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Die ultimative Saisonprognose für den VfB Stuttgart

Nach der grandiosen Rückrunde geht der VfB Stuttgart mit großen Erwartungen in die neue Saison. Die einzige Ungewissheit für einige Fans lautet: Champions League oder doch nur Europa League? Aber läuft es wirklich so gut? Wir wagen unsere traditionelle Hinrunden-Prognose.

Saisonstart:
Eine wirkliche Überraschung ist es nicht: Tayfun Korkut stellt nach Alter auf! Dies führt zur dennoch unerwarteten Nominierung von Jens Grahl im Tor und Ron-Robert Zieler in der Innenverteidigung. Neben ihm steht Holger Badstuber, die Posten in der Außenverteidigung besetzen Andi Beck und Emiliano Insua. Christian Gentner, Gonzo Castro, Daniel Didavi und Dennis Aogo bilden die Mittelfeldreihe. Im Sturm ist Alterspräsident Mario Gomez gesetzt, er bildet mit dem 27-jährigen Küken Marcin Kaminski den neuen Ochsensturm.

Das älteste Team im bezahlten Fußball hat jedoch Anlaufschwierigkeiten: Im Pokal in Rostock retten sie sich nur dank ihrer Routine in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, wo sie alle Strafstöße sicher verwandeln. Beim Bundesligaauftakt in Mainz müssen sie dagegen ihrem Alter Tribut zollen. Bei 39 Grad im Schatten geht ihnen die Puste aus und es setzt eine deftige 3:0-Niederlage. Eine Woche später dasselbe Bild: Die müden Oldies sind nicht schneller als die Cannstatter Karawane und gehen sang- und klanglos gegen nicht einmal bemühte Bayern mit 1:4 unter. Der einzige Stuttgarter Treffer ist ein Eigentor von Sven Ulreich, der den verletzten Manuel Neuer vertritt.

Im Derby Derbyle gegen Freiburg überlegt sich Christian Streich, zwecks Chancengleichheit nur mit 10 Mann anzutreten, da Korkut zum dritten Mal hintereinander seine Rentner-Truppe aufbietet. Die Breisgauer gewinnen auch zu zehnt locker mit 3:1, das erste eigene Saisontor schießt der eingewechselte Gonzalez.

4. bis 8. Spieltag:
Nachdem das Konzept „Erfahrung“ nicht zieht, versucht es Korkut – auch auf Druck des schwierigen Umfelds – mit den jungen Wilden und baut das Team radikal um: Die Abwehr mit Benji Pavard, Timo Baumgartl, Borna Sosa und Pablo Maffeo, das Mittelfeld mit Santi Ascacibar, Bercay Özcan, Erik Thommy und Chadrac Akolo, der Sturm mit A. Donis und Nic Gonzalez schießt Düsseldorf mit 7:0 aus dem Neckarstadion. Da fällt es auch kaum auf, dass im Tor Allzweckwaffe und Teamältester Kaminski steht. Dem Ältestenrat um Gomez, Gentner und Badstuber fehlen nach diesem grandiosen Sieg alle Argumente. Obwohl sie sich bei Präsident Dietrich und Vorstand Reschke beschweren, bleibt die Greenhorn-Truppe erst einmal gesetzt. Im Anschluss schlägt der VfB erst Leipzig, dann Hannover und Bremen und holt gegen Dortmund einen Punkt. Gonzalez erzielt dabei sechs Tore und macht insgesamt 9 Scorerpunkte.

Die Marketing-Abteilung des VfB nutzt die Chance und bietet unter dem Label „Brustringreisen“ Pauschalurlaube nach Argentinien an. Preis: Sensationelle 1.893 Euro pro Person (Halbpension). Nur für Mitglieder versteht sich.

Nicht so gut läuft es hingegen mit der Suche nach dem zweiten Investor. Deswegen läuft die Gerüchteküche heiß, als wieder einmal ein Mittagessen-Selfie von Wolfgang Dietrich auf Twitter auftaucht. Diesmal nicht mit Joachim Steinhöfel, sondern mit Klaus-Michael Kühne, der mittlerweile frustriert beim HSV ausgestiegen ist, weil Filip Kostic immer noch dort ist. Nachdem die ersten Mitgliedsausweise zurückgeschickt werden, erklärt Dietrich in einer eiligst einberufenen Pressekonferenz, Kühne sei sein Nachbar in Südafrika und er hätte bisher gar nicht gewusst, dass der Unternehmer etwas mit dem HSV zu tun hatte.

9. bis 13. Spieltag:
Die jungen Wilden sind sichtbar überspielt. Kein Wunder: Schließlich verzichtet Tayfun Korkut mittlerweile auf alle Wechsel – auch während des Spiels. Nach einer krachenden 1:4-Niederlage gegen Hoffenheim (die mangelnde Strafraumbeherrschung von Kaminski ist hier unübersehbar) stellt Korkut erneut um: Dieses Mal bietet er eine Mischung aus Talenten und Routiniers auf. Gegen Frankfurt folgt ein 3:0-Sieg, in Nürnberg werden auch dank der Unterstützung von 25.000 mitgereisten VfB-Fans drei Punkte geholt und in Leverkusen rettet der dieses Mal zusammen mit Ascacibar im defensiven Mittelfeld aufgebotene Kaminski einen Punkt mit einem spektakulären Fallrückzieher von der Strafraumgrenze. Sogar Angstgegner Augsburg wird souverän mit einem Tor in der Nachspielzeit geschlagen, der VfB steht nun auf Platz vier hinter Tabellenführer Hoffenheim, Werder Bremen mit seinem 25-Tore-Traumsturm Kruse/Harnik/Pizarro und dem Überraschungsteam aus Berlin, das mit einem stabilen Torverhältnis von 7:2 Toren 25 Punkte holte.

Tayfun Korkut wird derweil als Bayerntrainer gehandelt. Niko Kovac musste nach zehn Spieltagen gehen, Jupp Heynckes übernahm interimsweise den Trainerposten. Übrigens auch den bei der Nationalmannschaft: Jogi Löw hatte sich zwar immer noch nicht zur WM geäußert, dafür aber alle Länderspiele der Nations League verloren und wurde von Präsident Grindel via Twitter gefeuert. Hashtags: #RSWRF und #ByeByeJogi. Außenseiterchancen für das Traineramt in München werden aber auch Robin Dutt eingeräumt, der mit Bochum und neun Punkten Vorsprung die Zweitliga-Tabelle anführt. Der HSV hat dagegen bereits zwei Mal den Trainer gewechselt, obwohl es so aussieht als könne man diesmal die Klasse halten.

14. bis 17. Spieltag:
Es läuft richtig rund beim VfB Stuttgart: Captain Kork hat die Heavy Rotation für sich entdeckt und wechselt mit Warpspeed durch: Von Spiel zu Spiel auf mindestens acht Positionen. Der einzig gesetzte Spieler ist Marcin Kaminski, der aber während der 90 Minuten auf 5 verschiedenen Positionen spielt. Der polnische Nationalspieler ist so polyvalent, dass Lucien Favre ihn nach Dortmund holen will, wo er erstaunlicherweise immer noch Trainer ist. Von den Stuttgarter Fans wird der Pole jedenfalls nur noch „Magic Kaminski“ genannt.

Die Winterpause naht und die ersten Transfergerüchte werden konkreter: Michael Reschke lässt sein Südamerika-Netzwerk heißlaufen und plant gleich fünf(!) Argentinier zu verpflichten. Die Wechsel will er auf einer Pressekonferenz unmittelbar nach Abpfiff des 17. Spieltags verkünden. Die Fans sind begeistert! Die von ihm vorgeschlagene Umbenennung des VfB in Club Atlético Cannstatt kommt allerdings weniger gut an.

Weil die Bayern am Ende der Rückrunde trotz Jupp Heynckes nur auf Rang acht stehen, versuchen Uli & Kalle alles, um Benjamin Pavard bereits in der Winterpause nach München zu holen. Die Stuttgarter Merchandising-Abteilung bekommt kalte Füße und bringt endlich die Benji-Perücke in den Fanshop bevor es zu spät ist. Das Ding wird der Renner! Die vom Team mit Madeline Willers eingesungene Weihnachtsversion von „On a Benjamin Pavard“ floppt hingegen grandios.

Trotz einer 1:3 Niederlage in Wolfsburg (Hattrick von Daniel Ginczek, der damit die Führung in der Torjägerliste übernimmt), steht der VfB Stuttgart nach einem Sieg gegen Schalke nach siebzehn Spieltagen auf einem sensationellen zweiten Platz. Zur Belohnung geht es ins Luxus-Wintercamp. Nach Argentinien natürlich!

Unsere Prognose ist Mist und eure die einzig wahre?
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5 Kommentare

  1. Thomas sagt

    Lieber Abiszet,

    du wirst nicht viele Antworten bekommen. Warum auch? Super Analyse. Sehe keinen Grund davon abzuweichen. Paßt alles. Gebucht. Nehm ich. Ach ja, ich wage mich noch weiter nach vorne. Nach der Winterpause folgen zwei krachende Niederlagen und dann die 45 Punkte Rückrunde. Die Karte für das letzte Spiel werde ich früh buchen.
    Alles wird gut!

    Mit 1893-Grüßen
    Thomas

    PS: Und wenn es anderst kommt? Für immer VfB!

    • @abiszet sagt

      Hi Thomas, herzlichen Dank. Ich halte meine Prognose auch für absolut realitätsnah. Bei Deinem Ausblick auf die Rückrunde würde ich mitgehen. In diesem Sinne: Wenn Du mich fragst, wer … ;-)

  2. Fahne sagt

    Hallo Abiszet,
    vielen Dank für die Supersuperanalyse. Mein Lieblingsteil ist 4. bis 8. Spieltag. Aber auch in Summe wieder vom Feinsten. Und in einem hast du auf jeden Fall recht „….Die einzige Ungewissheit lautet: Champions League oder doch nur Europa League?“ :-)

    In diesem Sinne, herzlichen Dank und weiter so.

    Liebe Grüße

    Fahne

    • @abiszet sagt

      Lieber Fahne, vielen Dank! Absolut, 4. bis 8. kann man lassen (vor allem der Absatz über Wolle/Kühne von @buzze), insbesondere Magic Kaminski drücke ich die Daumen, er muss ja vieles in den Griff bekommen ;-)

  3. Pingback: Die ultimative Saisonprognose für den VfB Stuttgart – Ploggo

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