Mini-Feature, VfB, vp weekly
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vp weekly KW30

Die Sommerpause wird nicht langweilig. Gleich am Anfang der Woche kommt schwer Verdauliches aus Bayern: Nachdem Karlheinz Rummenigge mit der Aussage „Wir sind jetzt leider angekommen an einem Punkt, an dem ich von den Ultras immer nur lese: Wir fordern dies, wir fordern das. Jetzt wollten sie Mitsprache bei der Debatte um die Verteilung der TV-Gelder“, vorgelegt hatte,


springt ihm sein Partner in crime (pun intended) Uli Hoeneß im Bayerischen Rundfunk bei: „Der Fußball gehört allen und es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie auch ein wichtiges Element sind, aber nicht alles alleine bestimmen dürfen. Ich bin immer für Kooperation, aber auch die Ultras müssen wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras möglich ist.“

So, so: Ultras sind also selbstverliebt und nicht in den Verein verliebt, sie sollen also Selbstdarsteller sein. Und das sagen ausgerechnet die Leute, die an keiner Kamera und an keinem Mikro vorbeigehen können, ohne ihre Meinung abzusondern. Ja, die Ultras fordern. Zum Beispiel, dass der jüdische Bayern-Präsident Kurt Landauer die Würdigung bekommt, die er verdient. Oder, dass die Bundesliga-Clubs ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen wie by the way viele der organisierte Fanszenen mit Hilfsprogrammen während der Corona-Zeit. Sie fordern Transparenz, sie fordern einen integren Wettbewerb und keine Aushebelung von 50+1 durch Konstrukte wie Leipzig oder Hoffenheim. Sie fordern Teilhabe an der Ausrichtung der Clubs. Und womit? Mit Recht. Denn sie sind es, die die Clubs (auch) groß gemacht haben.

Sportmarketing-Experte und VfB-Vereinsbeirat André Bühler überzeugt dagegen mit qualifizierten Aussagen: „Der Profifußball ist zu selbstsüchtig“. Das komplette, sehr lesenswerte, Interview findet Ihr hier.

Die DFL hat ein Konzept für eine Teilrückkehr zu Spielen mit Zuschauern erarbeitet. Demnach dürften bis zu 26.000 Zuschauer ein Heimspiel im Neckarstadion besuchen. Und wer darf rein? Der VfB plant, dass – zumindest in der Hinrunde – nur Tageskarten erhältlich sind. Dauerkarteninhaber der Vorsaison besitzen darauf ein Vorkaufsrecht. Scheint eine faire Lösung zu sein. Und wie kommen die Zuschauer unter Einhaltung der „Corona-Regeln“ zum Stadion? Der DFL-Leitfaden empfiehlt eine „entsprechende Taktung des ÖPNV.“ Und so reagieren regelmäßige Nutzer von VVS/SSB auf den Vorschlag:

Am Dienstag durfte gefeiert werden – und das gleich zwei Mal: Fritz Walter wurde 60 Jahre alt. Meister 1992, Torschützenkönig, Olympia-Dritter, VfB-Legende. Unvergessen, der Mann. Fast genau so präsent ist auch Zdravko Kuzmanovic, eleganter Lebemann im Mittelfeld des VfB von 2009 bis 2013. Als er in seiner Insta-Story seine Anwesenheit in Stuttgart dokumentierte, gab es doch wirklich ein paar, die sich eine Rückkehr wünschten. Und ehrlich: was würdet ihr zu einem Tauschgeschäft Kuz gegen Castro sagen?

Im Tauziehen um den Transfer von Waldemar Anton von Hannover 96 machte mittlerweile das Gerücht die Runde, dass der VfB im Gegenzug zwei Spieler an die Niedersachen verleihen könnte: Eigengewächs Luca Mack und Nikolas Nartey (letzte Saison an Hansa Rostock verliehen). Könnte eine Win-Win-Situation geben. Fragt sich nur für wen.

Chris Prechtl weist am Mittwoch in seiner Kolumne auf mögliche Interessenskonflikte von Sportdirektor Sven Mislintat hin: Der Dude ist schließlich nicht nur VfB-Sportdirektor, sondern auch Mitbegründer und Gesellschafter der Scouting-Software „matchmetrics“, die nicht nur für den VfB, sondern auch für die Konkurrenten aus Leverkusen und Bielefeld vermeintliche Diamanten aus dem weltweiten Spielerpool fischt. Der matchmetrics-Gründer Mislintat möchte natürlich gerne durch kreative Transfers seine Software ins Schaufenster stellen; dem gegenüber steht allerdings die Herausforderung für den Sportdirektor Mislintat, Talente aus der eigenen Jugend in den Profikader zu integrieren. Dieser Konflikt ist seit Mislintats Amtsantritt bekannt. Umso erstaunlicher ist die Welle der Empörung, die der Text auf Twitter entfacht.

Dass der VfB auch wirklich der eigenen Jugend eine Chance gibt, zeigt die vorzeitige Vertrags-Verlängerung von Antonis Aidonis bis 2023. Sven Mislintat: „Er wird fest zum Kader der Lizenzspielermannschaft gehören mit der klaren Perspektive, mittelfristig Einsätze im Profiteam zu bekommen.“ Dass Aidonis zur Unterschrift ein 250€ T-Shirt trägt, sehen wir als Zeichen, dass er sich schon längst bei den Profis etabliert hat. Weiter so!

Und dann noch einige News aus der Co-Trainer-Szene: Wie letzte Woche berichtet, wurde Rainer Widmayer beurlaubt. Um das zu kompensieren wurden gleich vier(!) neue Mitarbeiter für den Trainerstab verpflichtet! Please welcome:
Michael Kammermeyer, Co-Trainer Analyse,
Oliver Bartlett, Trainer im Performance- und Athletikbereich,

Peter Perchtold,  Co-Trainer,
Dino Poimann,  Sportpsychologe

Hoffentlich gibt es unter Wahrung des Mindestabstand genug Platz auf der Bank!

Und dann ist da noch die T-Frage: Nee, nicht Trainer, und auch nicht Trikot, sondern Torwart! Gregor Kobel möchte bekanntlich in Cannstatt bleiben, aber die TSG Hoffenheim ist anscheinend nicht bereit, dem VfB einen Corona-Sonderpreis zu machen. Plan B ist deswegen wohl mittlerweile der Hamburger Keeper Julian Pollersbeck. Naja.

Darf gerne geteilt werden:

3 Kommentare

  1. Elmar Amendinger sagt

    4 neue Mitarbeiter im Staff, könnte teuer werden im Herbst wenn bekanntlich am Wasen die Trainer fallen, wie die Blätter von den Bäumen. Und sorry, wiederhole mich da gerne: bis heute keine Erklärung seitens Verein warum Widmayer raus. Bekomme täglich Anrufe von Geschäftspartner und Kunden aus Berlin die dem immer noch nachweinen da er dort das Training gemanagt hat und nicht Dardei. Egal, wir lassen uns überraschen wie das läuft und wie die Finanzierung aussieht ??

  2. Mozy sagt

    Wuppie! Wir haben jetzt 10 Verteidiger im Kader, die meisten davon IVs. Beachtlich. Wir können jetzt 10er Kette vor Kobel spielen. Herr Mislintat, ich sehe da einen Plan.

  3. Der Groundhopper sagt

    Einfach klasse, wie Ihr die Doppelmoral der Verantwortlichen des FC Bay€rn aufzeigt!
    Leider gibt es trotz aller offensichtlichen moralischen Verwerfungen einfach viel zu viele Menschen, die diesem Verein (oder besser gesagt seinem Erfolg) immer noch wie die Lemminge folgen…

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