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Borna Sosa: Der Soul Surfer

„Das könnte sein Jahr werden!“ Sven Mislintat war im „kicker“ vor der Saison optimistisch, dass Borna Sosa nach diversen Verletzungen und Formkrisen in seiner dritten Saison den Durchbruch beim VfB schafft. Wie so oft hatte Mislintat recht.

Seine Flanken sind wie Wellen, kurvig und mächtig und gefährlich für den Gegner. Und er berührt das Herz mit seinem ernsthaften Blick, der erst freundlich wird, wenn Sasa Kalajdzic zu ihm kommt, um sich für eine Torvorlage zu bedanken. Sosa hat diese melancholische Eleganz, die seine Verletzlichkeit erahnen lässt, er ist sensibel und emotional, wie seine Aussagen rund um seine Einbügerung in Deutschland zeigen.

Über seine Flanken, die meist nicht scharf, sondern hoch fliegen und plötzlich runter fallen, spricht jeder. Die übt er auch in jedem Training. Die englische Fußballseite „First Time Finish“ schrieb: „Sosa’s crossing ability is unique in an era where crossing is becoming a ‘dying art’ in the game. Perhaps only Trent Alexander-Arnold compares to the 23 year old in the current generation when it comes to this unique attribute. When Sosa is about to cross the ball it’s like watching a composer or an artist at work“. Klar, seine Flanken sind sein Alleinstellungsmerkmal, dabei hat er im Defensivverhalten den größten Sprung gemacht. SPOX schrieb vor der Saison noch: „Wer die butterweichen Flanken des Kroaten sieht, will ihn sofort heiraten. Ähnlich wie bei Stan Wawrinkas Rückhand im Tennis. Wer Sosa dann im Defensivverhalten beobachtet, will aber schnell wieder die Scheidung.“ Das ist in dieser Saison deutlich besser geworden, ein gewisses defensives Phlegma lässt sich in manchen Situationen zwar nicht leugnen, aber nach hinten arbeitet Sosa deutlich ernsthafter als man es bisher von ihm kannte. Zupackend und fokussiert in den Zweikämpfen, hin und wieder setzt er mit einem Tackling ein Zeichen, Stellungsfehler sieht man von ihm kaum noch. „Ich habe in meiner Karriere überwiegend im 4-3-3 gespielt und musste mich auf die Dreier- bzw. Fünferkette zunächst ein bisschen umstellen“, erklärt er sein Anpassungsprobleme. Mittlerweile ist er die Idealbesetzung für die Hybridposition auf der linken Außenbahn, auf der es darauf ankommt, defensive Stabilität mit offensiver Dynamik zu verbinden und die viel Kondition, Kraft und Konzentration erfordert.

Natürlich bleibt Sosa der sympathische Blonde mit dem goldenen linken Fuß. In erster Linie profitiert davon Sasa Kalajdzic. Da haben sich zwei gefunden. „Der Mann ist zwei Meter groß, wohin soll ich denn flanken, wenn nicht auf seinen Kopf?“, fragt der junge Kroate lapidar. Aus dem schlampigen Talent ist einer geworden, dessen Flanken und Gefühl im linken Fuß bereits mit David Beckham verglichen wird. Gar nicht mal so schlecht, dieser Vergleich mit dem Glamourboy des englischen Fußballs. Denn Sosas Leistung ist in dieser Saison posh geworden.

Und Danke an Roberto Massimo, der gegen Saisonende aufdrehte, und an Pascal Stenzel. Clinton Molas Zeit kommt noch, da sind wir uns sicher.

Noch mehr Texte zur Saison gibt’s hier:

Pellegrino Matarazzo: Der Pate

Gregor Kobel: Der Shouter

Waldemar Anton: Auf Boss Level

Wataru Endo: Der Equalizer

Philipp Förster: Der Spalter mit dem Schnauzer

Silas: Der Spektakelspieler

Sasa Kaljdzic: King of Cool

Sven Mislintat: Der Zocker mit dem Diamantenauge

Foto: Imago Images

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