission von Jan Schindelmeiser: Klug wurden vermeintliche Fehlleistungen in der lokalen Presse lanciert, clubintern wurden Mehrheiten hergestellt und gleichzeitig ein hochkarätiger Nachfolger verpflichtet. Bevor man sich über den Rausschmiss von Slim Shindy ärgern konnte, “musste” man sich über die bayerische Supernase Michael Reschke freuen. Hut ab! Dabei liest sich die Transferbilanz von Schindelmeiser genau so gemischt wie die von Supernase Reschke und von Max Eberl und von Michael Zorc. Laut Dietrich geht es aber auch um die nicht getätigten Transfers. Und da müssen wir Schindelmeiser wirklich dankbar sein. Bei Jos Luhukay verweigerte er die Transfers von Ronny(!), Marko Marin und Alexander Baumjohann. Laut verschiedener Quellen hat Schindelmeiser bei den von Beratern angebotenen Rani Khedira, …