Briefe, VfB
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Lieber Christian Gentner,

Sie lieben VfB, das weiss ich, das wissen wir alle. Sie sind ein untadeliger Sportsmann und haben hier alles mitgemacht. Aber Sie sind auch über Jahre zu einem Gesicht des Misserfolgs geworden. Wir müssen es so klar sagen: Sie behindern die weitere Entwicklung beim VfB. Machen Sie bitte den Weg frei für Neues bei Ihrem und unseren Herzensverein. Sie bekommen unseren tiefen Respekt, wenn Sie jetzt in der Winterpause verkünden, dass Sie Ihren Vertrag beim VfB nicht erfüllen werden und anstatt dessen nach Amerika in die MLS oder nach Australien wechseln. Genießen Sie Ihr Leben, verzichten Sie auf Privilegien und auf Macht beim VfB. Es ist besser für Sie und uns.

Den ganzen Druck wollen Sie doch auch nicht mehr, oder? Diese verzwungenen Interviews, in denen Sie Sachen sagen müssen, hinter denen Sie gar nicht stehen. Es liegt nicht nur an Ihnen, dass es nicht läuft – keine Frage – aber es liegt auch an Ihnen. Sie sind zu tief im VfB verankert und es wird Zeit für Sie, auch einmal etwas Neues zu versuchen. Auch wenn es bequem wäre: Es ist wirklich besser, nach Ihrem Karriereende keine andere Funktion beim VfB zu bekleiden.

Wir werden es Ihnen immer danken, mit dem VfB in die zweiten Liga gegangen zu sein, aber irgendwann ist es an der Zeit zu gehen.

Mit sportlichen Grüßen
Vertikalpass

Weitere offene Briefe finden sich hier (kann Spuren von Frust enthalten):
an Benjamin Pavard
an Holger Bastuber
an Pablo Maffeo und Nico Gnzalez
an Michael Reschke
an Wolfgang Dietrich
an Markus Weinzierl
an Mario Gomez

Darf gerne geteilt werden:

8 Kommentare

  1. Auf einzelnen Spielern herumzuhacken – seien sie nun alt oder jung, seit einer Ewigkeit bei uns oder von Reschke frisch als Knaller verkauft – erscheint mir wenig zielführend. Unsere gesamte Elf inklusive Einwechslungen hat nichts auf die Wiese gebracht. Und selbst wenn man den einen oder anderen auf dem Kieker hat und sich jetzt bestätigt fühlt – das ist ein Gesamtproblem. Jeder von uns weiß ganz genau, dass man nahezu jeden unserer Kicker aus dem VfB-Konstrukt herausnehmen kann und dass der woanders andere Leistungen zeigen wird. Nur bei uns läuft nichts.

    Kondition und Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Alles andere wird uns noch mehr schaden und die Kluft in der Mannschaft vertiefen.

    • @abiszet sagt

      Hallo VDL, Du hast recht, womöglich wäre es auch ein Weg gewesen, „Liebe Mannschaft“ zu schreiben. Denn natürlich ist es so, dass es ein Gesamtproblem ist, auch wenn sich einige Akteure besonders hervortun ;-) Ob es reicht, Kondition und Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken? Es wäre ein Anfang (und käme damit weg von Platz 17), ich habe aber angesichts des Kaders (Qualität und Breite) meine Zweifel.

      • Verstehe ich, abiszet. Aber die mittlerweile schon fast übersprunghafte Forderung der Demission unseren Kapitäns geht mir langsam auf die Nerven. »Gesicht des Misserfolgs«… echt jetzt? Wer glaubt denn wirklich, dass sich dann etwas ändert? Und wer soll den Job denn machen?

        Schon klar, dass wir alle im Höchstmaß nervös sind und sogar Fritzle in Frage stellen, aber nochmals: der GESAMTE Kader war in jüngster Zeit bocklos weit neben der Spur. Nicht nur Gente hat sich am vergangenen Freitag nach dem einen oder anderen verlorenen Zweikampf der Schwerkraft hingegeben. Und auch wenn Mario nach jedem Spiel das Gegenteil behauptet: sogar Onkel Reschke gibt mittlerweile zu, dass »es insgesamt innerhalb der Mannschaft nicht stimmt«. Was – jedenfalls für mich persönlich – im Umkehrschluss bedeutet, dass gegen die erwähnte Bocklosigkeit Einzelner gegenüber der Mannschaft, dem Trainer, dem Sportchef, dem VfB whatsoever, das Dissen von einzelnen Spielern kaum hilfreich sein wird. Insbesondere nicht, wenn sowas als Breitseite gegen jene Akteure daherkommt, die mit Sicherheit einen Brustring quer übers Herz tragen. Wenn ihr »Liebe Mannschaft« meint, dann schreibt’s doch auch so. Ihr seid doch sonst nicht so die populistischen Social-Media-Heinis, die nur auf Likes gierig sind. :-)

        Echt jetzt: wir brauchen Ruhe. Gerade jetzt. Auch wenn’s wehtut. Und Herzblut wäre auch nicht übel.

        • @abiszet sagt

          Hallo VDL, natürlich spielte auch eine Emotion mit bei der Formulierung der Texte (obwohl ich noch nicht so weit bin, Fritze in Frage zu stellen ;-). Und Ruhe? Bei der schlechtesten Situation ever in der Buli-Geschichte des V fB? Jetzt muss alles hinterfragt werden, alles und jeder. Wenn alle so bocklos sind, ist der Kapitän dann nicht das Regulativ, um genau das zu verhindern?

          • Ja, ist er. Aber sollte man ihm dann nicht den Rücken stärken?

  2. Schöner Text, nur leider das Thema verfehlt!

    „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ – solange wir einen machtgierigen und intrigen Champions-League-Präsidenten haben, kann es nicht besser werden.

    In der Aufstiegssaison hatten wir eine junge, willige Mannschaft mit einem symphatischen, erfolgs- und lernwilligen Trainer inkl. einem Manager, der scheinbar verstanden hat, dass man nur mit jungen, talentierten und motivierten Spieler auf Dauer Erfolg haben wird. Inzwischen haben wir aber wieder „Kaderleichen“ à la Camoranesi und Thomasson, die ihr Zenit scheinbar längst überschritten haben.

    Und warum wurden Spieler wie bspw. Castro geholt? Weil die Herren da oben keine Geduld und keinen Sachverstand haben und am liebsten schon morgen in der Champions-League wollen. Danke für Nichts!

    M.E. ist Gentner nur ein Randproblem – der sicherlich schon bessere Zeiten erlebte, aber ein Rücktritt, wie vom Autor gefordert, ist sicherlich nicht die Lösung des Problems…

    • @abiszet sagt

      Hallo Hans, stimme mit Dir in vielem überein. Auch darin, dass Gentner – und das steht auch im Text – einer von vielen ist, die die Leistung nicht auf den Platz bringen. Aber wie gesagt: er ist ein Stück weit das Gesicht des Misserfolgs und die Kapitänsbinde hemmt ihn wohl eher.

  3. Thomas sagt

    Lieber Günther (Schäfer)
    zeig bitte den Schlaffis was Einsatz und Leidenschaft ist. 1992 unvergessen.

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