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Sasa Kalajdzic: King of Cool

Er ist der König des Strafraums, der Herr der Lüfte, der Fürst der Field-Interviews und das emotionale Herz des VfB-Teams. Er vereint scheinbar alle positiven Eigenschaften in einer Person: Teamspirit, Torinstinkt, Charme, Cleverness, Humor, Spielintelligenz, Mut, Übermut und Demut.

Der in Wien geborene Sohn serbischer Eltern ist einer der spannendsten Spieler der Bundesliga. Er weiß nicht, was eine Jugendakademie ist und profitiert von seinem ungewöhnlichen Werdegang, in dem er als junger Fußballer fast alle Positionen im Mittelfeld gespielt hat. Denn ihn nur auf seine Körpergröße von zwei Metern und ein gutes Kopfballspiel zu reduzieren, wird ihm nicht gerecht. Sein Bewegungsablauf wirkt zwar manchmal tolpatschig, wenn er mit rudernden Armen zu sprinten versucht, aber im Grunde ist er einfach nur cool.

„Ich bin nicht der klassische Riese, der vier Meter breit ist und sich vor lauter Kraft kaum bewegen kann, sondern eher der Schlaks, der mit dem Ball umgehen kann“, sagt er. Wenn Sasa das 2:2 gegen Union Berlin schießt, denke ich „Ok, cool“. Wenn er den Fuß hinhält zum 2:1 gegen Gladbach, „Ok, cool“. Wenn er eine Flanke im Stehen einnickt, wie gegen Augsburg, „Ok, cool“. Manches sieht so selbstverständlich aus, als ob es nichts Leichteres gäbe, es ist einfach so gggut, was Kalajdzic macht. Der Big Fucking Austrian bildet mit Borna Sosa ein spektakuläres Eat-Sleep-Flanke Sosa-Tor Sasa-Repeat-Duo, wie es die Bundesliga womöglich seit Manni Kaltz und Horst Hrubesch beziehungsweise Rüdiger Abramczik und Klaus Fischer nicht mehr gesehen hat (ist etwa 40 Jahre her).

Geradezu ansteckend ist seine Coolness und Lockerheit. Sein Kreuzbandriss 2019 hat dabei offensichtlich auch eine Rolle gespielt, wie er im 11Freunde-Interview sagt: „Seit ich diese Verletzung überstanden habe, denke ich anders. Wenn ich nach einem Spiel zum Beispiel enttäuscht bin, weil ich kein Tor geschossen oder nicht gut gespielt habe, dann denke ich kurz zurück und sage mir: „Sasa, sei froh, dass Du gesund bist, dass Du überhaupt Fußball spielen kannst“. Das hilft!“

Auch wenn es heisst, dass große Schlachten unten rum gewonnen werden, hat Kalajdzic für den VfB schon einige Spiele beziehungsweise Punkte mit dem Kopf gewonnen. Das ist wirklich seine große Stärke. Weniger seine Kopfballstärke, sondern seine Klarheit im Kopf. Und wenn es einmal mit dem Tor nicht klappt, Sasa, dann will ich nur Dein Lächeln, sonst will ich nix, ja Mann, alles andere interessiert mich nicht.

Danke an Nicolas Gonzalez, den Verletzungen leider ausbremsten. Ebenso wie Hamadi Al Ghaddoui, wir hätten gerne ein Tor von Ali G gefeiert.

Weitere Texte gibt’s hier:

Pellegrino Matarazzo: Der Pate

Gregor Kobel: Der Shouter

Waldemar Anton: Auf Boss Level

Wataru Endo: Der Equalizer

Borna Sosa: Der Soul Surfer

Philipp Förster: Der Spalter mit dem Schnauzer

Silas: Der Spektakelspieler

Sven Mislintat: Der Zocker mit dem Diamantenauge


Bild: Imago Images

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