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Das neue Vier-Gefühl!

Es gibt wohl kaum eine undankbarere Aufgabe, als als Trainer sein erstes Bundesligaspiel in Dortmund zu absolvieren. Auch wenn der Gegner derzeit nicht seine beste Phase hat. Es hatte wohl keiner wirklich Großes erwartet, aber sind wir ehrlich, es hat sich nichts verändert: Auch unter Alexander Zorniger wäre die Niederlage gegen Dortmund vermutlich nicht viel höher ausgefallen. Es gibt anscheinend ein neues Vier-Gefühl in Bad Cannstatt, jetzt schon das dritte Spiel mit vier Gegentoren hintereinander. Weiterhin ist man in Stuttgart auf Rekordjagd – die meisten Gegentore, die meisten Eigentore (natürlich 4), die meisten dummen Fehler. Denn die Spieler lernen es wohl nie. Wer nach drei Minuten als Tabellensechzehnter ein Kontertor gegen den Zweiten der Liga bekommt, der ist … ja, was ist der? Naiv? Übermütig? Größenwahnsinnig? Begriffstutzig? Wie wahnsinnig nach vorne gelaufen, bei Ballverlust nicht in den Zweikampf gekommen und dann trotz Überzahl im Strafraum das Tor nicht verhindert. Was willste da machen? Die mehr als 6.000 mitgereisten Fans haben einfach gesungen. Auch nach dem 2:0, das schwer zu verteidigen war, selbst wenn Filip Kostic noch ein paar Meter mehr zurück gelaufen wäre. Die Fans waren präsenter im Stadion als die Spieler, stellenweise sogar lauter sie als die mehr als 70.000 Dortmunder.

„Ein Typ wie Niedermeier hat uns gefehlt, der auch mal dazwischen haut“, sagte Interimstrainer Jürgen Kramny vor dem Spiel und Schorsch haut wirklich dazwischen. Leider nur so unglücklich, dass er einen Ball ins eigene Tor haut. Stabiler wird die Abwehr mit ihm nicht, nach wie vor sind die Abstände zu groß, in den meisten Räumen hat der BVB Überzahl.

Was macht Hoffnung?
Dass sich die Mannschaft nach dem frühen 2:0-Rückstand nicht abschießen läßt. Wirklich? Denn damit scheinen Mannschaft und Trainer schon zufrieden zu sein. Rausgeredet wird sich mit der großen Qualität der Borussia. Bei anderen Gelegenheiten wird ja immer von den eigenen Qualitäten gesprochen, manche Spieler sehen sich auch bei besseren Mannschaften spielen. Mir wäre lieb, wenn die Spieler ihre Fähigkeiten auf den Platz bringen würden. Das scheinen die mitgereisten Fans ähnlich zu sehen – wie wir sind sie der Meinung, dass von der Mannschaft (siehe hier) mehr kommen muss.

Mir ist insgesamt zu wenig Zug in der Mannschaft drin: Da ist ein Interimstrainer, der – verständlicherweise – die wenigen positiven Aspekte betont. Da sind die Führungsspieler Gentner (Zweikampfquote von 14%), Schwaab oder Niedermeier, sie führen aber leider nicht, sondern werden vom Gegner vorgeführt. Die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt einfach nicht, das Verhalten bei Ballverlust ist ungenügend und körperlos. Spieler wie Didavi, Maxim oder Kostic sind merklich unzufrieden, was sich bei Fehlpässen zeigt, wenn sie abwinken oder wild gestikulieren. Es scheint einfach in der Mannschaft nicht zu stimmen, soweit ich das von außen beurteilen kann. Verdächtig, ganz verdächtig ist auch, dass Kapitän Gentner bei jeder, wirklich jeder Gelegenheit nachdrücklich betont, dass der Teamgeist stimmen würde.

Wenn die Spieler so zusammen halten würden wie sich die Fans engagieren, dann wäre mir nicht bange. Der nächste Sonntag wird spannend: Die Mannschaft muss gegen Werder Bremen gewinnen, um die Zuneigung zurück zu gewinnen. Die Mannschaft muss gegen Werder Bremen gewinnen, um den Anschluß an die Nichtabstiegsplätze nicht zu verlieren. Ein 9-Punkte-Spiel. Ich bin gespannt, ob das Team den Ernst der Situation begriffen hat.

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