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Der Star ist der Brustring

Man muss wirklich nicht alles gut finden, was sich die Marketingabteilung in der Mercedesstraße ausdenkt, aber man darf neidlos anerkennen: es funktioniert. Zum 125. Vereinsjubiläum macht der VfB aus dem traditionellen Season Opening einen „Tag des Brustrings“, um sich selbst zu feiern – und 100.000 Fans feiern mit. Wahnsinn. Wenn sogar ein Programmpunkt wie „Name auf Mannschaftsbus finden“ die Massen aktiviert, dürfte klar sein: es läuft beim VfB Stuttgart. Das zeigt sich auch an den endlosen Menschenschlangen vor dem Haupteingang des Stadions und den Türen des Fanshops.

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Natürlich hatte auch das spektakulär gute Sommerwetter seinen Anteil, aber vor allem war es die kluge Strategie des Events. Das gilt insbesondere für die Integration ehemaliger Spieler, oder, wie man sie in Stuttgart nennt: Legenden. Das Spiel der VfB-Größen vergangener Zeiten war nicht weniger als gelebte Tradition. Alle Fußballer da unten auf dem Rasen sind wichtiger Teil der Geschichte des VfB. Denn zum Glück definiert sich ein Club ist in erster Linie immer noch über Menschen. Die Menschen, die ihn führen, die, die ihn auf dem Spielfeld vertreten und natürlich die auf den Rängen, die den VfB durch Liebe, Begeisterung und Support mit Leben erfüllen. So entsteht eine Gemeinschaft, die am Tag des Brustrings mal wieder greifbar wird.

Die Wiedervereinigung des magischen Dreiecks, Hitz the Hammer wieder auf dem Rasen zu sehen, Jürgen Klinsmann back for good, Komiker Wohlfahrt, Guido Buchwald, Cacau, Timo Hildebrand und wie sie alle heißen: Dieser Sommerkick hat einfach großen Spaß gemacht und viele tolle Erinnerungen aufleben lassen. Die 2×20 Minuten waren das perfekte Warm-up für das Main-Event: Die Partie der aktuellen Profiabteilung gegen den amtierenden Euro League Champion Atletico Madrid.

Und hier ging es nicht ganz so locker zu wie bei den Legenden. Nicht unwahrscheinlich, dass die Startelf gegen Atletico Madrid bereits einen Fingerzeig war, wie die erste Elf in zwei Wochen gegen Hansa Rostock im Pokal aussehen könnte. Dabei waren Santi Ascacibar und Benji Pavarad gar nicht dabei und Kapitän Gentner erst spät. Auch Spieler wie Akolo, Mangala, Özcan, selbst Kempf werden es deshalb wohl schwer haben, auf Minuten zu kommen. Wenn nicht mit zwei Spitzen gespielt wird, ist Tassos Donis sicher eine Option, sonst droht ihm trotz sehr guter Vorbereitung auch eher ein Bankplatz – mal wieder.

Im Interview nach dem Spiel zeigte sich Michael Reschke sehr sicher, dass der Kader komplett ist. Er plant anscheinend keine weiteren Zugänge und geht davon aus, dass Benjamin Pavard noch eine Saison in Stuttgart bleibt. Darüber kann man sich einerseits freuen, andererseits bedeutet das aber wohl auch, dass unser Weltmeister-Franzose dann 2019 für 35 Millionen gen München wechselt.

Nächsten Samstag (11.08.2018) geht es ins letzte Testspiel. Gegner ist dann wieder ein spanischer Erstligist. Diesmal nicht Atletico, sondern Real. Real Sociedad San Sebastián. Das Stadion dürfte ebenfalls wieder ausverkauft sein. Allerdings wird diesmal in Weinstadt-Benzach gespielt. Anpfiff ist um 17:00 Uhr.

Aber nochmal kurz zurück zum heutigen Tag: Die Veranstaltung war eine gigantische Werbeaktion für den VfB Stuttgart. Dass zu einem Testspiel vor der Saison 60.000 Menschen kommen, ist schlichtweg sensationell. Der Support und die Begeisterungsfähigkeit der Fans wird immer mehr zum Trademark der „Jungs aus Cannstatt“. Und die Verantwortlichen des Clubs wissen ganz genau, wie man die aktuelle Euphoriewelle reiten muss. In diesem Fall eine Win-Win-Situation – mit kleinen Schwächen in der B-Note. Dazu zählen auch eine mangelnde Wasserversorgung bzw. keine Lockerung der Einlasskontrollen und das späte Öffnen der Stadiontore. Wenn man bei 35 Grad 15 Minuten anstehen muss, um unverschämt viel Geld für 0,4 Liter Mineralwasser zu bezahlen, ist das tolle Gemeinschaftsgefühl auch schnell wieder weg. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ein Mineralwasserhersteller zu den Sponsoren zählt.

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5 Kommentare

  1. Das war ein richtig gelungenes Event. Allerdings ist es unverständlich, wie man für einen Becher 0.4L Mineralwasser 6,20 (inkl. Pfand, insofern man 15 Minuten anstehen möchte, um 2,00 EUR zurück zu erhalten) verlangen kann, zudem noch an einem Fest, wo zahlreiche Familien mit kleinen Kindern teilnahmen. Über die Qualität dieses „nicht genug kriegenden“ Caterers kann man ohnehin schon seit langem ausgiebig streiten …

    • @buzze sagt

      100%ige Zustimmung. Bei den Temperaturen und den vielen Kindern muss das anders gelöst werden.

      • Jimbou sagt

        Wer Aramark verpflichtet, bekommt Aramark.

        Da mein langjähriger Boykott von Wurst und Bier von den 59.999 anderen Stadiongängern nicht mitgetragen wird, habe ich es aufgegeben bei solchen Meldungen den Kopf zu schütteln. Naja, bissle noch ;)

  2. Sani1893 sagt

    Man hätte sich gut und gerne ein beispiel am VfL Bochum nehmen dürfen. Die haben am Samstag vor dem Spiel kurzfristig die Preise für Wasser auf 1€ gesenkt. An Jimbou kann ich nur sagen wir sind mit dem Boykott zu zweit!

    • @buzze sagt

      In Mainz war es anscheinend ähnlich. Und Kinder wurden umsonst mit Wasser versorgt.

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