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Silas: Der Spektakelspieler

In der Zweitligasaison konnte einem Silas manchmal auf die Nerven gehen: Zu unkonzentriert beim ersten Kontakt, zu ausufernd seine Dribblings, zu hektisch und unberechenbar sein Spiel für Kollegen und Zuschauer. In der ersten Bundesliga wurde Silas dann zum nächsten heißen Scheiß. 16 Scorerpunkte verbuchte er in 25 Spielen. Es schien keine Grenzen zu geben für ihn – bis ihm beim Spiel gegen Bayern München das Kreuzband riss.

Silas hatte sich von Kinshasa über Paris in Stuttgart in die Notizbücher der Scouts großer Vereine in den großen Ligen gespielt. Dort steht er noch, sicher recht weit oben, aber die Verletzung hat seine phänomenale Entwicklung erst einmal gestoppt. Auch wenn es abgedroschen klingt, wenn einer jung und wild ist, dann Silas. Ein echter Draufgänger, er dribbelt auch dann, wenn ein Abspiel angebracht wäre. Vor einem Jahr hat er das noch übertrieben und verzettelte sich in Einzelaktionen. Aber es zeichnet ihn immer noch aus, dass er das Unerwartete macht und so plötzlich Situationen kreiert, die zu Torgefahr führen. Er ist der Prototyp eines Straßenfußballers, er kam erst mit 17 Jahren in eine Jugendakademie und agiert auf dem Spielfeld einfach anders, unkonventioneller, alleine weil er sich schon anders bewegt und andere Entscheidungen trifft. Silas hat nun in seiner ersten Bundesligasaison gelernt, seine Individualität effektvoll und effizient in die Mannschaft einzubringen. „Nach einem gescheiterten Dribbling gibt er nicht auf. Er weiß, dass dieses Risiko zu seinem Spiel gehört. Diese Denke ist eine Stärke und die darf man ihm nicht nehmen“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat. Auch wenn er sogar defensiv ganz passabel mitarbeitet, ist seine offensive Spielweise immer noch so spektakulär wie die Konzertpyro von Rammstein: mächtig, dramatisch, einfach episch.

Silas Geschwindigkeit ist geradezu wettbewerbsverzerrend und sein Spiel so aufregend, dass es ein volles Stadion verdient. Wenn er von seiner schweren Verletzung zurück kommt, muss er sich bei seinem Comeback darauf gefasst machen, dass er wie einst Daniel Ginczek gefeiert wird.

Danke auch an Erik Thommy und an Tanguy Coulibaly (unvergessen seine Tore gegen Bayern und Dortmund), der ebenfalls eine große Entwicklung nahm, gegen Ende aber müde wirkte. Und an den energetischen Darko Churlinov, an Momo Cissé und an Teto Klimowicz, dessen riesiges Potential sich weiter entfalten wird.

Weitere Dankeschöns gehen raus an:

Pellegrino Matarazzo: Der Pate

Gregor Kobel: Der Shouter

Waldemar Anton: Auf Boss Level

Wataru Endo: Der Equalizer

Borna Sosa: Der Soul Surfer

Philipp Förster: Der Spalter mit dem Schnauzer

Sasa Kaljdzic: King of Cool

Sven Mislintat: Der Zocker mit dem Diamantenauge

Bild: Imago Images

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