Ist schon wieder ein Jahr vorbei, als ich beim Pokalfinale im Olympiastadion stand? Ich weiß das Privileg sehr zu schätzen, nach 2025 erneut dabei sein zu dürfen. Nur dieses Mal waren wir Bielefeld, sowohl was die Chancen zu gewinnen als auch was die Positionierung der Fans im Stadion betrifft.
Bei aller Entwicklung des VfB, spieltaktisch und individuell: die Klasse von Harry Kane und Michael Olise ist noch einmal ein anderes Niveau. Und lässt sich von nur ganz wenigen Mannschaften verteidigen. Der VfB gehört noch nicht dazu, jedenfalls keine 90, sondern nur 55 Minuten.
Die hatten es aber wirklich in sich. München sichtlich beeindruckt, Jamal Musiala lief wie ein verschrecktes Huhn über den Platz, Kane ließ sich zwischenzeitlich bis zum eigenen Strafraum fallen, sowohl Olise als auch Luis Diaz kamen gegen Ramon Hendricks und Luca Jaquez überhaupt nicht ins Spiel. Die Hybrid-Rolle von Maxi Mittelstädt fiel besonders auf: Er spielte linker Innenverteidiger, er doppelte Olise, er kurbelte als linker Außenverteidiger offensiv mit an und hatte die größte Torchance mit seinem Fernschuss, den nicht so viele Torhüter parieren.
Alles stark, aber es war doch zu wenig, um sich erneut den Pokalsieg zu holen. Im Spiel gegen den FC Bayern geht es dem VfB wie den anderen 16 Bundesligisten: Es muss sehr sehr viel zusammen kommen, um gegen München zu gewinnen.
Der VfB hat sich in der abgelaufenen Saison erneut stark verbessert. Der VfB hat eine klare spielerische Identität, befand sich mit finanziell deutlich besser ausgestatteten Teams wie Dortmund, Leipzig und Leverkusen stets auf absoluter Augenhöhe. Steckte die Doppelbelastung sehr gut weg und qualifizierte sich für die Champions League bei einem extremen Punkteniveau der ersten sechs Mannschaften. Im Pokal gewann der VfB gegen die Mannschaften, gegen die er gewinnen sollte. Der VfB agierte in dieser Saison nahe am Optimum, wie auch in den ersten 55 Minuten des Pokalfinales. Aber zu einem absoluten Spitzenteam gehört eben auch, enge Spiele gegen unangenehme Gegner wie den FC Porto zu ziehen und gegen den FC Bayern in vier Saisonspielen nicht insgesamt 14:3 zu verlieren.
Aber der VfB ist auf einem sehr guten Weg, auf allen Ebenen.
Steht aber auch vor entscheidenden Wochen, gerade in der Kaderplanung. Wenn die nur ein bisschen schief gerät, kann man auch mal auf Platz acht landen, wie in dieser Saison Eintracht Frankfurt, die zuvor Dritter wurden. Wenn jetzt gedacht wird, den zweiten und dritten vor dem ersten Schritt machen zu können, kann es genauso schnell wieder nach unten gehen. Geduld und Weitblick fordert hier Fabian Wohlgemuth und es ist ihm zuzutrauen, genau diese Fähigkeiten einzubringen.
Zum #VfBsein gehört immer auch dazu, einer positiven Entwicklung irgendwie nicht zu trauen, jederzeit mit einem Absturz zu rechnen. Die letzten drei unglaublichen Jahre lassen uns aber immer mehr daran glauben, dass das verlorene Pokalspiel gegen Bayern München nur ein Zwischenschritt ist auf dem Weg, sich dauerhaft als Spitzenteam der Bundesliga zu etablieren – und irgendwann mal gegen die übermächtigen Bayern gewinnen zu können.
Schließen möchte ich mit den Worten von Tiago Tomas:
“So einfach es auch sein kann, über dieses Ende verärgert und frustriert zu sein, es löscht nicht aus, was wir in dieser Saison getan haben. Deshalb habe ich mich entschieden, diese Silbermedaille als Symbol für ein erfolgreiches Jahr zu betrachten, in der wir die Champions League erreicht haben und die Gelegenheit hatten, in Berlin um diesen Pokal zu kämpfen.”
Zum Weiterlesen:
“Das ist alles nicht normal”, unser Rückblick auf die einmalige weiss-rote Atmosphäre des Pokalendspiels.
Grischa Prömel wurde jetzt offiziell vorgestellt. Hier noch einmal unser Text dazu.
Rund um den Brustring geht „erhobenen Hauptes“ aus dem Finale raus und stellt fest: “Was für eine unfassbar geile Zeit, um VfB-Fan zu sein“.
Bild: Reinaldo Coddou H./Getty Images


Ich war im Stadion. Ich war ergriffen und stolz auf unser Fanszene von Freitag bis Ende der ersten Halbzeit. Was dann kam haben die allerwenigsten verstanden. Support für unseren VfB komplett eingestellt. Politische Botschaften, die fast keiner Verstanden hat. Pyro so intensiv, dass keiner was sieht. Wozu? Freiheit für die Kurve? Es geht hier um Fußball und wem das nicht gefällt soll zuhause bleiben. Teile der Fans stellen ihre Interessen und vor allem sich über den Verein den sie angeblich so lieben. Das hat den VfB meines Erachtens aus dem Tritt gebracht. Wir haben ein Endspiel und die machen ihren Scheiss? Da halte ich es Ausnahmsweise mit Uli Hoeneß? Das kann weg. Die Ultras sind nicht der VfB!
Genau. Die sollen einfach hunderte Stunden in die geilen Choreos investieren und Stimmung machen, aber ansonsten ihre Fresse halten!
Nein aber ihre einseitigen Interessen haben da nix verloren. Es gibt andere die ähnlich Stimmung machen aber sich anständig verhalten
Dann haben Sie absolut nichts verstanden: Es geht bei den ganzen Protesten der Vereine – die sich sonst nicht grün sind, um eine gemeinsame Sache, die der DFB mit zu verantworten hat:
– überteuerte Ticketpreise
– die Zerstückelung von Spieltagen
– Stadionverbote für Fans, die einfach unter Generalverdacht gestellt werden können und eines Rechtssytems nicht würdig sind
– Unfassbare Spielansetzungen mit Entfernungen, bei denen man sich frägt, ob irgendjemand beim DFB einmal auf die D-Karte geschaut hat?
– Vorgaben an Fans, die mehr an eine Diktatur anstatt an ein friedliches Miteinander erinnern
– Polizeimaßnahmen, die nichts mit Rechtsstaatlichkeitzu tun haben
Wie sollen Fans Ihrer Meinung nach ihren Protest vorbringen, wenn der DFB noch nicht einmal mit den Fangruppierungen kommunizieren will?
Danke für Vorschläge!
Nicht während eines Endspiels wenn man wirklich am Verein hängt
Zu den Fans im Stadion kann ich nichts sagen, war nicht in Berlin. Was der VfB geleistet hat im Finale und in dieser Saison war sensationell gut. Danke Sebastian Hoeness, seinem Trainerteam und allen Beteiligten. Hätte ich nicht gedacht. Vertraue jetzt voll auf unsere Verantwortlichen in Sachen Transfers, um vorne dran zu bleiben.
Hoffe der VfB macht nicht nur grosse Transfers über 10 Millionen , sondern auch ein paar kleinere Transfers mit weniger Geld wie z. B. einen grossen Stürmer für Notfälle a la Pieringer von Heidenheim.
Es war ein Bonusspiel aber der VfB hat es in den ersten 60 Minuten aussehen lassen als kämpfen hier zwei ebenbürtige Mannschaften gegeneinander. Mutig und mit nicht zuviel Respekt sind sie in dieses Spiel reingegangen. Davor ziehe ich meinen Hut, auch vor dem Trainerteam, das diese Marschroute ausbaldowert hat. Wir haben aber halt keinen Olise mit einem Preisschild für das Gesamtpaket über die Vertragslaufzeit von ca. EUR 140 Mio. oder einen Kane, bei dem es ca. 200 Mio EUR sind. Bei den VfB Pendants sind es ca. 25 Mio EUR (Leweling) und 35 Mio. EUR (Undav), um nur zwei herauszupicken. Wir haben im Strafraum einen Chema (der generell eine super Job gemacht hat) gegen den besten Stürmer der Welt zu stehen. Wenn ich einen nennen müsste, der mich am meisten überrascht hat, wäre es Hendricks. Er lies Olise fast nicht zur Entfaltung kommen und wenn er dann mal vorbeikommt, schlägt er diese Butterflanke grnau auf Kanes Kopf, der sich nicht mal mehr gross bewegen muss. Siehe Gesamtpakete. Daher geht es nur darum wo sich der VfB hinter Bayern einreiht und das ist die letzten 3 Jahre weit über den Erwartungen der allermeisten und Schritt für Schritt kann sich auch ein Selbstverständnis etablieren…vielleicht…ich probier’s 😀
@buzze Fanproteste und eine aktive, mitgestaltente Fanszene ist absolut wünschenswert, aber ich kann auch nicht durch die Fußgängerzone laufen, Leute nass spritzen, die nachher ins Büro müssen, um auf einen Dammbau in Timbuktu aufmerksam zu machen, der Tausenden des Trinkwassers beraubt. Ich muss aber dazu auch nicht meine Fresse halten. Es geht ums WIE und wieviele ich mit meinem Protest schädige.
@drhuey
“Es geht ums WIE und wieviele ich mit meinem Protest schädige.”
Wer genau wurde geschädigt?
Leute die 150. € bezahlt haben und 20 Minuten nix gesehen haben. Under VfB, dessen Mannschaft deutlich irritiert war
Ich weiss, Jochen, Du suchst nach Argumenten.
Aber ich habe lediglich in der Zeit der Unterbrechung nichts gesehen, aber ansonsten kaum etwas für meine 150,- verpasst. Wer aufs Klo geht oder sich Getränke holt, hat mehr verpasst. Nachdem Du nichts gesehen hast, wie kommst Du darauf, dass den VfB die Unterbrechung irritiert hat? Das Gegenteil war mE der Fall: Die Unterbrechung kam dem VfB eher entgegen, ein Einbruch nach dem 0:1 wäre nicht unrealistisch gewesen, so konnte sich die Mannschaft sortieren.
Vielleicht mal googeln. Pyrotechnik ist nach dem Sprengstoff Gesetz im Berliner Olympia Stadion strengstens verboten.
1. Wird dieses offensichtlich noch geltende Gesetz nicht durchgesetzt.
2. Gilt dieses Gesetz nicht für heilige Ultras
3. Stehen offensichtlich mache über dem Gesetz.
Sucht es euch aus.
Ich denke, du konntest deinen Standpunkt klarmachen. Eine weitere Diskussion macht hier für mich keinen Sinn.
Apropos Sprengstoffgesetz: Wusstest du, dass der Einsatz von Tränengas ein Kriegsverbrechen darstellt und dennoch eine gängige Strategie der Polizei gegen Fußballfans ist?
Seltsamer Vergleich: Zum einen hat die Fußgängerzone nichts mit dem Dammbau in Timbuktu zu tun. Das DFB-Pokalfinale und der DFB aber sehr wohl. Nach dem Spiel musste vermutlich niemand mehr ins Büro und geschädigt wurde auch niemand – von Jochen und der Frau von Uli hoeneß abgesehen.
Und ich gebe mal zu bedenken: Wenn sich zwei organisierte Szenen, die noch vor wenigen Wochen unsanft aneinandergeraten sind und sich während des Spiels leidenschaftlich beschipft haben, auf so eine koordinierte Aktion einigen können, dann könnte ihr Anliegen vielleicht sogar wichtig sein?
Du warst offensichtlich nicht dort
Doch und ich habe sogar mehr 150 Euro für das Ticket gezahlt. Aber so sehr ich mich auch anstrenge: Ich kann wegen 20 Minuten Nebel einfach keinen Furor entwickeln. Das gelingt mir übrigens viel leichter, wenn ich bedenke, dass (am bislang heißesten Tag des Jahres) der Liter Wasser im Stadion acht Euro kostete.
Außerdem hätte Laimer bei klarer Sicht doch bestimmt getroffen!
Come on, beim Vergleich geht es darum, dass ich jemanden schädige mit meinem Protest. Das ist die Gemeinsamkeit. Ich habe extra Wasser genommen und keine Farbe, denn das wäre wirklich nicht vergleichbar. Und wer entscheidet, ab wann jemand, der für das Wochenende viel Geld ausgegeben hat, sich geschädigt fühlen darf? Soll er doch aufs Klo gehen. Seltsames Verständnis von Demokratoe und persönlicher Freiheit.
Wann sich jemand geschädigt fühlt, darf natürlich jede und jeder für sich selbst entscheiden. Aber, wenn man sich von Lärm, Pyro und Bierduschen geschädigt fühlt: Ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ein Fußballstadion dann der perfekte Platz ist …
Niemand hat von Lärm und Bierduschen gesprochen noch nicht mal von Pyro im speziellen. Es geht um die Erzwingung einer Unterbrechung eines mittlerweile teuren Erlebnisses das alle im Stadion ohne Unterbrechung gebucht haben. Meine letzte Bemerkung: Wenn ich gegen amerikanische Tech-Bro-Herrschaft bin oder gegen den Genozid, den Istael in Palästina anrichtet, dann kaufe ich keine amerikanischen oder israelische Produkte mehr oder organisiere einen Protestmarsch zum Shop von Zara oder wem auch immer. Jeder, der noch dort einkaufen möchte, kann das tun, ist in seiner Fteiheit also nicht eingeschränkt. So könnte es im Fussball doch auch funktionieren. Anstatt die Geschädigten aufs Klo zu schicken, könnte man sehr schnell zeigen was der Fussball ohne die treuesten Fans ist.
Das finde ich spannend: Ich gehe davon aus, dass die Zwangspause nicht das Ziel der Aktion war, sondern eher ein Versehen. Aber das müsste man tatsächlich mal klären. Ich gehe trotzdem aus, dass große Ziel war, den Anti-DFB-Banner durchs Stadion zu schicken und nicht das Spiel für 5 Minuten (also 1,5 VAR-Checks lang) zu unterbrechen.
Zuerst einmal: Es war ein grandioses Wochenende. Sowohl das Rahmenprogramm, Jockel, Spiel und Rössle.
Wer meint, das Spiel sei schlecht gewesen, soll einfach einmal bei 11 Freunde nachlesen. Ein Spiel (fast) auf Augenhöhe. Gegen den übermächtigen(?) FCB. Wer hätte davon vor 5 Jahren auch nur geträumt ohne verschreibungspflichtige Medikamente zu konsumieren?
Zu den gemeinsamen Protesten: Auch wenn ich das Spiel im VfB – TV nachschauen musste, um die Tore zu sehen, ich bin auf der Seite der Ultras. Zumal die Bayern in der Zeit ja auch ohne Support auskommen mussten.
Wer erinnert sich noch an die leeren Stadion während Corona? Genauso würde es sich anhören, wenn es die organisierte Szene nicht mehr gäbe. Und genau das droht halt.
Wer möchte das? Außer vielleicht Uli H.