Spielbericht, VfB
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Hauptsache weiter …

Einfach nur peinlich, kein Klassenunterschied zwischen Erst- und Viertligist zu erkennen, als Fan konnte man konnte fast nicht hingucken. Ja, die Cottbuser haben schon drei Saisonspiele gespielt und diese mit 12:1 Toren gewonnen. Ja, der VfB Stuttgart trat ohne Linksverteidiger an. Ja, der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Aber nochmal: Es war ein Viert-Li-gist! Da darf man schon erwarten, dass der Bundesligist spätestens in der Verlängerung seine individuelle Klasse und physische Überlegenheit ausspielt. Doch am Ende musste man froh sein, dass sich das Team von Hannes Wolf überhaupt ins Elfmeterschießen rettete.

Da bringt es auch gar nichts, wenn man zwischenzeitlich über 100 Prozent Ballbesitz hat. Ganz anders die Amateure aus der Lausitz, die schonungslos aufzeigten, dass der VfB Stuttgart nicht nur ein Problem in der Abwehr hat, sondern auch eines mit der Abstimmung und der Einstellung. Dass der VfB quasi eine Duplikat des Hamburger Spiels ablieferte und trotzdem in der zweiten Runde des DFB-Pokals steht, hat mit Glück zu tun. Mit sehr viel Glück. Das groteske Eigentor und das gewonnene Elfmeterfehlschießen ohne dass Zieler einen einzigen Ball hielt, sagen da eigentlich alles.

Bemerkenswert auch, dass Kapitän Christian Gentner – nur aufgrund der Schwindelgefühle von Timo Baumgartl in die Startelf gerutscht – nach der Auswechslung von Ebbo Ofori den defensiven Part deutlich besser ausfüllte als den offensiven. Ich meine, Gentner auf der Zehn, was ist das für eine Idee? Wenn eine Zehn benötigt wird, dann wäre doch Maxim Berkay Özcan der richtige Mann. By the way: Mit Gentner auf der zehn hat der VfB zuletzt eine Sieglos-Serie in der zweiten Liga hingelegt.

Der Gewinner der Vorbereitung, der 19-jährige Dzenis Burnic, erwischt dagegen positionsfremd hinten links einen gebrauchten Tag, und von 6-Millionen-Neuzugang Chadrac Akolo muss mehr kommen als Bälle, die ihm viel zu weit vom Fuß springen. Da ist ja Takuma Asano noch ballsicherer.

Letztendlich überwiegen die positiven Gefühle: Der HSV hat sich in Osnabrück mal wieder lächerlich gemacht, der VfB in Cottbus ebenfalls. Der große Unterschied: Die Stuttgarter sind in Runde 2. Und das ist eigentlich auch schon die einzig gute Erkenntnis aus dem Spiel. Nein stimmt nicht: Josip Brekalo ist ein kleines bisschen wie Arjen Robben und wir können uns auf Dennis Aogo, Ailton und Holger Goodstuber freuen. Denn es kann nur besser werden.

Aber sehen wir es positiv: Gegen einen Viertligisten hat diese Leistung zum Weiterkommen gereicht – obwohl wir immer noch nicht wissen, warum. Dass man gegen Berlin so nicht auftreten darf, sollte jetzt allen klar sein. Aber wer weiß: Vielleicht hat man Michael Reschke ja auch deshalb geholt, weil er den Bayerndusel mitbringt.

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6 Kommentare

  1. Nutman sagt

    Ach ja – blamabel war’s, daher hab ich auch keine Lust auf HSV-Witze… Wenn das Spiel eine Blaupause der Saison wird, retten wir uns in die Relegation und steigen dann aufgrund eines verschossenen Elfers nicht ab… Das kann ja heiter werden…

  2. Allein unter Westfalen sagt

    Das Spiel war grauslich anzusehen. Gefühlt 70% Ballbesitz und die Jungs wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Für mich waren die Cottbuser ballsicherer, flinker und mental stärker.
    Warum schägt man eine Flanke nach der anderen in den Strafraum? Um Torwart Mayer Gelegenheit zu geben, eine nach der anderen herunterzupflücken! Hallo, Fußballspielen hat doch auch etwas mit Intelligenz zu tun.
    Und am Samstag nach Berlin: so sad!!

  3. Steffen sagt

    Vielleicht war es ja auch gut, nochmal zu sehn, dass man doch nicht jeden irgendwo hinstellen kann
    (Burnic, Gentner). Aber glaubt mir, die Augs.- u. Hamburger wären froh wenn sie so weitergekommen wären.
    Berlin war gestern auch nicht gerade das „Gelbe“ vom Ei.
    Am Samstag sehn wir einen anderen VfB.

  4. @abiszet sagt

    Bin bei Euch, aber Pokal is vorbei. Gegen Hertha wird es (Prasendreschmaschine an) eine anderes Spiel werden. Der VfB wird mit einem gelernten LV spielen, auch wenn der evtl. nicht voll fit ist. Bin gespannt, wie HW aufstellen wird. In Cottbus hat er mE den Fehler gemacht, von 4-2-3-1 kurzfristig durch den Ausfall Baumgartls auf 4-1-4-1 umzustellen. Und wie gesagt: Gente auf der 10 ist keine gute Idee.

  5. drausvomLande sagt

    Eigentlich dachte ich ja, wir hätten uns letzte Saison geläutert, dass der Abstieg doch das schlimmste war, was uns zustoßen konnte und dass wir das mit diesen neuen Köpfen, neuem Zusammenhalt, dem Spirit von letzter Saison dann doch alles zu einem guten Ende und einem neuen Anfang gebracht haben.
    Pustekuchen, der „Klepperles-Verein“, wie Franky die AG mittlerweile nennt, hat mich mal wieder eines Besseren belehrt.
    Da wird „von allen Gremien einstimmig“ (ohne allerdings die „Gremien“ zu benennen) der Vorstand Sport von einem Tag auf den anderen entlassen, nicht weil er schlechte Arbeit abgeliefert hätte, sondern wegen Kommunikations- und Teamfähigkeits-Mängeln, also einmal zu wenig „Bitte, darf ich“ gesagt und leider zu oft versäumt, „Danke, dass ich durfte“ zu sagen, da wird in Kauf genommen, dass damit der Trainer in die Schusslinie gerückt wird (Zitate sinngemäß: „Ich weiß, wo wir noch nachrüsten müssen, aber ich weiß auch, was wir unternehmen, deshalb bleibe ich ruhig“), der nun mit Personal versorgt werden wird (falls nach Aogo noch was kommt), das er so nicht wollte und mit dem er erst einmal zurecht kommen muss, und prompt fangen wir Fans auch sofort an (und leider muss ich mich da einschließen, weil ich auch mit dem einen oder anderen Neuen nicht können werden kann), die Spieler einzuteilen in „gut“, weil noch von Shindy und „zweifelhaft“, weil Badstuber und „oh mein Gott“, weil von Reschke, anstatt mit dem Mut und der Zuversicht vom letzten Jahr wieder hinter der KOMPLETTEN Mannschaft zu stehen.
    Mann, das wird lustig, da hatten wir doch exakt vor dem ersten Pflichtspiel eine wacklige, teilweise neue und sich erst noch beweisen müssende Führungscrew, sowohl in der AG-Aufsicht, wie auch in der AG selbst, Strukturen, die komplett neu sind und sich erst noch einschleifen müssen, Fans, die mit einem Teil der Führung nicht zufrieden sind (und höflich ausgedrückt auch andersrum: einer Führung, die mit einem Teil der Fans nicht zurechtkommt (denkt an meine Worte, WD ist mit CC noch nicht fertig)), Fans, die mit einem Teil der Mannschaft nicht können, Trainer, die mit Spielern arbeiten müssen, die sie nicht wollten, Mann, das ist wie vor dem Abstieg, klasse Arbeit, Herr Dietrich, aber irgendwie gefällt mir die Richtung nicht, in die wir nun angeschoben werden.
    Und prompt kommt so ein Spiel raus wie in Cottbus und alle hoffen, dass es besser wird.
    Ich warte jetzt eigentlich nur noch drauf, dass Badstuber erkennt, dass das Beste an Stuttgart die Autobahn nach München ist und dass Reschke sich daraufhin sofort ins Auto setzt…
    Irgendwie bin ich froh, dass ich so weit weg bin und dass ich noch nicht begriffen habe, wo im TV nun der VfB kommt …
    Und irgendwie hoffe ich, dass alles anders kommt

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