Alle Artikel mit dem Schlagwort: Legende

Kein Platz für einen Weltmeister

Sami Khedira kehrt mit Hertha BSC zum VfB zurück. Welchen Empfang hätte er wohl in einem vollen Neckarstadion bekommen? Es gibt Spieler für die besonderen Momente: Chadrac Akolos 2:1 in der Nachspielzeit gegen Köln (Eskalation), Florian Kleins 3:2 in Nürnberg (komplette Eskalation), Gonzalo Castros 3:2 gegen den HSV (zumindest vor dem TV: Voll-Eskalation). Und dann gibt es Spieler für die ganz besonderen Momente: Hermann Ohlichers 2:1 in Bremen (für die älteren), Guido Buchwalds 2:1 in Leverkusen, Sami Khediras 2:1 gegen Cottbus. Sie alle haben sich Einträge in der VfB-Geschichte verdient. Ich habe Sami Khedira schon immer gemocht. Und ihn gegen alle verteidigt (ich schaue Dich an, Holger!), die ihn für technisch limitiert, zu langsam, zu hölzern, zu irgendwas hielten. Aber das wäre gar nicht notwendig gewesen, seine unglaublichen Erfolge und seine Stammplätze bei Trainern wie Jose Mourinho, Carlo Ancelotti, Massimiliano Allegri und … äh, … Jogi Löw sprechen für sich. Bin ich jetzt traurig, dass Sami zu Hertha BSC wechselt? In dem blauen Dress sieht der Oeffinger schon komisch aus und ein Wechsel in die …

Eine reine Legende

Man kann Mario Gomez nicht viel vorwerfen. Seine aktuelle Frisur vielleicht. Seinen Wechsel zu Bayern München auf jeden Fall. Und natürlich, dass er keine 25 mehr ist und alles in Grund und Boden schießt. Aber dafür kann er nichts. Das ist Gomez’ Hauptproblem gewesen bei seiner Rückkehr nach Stuttgart: Wir alle haben den jungen Gomez vor Augen gehabt. Ein Kerle wie ein Baum, ausgestattet mit einem untrüglichen Torinstinkt. Den hatte er bei seinem Comeback immer noch und kleiner und schmäler ist er auch nicht geworden. Nur ein bisschen langsamer. Und deshalb präsentierte er sich bei seinem zweiten Engagement nicht mehr als die absolute Tormaschine. In der Rückrunde 2017/2018 kamen dennoch Erinnerungen hoch an den jungen Gomez. Unvergessen die Aussage des schlechten Verlierers Julian Nagelsmann: „Diesen Haken vor dem 2:0 habe ich von Gomez schon gefühlt 4,7 Millionen Mal gesehen und wir fallen drauf rein!“, als Gomez zwei Tore gegen Hoffenheim schoss. Zu verteidigen war es dennoch nicht. Aber ab der Saison 2018/2019 war Mario nicht mehr so fresh, oder um ihm Bild zu bleiben: Der …

Die gute Seele des VfB Stuttgart

Gerhard Wörn, der seit 30 Jahren Waden und Oberschenkel knetet und sich nebenbei die Sorgen der Spieler anhört (und schweigt). Peter Reichert, das Multitalent: Fanbetreuer, Übersetzer, Best Buddy von Pavard, Teamanager. Günther Schäfer, der seine Grätschen-Kompetenz seit Jahrzehnten weiter gibt. Jochen Rücker, Chauffeur von Mayer-Vorfelder, Torwarttrainer und lange Jahre Teammanger in kurzen Hosen und mit O-Beinen, durch die ein Rudel Dobermänner laufen konnte. Und Jochen Seitz: Schiedsrichter, Sanitäter, Platzwart, Zeugwart und Betreuer. Die gute Seele des VfB. Einer, dessen Herz stets im Takt des Brustrings schlug. Am Freitag hat es aufgehört zu schlagen. Er wird fehlen. Spieler kommen, Spieler gehen, Trainer, Manager und Präsidenten sowieso. Es sind Menschen wie Wörn und Reichert und Schäfer und Seitz, die den VfB prägten und prägen, die im Hintergrund wirken, fernab der Öffentlichkeit, und die die Konstanten beim VfB bilden. Jochen Seitz war einmalig, ein Unikum im besten Wortsinne, verschmitzter Blick, herzlicher Humor und wohl der einzige Zeugwart der Welt, der nach einem Spiel eine eigene Benotung in der Zeitung erhielt. 6. Oktober 1984: Der VfB spielt in Köln. …

Der Schattenmann: Bernd Förster

Brüder, die beim VfB aktiv waren? Die Schmäler-Zwillinge, klar! Die Allgöwers, Karl und Ralf, sie standen gleichzeitig auf dem Platz für die Profimannschaft beim VfB. Dann die Khediras, die Yakins, die allerdings nie gemeinsam aufliefen. Was ist mit den Caliguris? Den Vlachodimos’? Und zählen die Hlebs? Das berühmteste und erfolgreichste Brüderpaar beim VfB war allerdings Bernd und Karlheinz Förster. Wobei der große Bruder Bernd immer im Schatten des jüngeren Karlheinz stand, von „Le Kaiser“, dem Treter mit dem Engelsgesicht. Einen gemeinsamen EM-Titel errangen sie 1980 mit der Nationalmannschaft. Die beiden Schwarzacher sind sowieso erst das zweite Bruderpaar neben 54er-Weltmeistern Fritz und Ottmar Walter, das gemeinsam einen Titel mit der Nationalmannschaft holte. Bernd und Karlheinz haben gemeinsam sogar die meisten Länderspiele aller Brüderpaare ever auf dem Konto. Beim Suchen nach einem Bild für diesen Text habe ich völlig die Zeit vergessen. Bernd mit Franz Beckenbauer. Bernd mit Gerd Müller. Bernd mit Jupp Derwall. Bernd mit Bernd Schuster. Bernd mit Paul Breitner. Bernd mit Felix Magath. Bernd mit Calle del Haye. Bernd mit Walter Kelsch, mit Bernd …

80 ist das neue 75: Alles Gute, Jürgen Sundermann!

Jürgen Sundermann, für viele Fans im fortgeschrittenen Alter immer noch der Wundermann wegen seiner Verdienste um den Aufstieg 1977, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Da können wir schon ein bisschen nostalgisch werden, oder? Dass wir dazu einen Text nahezu unverändert veröffentlichen, der exakt fünf Jahre alt ist, darf nicht als Zeichen mangelnder Wertschätzung verstanden werden. Ganz im Gegenteil: Was kann schöner sein, als mit 80 Jahren noch genauso fit zu sein wie mit 75. Oder wie Sundermann es selbst im aktuellen Interview sagt: „Allet wunderbar. Bei meinem 75. hat mir mein Arzt gesagt, dass ich 135 Jahre alt werde. Jetzt meint er, es werden noch ein paar mehr.“ Meine Erinnerungen an den Aufstieg 1977 sind altersbedingt ein bisschen nebulös. Drei Dinge sind mir aber noch sehr präsent: Die schönen Trikots mit dem Frottesana-Schriftzug (erster Trikotsponsor von 1976 bis 1979). Egal ob weiss oder rot, kurz oder langärmelig – wenn schon Werbung, dann ist das für mich das beste Trikot; nichts im Brustring platziert, der Schriftzug überzeugt mit perfekter Größe und optimalem Stand, es stört kein …